Callaway Biggest Big Bertha Drivers

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Callaway Biggest Big Bertha Drivers

Gesamtbewertung (4): Gesamtbewertung Callaway Biggest Big Bertha Drivers

 

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Mooney goes Titanium

3  21.11.2003

Pro:
vermutlich leichtere Spielbarkeit für weniger versierte Golfer

Kontra:
Kaum Feedback, Klang

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Qualität:

Verarbeitung:

Geeignet für:


Mooney

Über sich: Homepage: www.handysammlung.de.vu

Mitglied seit:25.10.2000

Erfahrungsberichte:37

Vertrauende:10

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 23 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Vorab: beim Lesen der diversen Golf-Berichte hier ist mir des öfteren an den Bewertungen und Kommentaren aufgefallen, dass Nicht-Golfer vor allem mit den Fachausdrücken herzlich wenig anfangen konnten und dies dann auch entsprechend kundgetan haben.
Als Verfasser eines solchen Berichts steht man somit vor einem Dilemma: soll man den Bericht so schreiben, dass jeder ihn genau versteht, oder soll man ihn so schreiben, dass ein Golfer (für den der Bericht ja eigentlich gedacht ist) ihn flüssig und ohne für ihn überflüssige Erklärungen lesen kann?
Um beide Lesergruppen zufriedenstellen zu können, erscheint es mir als Kompromiss am besten, ganz unten ein Glossar der verwendeten golfspezifischen Begriffe anzulegen. Die Golfer werden somit nicht durch Erklärungen aufgehalten, die Nichtgolfer können nach unten scrollen und finden dort die Begriffe etwa in der Reihenfolge des Texts erklärt. :o)


Nun zum Bericht an sich:

Trotz meiner 28 Lenze bin ich ein Traditonalist, was Golfschläger anbelangt. Als ich im zarten Alter von sieben Jahren mit diesem schönen Sport begann, waren die Hölzer noch aus Holz und die Eisen noch aus Eisen (okay, Stahl *g*); die hochgezüchteten High-Tech-Schläger aus möglichst exotischen, weltraumerprobten Materialien lagen jedenfalls noch in weiter Ferne. Mein Geschmack wurde durch die Schläger jener Tage dauerhaft beeinflusst und so spiele ich auch heute noch geschmiedete, klassisch kleine Eisen und habe meine guten alten Persimmon-Hölzer vor ein paar Jahren nur widerwillig durch Callaway Big Bertha Warbird Hölzer ersetzt, die mich auch heute noch begleiten.

Eines schönen Morgens stöberte ich nun gegen 7h bei eBay herum und traf auf eine Biggest Big Bertha, deren Auktion in weniger als eine Minute endete - es erfolgten ein paar Klicks ohne zu überlegen und dann passierte genau das, womit eBay gerade wirbt: 3...2...1...meins! ;o) Ich hatte es also getan und mir einen dieser monströsen Oversize-Titan-Killerprügel ersteigert, die eigentlich so gar nicht nach meinem Geschmack sind - interessant, zu was einen die Hoffnung treibt, sein Spiel so vielleicht etwas verbessern zu können.

Auch wenn mir die Biggest Big Bertha (der Einfachheit halber BBB genannt) und andere moderne Oversize-Driver oft in freier Wildbahn begegnet sind, so war ich beim Auspacken dennoch wieder von der schieren Größe des Schlägerkopfs mit seinem Volumen von 290 ccm überrascht, gegen den mein Warbird-Driver (193 ccm) im direkten Vergleich geradezu zierlich wirkt. Auch durch den ca. 5cm längeren Schaft erscheint der Schläger zunächst sehr ungewohnt und fast etwas unproportioniert. Nichtsdestotrotz erweckt der große, gewohnt grau lackierte Kopf spontan Vertrauen und man hat das Gefühl, dass er den dagegen winzig wirkenden Ball geradezu pulverisieren kann, so dass ich dem ersten Einsatz der neuen "Wunderwaffe" entgegenfieberte.

