Die Afghanen lassen wieder ihre Drachen steigen

5  30.10.2008 (05.11.2008)

Pro:
nicht

Kontra:
alles

Empfehlenswert: Ja 

straus07

Über sich: Ich habe noch einige interessante UHB , die noch Bewertungen und Kommentare brauchen.

Mitglied seit:10.10.2002

Erfahrungsberichte:553

Vertrauende:115

Diesen Bericht teilen auf Google+
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 102 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Eigentlich könnte der Bericht noch einige Lesungen gebrauchen, deshalb habe ich ihm wieder nach vorn geholt.


Täglich ist eine Meldung aus Afghanistan in unseren Medien und selten ist eine dabei, die etwas Positives berichtet, sieht man von den "Begründungen für unser deutsches Engagement " ab. Unsere Bundeswehr hat nun schon ihr 30 Totesopfer im Auslandseinsatz und erstmalig sprach unser Verteidigungsminister von " Gefallenen". Soll die Bundeswehr in Afghanistan bleiben ist die Frage. Meine Antwort ist ein klares nein ohne wenn und aber.

Kommen wir aber erst einmal zu den Land, um das es hier geht.

Afghanistan ist ein Vielvölkerstaat, der an Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, die Volksrepublik China und Pakistan grenzt und 655 000 km² umfasst.
Durch seine Lage hat das Land militär-strategische Bedeutung unweit der Volksrepublik China, Russland und Indien und auch Pakistan und der Iran sind nicht ohne Bedeutung, wenn es um Ausgangspositionen um Macht, Einfluss und Rohstoffe, die Neuaufteilung der Welt und den Platz an der Sonne geht.
Obwohl noch wenig ausgebeutet, gibt es reiche Bodenschätze wie Kupfer, Blei, Eisen, Erdöl, Chrom, Kohle, Salz, Marmor, Schwefel, Glimmer, Rohasbest, Lapislazuli (blauer Edelstein), Gold u.a..
Unter diesen Gesichtspunkt handeln die USA und die Nato und natürlich verteidigt das neue Deutschland auch ihre ureigensten Interessen am Hindukusch.
Auch die Sowjetunion hatte Afghanistan im Auge, obwohl nie so offiziell verkündet ,schrieben russisch-sowjetische Militärstrategen und Marineexperten seit grauen Urzeiten vom Recht und der Notwendigkeit der Schaffung des Zugangs zu den Weltmeeren für Russland.
In allen Kriegen seit dem Moskauer Rus (etwas scherzhaft gemeint) ging es in Richtung Schwarzes Meer, Baltisches Meer ( Ostsee), Nordmeer, Pazifik und letztendlich auch in Richtung Indischer Ozean.
Auch im 2. Weltkrieg lies man die Meere nicht außer acht und versuchte sich in Richtung Mittelmeer (Dardanellen), Indischen Ozean (Iran) und Nordsee/Atlantik ( Bornholm, Nordnorwegen) auszuweiten, wenn auch ohne Erfolg.
Und so war die sowjetische Expansion in Afghanistan letztendlich ein Schritt auf den Weg über Pakistan ,später im Kalkül, sich in Richtung Indischer Ozean auszudehnen.

Etwas zur Geschichte des Landes:

Im Altertum und Mittelalter stand das heutige Territorium unter der Herrschaft der Perser, Griechen, Kuschan, Sassaniden, Araber, Türken und Mongolen.
Um 700 erfolgte die Übernahme des Islam. 1839/42 und 1878/81 fanden Unabhängigkeitskriege gegen Großbritannien statt, die letztendlich zur Vorherrschaft der Briten führte, gleichzeitig aber russische Interessen berücksichtigten musste.
Der Paschtune Ahmad Schah Durrani begründete im Jahr 1747 ein selbständiges Königreich, das als Vorgänger des modernen Staates Afghanistan betrachtet werden kann.
Er gilt als der Begründer Afghanistans. Sein Reich zerbrach schon bald wieder an inneren Streitigkeiten und Einmischungen von außen.
Der Name "Afghanistan" wurde erst im 19. Jahrhundert eingeführt und erst 1919 als Staatsname etabliert.
Sein Territorium wurde mit dem Lineal der interessierten Mächte am Kartentisch festgelegt und vereinte und trennte Völkerschaften, Stämmen und andere Gruppierungen.
Der dritte Anglo-Afghanische-Krieg im Mai 1919 führte zum Vertrag von Rawalpindi und am 8. August 1919 zur Anerkennung Afghanistans als souveränen und unabhängigen Staat durch Großbritannien.
Schon am 27.05.1919 hatte Sowjetrussland Afghanistan als souveränen Staat anerkannt.
1921 wurde mit Sowjetrussland ein Freundschaftsvertrag abgeschlossen und diplomatische Beziehungen aufgenommen, 1926 folgte ein Nichtangriffspakt.
Bedeutende materielle und finanzielle Hilfe der Sowjetunion und die beiderseitige Annäherung sowie erste Reformen im Land rief reaktionäre Kräfte auf den Plan, die den bisherigen König stürzten und ins Exil trieben.
Sein Nachfolger wurde 1933 ermordet
Seit 1933 bestand mit Mohammed Sahir Schah (Baraksai) ein konstitutionelles Königreich, 1973 wurde das Land Republik.

