Erfahrungsbericht über

Call of Cthulhu: Dark Corners of the Earth (Xbox)

Gesamtbewertung (1): Gesamtbewertung Call of Cthulhu: Dark Corners of the Earth (Xbox)

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Der Schock sitzt tief

3  08.05.2009

Pro:
Packende Story, düstere Kulissen, überaus beklemmende Atmosphäre, innovatives Verletzungsmodell

Kontra:
.  .  . und dann der Einbruch !  Abenteuer verkommt später zur Ballerorgie, haklige Kollisionsabfrage

Empfehlenswert: Nein 

DenJuandeMarco

Über sich: zzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzz richtig, ist nur eine kurze Wallung, lege mich bald wieder hin zzzzzzzz...

Mitglied seit:29.01.2000

Erfahrungsberichte:168

Vertrauende:64

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 44 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Höre ich etwas von einem düsteren Horrorabenteuer, bei dem es in erster Linie um den subtilen und nicht so sehr um eine sichtbar brutale Horrororgie geht, so werde ich neugierig. Reisen wir dann auch noch etwas zurück in der Vergangenheit und finden eine packende Geschichte vor, die uns immer wieder erschaudern lässt, so muss ich jenen Titel unbedingt antesten. So geschehen Anfang 2006 im Fall von „Call of Cthulhu – Dark Corners of the Earth“ für die alte X-Box von Microsoft. Herstellerfirma Bethesda war mir bestens bekannt, unter anderem wegen der Reihe rund um Baldur’s Gate I und II nebst Champions of Norrath und Champions – Return to Arms, welche ich allesamt auf der Playstation 2 durchgespielt hatte. Was mir bei jenen ansonsten vorzüglichen Konsolenversionen teilweise negativ im Vergleich zu den PC-Vettern auffiel, war die Tatsache, dass weitaus weniger RPG-Elemente, dafür aber ein beträchtlich erhöhter Actionanteil vorhanden waren und genau das hoffte ich beim Actionadventure „Call of Cthulhu“ nunmehr nicht vorzufinden, der Adventureanteil ist mir da weitaus wichtiger als die reine Action. Tatsächlich ist die schaurig-schöne Geschichte eine Stärke dieses Gruseltrips und die dichte Atmosphäre ein ganz dickes Plus dieses X-Box-Titels, der im Übrigen allein auf den Solospieler zugeschnitten ist, doch leider konnte ich letztlich nicht vollends zufrieden sein geschweige denn von einem richtigen Kracher sprechen. Wieso, weshalb und warum? Geht sofort los.


Horror nur für Erwachsene

Das sei gleich zu Beginn gesagt: „Call of Cthulhu“ ist nichts für zartbesaitete Gemüter. Nein, hier werden zwar nicht permanent zentnerweise Fleischberge zu etwas Flüssigem verarbeitet, zumindest steht dies weniger im Blickpunkt, sondern es betrifft die knallharte Geschichte, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielt und wirklich unter die Haut geht inklusive der permanent finsteren Atmosphäre, die unseren Adrenalinspiegel sehr weit oben halten dürfte. Eine Altersfreigabe erfolgte in diesem unseren Lande übrigens bereits ab 16 Jahren, insofern wir uns in punkto übertriebene Gewaltverherrlichung eigentlich keine Sorgen machen sollten, doch dies nur am Rande. Zurück zur Handlung: Jack Walters heißt der Protagonist dieses Gruselabenteuers, seines Zeichens ein Ex-Cop und nunmehr Privatdetektiv, der schon weitaus bessere Tage gesehen hat. Es geht zunächst um einen mysteriösen Mord an einem jungen Mann, der ihn letztlich einen düsteren Ort aufsuchen lässt, den er am Liebsten doch nicht besucht hätte, so die Meinung unseres Helden bereits nach kurzer Zeit seines dortigen Aufenthalts. Das Hauptaugenmerk wurde hier auf die persönliche Verfassung der Hauptfigur gelegt, der Zustand seiner Psyche ist mehr als wacklig und genau das sollen wir so richtig zu spüren bekommen. Extrem lange Dialoge insbesondere im schätzungsweise ersten Drittel des Abenteuers und das Verfolgen des gruseligen Geschehens aus der Egoperspektive multiplizieren den Panikfaktor und dass es sich bei unserem Helden keineswegs um eine unerschrockene Ein-Mann-Armee mit stahlhartem Nervenkostüm handelt, merken wir sehr schnell. Und genau das war schließlich gewollt, zieht die Story uns doch sehr schnell in ihren Bann.


