Gier, Neid, Hass und die Lösung hierfür
27.02.2004
Pro:
eine SEHR tolerante Religion/Philosophie, löst viele Probleme unserer heutigen Gesellschaft, keine festen Dogmen - die Lehren sollen/dürfen stets überprüft werden
Kontra:
schwieriger Einstieg in die Materie
Empfehlenswert:
Ja
 sebby
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WARUM DER BUDDHISMUS WICHTIG IST: --------------------------------- Wir leben in einer Welt voller Leid und Hass. Es ist die Gier, die dazu führt, dass unsere Gesellschaft zu einer Ellbogengesellschaft verkommt. GIER nach immer mehr (MEIST sinnlosen) materiellen Dingen, GIER nach Ansehen, etc. Die menschlichen Werte zählen hierzulande scheinbar nicht mehr sehr viel. Ist es wirklich so außergewöhnlich, dass die Suizidrate mit steigendem Wohlstand wächst ? Der Gedanke wirkt tatsächlich zunächst seltsam, doch bei genauerer Betrachtung versteht man woran dies liegt. Menschen, die (scheinbar) alles haben können sich über nichts mehr freuen, irgendwann gelangen sie an einen Punkt an dem das materielle nicht mehr dazu ausreicht ihre innere Leere auszufüllen und werden somit noch unglücklicher als sie es ohnehin oft sind. Ist der Buddhismus die Lösung für die Probleme solcher Wohlstandsländer, zu denen man Deutschland auf jeden Fall dazuzählen kann ? MEINER Meinung nach JA !DER GRUNDGEDANKE DES BUDDHISMUS: -------------------------------- Der historische Buddha (Siddhartha) lehrte, dass alle Wesen im Kreislauf von Geburt und Tod "gefangen" sind (dem sogenannten Samsara). Sobald ein Lebewesen stirbt, wird es anhand seines Karmas (eine Art Ursache+Wirkung-Prinzip) als Tier, Gott, Geist oder Mensch wiedergeboren. Hier ist aber darauf zu achten, dass im Buddhismus KEINE Seelenwanderung gemeint ist, da es im buddhistischen Glauben garkeine Seele gibt. Es ist vielmehr die übriggebliebene Energie eines Lebewesens, die sich, vereinfacht gesagt, aufgrund des erzeugten Karmas den "passenden" Körper + Geist sucht. Dieser Kreislauf kann nur als Mensch beendet werden, indem man die sogenannten "Vier edlen Wahrheiten" erkennt. Im Kern besagen diese Wahrheiten, dass alles Leben Leid (Dukkha) ist, niemand bleibt vor Krankheit, Alter, etc verschont, selbst nach dem Tode nicht, da man wiedergeboren wird. Die Urschen für das Leid liegen in der Gier (Tanha), dem Hass, dem Neid, dem Vergehen und der Illusion. Wer also ungebunden ist und somit die Ursachen erlischen lässt, der lässt auch das Leid erlischen. Der Weg um dies zu verwirklichen findet sich im "Edlen 8-Fachen Pfad". Die Elemente dieses Weges sind rechte Ansicht, rechtes Denken, rechtes Reden, rechtes Tun, rechtes Leben (damit ist ein rechter Lebenserwerb, also eine rechte Arbeit, gemeint), rechtes Streben, rechtes Denken und rechtes Sichversenken. Wer diesen Weg gegangen ist gelangt zur Erleuchtung und tritt aus dem Kreislauf der Wiedergeburten aus - stattdessen gelangt er in das Nirvana, ein Zustand der Glückseligkeit ohne Drang nach Hass oder Gier. WICHTIGSTE UNTERSCHIEDE ZU ANDEREN RELIGIONEN --------------------------------------------- Was auf den ersten Blick untypisch für eine Religion erscheint ist, dass der Buddhismus vollkommen ohne einen Gott auskommt. Es wird zwar nie die Existenz eines solchen Wesens geleugnet, doch sie ist im Grunde für den Weg zur Erleuchtung unwichtig. Genauso untypisch ist, dass der Buddhismus vom erleben und prüfen lebt. Es gibt keine festen "Regeln", selbst Buddha sagte man solle seine Lehren stets überprüfen und selbst erleben. Wie oben beschrieben fehlt auch der Seelenbegriff im Buddhismus. Dass eine strikte Unterordnung an bestimmte Regeln fehlt zeigt sich schon alleine darin, dass der Buddhismus sehr tolerant gegenüber anderen Religionen ist, die gleiche oder ähnliche Werte vermitteln. Wer nach diesen Werten lebt wird in Zukunft quasi von alleine irgendwann den buddhistischen Weg finden. Die große Toleranz gegenüber anderen Religionen zeigt sich schon alleine im tibetischen Buddhismus, der sich mit verschiedenen anderen Religionen Tibets vermischt hat.DIE VERSCHIEDENEN RICHTUNGEN: ----------------------------- Auch hier muss ich mich kurz fassen, denn auch dieses Thema ist recht komplex. GANZ grob gesagt