Afghanistan und die Deutschen:

Deutsche Medien wollen uns ab und an einreden, das die Deutschen traditionell einen guten Ruf in dem Land haben.
Sicher ist da was dran, Ursache dafür ist aber nicht das " deutsche Wesen", sondern die Tatsache, das die Feinde meiner Feinde, meine Freunde sind und so versuchten einflussreiche deutsche Kreise schon vor dem ersten Weltkrieg Einfluss auf die afghanische Politik zu nehmen.

Wegen seiner strategischen Lage, vor allem zu Britisch-Indien, wurde Afghanistan fester Bestandteil der Außen- und Militärpolitik des deutschen Kaiserreiches.
Mit der Hentig/Niedermayer-Expedition 1914/15 nach Afghanistan, deren Ziel es war, Afghanistan auf Seiten Deutschlands gegen Britisch-Indien in den Ersten Weltkrieg einzubeziehen, wurden Bedingungen für die weiteren Beziehungen zwischen Afghanistan und Deutschland geschaffen.
Trotz deutschen Drucks blieb das Land aber im 1. Weltkrieg selbst neutral.

Auch die Weimarer Republik setzte die traditionelle Politik am Hindikusch fort. Der Freundschaftsvertrag von 1926 war nur die völkerrechtliche Bestätigung der bereits 1923 mit der Gründung der "Deutsch-Orientalischen Handelsgesellschaft" (seit 1925 Deutsch-Afghanische Compagnie AG) angebahnten Wirtschaftsbeziehungen.
Die Visite König Amanullahs in Berlin 1928 vertiefte die Wirtschaftsbeziehungen und machten Deutschland zum wichtigsten Handelspartner.

Wie schon im 1. Weltkrieg war Afghanistan seiner geostrategischen Lage an der Grenze zur UdSSR und zu Indien fester Bestandteil der militärischen Konzeption Deutschlands im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs.
In Vorbereitung auf den 2. Weltkrieg gewann Hitlerdeutschland stärkeren Einfluss auf das Land, es erhielt u.a. Anleihen zum Ankauf von Waffen und Kriegsmaterial aus Deutschland.
Trotzdem verhielt sich das Land im 2. Weltkrieg neutral und löste sich unter dem Eindruck der deutschen Niederlage bei Stalingrad aus der deutschen Umklammerung.
Das bedeutete aber nicht, das sich Gruppierungen von Afghanen nicht an kriegerischen Handlungen gegen das britische Indien oder die Sowjetunion beteiligten.

Die Zusammenarbeit setzte sich auch nach dem 2. Weltkrieg fort. Siemens-Schuckert erhielt als erste deutsche Firma einen Großauftrag zur Fertigstellung des bereits vor dem Krieg begonnenen Wasserkraftwerks Sarubi .
Den ersten Handelskredit vergab die BRD
1950, daraufhin wurde 1951 die afghanische Handelsvertretung in München gegründet. Ende 1954 wurden die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern wieder aufgenommen.

Geschichte dieser deutsch-afghanischen Beziehungen harrt noch ihrer wissenschaftlichen Beschreibung" und es ist schon erstaunlich, dass sich bisher niemand an dieses Thema ernsthaft rangemacht hat. Es scheint auch niemand daran Interesse zu haben, erfolgte doch vieles im Verborgen und mögliche Dokumente befinden sich in bundesdeutscher Hand.

