Bürgergeld

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Bürgergeld! Ich bin ja meist so ein lustiger Vogel, immer einen Gag oder einen lockeren Spruch auf den Lippen, nur manchmal wenn ich das deutsche Sozialsystem betrachte, kann mir manchmal das brechen kommen. Vorneweg, ich bin da etwas sozial eingestellt, spende ab und an für Sachen die ... Bericht lesen





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Erfahrungsbericht von sandwarrior über Bürgergeld
29.07.2007


Produktbewertung des Autors:   


Pro: bedingsloses Bürgergeld für alle, Bürokratieabbau, mehr Arbeitsplätze
Kontra: muss noch einiges überarbeitet werden

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Bürgergeld!

Ich bin ja meist so ein lustiger Vogel, immer einen Gag oder einen lockeren Spruch auf den Lippen, nur manchmal wenn ich das deutsche Sozialsystem betrachte, kann mir manchmal das brechen kommen.
Vorneweg, ich bin da etwas sozial eingestellt, spende ab und an für Sachen die mich überzeugen, kaufe viele Sachen bei der Lebenshilfe und so was, will ich aber nicht näher erläutern und ich habe einige in der Verwandtschaft die von Hartz 4 leben und kenne etliche die am Existenzminimum rumkrepeln.
Von den ganzen Parteien kann mich so richtig keine überzeugen, denn es geht da meist nur um Wahl gewinnen und Machterhalt, den Blick für die wirklichen Probleme dürften viele, wenn auch nicht alle verloren zu haben, Parteisoldaten mucken da nicht auf.

Habe ich wohl schon mal erwähnt, ich bin eigentlich ein Befürworter von Hartz4, denn im Ansatz finde ich eine Grundsicherung für "Bedürftige" absolut richtig, nur die Umsetzung wurde schlecht durchdacht und übers Knie gebrochen, in grenzenlosem Dilettantismus wurden Argen und ähnliche Gebilde aus dem Boden gestampft, ungeschulte Mitarbeiter reingeschubst, die auch noch unterschiedlich bezahlt werden, Softwarepannen und Formularflut. Nun so was spielt sich ein, dachte man sich, was mich aber vor allem anstinkt ist die unglaubliche Menschenverachtung, die in diesem System steckt, als ob jemand der da reinrutscht auf einmal völlig unmündig ist sein Leben zu meistern.
Und da rutscht man ganz schnell rein, eine Krankheit, unerwarteter Jobverlust, ein unvermittelbares Alter, also 30+, denn nach einem Jahr Arbeitslosengeld ist man da drin.
Toll, wenn man sich in guten Zeiten ein eigenes Heim errichtete und nun alles was man sich erbaut hat verliert und sich bis aufs Hemd nackig machen muss vor einer Behörde die da streng nach Gesetz das Sozialgesetzbuch 2 umsetzen muss, die Mitarbeiter können nix dafür, ist aber menschenverachtend, wenn man Zahnbürsten kontrolliert oder ähnlichen Unsinn.

Da hat mich ein Konzept überzeugt, was ich heute mal zur Diskussion stellen möchte.

Bürgergeld!

Grundgedanke! Jeder bekommt ein Bürgergeld, ein Bedingungsloses Grundeinkommen.
Die Zahlen sind erst mal nur ein Grundgerüst und diskussionsbedürftig und ich habe auch nicht auf den Cent alles durchgerechnet, also erschlagt mich nicht.

Das große Bürgergeld: 800 € für jeden dazuverdienten Euro 50% Steuern.
Das kleine Bürgergeld 400 € dann 25 % Steuern.
Kinder 500 €
Rentner 600 € zusätzlich zum Bürgergeld
Für Besondere Lebenslagen wie Behinderte und Bedürftige sollen extra Festlegungen getroffen werden, ist noch nicht endgültig festgelegt.

Abgezogen wird von jedem Bürgergeld 200 € pauschal für eine Grundsicherung an Krankenversicherung.

Arbeitgeber zahlen eine 25%ige Pauschale auf den Lohn in das System.

Diese Variante wird z.b. von Herrn Althaus Ministerpräsident in Thüringen bevorzugt.
Parteipolitisch hat sich das die FDP vor Jahren schon auf die Fahnen geschrieben und es finden sich Befürworter in allen Parteien.
Was mich bei der FDP stört, ist das sie gleichzeitig den Kündigungsschutz kippen wollen, was ich nicht befürworten kann, denn schauen wir uns die Unternehmerkultur in Deutschland an, geprägt von reiner Raffgier und Profitsucht.
Nicht das ich Unternehmern keinen Profit gönnen würde, wer Risiko eingeht soll auch belohnt werden, aber manche profilieren sich als moderne Sklaventreibern, wer nicht die skandalösen Bedingungen annimmt kann ja gehen, es warten ja Hundert andere.
Arbeitsplätze werden nicht geschaffen, weil man jemanden braucht, sondern weil es Förderung gibt und nach der Förderzeit wird gefeuert und der nächste eingestellt.
Nun es sind nicht alle so, aber Kündigungsschutz finde ich zwingt manche zu einem gewissen Maß sozialer Verantwortung zwingen.

