Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Was soll es denn da Positives geben? |
| Kontra: |
Hähhhhhhhhh? |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Ich möchte die Ciao Aktion nutzen um einen wirklich sehr persönlichen Bericht zu schreiben, denn auch ich hatte schon Burn Out und auch obwohl es schon einige Jahre her ist und damals wahrscheinlich nur als Erschöpfungszustand bekannt war, würde ich man heute von einem Burn Out sprechen. Scheinbar ist es eine Modeerkrankung, die unserer schnelllebigen Zeit entspricht, denn was wird von uns Menschen erwartet? Leistung, Leistung, Leistung. Und wer diese nicht leisten kann, wird aussortiert. Ich bin kein Arzt, aber wenn ich an unsere Bauzeit denke, erfüllt es mich mit Grauen, denn dies war für mich die stressigste und schlimmste Zeit in meinem Leben, aber nicht nur das alleine, sondern genau in dieser Zeit wurde bei meiner mittleren Tochter "Wahrnehmungs - und Entwicklungsverzögerungen" festgestellt. In dieser Zeit hatte ich einen Zusammenbruch und nun sind wir schon mitten im Geschehen, aber ich will ganz von vorne anfangen.
Uns bot sich die Möglichkeit eine Doppelhaushälfte zu bauen, da mein Schwager mit Immobilien jeder Art handelte und uns diese zum Kauf anbot. Wir mit unseren 2 kleinen Kindern, damals 1 und 3 sahen die tolle Umgebung in denen unsere Kinder aufwachsen sollten, aber die Arbeit die dahinter steckt, erkannten wir erst später. Da mein Mann handwerklich sehr begabt ist und auch großes Geschick aufweist, hat er fast alles am und im Haus selbstgebaut und das hieß für mich, ich ziehe die Kinder alleine groß. Was früher kein Problem war, Mann geht Arbeiten, Frau erzieht die Kinder, wurde für mich zur Zerreißprobe, denn ich war komplett auf mich alleine gestellt. Ich musste jede Entscheidung alleine treffen, denn mein Mann war für mich nicht ansprechbar, da er entweder auf dem Bau war oder schlief oder Rechnungen bezahlte oder Prospekte mit Fenstern z.B durchsehen musste oder auch Angebote für diverses, was man für das Haus benötigt einholen musste. Unsere Ehe bestand zu dieser Zeit nur auf dem Papier. Wir lebten aneinander vorbei wie Geschwister. Ich befand mich auf Kleinkindniveau und mein Mann war so gestresst, daß er sogar vergaß zu essen. Bei dem Gedanken daran überfällt mich echter Horror, daher habe ich meinem Mann auch klipp und klar gesagt, als er davon anfing evtl. erneut bauen zu wollen, daß ich diese Entscheidung nicht mittragen kann und er sich bitte eine andere Familie suchen soll, wenn er es wirklich vorziehen würde erneut zu bauen.
Ein Jahr zog ins Land und wir zogen im Februar 2001 in unser Wunschhaus. Celina feierte kurz darauf ihren 2. Geburtstag, den wir gleich dazu nutzten eine Einweihungsparty zu feiern mit Freuden und Familien. Viele Freunde sind uns nicht geblieben, da wir viele Verabredungen nicht treffen konnten, da mein Mann nur für den Hausbau lebte und alleine mit den Kindern wurde ich fast nicht eingeladen, also war ich in dieser Zeit auch sehr einsam. Und dann kam der große Schrecken, anstatt zur Ruhe zu kommen, kamen jede Menge Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte und SPZ hinzu, denn alle wollten wissen, warum unsere Mittlere sich nicht so entwickelt hat, wie sie sollte. Abends und Nachts kam ich nicht zur Ruhe und merkte sobald die Kinder im Bett waren, wie meine Kopfhaut anfing zu jucken (Fast so, als spürte ich meine Haare wachsen) und ebenso erging es mir mit meinen Fingernägeln. Ich stand völlig unter Strom und es gab Tage, da war ich nicht in der Lage mich zu waschen, zu kämmen, geschweige denn meine Zähne zu putzen. Ich war ausgebrannt! Mein Akku war leer, aber ich musste ja jeden Tag aufs neue weitermachen, schon den Kindern zuliebe. In dieser Zeit habe ich meine Kinder wirklich stundenlang vor dem Fernseher geparkt, da ich es nicht geschafft habe, den Weg zum Spielplatz zurückzulegen. Anfassen wollte ich mich zu dieser Zeit auch nicht mehr lassen. Ich mochte es nicht umarmt zu werden, denn alle meine Kraft ging an die Kinder und die forderten mich Tag für Tag. Was wirklich schlimm war, war auch, daß ich wegen jeder Kleinigkeit an die Decke gegangen bin. Ich glaube soviel geschrien wie in dieser Zeit habe ich noch nie. Mein Nervenkostüm war sehr, sehr dünn und leider war da auch niemand, der mich unterstützt hätte. Meine Mutter hat immer noch einen darauf gesetzt: " Du machst aber auch alles falsch, was man falsch machen kann!" anstatt mir die Kinder vielleicht mal für ein oder zwei Stunden abzunehmen, damit ich vielleicht einfach mal schlafen kann. Das tat ich dann und zwar als ich mit den Kindern zu einer Mutter und Kind Kur gefahren bin. Während alle soviel wie möglich mitnehmen wollten aus diesen 3 Wochen habe ich viele Therapien oder Massagen einfach geschwänzt und geschlafen, geschlafen, geschlafen. Ich habe glaube ich 2 Jahre Schlaf nachgeholt. Und das ist es, was mir letztendlich bis heute meine Kraft zurückgegeben hat. Wäre es weiter so gelaufen wie vorher, wäre ich wahrscheinlich irgendwann komplett zusammengebrochen. In dieser Zeit habe ich, wenn ich nicht mehr konnte, tatsächlich oft gedacht: "Wie viel besser wäre es, wenn ich nicht mehr leben würde!" Wer noch nie so kraftlos und ausgepowert gewesen ist, kann solche Gedanken nicht verstehen, aber wenn man an einem Punkt angekommen ist, an dem wirklich alles nur noch schrecklich ist und jeder Tag ein neuer Berg zu besteigen ist, der hat leider des öfteren wirklich miese Gedanken.