Afghanistan und die Sowjetunion:

Wie schon geschildert, versuchte das zaristische Russland und die Sowjetunion in Richtung Afghanistan zu expandieren und Einfluss zu gewinnen.
Mehr oder weniger gelang es auch in dieser Region am Rande des russischen Imperiums wohlwollendes Verhalten und nützliche Zusammenarbeit zu realisieren.
Nach der Übernahme der Macht durch die kommunistische Demokratische Volkspartei Afghanistans (DVPA) unter Nur Muhammad Taraki am 27. April 1978 betrieb diese eine Annäherung an den Ostblock, um die gesellschaftliche Umgestaltung (Bildungsprogramm, Bodenreform etc.) voranzutreiben.
Insbesondere die Säkularisierung sowie die Vertreibung ehemals privilegierter Gruppen führte zu einem breiten Widerstand und zum Bürgerkrieg, der von der CIA unterstützt wurde.
Fraktionskämpfe und Auseinandersetzungen innerhalb der herrschenden Kreise schwächten die DVPA und führten zum Chaos.
Am 25. Dezember 1979 marschierten sowjetische Truppen " zur Hilfe" ihrer Gesinnungsgenossen in Afghanistan ein.
Die Besetzung wurde umgehend von den westlichen und den islamischen Staaten verurteilt und offen und verdeckt wurde der Widerstand gegen die Sowjets finanziert und organisiert.
Der Krieg wurde von beiden Seiten rücksichtslos und grausam mit vielen Opfern geführt
Den sowjetischen und afghanischen Regierungstruppen gelang es trotz militärischer Überlegenheit und Lufthoheit nicht, den Widerstand der Mudschaheddin zu brechen. Zwar konnten sie schnell wichtige Städte und Straßen besetzten, über Gebiete außerhalb der großen Städte hatten sie jedoch keine Kontrolle. Die sowjetische Führung kam zu der Einsicht, dass der Krieg nicht zu gewinnen war und suchte nach einem Weg, die Truppen aus dem Land abzuziehen. Man war dabei, sich tot zusiegen.
Schließlich zogen die sowjetischen Truppen zwischen dem 15. Mai 1988 und 15. Februar 1989 endgültig ab. Afghanistan hatte zwischen 1 und 1,5 Millionen Tote zu beklagen, fünf Millionen Menschen waren wegen des Krieges aus dem Land geflohen.
Auf sowjetischer Seite starben in den knapp zehn Jahren der Intervention etwa 15.000 Soldaten. Weitere Zehntausende wurden verwundet beziehungsweise gesundheitlich und psychisch für ihr Leben gezeichnet.
Was folgte war Hunger, Chaos, Terror und Reaktion verkörpert durch das Taliban- Regime.
Unter diesen Bedingungen war Afghanistan für den Westen wertlos und die "jahrelangen Investitionen " ohne Erfolg.
Man musste sich etwas einfallen lassen und so kam der 11. September gerade richtig um das Land zu"befrieden und wieder beherrschbar" zu machen.

Warum ist die " internationale Völkerfamilie in Afghanistan " aktiv ( aus offiziellen Dokumenten der Bundesrepublik Deutschland im Internet).

Warum sind wir in Afghanistan?

Die internationale Gemeinschaft hat in Afghanistan interveniert, um die Gewaltherrschaft der Taliban zu beenden.
Die Machthaber hatten das Land zu einer Drehscheibe des internationalen Terrorismus gemacht: Die Anschläge vom 11. September 2001 sind in Afghanistan geplant worden.
Das damalige Regime hat Menschenrechte in schlimmster Art und Weise missachtet. Hinrichtungen wurden als öffentliches Spektakel inszeniert.
Im täglichen Leben wurden die Bürger gegängelt und drangsaliert. Frauen und Mädchen hatten praktisch keinen Zugang zu Bildung, Berufen oder medizinischer Versorgung.
Selbst alltägliche Vergnügungen waren untersagt: der Volkssport des Drachensteigens war verpönt und das Hören von Musik verboten.
Afghanistans geographische Lage war immer Fluch und Chance zugleich - eine Drehscheibe zwischen Russland im Norden und dem Indischen Subkontinent im Süden, zwischen Iran im Westen und China im Osten. Wir unterstützen Afghanistan dabei, ein Stabilitätsfaktor in dieser schwierigen Region zu werden.

