Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
schöne Wäsche |
| Kontra: |
macht viel Arbeit |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Ich denke, dass ich eigentlich ein friedliches Kerlchen bin, aber es gibt immer noch Dinge, die wahre Hassgefühle in mir aufkommen lassen. Ganz besonders gut kann dies ein bis oben gefüllter Wäschekorb, dessen Inhalt nur so nach Bügeln schreit.
Man kann ja so einiges mit mir im Haushalt anstellen. Wenn ich zehn Bäder zu putzen hätte, würde ich die gegen einen Korb Bügelwäsche eintauschen. Kochen auch abends um neun ist für mich eher ein Hobby, da ich mich dabei entspanne und gerne kreativ bin. Aber bügeln... das ist mir ein Graus, wobei ich noch nicht einmal genau sagen kann, warum. Mein Freund hilft immer fleißig mit im Haushalt, aber alles was Wäsche betrifft, mache ich dann doch selber, einerseits aus eigenem Interesse (wehe, wenn mir einer meine Lieblingsklamotten zu heiß wäscht oder bügelt...!), zum anderen haben wir uns das irgendwie so aufgeteilt und zur Ehrrettung meines Freundes muss ich sagen, dass er derweil andere Tätigkeiten erledigt. So viel erst mal zu unserer Gewaltenteilung!
Für alle Bügel-Hasser/innen hier ein paar Tipps, wie man sich diesen Sch...job etwas besser gestalten kann:
1. Richtig waschen ist schon mal ein guter Ansatz.
Wir haben keinen Wäschetrockner (da wir eine große Waschküche haben, habe ich das nie für nötig gefunden), daher sollte die Wäsche nicht allzu schnell geschleudert werden, da sie dann verstärkt zum Knittern neigt. Ich habe maximal 1.200 Umdrehungen im Schleudergang, wobei ich meist auf 1.000 runterfahre, das reicht dicke. Meine Schwägerin hat eine Mordsmaschine mit 1.600 Umdrehungen, allerdings macht dies bei ihr Sinn, weil die Wäsche dann gleich in den Trockner kommt. Die Waschmaschine sollte nicht zum Bersten überladen sein, da die Wäsche sonst nur zusammengeknäult in der Trommel liegt und nicht richtig durchgespült werden kann. Auch dies verstärkt die Falten der Wäsche. Unsere Waschmaschine verfügt außerdem über eine Funktion „Leichtes Bügeln“, die ich anfangs voller Hoffnung eingeschaltet habe, allerdings war das Resultat dürftig und ich habe herausgefunden, dass diese Funktion einen viel höheren Wasserverbrauch hat. So lange es keine Funktion „Sie müssen gar nicht mehr bügeln“ gibt, wasche ich ganz normal.
Auch das Aufhängen der Wäsche kann viel ausmachen; anstatt sie lieblos auf die Leine zu knäulen, sollte man sie möglichst glatt aufhängen.
2. Das Gewebe der Wäsche
Generell knittern Baumwolle, Leinen und Viskose stärker als Kunstfasern. Doch sind diese Stoffarten natürlich auch am gesündesten, da der Körper darin atmen kann. Zwar besitze ich auch einige Kleidungsstücke aus Mischgewebe, doch sind dies erstens keine Sommerkleider und zweitens überwiegt auch da der Anteil von natürlichen Fasern. Gerade bei Sommerklamotten gibt es schon teilweise trendige Blusen und T-Shirts in Seersucker-Optik; der ein oder die andere kennen dies sicher von Bettwäsche. Dies ist zwar Baumwollstoff, doch dieser ist von sich aus schon geknittert. Dies ist ein spezielles Muster, das man gar nicht glatt kriegen könnte. Zu lässiger Freizeitkleidung sieht das wirklich hübsch aus und man muss diese Kleidungsstücke wirklich nicht bügeln.
3. Eine halbwegs gemütliche Atmosphäre schaffen!
Ich bügele entweder im Wohnzimmer vor dem Fernseher oder in meinem Arbeitszimmer mit einer meiner Lieblings-CDs oder meinem Lieblingsradiosender im Hintergrund. Das macht die Sache zwar nur halbwegs erträglich (denn viel lieber würde ich mit meinem Lieblingssender im Hintergrund ein Buch lesen oder einen Brief schreiben...), aber man hat wenigstens noch eine angenehme Hintergrundbeschallung. Auch versuche ich, halbwegs auf meine Stimmung zu achten. Zwar habe ich nie wirklich Lust aufs Bügeln, doch gibt es Zeiten, in denen ich es mir eher vorstellen kann und diese nutze ich dann auch sofort, bevor meine Vorstellungskraft wieder versiegt.
4. Das richtige Arbeitsgerät.
Das Bügelbrett sollte in optimale Höhe eingestellt werden, um Rückenschmerzen zu vermeiden. Stellt man es zu tief ein, wird sich das Kreuz beschweren, stellt man es zu hoch, geht es auf die Schultern. Ich bügele im Stehen, wobei es natürlich auch Bügelhocker gibt. Das Bügelbrett muss selbstverständlich auch im Sitzen optimal an den Benutzer angepasst sein. Immer, wenn Ihr Schmerzen im Rückenbereich habt, ist irgend etwas verkehrt!
