Du du nur du allein
08.11.2000
Pro:
Optik, Ducati - Motor, Fahrwerk, Fahrspass
Kontra:
Bedienungsanleitung, Servicekosten
Empfehlenswert:
Ja
 aanka
Über sich:
Mitglied seit:08.11.2000
Erfahrungsberichte:2
Vertrauende:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 7 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Von Anfang an wollte ich sie, die Cagiva Gran Canyon! Leider war sie aber einfach zu teuer. Ausserdem fand ich, dass zum Anfang einer Funbike- Kariere ein etwas leistungsschwächeres Moped besser passt, und so kaufte ich vorerst eine Aprilia Pegaso 650, welcher ich auch zwei Saisonen die Gegend zeigte. Aber dann kam dieses Verlangen nach etwas mehr Bums, und so probierte ich verschiedene Bikes. Vor allem eine Yamaha TDM hatte mir immer gut gefallen, aber nach einer langen Testfahrt war die TDM irgendwie nicht 'mein Wetter'. Also auf zum Ducati/Cagiva-Händler, und siehe da, hier gibt's 'ne junge gebrauchte rote GRAN CANYON 900ie - meine Liebe !! Probefahren - genau ankucken - KAUFEN - und jetzt schmückt sie meine Garage !!
Und diese Maschine sieht nicht nur wahnsinnig toll aus, sie fährt sich auch so. Nach dem Aufreissen des Gasgriffes gibt es trotz der eher geringen Leistung von nominell 68 PS kein Halten mehr. Der Motor entwickelt dabei mit gewaltigem Sound nicht nur kurzzeitig sondern über sein gesamtes Drehzahlband ein gleichmässiges druckvolles Drehmoment und beschleunigt so die Fuhre bis an die 190 Km/h. Das ist zwar kein Rekord, reicht aber allemal aus, um mit ordentlicher Speed zu reisen. OK, gasgeben kann man mit jedem Moped, aber sobald's kurvig wird, spielt die Cagiva den nächsten Trumpf aus. Sie lässt sich mit einer Leichtigkeit in die Ecken werfen, die man einer Großenduro nie und nimmer zutrauen würde. Das Fahrwerk bleibt dabei immer absolut stabil und lässt sich auch mit Sozia nicht aus der Ruhe bringen. Apropos Sozia: Natürlich findet auch ein männlicher Begleiter Platz auf der Sitzbank, aber ab 1,80 m Körpergrösse sind lange Touren für den Hintermann nicht mehr so lustig. Was fällt noch positiv auf? Ordentliche Verarbeitung, mittlerweile gute Lackierung, hervorragendes Startverhalten (dank Einspritzung), gutes Licht, eigentlich keine 'italienischen' Macken.
Gibt's denn wirklich nichts Negatives? Nichts Gravierendes! Es schadet nicht, nach den ersten 1000 km die Schrauben nachzuziehen, weil sonst sich die eine oder andere verabschiedet. Die Anzeigelämpchen sind bei hellem Umgebungslicht etwas zu schwach, daran kann wohl nur ein Bastler was ändern. Einige Gran Canyon-Besitzer monieren die vielen Schrauben, die gelöst werden müssen, um zu den Eingeweiden zu gelangen - ich aber finde, dass dies bei anderen Bikes nicht immer besser gelöst ist. Fazit: wenn die Langzeit-Qualitäten auch noch stimmen, dann ist die Cagiva Gran Canyon nicht nur eines der schönsten, sondern auch eines der besten Motorräder der Gegenwart!
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