Wo bin ich eigentlich? Und wieso?

Was wir zu Beginn der Geschichte noch nicht ganz durchschauen, wird später zur Gewissheit: die Gegenwart ist das Frühjahr 1922, die Vergangenheit der Herbst 1915. Wozu die Lücke? Nun ja, irgendwie scheint unser Held an einer Art Schizophrenie zu leiden, der Zeitraum dazwischen ist ihm irgendwie „flöten“ gegangen. Dass ihn das beunruhigt, mag nachvollziehbar sein, seine Bestrebungen in Richtung Aufklärung des Ganzen somit ebenso. Klar ist zunächst nur: sowohl 1915 als auch 1922 hielt bzw. hält er sich in der Psychatrie von Arkham auf, doch was ist in der Zwischenzeit passiert? Etwas Schlimmes muss ihm widerfahren sein, das ist klar, im Tagebuch unseres Helden fehlen (quelle surprise!) die entsprechenden Seiten... wer hat dies zu verantworten? Schurken der Finsternis oder die Ärzte oder gar wir selbst? Wir selbst haben nicht den blassesten Schimmer, wissen lediglich, dass wir Dinge erlebt bzw. erlitten haben müssen, die unserer Psyche nicht gerade gut getan haben müssen. Fragen über Fragen, da kommt uns der neue Auftrag als willkommene Ablenkung gerade recht. Dass dieser alles im Grunde noch viel schlimmer macht, uns ein Alptraum ungeahnten Ausmaßes erwarten würde, konnte ja nun wirklich keiner ahnen...


In der Ruhe liegt die Kraft

Leichter gesagt als getan angesichts der schaurigen Umgebung, doch es bleibt unserem Helden nichts anderes übrig als – so gut es geht – einen möglichst kühlen Kopf zu bewahren, schließlich ist ein sachliches analytisches Denken Grundvoraussetzung für einen möglichen Erfolg bei der Recherche bezüglich der Umstände, welche zu dem tragischen Tod des jungen Mannes führten. Zögerlich inspizieren wir das düstere Gelände des kleinen Ortes Innsmouth und nur sehr zaghaft beginnen wir die ersten Gespräche mit Einwohnern, bei denen wir immer mehr den Anschein gewinnen, dass (auch) mit ihnen etwas nicht stimmen kann. Allein schon vom sehr bizarren Aussehen her mit ihren regelmäßig leblosen oder gar leeren Augen und wässrig-gurgelnden Stimmen sind diese wenig ansehnlich und schon sehr bald erahnen wir, dass Mutationen ihnen nicht fremd zu sein scheinen und schon seit geraumer Zeit in diesem von der Außenwelt offenbar abgeschotteten Dorf etwas bedrohlich Kultiges vorzugehen scheint...

Vorsichtig wagen wir nach unserer Ankunft ein Gespräch nach dem anderen mit jenen, von denen uns nicht sofort etwas Schlimmes zu drohen scheint, andere hingegen sollten uns besser gar nicht erst bemerken, insbesondere örtliche Wachen, so dass es sich dann dringend empfiehlt, an diesen möglichst lautlos vorbeizuschleichen. So gesehen sind wir wahrlich nicht auf Konfrontation aus, doch die ein oder andere Auseinandersetzung wird sich früher oder später nicht vermeiden lassen, das weiß Jack Walters schon, das flaue Gefühl in seiner Magengrube ist fortan sein ständiger Begleiter. Und als schließlich die erste Nacht hereinbricht, beginnt für unseren Helden ein extremer Horrortrip, er wird offensichtlich umgehend als begehrtes Beutestück angesehen...


Angstschweiß und Herzrasen

Quasi ab sofort ein Dauerzustand bei Jack Walters und das verdanken wir nicht nur den offensichtlich mutierten Einwohnern des Städtchens, sondern unter anderem auch den teils entsetzlichen Anblicken und auch grausamen Nachrichten, die wir wohl oder übel registrieren müssen. Genau das verstehe ich unter subtilem Horror! Noch besser ist, dass wir die Auswirkungen sogar zu spüren bekommen, Panikattacken sorgen für ein schwindendes Sehvermögen und das ratternde Joypad suggeriert uns die Beschleunigung des Pulses unseres Protagonisten. Je mehr Indizien wir in Erfahrung bringen können, umso mehr wünschen wir uns, dass wir sie am Besten gar nicht erfahren hätten bzw. gar nicht erst angereist wären.