Im Gegenzug fallen alle bisherigen Sozialleistungen weg, mittlerweile schon 155, wie Kindergeld, Mietzuschuss und ähnliches.

Machen wir uns nix vor, das bisherige Sozialsystem ist veraltet, kaum noch finanzierbar und bürokratisch aufgebläht bis zum geht nicht mehr.
Außerdem traue ich vielen zu ihr Leben besser zu organisieren, als ein Staat das kann.

Vorzüge, die ich so sehe!

Es muss sich keiner mehr menschenverachtenden Fragen stellen um eine ihm zustehende Leistung zu bekommen!
Jeder ist wieder für seine Lebensplanung selbst verantwortlich, der Staat garantiert nur eine Grundsicherung, die im groben auf ALG2-Niveau basiert, denn die Summe hört sich erst mal viel an, aber viel mehr bleibt nicht über, wenn man alles bezahlt, aber man kann sich mal etwas Kultur leisten oder dem Kind mal einen Tierparkbesuch.
Jeder kann ohne große Nachweise dazuverdienen wie er will, ohne tausend Formulare ausfüllen zu müssen und irgendwelche willkürliche Grenzen zu überschreiten.
Immenser Bürokratieabbau, die Arbeitsagenturen könnten sich auf ihre Kernaufgabe, die Vermittlung von Arbeit konzentrieren!
Arbeit würde sich wieder lohnen, würde auch die Schwarzarbeit senken.
Menschenwürdige Grundsicherung für jeden ohne Nachweis, vor allem ohne jegliche Bedingung!
Es würden auch jene nicht durch den Rost fallen, die sich in dieser Ellenbogengesellschaft nicht durchsetzen können und viel verschenken, weil sie nicht wissen, was sie alles beantragen dürfen und können und ihnen vor allem zusteht.

Nachteile!
Als großen Kritikpunkt würde ich bei diesem System das Rentensystem sehen da muss es glaube ich Übergangslösungen finden um Altersarmut zu verhindern, wenn das System einmal funktioniert, kann jeder der Arbeit hat, etwas fürs Alter sparen, aber jene die bisher auf das System vertrauten sollten jene, wenn auch mickrige Rente behalten.
Das müsste man noch diskutieren, das überzeugt mich noch nicht total.

Finanzierung?
Kluge Leute halten das für finanzierbar, weil zum einen, der deutsche Staat schon einen grossteil der Sozialleistungen ausgibt und entgegen der Meinung einiger Pessimisten, der grossteil der Bevölkerung sich nicht mit diesen Leistungen zufrieden geben wird und dem Anreiz folgen würde eine, wenn auch geringfügig bezahlte Beschäftigung aufnehmen würde und darauf Steuern zahlen würde.
Denn bisher hat es sich doch gar nicht gelohnt arbeiten zu gehen, denn am Ende bleibt zu wenig übrig, wenn man geringfügig arbeitet, denn es wird angerechnet und mit der Stütze verrechnet, wenn will man damit hinterm Ofen vorlocken?
Schwarz einen Fuffi auf die Hand, da hat man mehr davon!
Ich glaube da ganz fest dran, das der größte Teil jener Menschen die staatliche Hilfe empfangen, mit Freude arbeiten gehen würde, auch wenn es nicht soviel ist, aber es sich lohnt, denn nur Politiker denken, das alle Sozialempfänger faule arbeitsscheue Schweine sind.
Sicher gibt es welche die sich mit dem Niveau begnügen und keinerlei Antrieb haben irgendwas zu machen um die Lebenssituation zu verbessern.
Götz Werner, seines Zeichens Chef, der als sozial von den Mitarbeitern eingestuften Drogeriekette Dm und Universitätsprofessor an der Uni Karlsruhe, wirbt für dieses Modell, wobei er ein Umschwenken der auf Besteuerung des Konsums und ein senken der Einkommenssteuer bevorzugt, eventuell durch Erhöhung der Mehrwertsteuer.
Ich halte es für finanzierbar, aber lassen wir die "Rechner" ran, ich denke funktioniert.
Würde vor allem auch die Lohnnebenkosten senken und somit hätte jeder mehr von seiner Arbeit, würde den Konsum ankurbeln und somit wieder Arbeitsplätze generieren, auch für geringen Lohn für einfache Dienstleistungen, würde es sich lohnen loszugehen.


Faule!?