Ich habe es geschafft mich aus dem Sumpf der Verzweiflung, Müdigkeit und völliger Erschöpfung zu ziehen ohne Medikamente oder ärztliche Hilfe. Heute würde ich es anders handhaben und mir auf jeden Fall ärztliche Hilfe holen, denn wer weiß, was passiert wäre, wenn ich nicht zur Kur gefahren wäre? Vielleicht säße ich jetzt nicht hier und würde diesen Erfahrungsbericht schreiben?
Ich habe euch jetzt sehr viel über mich offenbart und auch wenn ich kein Arzt bin, rate ich euch dringend, euch beraten zu lassen, wenn ihr merkt, daß ihr an einem Punkt angekommen seid, wo ihr einfach nicht mehr könnt. Euer Körper euch im Stich lässt und ihr merkt, daß ihr auch des Nachts nicht abschalten könnt. Vorbeugen kann man einem Burn Out denke ich nicht, aber vielleicht sollte man einfach sein Leben überdenken und sich dieser schnellen Zeit in der wir Leben nicht unbedingt anpassen und immer wieder Oasen der Ruhe schaffen!
Unser Mittlere wird immer unser Sorgenkind bleiben, obwohl sie mittlerweile ganz normal eine Gesamtschule hier im Ort besucht, aber sie hat immer noch einige Defizite, die wohl immer bleiben werden. Ich habe damals sehr gekämpft für sie und ich bin stolz auf das was sie erreicht hat. Dafür brauchte sie aber eine Mutter, die sich ganz auf sie konzentrieren kann und keine Mutter, die einfach nur müde ist und es kaum schafft vor die Tür zu gehen oder Mittag zu kochen. Heute nehme ich mir einfach Auszeiten, sobald ich merke der Haushalt, die Kinder oder auch mein 400 Euro Job wachsen mir über den Kopf und das ist neben dem Rat unbedingt einen Arzt aufzusuchen, etwas was ich euch mit auf dem Weg geben möchte!
Wünsche euch alles, alles Gute
Viele Grüße,
Mel
Und für alle, die es interessiert ein kleiner Auszug aus Wikipedia zum Thema "Burn Out!"
Ein Burnout-Syndrom (englisch (to) burn out: „ausbrennen“) bzw. Ausgebranntsein ist ein Zustand ausgesprochener emotionaler Erschöpfung mit reduzierter Leistungsfähigkeit. Es kann als Endzustand einer Entwicklungslinie bezeichnet werden, die mit idealistischer Begeisterung beginnt und über frustrierende Erlebnisse zu Desillusionierung und Apathie, psychosomatischen Erkrankungen und Depression oder Aggressivität und einer erhöhten Suchtgefährdung führt. Burnout ist keine Krankheit mit eindeutigen diagnostischen Kriterien, sondern eine körperliche, emotionale und geistige Erschöpfung aufgrund beruflicher Überlastung und wird meist durch Stress ausgelöst, der nicht bewältigt werden kann...............
| weitere Erfahrungsberichte |
Vom Spiel mit dem Feuer - zum Flächenbrand?
Bewertung für Burn-out Syndrom von
Lilamond
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Kontra: (falsche) Vorstellungen, viele Unklarheiten, Vorurteile, Ängste und zu wenig Abhilfe
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sehr hilfreich
10.10.2011
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Wenn Stress krank macht
Bewertung für Burn-out Syndrom von
pinkdawn
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sehr hilfreich
11.10.2011
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Ein aktueller Fall
Bewertung für Burn-out Syndrom von
tommynews
Pro: Sehen wir es positiv: Erst mal bin ich die Belastung los. :-)
Kontra: Ich fühle wie durch die Mangel gedreht :-(
Nennen wir das Opfer mal ... TOMMY und lassen ihn zu Wort kommen. Es geht ihm nicht gut, er ringt oft nach der richtigen Formulierung, bemüht sich aber, irgendwie Haltung zu wahren. Mein Burnoutpassierte genau vorgestern. Nach 90 Minuten Terro ...
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sehr hilfreich
07.10.2011
(11.10.2011)
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RAUB-BAU mit dem eigenen KÖRPER...
Bewertung für Burn-out Syndrom von
GlineurJL
Pro: nichts
Kontra: siehe Bericht...
Burn out ... ausgebrannt sein. Es ist neudeutsch in einer Situation, wo Beruf und damit verbundende Aufgaben einen Menschen so auszehren, dass nichts mehr geht.
Ausgebrannt, ...und plötzlich unfähig.
Auch die letzten Studien, aktuell durch Krankenka ...
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sehr hilfreich
06.01.2006
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Der "Krebs der Seele"
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hendi1908
Pro: Stress, Mobbing, Existenzangst
Kontra: Die eigene Person
...Es ist in aller Munde und gilt als „Krebs der Seele.“ Ich spreche vom Burn-out Syndrom. Bereits jeder 9. Bundesbürger ist nachweislich davon betroffen. Und die Tendenz? Steigend. Traurig, aber wahr. Diverse Hochrechnungen und Statistiken wissenschaftliche ...
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sehr hilfreich
13.10.2011
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