gibt es zwei verschiedene Richtungen: Das (eigentlich spöttisch gemeinte) "kleine Fahrzeug" (Hinayana) und das "große Fahrzeug" (Mahayana). Der wesentliche Unterschied zwischen diesen beiden Richtungen ist, dass das kleine Fahrzeug (von dessen Richtung nur noch eine Schule, nämlich die des Theravada, übrig ist) die Erleuchtung für sich selbst anstrebt und davon ausgeht, dass es man es als Mönch leichter hat dies zu erreichen, während das große Fahrzeug (zu welchem SEHR VIELE Schulen gehören, z.b. Zen-Buddhismus oder der tibetische Buddhismus, der jedoch im Grunde auf einem dritten Weg, dem sog. Diamanweg aufbaut, gehören) das Bodhissatva-Ideal anstrebt. Ein Bodhissatva hat bereits die Erleuchtung erreicht, verzichtet jedoch auf den Eintritt in das Nirvana um andere Lebewesen zur Erleuchtung zu bringen, zudem geht das Mahayana davon aus, dass auch Laien mit Hilfe von Lehrern das Nirvana erreichen können. Der bereits erwähnte Diamantweg kann als dritte Richtung gesehen werden, es würde jedoch den Rahmen sprengen um wirklich die wesentlichen Unterschiede zu benennen. Einen guten Einblick in diese Materie bekommt man jedoch durchaus leicht im Internet zu finden, wer detailliertere Informationen möchte sollte dann natürlich schon zu spezieller Literatur greifen :-)WAS MICH AM BUDDHISMUS FASZINIERT: ---------------------------------- Ich kann für mich persönlich die Lehren des Leidens sehr gut nachvollziehen. Wie ich anfangs erwähnte glaube ich wirklich daran, dass Gier, Materialismus, Neid die größten Probleme unserer Gesellschaft sind. Es ist bestimmt kein Zufall, dass man hierzulande viele grimmige Gesichter auf den Straßen sieht, während man in anderen Ländern scheinbar gelassener ist. Trotz allem möchte ich natürlich NICHT VERALLGEMEINERN. Selbstverständlich wimmelt es hier nicht nur von gefrusteten, gierigen Menschen - zum Glück :-) Ebenfalls fasziniert hat mich, dass der Buddhismus in vielen Punkten mit den modernen Naturwissenschaften übereinstimmt. Das Erdalter wird beispielsweise auf Millionen Jahre im Buddhismus geschätzt, ebenso faszinierend sind die Aussagen des Buddha bezüglich der Illusion (alles um uns herum ist Illusion, eine Interpretation unserer Sinneszellen bzw unseres Gehirns). Die große Toleranz dieser Religion hat mich ebenso überwältigt, meines Wissens hat sich der Buddhismus auch friedlich verbreitet. Zudem beantwortet mir der Buddhismus Fragen, auf die mir andere Religionen keine Antworten geben konnten: Wieso z.B. gibt es so viel Leid auf der Welt, warum werden manche Menschen krank, usw. Hier liefern das Gesetz des Karmas bzw der Grund für das Leiden antworten auf oft unbeantwortete Fragen. Zu guter letzt möchte ich noch darauf hinweisen, dass ich keineswegs irgendjemanden bekehren will oder sonst etwas in dieser Richtung beabsichtige. Ich will nur das Interesse für diese interessante Religion (oder Philosophie, das sieht jeder Mensch anders) wecken. Dies ist zwar bereits durch die Medien geweckt worden, insbesondere durch das Auftreten des Dalai Lama, doch leider nur für eine Richtung: Die des tibetischen Buddhismus. Vielleicht wäre es sinnvoller sich zunächst mit den Grundprinzipien des Buddhismus zu befassen und sich ANSCHLIEßEND für eine Richtung zu entscheiden, denn vom Grund auf sind alle Richtungen gleich, doch im Detail unterscheiden sie sich dann doch zum Teil erheblich voneinander. Es soll im Grunde für jeden Menschen ein "angepasster" Weg zur Erleuchtung gefunden werden
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15.03.2004 14:59
ich habe mich schon vorm Lesen deines Berichtes selbst bekehrt und bin noch immer dabei. Gier, Neid und Hass habe ich aus meinem Leben verbannt und seitdem geht es mir viel besser. Ich verehre den Dalai Lama und unterstütze seinen Kampf um ein freies Tibet. Siehe mein Bericht. Angelika
27.02.2004 20:23
Ich hatte das Glück, diese Religion vor Ort im Nepal zu erleben, und muß zugeben, nicht ganz unbeeindruckt gewesen zu sein. :-) Raimo
27.02.2004 19:55
Du sagst es: Der Einstieg ist schwer. Neid und Hass empfinde ich nicht. Habe allerdings einen großen Gerechtigkeitssinn. Im Moment habe ich nicht die Kraft, richtig abzuschalten. Gr. Hermann