Was haben wir versprochen?

Es geht nicht darum, Afghanistan unsere eigenen Maßstäbe überzustülpen.
Das Land muss seinen eigenen Weg gehen.
Doch wir müssen den Afghanen so lange helfen, bis sie selbst in der Lage sind, das Land nach ihren eigenen Vorstellungen friedlich weiterzuentwickeln.
Dazu haben wir zusammen mit der afghanischen Regierung und der internationalen Gemeinschaft messbare Ziele für die Bereiche Sicherheit, Rechtsstaat und wirtschaftliche Entwicklung festgelegt.
Was haben wir erreicht?
Seit dem Ende der Taliban-Herrschaft im Jahr 2001 haben wir schon große Fortschritte gemacht: Über sechs Millionen Jungen und Mädchen gehen wieder zur Schule.
Die Wirtschaft wächst, die Märkte funktionieren. Die medizinische Versorgung hat sich stark verbessert, die Kindersterblichkeit ist gesunken.
Doch für viele Afghanen vollzieht sich der Wiederaufbau nicht rasch genug. In Teilen des Landes finden sich wieder Kräfte zusammen, welche die Menschen in religiös verbrämter Unfreiheit verharren lassen wollen.
Die Terroristen ermorden regierungstreue Beamte, Lehrer, Ärzte und Sicherheitsbeamte.
Sie wollen durch ihre Aktionen die Bevölkerung einschüchtern und die Handlungsfähigkeit der Regierung einschränken.
Mit Anschlägen gegen Ausländer versuchen sie gezielt, unsere Unterstützung für den Einsatz in Afghanistan zu untergraben.
Sie wollen von Afghanistan aus den Terror wieder in die Welt und auch zu uns tragen. Dies darf ihnen nicht gelingen.

Wie lange müssen wir noch bleiben?

Wir werden so lange bleiben, bis sichergestellt ist, dass Afghanistan nicht mehr zu einem Land werden kann, aus dem uns Gefahr droht. Deshalb unterstützt die internationale Gemeinschaft den zivilen Wiederaufbau.
Sie hilft Afghanistan dabei, mit seinen Nachbarn eng zu kooperieren und so Stabilität in der Region zu schaffen.
Und sie arbeitet daran, die afghanischen Sicherheitskräfte in die Lage zu versetzen, eines Tages selbst für die Sicherheit im Land zu sorgen.
Deutschland engagiert sich besonders im Aufbau einer zivilen Polizei, die effizient arbeitet und der die Bürger Afghanistans vertrauen.
Soldaten allein können keinen Frieden bringen.
Doch der militärische Einsatz dient dem Wiederaufbau.
Die Soldaten stabilisieren die Lage und schützen zivile Helfer. Natürlich werden wir auch weiterhin ständig überprüfen, ob wir die richtige Mischung aus zivilen Projekten und notwendiger militärischer Absicherung haben.
Die Menschen in Afghanistan haben die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Die demokratisch gewählte Regierung arbeitet hart an diesem Ziel - wir unterstützen sie dabei.
Der Wiederaufbau verlangt viel: Engagement, Augenmaß und Geduld.
Doch der Einsatz lohnt
Wer das alles glaubt wird selig und kommt bestimmt in den Himmel.

Andere Meldungen sagen anderes: (aus dem Internet)

Nach einem UN-Bericht zur Gewalt in Afghanistan hat die Gewalt in diesem Jahr um fast 30 Prozent zugenommen. Die Zahl der Gewalttaten stieg auf durchschnittlich 550 pro Monat gegenüber 425 im Jahr 2006.
Dabei haben die Terroristen vor allem Soldaten und Sicherheitskräfte im Visier: Drei Viertel der Selbstmordanschläge richteten sich gegen die afghanische Armee und ausländische Truppen
Seit Beginn der ISAF-Beteiligung Deutschlands in Afghanistan sind in dem Krisengebiet bisher 21 deutsche Bundeswehrangehörige ums Leben gekommen - bei Anschlägen und bei Unfällen.
In den letzten Wochen ging es ja lustig weiter und Fragen nach Sinn des Afghanistaneinsatzes beschäftigen große Teile unseres Volkes.