Übernatürliche Phänomene sind hier offensichtlich am Werk, denen sich unser Held doch zuweilen sehr hilflos ausgesetzt fühlt. Zu bemerken sei an dieser Stelle noch, dass der Schwierigkeitsgrad hier zu Beginn wahrlich nicht ohne ist, was leider aber auch an Unzulänglichkeiten im Gameplay liegt: frustrierende und zudem unendlich lang erscheinenden Schleichpassagen, die unter anderem auch aufgrund der zu schwammigen Steuerung unnötig haarig werden, hätten nicht sein dürfen. Das nervt auf Dauer sehr und nagt unglücklicherweise wirklich an der Spielfreude. Entdeckt zu werden, ist zumindest in den ersten Stunden dieses Spiels unverzeihlich, die dann zu wiederholenden quälend langen Schleichsequenzen sind ein echtes Ärgernis. Schade, das musste echt nicht sein. Später hingegen, ohne jetzt schon zuviel verraten zu wollen, verkehrt sich das Ganze auf fast schon groteske Art und Weise eher ins Gegenteil, was am sehr seltsamen Verhaltend er Feinde liegt, um es noch höflich auszudrücken, doch dazu später mehr.


Austeilen und Einstecken

Nach etlichen Stunden ist es dann endlich soweit: wir dürfen zu einer Wumme greifen. Schrotflinte oder Pistole sind überaus herzlich willkommen. Warum bloß jetzt erst? Viel zu spät, aber sehen wir es positiv: besser als nie. Nun dürfen wir die lästigen Mutanten des Küstenstädtchens endlich zerlegen, was uns zuvor noch in den Wahnsinn trieb, ist nun nicht mehr so schlimm, endlich kann man sich in erster Linie der packenden Handlung widmen. Wie bereits erwähnt, ist der gute Jack Walters kein John Rambo, er mag zwar (endlich) auch austeilen können, doch was das Einstecken angeht, so müssen wir höllisch auf der Hut sein. Sehr interessant ist die Schwerpunktsetzung, was die erlittenen Verletzungen angeht, hier soll es offensichtlich sehr realistisch zugehen. Viele Wunden darf unser Held jedenfalls nicht erleiden und Medizinkoffer, Verbandsmaterial inklusive Nadel und Faden sowie schmerzstillende Spritze unsere überlebenswichtigen Begleiter. Unser Körper wird dabei in unterschiedliche Regionen oder besser gesagt Trefferzonen unterteilt, die entsprechend behandelt werden müssen: schwuppdiwupp per Magietrank oder sonstigem Allheilmittel oder Wunderkraut geheilt ist hier also nicht. Warum auch nicht? Spannend ist das allemal.

Zu beachten sind hierbei sowohl die physischen als auch seelischen Schäden, letztere beinhalten das Erfordernis, den „Paniklevel“ möglichst weit unten zu halten, was angesichts der zahlreichen Schreckmomente nicht gerade leicht ist. Bemerkenswert ist bei den Körperschäden, dass uns ein erlittener Beinschuss wirklich humpeln lässt, eine Armverletzung das Anvisieren wesentlich schwerer macht. Leichte Blutungen werden verbunden, stärkere müssen genäht werden. Der Hang zur Realität geht sogar so weit, dass Knochenbrüche geschient werden müssen, ansonsten droht uns noch größeres Ungemach. Die Wunden müssen grundsätzlich schnell versorgt werden, da sonst unsere Lebensenergie darunter leidet. Oft haben wir aber keine Zeit, um unsere Wunden sorgfältig zu versorgen, dann hilft – vor allem mitten im Gefecht – nur die schmerzstillende Spritze: Morphium ist King! Erst ein Weilchen später sollten wir ein ruhiges Plätzchen aufsuchen, um die entsprechende medizinische Versorgung durchzuführen. Aber Vorsicht: zu viele Schockmomente oder Verletzungen mit zu häufigem Einsatz von Drogen zu kontern, kann sehr schnell in die Hose gehen. Die Folge sind Schwindelanfälle, Paranoia bis hin zum Harakiri-Versuch, das ist zumindest im Bereich des Möglichen, ja sogar ziemlich wahrscheinlich. Aber nun gut, einen Kinderspaziergang hatten wir ja auch nicht erwartet und ich denke, auch nicht gewollt...


