Sex and the City - Für Männer
25.01.2012
Pro:
Klasse Serie, tolle erste Staffel, gute DVD
Kontra:
Leider keine BD - Umsetzung in DE
Empfehlenswert:
Ja
 AndreasPort
Über sich:
Mitglied seit:04.05.2011
Erfahrungsberichte:13
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 25 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Californication Die Serie: „Californication“ ist eine eigensinnige Mischung aus Comedy, Drama und einen Schuss Erotik, die sich wohl am Einfachsten als „Sex and the City“ für Männer beschreiben lässt. Nicht, dass Frauen nicht auch ihren Spaß an der Serie haben können, aber zentrale Figuren von „Californication“ sind nun mal zwei Männer um die 40, deren Probleme sich zudem auch noch hauptsächlich um das ewige Mysterium Weiblichkeit, die eigene Libido, Freundschafft und die Midlife-Kriese drehen. Da sind weibliche Figuren nun mal eher schmückendes Beiwerk oder dienen dazu die Handlung am laufen zu halten.
Figuren und Handlung Staffel 1: Hauptfigur ist Hank Mody, ein exzentrischer und hochbegabter Autor aus New York, dessen Beziehung zu seiner langjährigen Freundin und Kinds-Mutter Kate gescheitert und sein nihilistischer Bestseller „Gott hasst uns alle“ als seichte Beziehungskomödie „Ein wunderbares Wort namens Liebe“ verfilmt wurde. Gestrandet in Kalifornien, um seiner Tochter nah sein zu können und Kates nahende Hochzeit nach Kräften sabotieren zu können, und unter einer Schreibblockade leidend, bleibt Hank nichts anderes als seinem zweiten Großen Talent, seiner unglaublichen sexuellen Wirkung auf Frauen, nachzugehen. Was ihn alsbald aber in weitere Schwierigkeiten bringt. Denn seine neueste Eroberung Mia poliert ihm nicht nur beim Koitus spontan die Fresse, sie erweist sich auch noch schnell als minderjährige und soziopathisch veranlagte Tochter von Kates Verlobten, Bill. Deutlich besser geht’s da seinem besten Freund Charlie Runkle. Der ist glücklich Verheiratet und ein erfolgreicher Hollywood-Agent. Da stört noch einzig die (im doppelten Sinne) schlampige Assistentin, doch als er sie feuert und kurz darauf, nach dem Erhalt einer erotischen Mail von ihr, wieder einstellt, steht auch sein Leben bald gehörig auf dem Kopf.
KRITIK: Wer sich nach den bisherigen Zeilen bereits ein Bild von dieser Serie gemacht hat, dem sei mal ganz schnell gesagt, dass es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit falsch ist. Wer hier eine anspruchslose, dumme Sexklamotte erwartet liegt gehörig auf dem Holzweg. Tatsächlich strotz „Californication“ fast in allen Belangen nur so vor Anspruch. …Ob nun auf oberflächlicher Ebene: Großartiger Soundtrack, sehr schöne Inszenierung und klasse Schauspieler. ….Oder der Inhaltlichen: Wunderbar pointierte Dialoge, feinster Humor, durchdachte Handlungsstränge und überaus sympathische und lebendige Figfuren und Charaktere. Auch ist der Umgang mit Sex in dieser Serie gar nicht mal so selbstzweckhaft, wie es (auch wehrend der Serie selbst) den Eindruck macht. Klar, natürlich dienen auch viele Schauwerte der puren Unterhaltung (Stichworte: Flotter Dreier, Hank, Charlie und eine Spritzerin) , doch grundsätzlich gehört das Thema Sex und die Konsequenzen eines zu lockeren Umgangs damit, fest zur Handlung, genauso wie Liebe, Famile, Freunschaft und Verantwortung – und das ohne dem Zuschauer dabei den moralischen Zeigefinger ins Auge zu pieken. Fazit: Flott, wizig und sexy, aber auch nachdenklich, anspruchsvoll, melancholisch und tragisch – doch immer hochunterhaltsam. „Californication“ gehört eindeutig zu den besten Serien, der vergangenen Jahre und ist inzwischen zurecht in die fünfte Staffel gegangen und wurde für eine Sechste verlängert. Die erste hier besprochene Staffel bietet einen grandiosen Start von Hanks und Charlies Abenteuern und schafft eine perfekte Grundlage für einen Handlungsstrang der dem Zuschauer unauffällig über die kommenden zwei Staffeln begleiten wird und seinen krönenden Abschluß in der Vierten finden wird. ACHTUNG SPOILER: Da verzeiht man auch das geradezu kitschige Happy-End der ersten Staffel, da es mit der Zweiten relativiert wird.
Zur DVD: Staffel 1 kommt unzensiert auf zwei soliden DVD´s im schicken Schuber daher. Das Bild ist sehr gut und der musiklastige Ton lässt besonders in der englischen Sprachausgabe (für DVD-Verhältnisse) kaum Wünsche offen. Die deutsche Tonspur geht ebenfalls in Ordnung. Dies gilt auch für die sehr gute deutsche Synchro, bei welcher allerdings einiges vom tollen Wortwitz verloren geht. Bei einem Kaufpreis von unter 20 Euro für insgesamt 328 Minuten bester Unterhaltung kann man hier nicht viel falsch machen.
Copyright: Andreas Port Diese Review wurde exklusiv für Ciao.de erstellt. Weitere Nutzung, gänzlich oder in Teilen, erfordert die Zustimmung des Autors.
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25.01.2012 05:41
Nix für alte Indianer:-)