5086 - die diesjährige Opferzahl markiert den Höchststand seit dem Einmarsch der US-Armee in Afghanistan vor knapp sechs Jahren. 2006 waren noch 4019 Menschen ums Leben gekommen.
Bei einem Selbstmordanschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul starben allein gestern 13 Menschen, darunter vier Kinder.
Der Attentäter sprengte einen Polizeibus in die Luft.
Bei wachsendem Widerstand ist damit zu rechnen, dass unsere amerikanischen Freunde bald in sowjetische Opferzahlengrößen vordringen.
Wie das die Herrschenden in den USA ihrem Volk erklären wollen ist mir schleierhaft und auch Obamas Aufruf in Berlin "andere an die Front" löst das Problem auch nicht.

Afghanistan ist auch Testfeld für neue Methoden der Kriegsführung

Bevor der große Krieg beginnt, testet man bei solchen "demokratischen Einsätzen" unter der Flagge der UNO oder früher des Völkerbundes Waffen, Technik und militärische Verfahren. So hat die Naziluftwaffe im Spanienkrieg die Stadt Guernica bombardiert und Erfahrungen gesammelt für die Bombardierung europäischer Städte, insbesondere in England.
Verwundert und empört, teilweise heute noch, war man nur später über die " Terrorangriffe" angloamerikanischer Bomberverbände auf deutsche Städte.
Heute testen ISAF -Soldaten neue Verfahren zur Minenaufklärung im Gelände, wie der ehemalige Fallschirmjäger Achim Wohlgethan in seinem Buch "Endstation Kabul" schreibt:
" Ich wurde nun Augenzeuge, wie ISAF-Soldaten sehr unkonventionell testeten, ob das Gelände an dieser Stelle vermint war- und zwar mit Äpfeln! Dazu winkten die Soldaten die vielen Kinder heran, die auf dem Schießplatz leere Messinghülsen sammelten, weil diese bares Geld wert waren. Dann griffen die Soldaten hinter sich in eine Kiste mit Äpfeln, hielten sie den Kindern vor die Nase und schmissen sie ins Gelände. Dann warteten sie ab, was passierte. Wenn die Kinder losliefen und es keinen Knall gab, wurde dieses Feld als geklärt und unvermint betrachtet ".
Da kann man nur sagen " guter Einfall ", vor allen preiswert und effektiv.
Aber auch unsere tapferen deutschen Helden sorgten wiederholt für Aufsehen u. a als einige Landser gefundene Totenschädel zum Fußballspielen verwendeten. Man sollte sich nicht wundern, wenn solche Aktionen Gegenreaktionen auslösen, die auch außerhalb Afghanistans zur Wirkung kommen.


Tapfere Helden brauchen auch Heldenorden.

Immer, wenn Deutsche in den letzten Jahrhunderten in den Krieg zogen, stifteten sie vorher ihr Blech für die tapferen Helden.
1813 wurde das Eiserne Kreuz durch den Preußenkönig für die Tapferen im Kampf gegen Napoleon zu recht gestiftet.
1870, 1914 und 1939 erfolgten die Neustiftungen, immer kurz vor Kriegsausbruch.
Millionenfach wurde das Heldenblech verliehen, einige überlebten, anderen erhielten ihr Kreuz aufs Grab gesetzt, wenn man noch etwas für das Grab haben sollte.
Just in diesen Tagen wird wieder über die Stiftung eines Tapferkeitsordens in der Traditionslinie des "Eisernen Kreuzes" in Deutschland nachgedacht.
Stehen wir wieder vor einem Krieg oder sind wir schon mitten drin?
Bisher war es ja nur eine Befriedungsmission, eine Polizeiaktion, eine Hilfsaktion aber nie Krieg bis vor wenigen Tagen der Verteidigungsminister bei der Trauerfeier für die letzten zwei Bundeswehropfer von "Gefallenen" sprach, Gefallene gibt es aber nur im Krieg!

Als ob Afghanistan nicht reicht?