Mehr Thrill als Denksport

Solche sind hier nicht unbedingt gefragt. Der Adventureanteil kommt in „Call of Cthulhu“ leider zu kurz, zumindest was den vorhandenen Anspruch betrifft. Lest die Texte genau, betrachtet Euch die Indizienkette noch einmal ganz genau und dann sollte sich des Rätsels Lösung relativ schnell erschließen. Codes für wichtige Safes gilt es (wie so oft) ebenso herauszufinden wie im Hinblick auf das Aufspüren versteckter Türen, Notizen enträtseln, Zeitungsartikel durchforsten, Einträge im Tagebuch richtig interpretieren und Absolvieren traditioneller Schalterrätsel. Da wir im Laufe der Geschichte an wichtigen Fähigkeiten hinzugewinnen, ist jedes Rätsel letztlich lösbar, ohne dass wir zwischendurch der Verzweiflung nahe sein sollten. Zumindest in diesem Punkt nicht.

Deutlich mehr zu knabbern haben wir an den erwähnten überlangen und nicht selten langen Schleichgängen mit frustigen Sprung- und Kletterpassagen (Trial & Error lässt grüßen!), der unpräzisen Steuerung und die nicht ideal angelegten Speicherpunkte, die in der Summe uns das Vorankommen in der Geschichte auf sehr unangenehme Weise erschwert bzw. unnötig in die Länge zieht. Das ist äußerst bedauerlich, denn die mystische (extraterrestrische) überaus beängstigende Atmosphäre verdient es eigentlich, von solchen spielerischen Längen verschont zu bleiben, nur sehr ungerne werden wir dann immer wieder zwischendurch in unserem Tatendrang gestoppt.


Segen und Fluch zugleich

Erwähnte ich eben, dass wir nach einigen qualvollen Stunden endlich heißersehnte Schusswaffen inklusive massig Munition in den Händen halten dürfen? Leider weicht die Erleichterung nach kurzer Zeit völlig überraschend einem sich immer mehr einschleichendem Verdruss. Warum das? Ehrlich gesagt mangels vorhandener Herausforderung, denn ganz plötzlich verkommt „Call of Cthulhu“ zum Ballerspiel. Auf einmal sind wir unseren Häschern hauhoch überlegen. Die eben noch knisternde Spannung droht sich komplett aufzulösen, die Dramatik schwindet, die Dichte der Atmosphäre nimmt ab... wie das auf einmal? Es liegt am saublöden Verhalten der Feinde, anders kann man es einfach nicht sagen. Beispiele gefällig? Gerne! Traurig aber wahr: ballern wir einen mutierten Bewohner über den Haufen, scheint dass den einen Meter daneben positionierten Kollegen nicht sonderlich zu stören. Des Weiteren schießen die Mutanten auf uns, was das Zeug hält und prügeln auf uns ein, aber... sie treffen uns einfach nicht, semmeln permanent vorbei! Umgekehrt donnern wir ab und an mehrere Magazine in feindliche Leiber, was diese partout nicht zu jucken scheint: sie wandern in aller Seelenruhe weiter oder entfernen sich gemächlich von uns... wieso auch immer.

Schließlich laufen die Mutanten gerne auch einmal orientierungslos umher oder laufen einfach an uns vorbei, obwohl wir gerade hörbar aus allen Rohren feuern, so dass wir diese in Ruhe einen nach dem anderen ins Jenseits schicken dürfen. Das sind wirklich Patzer ohne Ende, die in der Summe lächerlich auf uns wirken. Und das eliminiert verständlicherweise die vorhin noch so dermaßen beängstigende Atmosphäre enorm. Dass es teilweise doch bedrohlich eng werden kann, liegt dann eigentlich nur noch daran, dass die Feinde einfach enorm zahlreich vertreten sind und wir kaum etwas einstecken dürfen und daher nie zu überschwänglich bzw. nicht zu oft planlos in die Meute ballern sollten, manchmal wird eine solche Arroganz dann doch bestraft. Übrig bleibt jedenfalls ein ungutes Gefühl, der Knick nach dem Erhalt der ersten Wumme in Sachen atmosphärischer Dichte ist unübersehbar.


Schaurig schönes Szenario?

Jein. Einerseits wurde ich sehr schnell in den Beginn der beängstigend düsteren Szenarien bzw. der überaus beklemmenden Atmosphäre gezogen, doch schaut man genauer in die Dunkelheit, bemerkt man, dass hinter der düsteren Fassade eigentlich nur schlichte Schwärze steckt, soll heißen, dass wir definitiv nicht von detailreichen Hintergrundkulissen sprechen können. Darüber hinaus missfällt die übertriebene Finsternis, da sie uns den Durchblick verweigert und wir oftmals nicht rechtzeitig reagieren können, ohne dass wir uns einer Schuld bewusst sind, ganz gleich wie hell wir unsere Flimmerkiste eingestellt haben. Einzelne Szenen auf die ich jetzt aber nicht auch noch im Detail eingehen möchte, sind allerdings sehr gut dargestellt, so dass Schockmomente keine Seltenheit sind, es mangelt diesem Spiel aber eindeutig an grafischen Highlights.

