Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Günstiger Unterhalt, zuverlässig |
| Kontra: |
Teure Ersatzteile |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
|
Ich fahre meine Cagiva seit nun 3 Monaten.
Habe sie gebraucht gekauft und bisher nicht wirklich bereut.
Motor:
Der Motor ist von Rotax (sehr bekannte Firma). Das war einer der Hauptgründe weshalb ich mir das Motorrad überhaupt zugelegt habe, weil die Motoren als sehr zuverlässig und langlebig gelten.
Er hat einen Zylinder, 343 ccm und ist durch einen Anschlag im Vergaserdeckel auf 20 kW bzw. 27 PS gedrosselt.
Das stört aber nicht, weil er offen gerade mal 31 PS hat. Das lohnt sich nicht wirklich.
Bremse:
Es ist sowohl vorne als auch hinten eine Brembo Bremsanlage verbaut mit je einer Scheibe. Die Bremswirkung ist sehr gut, obwohl man bei einer Vollbremsung gut reinlangen muß. Dafür ist die Dosierbarkeit sehr gut.
Vorne ist ab Werk eine Stahlflexleitung verlegt, hinten eine normale. Dadurch ist der Druckpunkt vorn sehr genau.
Auspuff:
Sowohl der Endtopf als auch die Krümmer (es sind zwei, obwohl nur ein Zylinder) sind aus Edelstahl, rosten also nicht. Zwischen Krümmer und Endtopf sitzt der U-Kat (!!!), der ist alerdings von normalem Stahl ummantelt, d.h. er rostet gern. Mein Katgehäuse ist schon geschweißt, aber nur kleine Stellen.
Aber der Hammer ist auf jeden Fall der verbaute Kat, der heutzutage auch nicht gerade alltäglich ist.
Fahrwerk:
Das Fahrwerk ist Italiener typisch sehr gut. Hinten ein Zentralfederbein, vorne eine stabile Gabel. Das Fahrwerk bügelt alles glatt und ist spurstabil. Obwohl es dem Motorrad an Leistung mangelt, kann man in kurvigen Abschnitten viel stärkere Motorräder aufgrund des geilen Fahrwerk "versägen".
Das Fahrwerk hat die Bestnote von mir bekommen, im Vergleich zu dem Rest des Motorrades.
Tank:
Der Tank ist 14 Liter groß, aus Kunststoff (nicht alltäglich, und rostet nicht). Die Befüllung ist manchmal heikel, weil die Öffnung zum Tanken nur so groß ist wie der Tankrüssel selbst. Man sieht also nicht wieviel Benzin schon drin ist. Eine gute Lösung dafür ist, den Rüssel ein Stück reinzuhalten, dann geht er automatisch aus, wenn der Tank fast voll ist.
Verbrauch:
Der Verbrauch liegt je nach Fahrweise bei 4-5 Litern.
Bei Autobahnfahrt ist es aufgrund der Drehzahl natürlich mehr, als auf der Landstrasse.
Beleuchtung:
Die Beleuchtung ist Endurotypisch recht bescheiden. Man wird zwar gesehen, aber wenn es ganz dunkel ist, dann sieht man selber nicht weiter als 8-10 m weit.
Ist aber völlig ausreichend.
Daten:
-1 Zylinder
-343 ccm
-U-Kat
-Leergewicht: 156
-zul. Gesamtgewicht: 340
-Nur E-Starter
-5-Gänge (kurz übersetzt, also 5 Gang ab ca. 60 km/h möglich)
-Stand-/Fahrgeräusch: 85/81 dB(A)
-Reifengrößen: 90/90-21 und 13/90-17 oder 80/90-21 und 130/80-17. Man darf alle Paarungen fahren, sie müssen nur vom gleichen Hersteller sein!
-Höchstgeschwindigkeit: 128 km/h
Fazit:
Ich hatte mit dem Motorrad viel Spaß bisher. Viel mehr, als die Daten auf dem Papier versprechen. Es ist nichts für die große Tour, aber für eine Runde auf der Hausstrecke mehr als ok.
Es hat den größten Vorteil in Großstädten. Ich kann damit überall durch, weil es sehr wendig ist und man sieht alles, weil die Sitzhöhe recht hoch ist.
Es sticht natürlich auch der geringe Verbrauch heraus und die Spritzigkeit des Motors.
Der einzige große Nachteil sind die für italienische Motorräder sehr hohen Ersatzteilpreise und die Lieferzeiten von diesen.
Beispiel: Ich habe einen neuen Spiegel gebraucht. Der hat 34 € gekostet (nicht wenig), und ich mußte 3 Wochen darauf warten. Ist aber nicht immer so...
Die Sitzposition ist sehr bequem und die Sitzbank auch (für eine Enduro).
Wenn sonstige Fragen bestehen, bitte an mich wenden.