Heute (30.10.2008) las ich in meiner Heimatzeitung, das der Nachbar Pakistan vor einen Staatsbankrott steht und schnelle Hilfe durch den Westen erforderlich ist.
Dazu hat sich auf deutscher Initiative bei der UNO in New York eine Staatengruppe " Freunde für ein demokratisches Pakistan" gebildet. Wie "...zuverlässig der jetzige Präsident Zardari ist, dessen Lebenslauf von Korruptionsvorwürfen und Gefängnisaufenthalten geprägt ist ... " (Zeitungsjargon), wird die Zukunft zeigen.
Und weiter geht es:" Wir wissen um die Bedeutung Pakistans für Sicherheit und Stabilität in der gesamten Region... Den die Perspektive des deutschen Engagements in Afghanistan hängt wesentlich davon ab, ob die Stabilisierung des Frontstaates im Anti- Terror- Kampf gelingt. 2500 Kilometer lang ist die pakistanische Grenze zu Afghanistan und die Stammesgebiete im Nordwesten Pakistans gelten als Rückzugsgebiet der afghanischen Taliban. "
Was wird, wenn sich der Präsident unzuverlässig zeigt.
Wird man dann, die " Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln" betreiben und die Heere weiterziehen lassen.

Das Thema Iran ist auch noch nicht abgeschlossen und ob der neue Präsident in den USA die Pläne gegen den Iran aufgibt, ist nicht zu erwarten.

Oder will man sich jetzt mit Syrien anlegen, der amerikanische Luftüberfall auf den Nachbarstaat, lässt nichts Gutes für die Region erwarten.

Kommen wir zu einem Fazit:

Der Krieg in Afghanistan ist politisch falsch, moralisch schädlich und militärisch nicht zu gewinnen.
Alles Gerede von Bündnisfall, Kampf gegen den Terror, Hilfe und Demokratie für die Afghanen u.a. ist der propagandistische Nebel, der die Macht- und Expansionsgelüste in diesem strategischen Raum sowie die wirtschaftlichen Interessen der beteiligten Mächte, insbesondere der USA verhüllen sollen.
Aggressive Handlungen gegen andere Staaten verstoßen gegen das Völkerrecht und sind unmoralisch.
Die alte Regel gilt immer noch, wer Wind sät, wird Sturm ernten, der sich bis zum Orkan ausweiten kann.
Ständig gibt es Meldungen, das sich der "Terror" gegen die Besatzer verstärkt und der Widerstand wächst. Ständig steigend sind auch die Grabkreuze und es ist nur eine Frage der Zeit, wenn die beteiligten Völker es satt haben, immer wieder ihre gefallenen Helden zu beweinen.
In Deutschland sollen um die 70- 80 % der Bevölkerung den Krieg in Afghanistan ablehnen und die Heimkehr unserer Soldaten wünschen.
Ich persönlich lehne den Einsatz deutscher Truppen im Ausland ohne jedes wenn und aber ab.
Notwendig ist es unseren Verantwortlichen auf die Hände und nicht auf Maul zu schauen.
In diesem Sinne danke ich allen, die bis hierher gelesen haben und ran ans bewerten und kommentieren.

Diesen Bericht teilen auf Google+
Sponsorenlinks
Ihre Bewertung dieses Erfahrungsberichtes

Wie hilfreich ist dieser Erfahrungsbericht für Ihre (Kauf-)Entscheidung?

Bewertungsrichtlinien

Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
quacky4321

quacky4321

29.04.2013 18:24

....

Hedwig_2010

Hedwig_2010

30.03.2012 19:20

Stimme Dir zu

Ciaobock

Ciaobock

15.04.2010 23:32

Eigentlich wollte ich ja nie wieder im CIAO Café lesen aber diesen Bericht musste ich lesen und auch bewerten und ich ziehe mal wieder den Hut vor Dir (wie früher schon einmal unter dem Namen "Almstedt") und vergebe gerne eines meiner seltenen BHs. LG, Bernd "Ciaobock" Almstedt

Eigenen Kommentar schreiben

max. 2000 Zeichen

  Kommentar abschicken


Bewertungen
Dieser Erfahrungsbericht wurde bislang 1795 mal gelesen und von Mitgliedern wie folgt bewertet:

"besonders hilfreich" von (24%):
  1. Ciaobock
  2. Pasibaumi
  3. jasmin0815
und weiteren 21 Mitgliedern

"sehr hilfreich" von (75%):
  1. quacky4321
  2. Hedwig_2010
  3. DamarisAnklam
und weiteren 74 Mitgliedern

"hilfreich" von (1%):
  1. BranVan

Informationen zur Berechnung der Gesamtbewertung.