Baby und dann doch keins...

5  17.05.2008

Pro:
Subjektiver Eindruck :  sehr liebevolles Personal

Kontra:
Keines

Empfehlenswert: Ja 

Swinja2000

Über sich: Bin einer jener bedauernswerten Menschen, die in nachlässiger Kleidung Steine zerklopfen und in der ...

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Ich muß, als Vorbemerkung, zugeben, daß ich so viel über Krankenhaus und Gebärabteilung gar nicht schreiben kann, da einem all die Details bei einem Aufenthalt gar nicht sichtbar werden. Also gehe ich das Risiko, ein, an dieser Stelle teilweise einen Erlebnisbericht über eine Geburt abzuliefern, und vom eigentlichen Thema nur recht nebenbei zu berichten. Ich fürchte, es geht nicht anders.

"Ich glaube, es geht los!" alarmierte mich meine bessere Hälfte ausgerechnet am Ostersonntag früh um halb vier, nach gerade mal zwei Stunden Schlaf. Es dauerte einige Momente, den Sinn dieser Meldung zu begreifen, dann allerdings stand ich senkrecht einen Meter über dem Bett. Mama Natur hatte nach Monaten Wartezeit den Startschuß gegeben, die Show konnte beginnen.

Burgwedel war das nächstliegende Krankenhaus, außerdem kannte ich es bereits, nachdem ein Arbeitskollege dort erfolgreich operiert worden war. Erfolgreich = er war hinterher nicht nur um ein Stück Anatomie ärmer, sondern auch ein Stück Krankheit, nämlich einen Tumor. Das Krankenhaus Burgwedel liegt am Schützenplatz, verkehrsmäßig gut erreichbar, mit einem ausreichend großen Gratis-Parkplatz, eher am Rand des Stadtkerns (Burgwedel ist Stadt, wenn auch nicht gerade Millionenmetropole) am Übergang zum Siedlerhäuschen-Viertel. Also ruhig.

Durch einen vorangegangenen Info-Abend, die regelmäßig am 1. Dienstag jedes Monats abgehalten werden, waren wir über die Lokalitäten grob vororientiert. Ich schleppte Frau inklusive Kind und Sturmgepäck zum Kreißsaal - richtiger "Gebärklinik", eine Lokalität, an der man erst klingeln muß, um eintreten zu dürfen. Eigentlich richtig so, schließlich muß in solchen Räumen ja eine gewisse Intimität gewahrt bleiben. Hier war es am Ostersonntag gähnend leer; nicht, daß keine werdenden Mütter da gewesen wären, aber es stand eben gerade keine Geburt an.

Es stehen drei Gebärzimmer zur Verfügung, jedes mit "normalem" Krankenbett, dann dem altbekannten Gebärgestell (wie man es vom Gynäkologen kennt und den werdenden Vätern immer wieder die Vision eines Folterkellers vermittelt), sowie speziellen Möbeln wie dem Gebärhocker, dem großen Gummiball usw. Nicht vorhanden ist allerdings die Gebärwanne; es gibt natürlich ein großes Badezimmer mit Sitzwanne, Dusche und WC, aber Unterwassergeburten sind hier normalerweise nicht vorgesehen.

Zu den Gebärzimmern läßt sich sagen, daß sie durch Farbspiele, Mobile-, Bilder- und Blumenschmuck sehr freundlich und wohnlich gehalten sind, soweit das in einem Krankenhaus möglich ist. Als ich mit 21 wegen einer Lappalie im Krankenhaus lag, hatte ich den Eindruck, ins Sterbezimmer geschoben worden zu sein. Ein generelles Problem in solchen Häusern, nämlich eine sehr trockene, schleimhautreizende Filteranlagen-Luft, ist leider auch hier vorhanden.

Eine genaue und detaillierte Aufzählung aller Einrichtungen würde hier zu weit führen und wäre auch gar nicht vollständig, da ich ohnehin nicht alles sehen konnte. Hier sei auf die Internetpräsenz verwiesen (http://www.kh-burgwedel.de/gyn-index.htm).
Angeschlossen ist eine Station zur Betreuung der Frühgeburten und Neugeborenen und natürlich die Mütterabteilung mit 31 Betten.
Ich halte anstelle technischer und medizinischer Details den subjektiven Eindruck für wichtiger, nämlich, daß das stets anwesende Personal sehr liebevoll für die einzige Patientin des Tages sorgte, man als Vater nie vom Geschehen ausgeschlossen ist (ausgenommen, es wäre zu einem Kaiserschnitt gekommen. Bei den meisten Vätern ist es auch besser, bei solch einer Metzgerei nicht anwesend zu sein) und alle Beteiligten einen sehr professionellen Eindruck ohne jede Hektik machten. Immerhin waren zwei Assistenzärzte zur sorgenden Betreuung anwesend.

Dennoch kam es, obwohl es mittlerweile Nachmittag war und erste Maßnahmen zur Geburtseinleitung getroffen worden waren, nicht zum freudigen Ereignis in diesem Haus. Eine der beiden Oberärzte, der am Wochenende vorsichtshalber die Runde durch seine Station machte, riet uns aufgrund der Risikosituation (die 35. SSW war noch nicht vollendet) trotz unserer vorliegenden Erklärung, in Burgwedel entbinden zu wollen, dringendst zur Verlegung in ein anderes Krankenhaus mit angeschlossener Kinderklinik, in diesem Fall nach Celle. Völlig flexibel wurde der Krankentransport organisiert, und die Aktion ging - langsam setzten doch erste Wehen ein - im II. Akt im AKH Celle weiter. Fortsetzung siehe dort...

PS: Unsere "Umsiedlung" nach AKH Celle löste beim Personal die bange Frage aus: "werden sie es schaffen? wie wird es dem Kind als Frühchen ergehen?" und ließ ihnen keine Ruhe, bis ich mich nach der Geburt dort telefonisch meldete und Bescheid gab, daß alles in Ordnung sei.



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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
noname_6032

noname_6032

19.05.2008 03:51

Sehr informativ.

nicki28

nicki28

17.05.2008 21:04

Das Krankenhaus kenne ich :-)) Habe in Hannover gewohnt :-))

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