Außer Zweifel steht, das es ein gerüttelt Maß an Sozialschmarotzern gibt, jene die sich auf Kosten der Gesellschaft die Sonne auf den Bauch scheinen lassen und sich einen pfeifen ob der Blödheit jener die malochen gehen um zu leben.
Nun wird besonders gerne die These verbreitet, das alle die eine staatliche Unterstützung benötigen, Schmarotzer seien und der Allgemeinheit nur auf der Tasche liegen, so was finde ich gelinde gesagt, Menschenverachtend, da werden pauschal alle kriminalisiert und stigmatisiert die ohne Schuld in Not geraten, vor allem weil die Bedingungen nicht stimmen, bei 40 % versteckter Arbeitslosigkeit in manchen Gegenden, der offiziellen geschönten Statistik wollen wir mal nicht glauben, ist es schlicht unmöglich etwas zu finden, was einen ernährt.
Sicher gibt es wie erwähnt Faule, aber der Mensch braucht für eine Lebensperspektive ein gewisses Maß an Grundsicherung eine Art Sicherheit nicht in ein tiefes Loch zu fallen.
Wenn man Sicherheit hat, kann man auch ein gewisses Maß an Kreativität und Leistungsfähigkeit hervorbringen.
Bisher wurde der Mensch von außen gelenkt, siehe Hartz 4 Gesetze.
Aber unter Zwang kann man keinen zum arbeiten bringen, vor allem wenn die Bedingungen nicht stimmen, wer soll denn losgehen, wenn er schikanöse Zuverdienstgrenzen einhalten muss und eine Flut von Anträgen ausfüllen muss um mal ein paar Euro mehr zu haben.
Ich kenne einige die 2 Jobs haben und trotzdem ALG 2 benötigen.
Arbeit muss sich wieder lohnen, auch geringfügige Beschäftigungen.
Jetzt kann man arbeiten, weil man will und nicht muss, denke da ist man einsatzbereiter und geht auch mal ein Risiko ein.
Ich schätze jedenfalls ein, das dieses System mehr Arbeitsplätze hervorbringt als bisherige Versuche die Arbeitslosenquote zu senken.

Was halte ich nun davon?
Ich denke das System ist sicher noch nicht ganz ausgewogen, aber geht in die richtige Richtung unser unausgewogenes Sozialsystem umzukrempeln, jeder hätte eine menschenwürdige Grundsicherung, die Krankenversicherung wäre auf einem Grundlevel abgesichert, so das keiner sterben muss, wer verdient kann sich zusätzlich absichern.
Keiner müsste sich mehr menschenverachtenden Fragen unterwerfen, ob er mit dem zurücklassen einer Zahnbürste eine Bedarfsgemeinschaft gegründet hat.
Es könnte jeder sich mal etwas Kultur gönnen, was heutzutage nicht mehr gegeben ist.
Was noch verbessert werden müsste wäre das Rentensystem und eine Möglichkeit für die Schwachen der Gesellschaft, jene die keine Ellbogen haben um sich durchzusetzen oder denen es an Selbstvertrauen fehlt, eine Beschäftigung aufzunehmen die einen gewissen Zuverdienst gewährt, ähnlich dem heutigen 1 € Job, denn wenn so ein System eingeführt wird, sollte es vor allem versuchen gerecht zu sein und jedem die selbe Chance zu bieten.
Eine Chance ist es allemal und wenn sich die Klugen Köpfe, ich meine jetzt mal die richtig klugen Köpfe zusammensetzen und das auf einem gerechten Level festklopfen, kann da was richtig gutes rauskommen, was bisherige System bei weitem übertrifft.

Vielleicht sollte man mal alle parteipolischen Querelen überwinden und im sozialen System eine Vorreiterrolle in der Welt übernehmen.

Ich sehe da Vorteile für weite Bevölkerungsschichten und einen immensen Bürokratieabbau, was auch immense Kosten spart.
Haben wir nicht gerade einen Aufschwung, fehlen nicht schon Arbeitskräfte die was können?
Wäre es da nicht an der Zeit anstatt in Wischiwaschischritten kleine Reformen durchzuboxen, mal was richtig großes zu vollbringen und mit einem neuen Sozialsystem der Welt zu zeigen, das wir ein schlaues und reiches Volk sind, welches sich was traut und ein bestauntes Sozialsystem hervorbringt?

Die Diskussion ist eröffnet, was haltet ihr davon, gibt es Nachteile die ich übersehen habe?
Nur zu ihr könnt die Kommentarspalte nutzen!

Sollte es Politiker geben, die das durchsetzen wollen, kann sein sie erhalten meine Stimme!

Euer Bürgergeldwarrior

PS: Dieser Beitrag ist wie üblich dem weltberühmten Karl Napf gewidmet, dem Mann der eine Leberwurststulle schon für eine grandiose Diäterhöhung hält.

PPS: Kann sein ich habe mich in Rage geschrieben, schlimm?

   
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