Faszination °Buddhismus°
28.01.2003
Pro:
sehr tollerant, stärkere Identifikation als beim Christentum vorhanden
Kontra:
nichts
Empfehlenswert:
Ja
 JamesHall
Über sich:
"Der starke Mann ist stärker ohne Gewalt." (Berthold Brecht)
Mitglied seit:16.12.2002
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Vertrauende:12
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 72 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Tach Ciaoer, ___________ seitdem wir in der Schule das Thema Buddhismus durchnehmen, bin ich sehr interessiert an diesem "Phenomän". Ich konnte mich noch nie mit den großen Weltreligionen, wie dem Christentum oder dem Islam, anfreunden. Doch die Lehren des Buddha beeinhalten viele Werte, mit denen ich mit identifizieren kann. Vor allem ist nicht dieser Druck und das Vorgegebene vorhanden, was mir sehr entgegen kommt. Doch wer war überhaupt Buddha und was versteht man unter Buddhismus? Diese Fragen weitere Infos zum Thema möchte ich im folgenen Text erfäutern. ======== Buddha ======== Um diese Person kommt man nicht während des Beschäftigen mit dem Buddhismus herum. Er wurde 560 v. Chr. geboren und hieß ursprünglich Siddhartha Gautama. Er wuchs in einem Palast auf, den man am besten "Goldener Käfig" nennen kann. Sein Vater gab' sehr viel Acht auf seine Kindheit und der noch junge Siddharta lernte nie das "reale" Leben kennen, da er sehr behutsam erzogen wurde. Dieser Palast befand sich in Nordindien. Als Erwachsener verlässt er zum ersten Mal diesen Palast und bekommt zu seinem überraschen auf der Straße das "wirkliche" Leben mit. Er sah arme Bettler und hungernde Menschen. Er merkte nun zum ersten Mal, dass er in seinem Palast nicht glücklich ist und das Glück erst noch finden will. Er versucht fortan ca. 6 Jahre lang durch Askese (Enthaltsamkeit) und weiteren Dingen dieses Glück zu finden, schafft es nur noch nicht. Doch dann setzt er sich unter einen Baum und entscheidet, erst wieder aufzustehen, wenn er endlich "sein" Glück gefunden hat und somit sein Ziel erreicht hat. Er brauch lange und schafft es letzt endlich mit tiefsinniger Meditation zu seiner wahren Natur zurückzukehren. Darum wird er auch Buddha (vollkommen Erwachter oder Erleuchteter genannt). Seit dieser "Erleuchtung" zieht er viel rum und erzählt sein Wissen über die Meditation und das Erwachen an viele andere Menschen weiter. Er findet viele Anhänger und es entstehen Buddha's Lehren. Mit 80 Jahren stirbt er und hinterlässt das, was den Buddhismus heutzutage ausmacht. ================================= Der Buddhismus (Lehren Buddhas) =================================Vorwort: ^^^^^^^^ Die Lehren des Buddhismus müssen nicht vom Buddhist/Mönch geglaubt werden. Man soll immer an allem zweifeln und seinen eigenen Weg finden und somit seine eigenen Erfahrungen machen. Das finde ich sehr gut am Buddhismus, da er offen ist und man nicht wie beim Christentum bestimmte Regeln einhalten muß. 1) Wiedergeburt °°°°°°°°°°°°°°°° Die Buddhisten glauben, dass nichts Leben ein Ende hat. Es herrscht der ungebrochene Strom des Lebens, an dem alle Lebewesen Anteil haben und an dem sie hängen. "Alles Leben ist Leiden" ist ein wichtiger Grundsatz der Lehren Buddhas. Also ist es das entscheidene Ziel der Buddhisten diesem Lauf der Wiedergeburten zu entkommen und schließlich sein Ende im Nirvana zu finden. Zum Nirvana komme ich weiter unten noch. 2) "Alles Leben ist Leiden" °°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°° Es gelten diese wichtige Grundsätze beim Buddhismus: - Alles Leben ist Leiden- Alles Leiden kommt vom "Durst", der Lebensgier. Dadurch wird der Mensch an den unendlichen Daseinskreislauf gebunden - Die Aufhebung des Leidens erfolgt durch die Beseitigung des Durstes- Angemessenes Verhalten und Versenkung führt aus dem Kreislauf der Wiedergeburten heraus Das mag jetzt für viele von euch sehr abstrakt und verrückt klingen. Daran wird man merken, dass wir typisch "westlich" denken. Wenn man sich genau mit diesem Thema "Alles Leben ist Leiden" beschäftigt, dann merkt man, dass das logisch klingt und der sogenannte "Durst" nach Leben bei vielen die Kontrolle über Körper und Geist eingenommen hat. Alle Launen, die wir haben werden zum Beispiel durch diesen Durst ausgelöst. Man entkommt diesem Durst nur, wenn man alles loslässt. Ich glaube dieser Theorie und finde sie sehr tiefsinnig. 3) Nirvana °°°°°°°°°°° Das Nirvana (= verlöschen) ist der Zustand, in den jeder Buddhist gerne kommen will. Das Nirvana ist das Nichts. Es ist die Beendung des Lebensstromes. Das Nirvana ist nur ein Zustand, es wird nicht viel mehr drüber gesagt