Dass dann die möglichst realistische Darstellung der Beeinträchtigung unserer Sinne durch erlittene Verletzungen uns dann noch mehr behindert, macht dann nicht wirklich Spaß, es ist auch ohne schwindende Sehschärfe schon verschwommen genug. Nett gemeint sicher, aber angesichts der ohnehin permanent vorherrschenden Schwierigkeiten, was die Sicht angeht, dem Spielspaß in jenen Momenten nicht gerade förderlich. Weder 16:9 Breitbild noch 60 Hertz Modus finden wir im übrigen vor, das ist auch etwas mau, hingegen die deutschen Texte größtenteils in Ordnung gehen (manchmal allerdings zu oberflächlich übersetzen!), ähnlich wie die englische Sprachausgabe und sehr ordentlichen Soundeffekte, die grundsätzlich in der Lage sind, die bedrohliche Atmosphäre entsprechend zu verstärken. Lediglich die zu coole englische Synchro des Helden der ja nun gerade nicht über ein sonderlich strapazierfähiges Nervenkostüm verfügt, ist sehr verwunderlich bzw. sehr oft einfach unpassend.


Es wäre so schön gewesen...

So ein Mist: Geschichte, Spielverlauf und Atmosphäre machten anfangs doch genau den gewünschten Eindruck! Und dann? „Call of Cthulhu“ entpuppt sich letztlich als ein Horrorabenteuer, dem letztlich mehr als nur der Feinschliff fehlt. Und danach sah es zunächst überhaupt nicht aus. Mochte man zunächst als einzig ernsthaften Kritikpunkt die unspektakuläre Grafik nennen, so kristallisiert sich mit zunehmender Spieldauer heraus, dass es darüber hinaus an weiteren Punkten hapert: die Schleichpassagen fallen nervig lang aus, Ähnliches gilt leider auch für die Ladezeiten zwischendurch. Die Grafik fällt nicht nur viel zu dunkel aus, auch das Leveldesign an sich ist extrem abwechslungsarm.

Das allein hätte mich angesichts der beklemmenden Atmosphäre aber vielleicht nicht so wahnsinnig gestört, doch das saudämliche Verhalten der Feinde, die schwammige Steuerung insbesondere durch die missglückte Kollisionsabfrage, die auf Dauer langweiligen Rätsel und vor allem der Umbruch vom spannenden Survival-Horrortrip hin zur Ballerorgie schlagen sehr schwer auf den Magen. Somit ist klar: es wurde letztlich doch übelst geschlampt! Schade um die tolle Story, die düsteren Kulissen, die zunächst überaus packende Atmosphäre, das sehr innovative Verletzungsmodell und die angenehme Soundkulisse. Es war hier so viel möglich, es ging derart vielversprechend los und umso schmerzhafter letzten Endes die Landung im gerade einmal gesicherten Mittelfeld, betrachtet man sich dieses Horrorabenteuer insgesamt. Das zweifellos verschenkte enorme Potential hier bei „Call of Cthulhu“ machte mich damals traurig wie wütend zugleich...

+++PLUS+++
Packende Story, düstere Kulissen, überaus beklemmende Atmosphäre, innovatives Verletzungsmodell, gelungene Soundkulisse, zunächst Survival-Horror vom Feinsten...

---MINUS---
...und dann der Einbruch! Abenteuer verkommt später zur Ballerorgie, haklige Kollisionsabfrage, nervig lange Schleichpassagen, Trial & Error, lange Ladezeiten, frustrierende Hüpf- und Kletterpartien, Feinde saudämlich, dunkle und unspektakuläre Grafik




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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
markus_atx

markus_atx

17.05.2009 13:03

Also Deine Spieletests sind wirklich beeindruckend! LG Markus

Joe69

Joe69

10.05.2009 17:35

Freigabe ab 18 Jahre ... schöner Bericht...GLG von Joachim:-)

atrachte

atrachte

08.05.2009 15:30

Atmosphärisch eines der besten Horrorspiele die ich kenne. Hätte mal wieder richtig Lust drauf. Lg

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