Was das Bügeleisen betrifft, so greife ich ganz klar zum Dampfbügeleisen. Teilweise nehme ich zur Verstärkung noch eine Blumenspritze mit Wasser zur Hilfe. Auch Bügelsprays und Bügelhilfen, die man schon direkt zur Wäsche in die Maschine gibt, habe ich schon ausprobiert, aber da ging es mir ähnlich wie mit dem „Leichter Bügeln“-Waschgang bei der Waschmaschine: So spürbar, dass sich das für mich lohnt, waren die Ergebnisse mit solchen angeblichen Bügelhilfen nicht.
5. Die Einstellung des Bügeleisens
Es versteht sich von selbst, dass man die Temperatur des Bügeleisens dem Gewebe des Stoffes anpassen muss. Wenn man sich dieser nicht ganz sicher ist, sollte man ruhig erst mal an einer kleinen Stoffecke testen. Blockiert das Bügeleisen und rutscht nicht fließend über den Stoff, muss die Temperatur zurückgefahren werden. Wird die Wäsche nicht richtig glatt, ist die Temperatur zu niedrig. Achtung auch bei bunten Aufdrucken, so z.B. bei T-Shirts. Auch wenn das T-Shirt an sich 100 % Baumwolle ist und die höchste Stufe vertragen könnte, sind solche Aufdrucke meist aus kunststoffartigem Material und können sich verfärben, ganz abgehen oder verwischen. Außerdem machen sie dabei die Fläche des Bügeleisens kaputt, wenn der Druck daran hängen bleibt.
6. Der Bügelvorgang
Nun ja, dass man beim Bügeln das Eisen auf dem betreffenden Wäschestück hin- und herbewegt, betone ich jetzt nicht extra! Außerdem wird da jeder so seine eigene Technik haben. Ich bügele zuerst immer die Oberteile, da diese mir am unsympatischsten sind und ich mich wie ein Schneekönig freue, wenn ich diesen Part hinter mir habe. Das gibt mir psychologisch das Gefühl, Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Bei Oberteilen bügele ich immer zuerst die Ärmel und den Kragen (falls vorhanden), dann geht’s an den Rest, und all dies jeweils für Vorder- und Rückseite des Kleidungsstückes. Einen extra Aufsatz zum Bügeln von Hemdenärmeln hatte ich mal, aber irgendwie kam ich mit dem Ding nicht klar, so dass ich auch Ärmel ganz normal auf der Fläche des Bügelbrettes bügele. Die Wäschestücke sollten glatt auf dem Bügelbrett aufliegen, denn nichts ist fieser als selbst eingebügelte Falten. Die kriegt man dann nur noch schwer weg.
6. Gefahren
Ein Bügeleisen ist heiß, logo. Abgesehen von der eigenen Vorsicht sollte man kleine Kinder und/oder Haustiere nicht unbeaufsichtigt im Bügelzimmer lassen. Wenn ich im Wohnzimmer bügele, werden unsere Wellensittiche immer in den Käfig gesperrt, weil sie in ihrem Eifer immer auf allem landen, was in meiner Nähe ist und ich ihnen durchaus zutraue, dass sie sich aufs Bügeleisen setzen wollen. Diese Art von Brathähnchen wäre mir dann nicht so recht! Selbstverständlich sollte man auch nicht das Bügeleisen unbeaufsichtigt auf dem Stoff stehen lassen, sondern bei Unterbrechungen (z.B. Telefon) das Bügeleisen immer auf den seitlichen Rost am Bügelbrett stellen, den Stecker ziehen und die Dampffunktion ausschalten.
7. Allgemeines
Das Bügeln wird natürlich umso aufwendiger, je mehr Personen im Haushalt leben. Mit unseren zwei Wenigkeiten geht es noch relativ schnell über die Bühne. Ich wasche pro Woche eine Maschine Wäsche (dunkel und hell im Wechsel), so dass ich mit ca. einer Stunde Bügelzeit pro Woche auskomme. Fleißige Familienmütter werden sich wundern, dass ich mich über dies Bisschen aufrege, aber sorry Mädels, ich mag’s einfach nicht.
Besondere Anforderungen stellte der letzte Sommer an die Büglerinnen und Bügler, denn bei 32°C in der Wohnung hatte man nicht zwingend Lust auf den aufsteigenden Dampf aus dem Bügeleisen. Da lohnte es sich durchaus, einmal samstags um 5:30 Uhr aufzustehen und bei offenem Fenster zwei Stunden zu bügeln (ich hatte nämlich die Wäsche in der Hoffnung auf kühlere Temperaturen über zwei Wochen gehortet, dann war es natürlich richtig viel). Nachmittags wurde dann Siesta gehalten, da man ohnehin nicht vor die Tür konnte.
Ich hoffe, ich konnte Euch das Bügeln etwas erleichtern und falls nicht, dann denkt daran, dass es weltweit Millionen Leidensgenossen gibt!
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17.11.2000
(15.10.2003)
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