Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
spannend, actionreich, romantisch, emotionsgeladen, die Besetzung |
| Kontra: |
höchstens ein paar technische Details |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Heute möchte ich Euch endlich mal wieder eine Folge meiner Lieblingsserie "Buffy" vorstellen, welche ich natürlich erstmals im Fernsehen sah und zwar bei der Wiederholung der ersten Staffel...
►[Die Serie]◄ Nachdem Buffy als Teenager erfuhr, dass sie die Jägerin ist (das einzige Mädchen dieser Generation, das gegen Vampire, Monster und das Böse kämpfen kann und muss), musste sie prompt die Turnhalle niederbrennen, um einige Vampire zu vernichten. Zum Dank flog sie von der Schule, woraufhin sich ihre Eltern trennten und sie mit ihrer Mutter Joyce nach Sunnydale zog. Dort fand sie neben ihrem neuen Wächter Giles auch treue Freunde in Form des Schultrottels Xander und der super intelligenten Willow und lernte nebenbei die beliebteste Schülerin Cordelia sowie den geheimnisvollen Angel kennen.
►[Und was passiert in dieser Folge?]◄
Nachdem ein uralter, entmachteter Vampir, den alle nur "der Meister" nennen, es geschafft hat, den von einer Prophezeiung als "der Gesalbte" benannten Jungen auferstehen zu lassen, will er nicht nur seine alte Macht wiedererlangen sondern sich auch der Jägerin entledigen. Zu letzterem Zwecke heuert er "die Drei" an, welche sich als drei besonders bösartige Vampire entpuppen. Gleichzeitig träumt Buffy von dem geheimnisvollen Angel, der ihr kurz darauf bei ihrem Zusammentreffen mit den Drei das Leben rettet. Gemeinsam fliehen sie zu ihr nach Hause, wo sie seine Wunden verbindet und die beiden sich näher kommen, doch dann muss Buffy feststellen, dass Angel ebenfalls ein Vampir und bereits 240 Jahre alt ist. Als wäre das nicht schon schlimm genug, greift Darla Joyce an und lenkt den Verdacht auf Angel, woraufhin Buffy loszieht, um ihn zu pfählen…
►[Weitere Infos]◄ - Name der Serie: Buffy - Im Bann der Dämonen
- Titel der Folge: Blutige Küsse
- Laufzeit: ca. 45 Minuten
- FSK: ab 16 Jahren
- Produktionsfirma: 20th Century Fox
- Regie: Scott Brazil
- Buch: David Greenwalt
- Besetzung: Sara Michelle Gellar (Buffy), Anthony Stewart Head (Giles), Nicholas Brendon (Xander), Alyson Hannigan (Willow), Charisma Carpenter (Cordelia), David Boreanaz (Angel), Mark Metcalf (der Meister), Andrew J. Ferchland (der Gesalbte), Julie Benz (Darla), Kristine Sutherland (Joyce)
►[Meine Meinung]◄ Diese Folge beginnt mit einem Rückblick, was schon allein deshalb eine gute Idee ist, weil der Meister in der Folge davor gar nicht vorkommt. So weiß man gleich wieder was passiert ist und hat ebenso schnell wieder alle Charaktere vor Augen, wobei der von Mark Metcalf gelungen verkörperte Meister vor allem durch seine gruselige Aufmachung besticht. Hier haben die Maskenbildner ebenso ganze Arbeit geleistet wie bei den Drei, während mir Darlas Maske etwas zu dunkel vorkam. Jedenfalls kommt durch die Nennung der Drei als Hinrichtungskommando schon die erste Spannung auf, zumal keine weitere Erklärung zu ihnen erfolgt. Diese Erklärung wird sich für ihre mehr oder minder beeindruckende Einführung aufgespart, bei der eine Gruppe scheinbar hart gesottener Kerle vor ihnen die Flucht ergreift, nur weil die Drei auf sie zumarschieren. Wirklich klar werden ihre Fähigkeiten aber erst, als sie es tatsächlich fast schaffen, Buffy zu erledigen, was einen kleinen Schock für den Zuschauer bedeutet, da sie offenbar doch verwundbar ist.
Umso erstaunlicher ist es, dass der Meister keine Gnade gegenüber den Drei walten lässt, was aufgrund ihrer Stärke durchaus als Fehler gewertet werden kann, aber vor allem deutlich macht, wie herzlos er ist, da er auch noch mit ihrer Hoffnung spielt. Umso überraschender ist es, dass er am Ende der Folge einen Gefühlausbruch erlebt, weil einer seiner Vampire durch Angel getötet wird, was übrigens ziemlich überraschend kam, weil ich diesen Vampir für eine weitere Hauptperson gehalten hatte. Hier beweist Joss Whedon mal wieder seinen Sinn für überraschende Wendungen, der sich durch sämtliche Staffeln zieht. Erstaunlich ist natürlich auch, dass ausgerechnet ein Kind der Gesalbte ist, welcher dem Meister treu zur Seite steht, zumal dieses trotz seines geringen Alters schon allein durch die düstere Umgebung um den Meister gruselig wirkt, da er sich erstaunlich nahtlos einfügt. Letzteres spiegelt sich auch in seinen kindlichen, aber erschreckend harten Kommentaren wider, welche man Andrew J. Ferchland problemlos abkauft.