4) Meditation °°°°°°°°°°°°°° Die Meditation ist ein wichtiger Bestandteil im Leben des jeden Buddhist. Man soll zu sich selbst finden und somit der Weg zur Erleuchtung vereinfacht werden. Buddha hat es angeblich durch Meditation geschafft zu seiner Natur zurückzufinden. Man muß natürlich nicht Meditieren um ins Nirvana zu kommen oder sonst irgendwas. Ich kann es auch nur zum Entspannen empfehlen. Wer nicht weiß, wie man richtig meditiert, dem will ich es jetzt versuchen zu erleichtern.Beim Meditieren soll man "Loslassen" von allen Dingen. Somit sammelt man wieder Kraft und kann sich auf das Wichtigste im Leben konzentrieren. Der Grundsatz beim Meditieren ist das richtige Atmen. Es soll natürlich sein und konstant. Wichtig ist außerdem die Sitzposition. Sie sollte am besten aufrecht sein und der Rücken sollte mit dem Kopf eine gerade Linie bilden. Im folgenden möchte ich 2 Beispiele für eine Meditation vorgeben. 1.) Übung Mann konzentriert sich zu aller erst einmal auf den Atem. Er muß ruhig sein und gleichmäßig. Wenn man den angenehmen Atem-Rhytmus gefunden hat, soll man nach und nach von der Konzentration auf die richtige Atmung ablenken. Nun schließ man die Augen (wenn man sie nicht schon vorher geschlossen hat). Man stellt sich nun vor, dass man alle Dinge, die einem beschäftigen loslässt und versucht an nichts mehr zu denken. Man kann sich da die verschiedensten Dinge vorstellen, wie z.B., dass man auf einem Boot rudert und immer weiter weg von der Insel (wo die Sorgen drauf sind) aufs Meer hinaus rudert. Mit der Zeit denkt man an nichts mehr und das ist das Ziel. Meditation ist eine Sache der Übung, daher klappt diese Übung nicht beim ersten Mal.2.) Übung Wem Übung 1 zu schwer gefallen ist oder wer diese nicht gerne macht, dem kann ich noch eine andere, gute Meditations-Übung empfehelen. Man zündet eine Kerze an und setzt sich wie oben beschrieben (aufrecht und gerade) davor. Man konzentriert sich, wie bei Übung 1, zunächst auf den Atem und guckt sich eine Weile die Kerze genau an. Dann schließt man (Zeitpunkt kann selbst gewählt werden) die Augen und versucht nun das Bild der Kerze wieder, während die Augen geschlossen sind, hervorzurufen. Das ist schwer und dauert sehr lange, es ist halt eine Frage der Übung. Wenn es gut und normal klappt, dann vergisst man mit der Zeit zu denken und entspannt sich total, auch wenn man sich nicht mehr das Bild der Kerze vorstellen kann. =========== F A Z I T ===========Der Buddhismus ist eigentlich keine richtige Religion, sondern nur eine Lehre. Es bleibt jedem selbst überlassen, was er draus macht. Es gibt keinen Gott im Buddhismus, nur Buddha, der eine Art Prophet war. Der Buddhismus ist wohl die offenste und tolleranteste Lehre, man kann es auch als Religion bezeichnen. Dadurch, dass die Buddhisten an den ewigen Kreislauf glauben, töten sie keine Lebewesen, da sie denken, dass es im früheren Leben z.B. ihre Mutter sein könnte. Wichtig ist für mich auch, dass man nicht an Alles glauben muß, was in den Lehren steht. Die Meditationsübungen sind auch ohne HIntergrund des Buddhismus sehr wohltuend und nur zu empfehlen. Aus diesen Gründen begeistere ich mich für den Buddhismus. Ich konnte nie den großen Weltreligionen etwas abgewinnen, da dort einfach der Zwang viel stärker ist, als die Freiheit. Das ist im Buddhismus ganz anders. Und genau das sind wohlmöglich auch die Gründe, warum der Buddhismus die am stärksten wachsende "Religion" im Westen ist. Ich kann somit nur empfehlen sich einmal mit dem Buddhismus zu beschäftigen oder meditieren zu üben. Ich vergebe ganze 5 von 5 möglichen Sternen, da man eigentlich nichts Negatives am Buddhismus entdecken kann. Man muß ja nicht daran glauben, wie oben schon beschrieben ... ______________________________________________________Dankeschön für die Aufmerksamkeit, ich wünsche alle Lesern meines Berichtes viel Erfolg bei eurem Weg zum Nirvana. MfG, JamesHall aka Ronny.
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11.10.2003 19:45
"Der Buddhismus ist eigentlich keine richtige Religion, sondern nur eine Lehre." Hm, mit diesem Satz stimmte ich nicht überein. Religion ist ein sehr westlich geprägtes Wort. Mehr nicht. Das sollte man sich immer vor Augen führen. Und außerdem: der Buddhismus kann in sich sehr dogmatisch sein, dogmatischer als das Christentum, strenger als der Islam, wenn man ihn ernst nimmt. Die Frage ist nur, vor welchem Hintergrund wir den Buddhismus betrachten. Und das ist eben meist ein sehr christlich-europäisch geprägter Hintergrund, in dem wir den Buddhismus nahezu verherrlicht-verklärt zu einer absoluten friedlichen Lehre emporheben, die er aber leider nie war und auch nicht ist. Herzliche Grüße, Anjee
20.06.2003 14:39
Ein kleiner Teil des Berichtes ist Deine Meinung dazu... Der Resten ist eine kurze und gute Einführung für solche, die noch nie etwas damit zu tun hatten. Gute Sache!
18.04.2003 03:59
Also eigentlich kann ich mich mit Religion nicht so anfreunden aber Buddhismus ist mehr als Religion, es ist eine Weltanschauung und so wie es aussieht die Toleranteste und das macht sie mir immer symphatischer. Vielleicht sollte ich mir doch noch ein bisschen Lektüre darüber reinziehen. Dein Bericht macht neugierig.