Am interessantesten an dieser Folge ist natürlich das Voranschreiten von Buffys Beziehung zu dem geheimnisvollen Angel, da sie viel Romantik und auch ein wenig Erotik versprüht. Hierbei wird durch Buffys für einen Teenager typische Schwärmerei auch gleich klar, dass sie eben nicht nur die Jägerin, sondern auch ein junges Mädchen mit entsprechenden Träumen und Wünschen ist. Dadurch wirkt sie besonders jung und verletzlich, sodass der Zuschauer zwangsläufig mit ihr fühlt, als sie seine wahre Identität entdeckt und sich nun darauf einstellen muss, dass er der Feind ist. Zwar war diese Identität für mich beim ersten Sehen dieser Folge keine Überraschung, da ich erst später in die Serie eingestiegen bin, aber Sarah Michelle Gellar schafft es dennoch, Buffys Verwirrung und Verletztheit deutlich zu machen. Umso mehr freut man sich also als herauskommt, dass er eine Seele hat und somit noch nicht alles verloren ist, auch wenn Buffys fast blindes Vertrauen schon etwas erstaunlich ist.
Doch bleiben wir bei Angel, der durch den in dieser Folge besonders gut aussehenden David Boreanaz nicht nur das passende Äußere, sondern auch den nötigen Hauch von Geheimnis und Coolness verliehen bekommt. Dies wird noch dadurch unterstützt, dass er durch die von Zigeunern verliehene Seele etwas Mystisches ausstrahlt und sein hohes Alter auf weitere Abenteuer und Geschichten hoffen lässt. Dennoch sind die Informationen aus seiner Vergangenheit durchaus erschreckend, zumal der Meister mit regelrechter Bewunderung über ihn spricht und Darla von ihren gemeinsamen Gräueltaten schwärmt. Abgesehen von ihrer Maske ist Darla mit Julie Benz übrigens sehr gut getroffen, da sie zwar einerseits gefährlich und gemein, aber durch ihr Äußeres trotzdem irgendwie süß erscheint - natürlich nur, bis sie ihr wahres Gesicht zeigt. Hieran wird mal wieder deutlich, dass man sich nicht allzu sehr auf Äußerlichkeiten verlassen sollte.
Trotz allem kommt auch der Humor in dieser Folge nicht zu kurz, für den vor allem die Charaktere zuständig sind: Während nämlich Xanders übertriebene Eifersucht ebenso lustig ist wie seine Trotteligkeit und Giles Unterschätzung von Buffys Fähigkeiten ihm eine Tracht Prügel beschert, bringt Buffy viele coole Sprüche in heiklen Situationen und Joyce beweist eine ziemlich erstaunliche Gutgläubigkeit, die mit einer fast drolligen Verwirrung einhergeht.
Außerdem wird auf Klassiker zurückgegriffen, wie z.B. das scheinbar verräterische Tagebuch zurückgegriffen, welches in diesem Falle Buffy gehört oder das Kleid, das zwei Mädchen zur gleichen Zeit tragen, was eine davon - in diesem Falle Cordelia - regelrecht zum Ausflippen bringt, wobei Cordelia mal wieder durch Arroganz besticht, obwohl sie in dieser Folge nur ein paar ganz kurze Auftritte hat. Nicht viel öfter ist Willow zu sehen, deren Naivität und Verliebtheit zum Herzerweichen sind. Keiner der Charaktere hätte besser besetzt werden können als es hier geschehen ist.
Nun muss ich aber unbedingt noch die Kammerjägerparty erwähnen, die im Bronze (der einzige Nachtklub Sunnydales) stattfand, weil ich die Idee ebenso verrückt wie lustig finde, da hier buchstäblich die Kakerlaken los sind und man für jede gefangene einen Gratisgetränk bekommt. Nebenbei spricht sie ganz klar für die Kreativität der Macher, obwohl sie die Bronze nichts von seiner Düsternis nimmt. Bei Düsternis fällt mir eine, dass die paar Kämpfe in dieser Folge von Kamera und Regie durchaus gut in Szene gesetzt sind, obwohl sie weitestgehend im Dunkeln stattfinden. Weniger gelungen ist die Synchronisation, was die Abstimmung von Sprache und Mundbewegungen angeht. Von den Texten her ist sie gerade noch so akzeptabel, obwohl ich das Gefühl habe, dass bei der Übersetzung der eine oder andere von Buffys Sprüchen an Coolness verloren hat. Interessant ist hieran auch, dass Schreie offenbar nicht synchronisiert werden, was ziemlich stark auffällt. Bleibt mir zu sagen, dass die abschließende Szene einen Vorgeschmack für die Beziehung zwischen Buffy und Angel darstellt, denn diese Liebe tut wirklich mehr als einmal weh.
►[Fazit]◄ Da mir diese Folge schon allein durch den Humor und das Voranschreiten der Beziehung zwischen Angel und Buffy sehr gut gefällt, vergebe ich schon mal eine klare Empfehlung, aber da Darlas Plan doch zu offensichtlich ist und die auch nicht alle technischen Details stimmen, vergebe ich "nur" vier Sterne.