Der normale Weg wäre der gewesen, die BBB zunächst auf der Range auszuprobieren um ein Gefühl dafür zu bekommen, aber als ich ein paar Tage später zum Sonnenaufgang als erster auf dem Golfplatz ankam, packte mich die Ungeduld und ich stiefelte gleich zum ersten Abschlag. "Wir sehen uns am Horizont..." sagte ich leise (und seeeehr cool) zu meinem Ball, holte aus, schlug - und bekam einen fürchterlichen Schreck, durch den mir fast der Schläger aus der Hand geflogen wäre! Beim Kontakt mit kleinsten Steinchen auf dem Gras entstehen deutlich sichtbare Funken; ein Phänomen, das, wie ich inzwischen erfahren habe, bei Titandrivern nicht ungewöhnlich sein soll. Der Ball seinerseits dachte offenbar "Denkste.", kam nach einem jämmerlichen, flachen Hook einmal am linken Rand des Fairways auf und verschwand im Rough. Die Drives auf den folgenden Löchern sahen dem ersten entweder zum Verwechseln ähnlich oder landeten nach hohen Slices rechts im hohen Gras. Die Ursachen hierfür sind scheinbar folgende: richtet man sich nach der Markierung auf dem Schlägerkopf, steht die Schlagfläche deutlich geschlossen (offenbar eine gewollte, eingebaute Slice-Minderung), richtet man sich nach dem Reminder des (ungenau aufgezogenen) Griffs, steht sie leicht offen. Der für "Regular-Flex" extrem weiche Schaft stellt bei hohen Schwunggeschwindigkeiten zusätzlich eine Gefahrenquelle für ungenaues Treffen und verzogene Bälle dar. (Leider kann man in den Produktdetails bei der Schaftflexibilität blödsinnigerweise nur zwischen "hart" und "steif" wählen, was das gleiche ist...)

Nach ein paar Löchern wusste ich zwar, wie ich den Schläger aufzusetzen und zu greifen hatte, um den Ball einigermaßen gerade zu schlagen, aber der erhoffte WOW-Effekt blieb trotzdem aus und hat sich auch nach drei weiteren Runden (noch?) nicht so recht einstellen können. Es mag natürlich auch daran liegen, dass die "dickste dicke Bertha" und ich noch kein eingespieltes Team sind, aber ich bin weder merklich länger oder gerader als mit meinem alten Driver, noch kann ich sonstige große Vorteile erkennen. Das Gegenteil trifft eher zu: der "BBB UltraLite"-Schaft ist sogar noch etwas "wabbeliger" als der RCH-96-Schaft der Warbird-Hölzer, das Gefühl im Treffmoment und die Rückmeldung ist noch verwaschener, der Klang noch etwas scheußlich-hohler als bei den Hölzern mit Stahlkopf. Die von mir erhoffte etwas flachere Flugbahn durch den um ein Grad geringeren Loft (9° statt 10°) stellt sich ebenfalls nicht ein; der Ball fliegt meiner Meinung nach sogar etwas höher als bei dem Warbird-Driver.

Noch kämpfe ich gegen meinen aufkeimenden Verdacht an, dass der Hype um die z.T. über 500€ teuren Titandriver nur durch geschicktes Marketing, den Placebo-Effekt und den Stolz mancher Golfer, eine so teure Keule mit sich herumschleppen zu können, zustandekam. Wunder vollbringt auch eine Biggest Big Bertha nicht und ich musste schnell erfahren, dass man auch mit ihr seine Schläge ordentlich versemmeln kann und sie kein Garant für schnurgerade Monster-Drives ist. Trotzallem wird mich die BBB noch eine Weile begleiten und ich hoffe, dass wir zwei vielleicht doch noch dicke Freunde werden. Wenn dies passieren sollte, wird dieser Bericht natürlich ein Update bekommen - wenn nicht, wäre Persimmon ja wieder mal was Neues... ;o)

Zu erwähnen wäre noch, dass ich mich trotz meines mittelprächtigen Handicaps (bedingt durch einen Neuanfang nach längerer Pause und keine gespielten Turniere) zu den fortgeschrittenen Spielern zähle und deshalb prinzipiell mehr Wert auf eine gute Rückmeldung im Treffmoment als auf Fehlerverzeihbarkeit um jeden Preis lege. Inwiefern die Biggest Big Bertha einem Einsteiger oder High-Handicapper zu besserem Spiel verhilft, kann ich deshalb schwerlich beurteilen. Allen, die sich durch meine bisherige fehlende Begeisterung nicht abschrecken lassen und mit der Anschaffung dieses Geräts liebäugeln, sei zu eBay geraten, da der Driver dort offenbar am günstigsten zu bekommen ist: ich habe für den ehemals 1299DM teuren Schläger noch 83€ bezahlt.

Liebe Grüße,

Mooney :o)


Glossar:
------------


Hölzer: Golfschläger-Gattung mit einem "knubbeligen" Kopf, der traditionell aus Holz gefertigt wurde. Seit den 80er Jahren setzten sich "Metallhölzer" mit Köpfen aus Stahl und seit ein paar Jahren auch aus Titan immer mehr durch und haben die "echten" Hölzer fast komplett verdrängt. Hölzer werden für die langen Schläge eingesetzt, bei denen es hauptsächlich darauf ankommt, große Distanzen zu überwinden.

Persimmon: Hartes Edelholz, das bevorzugt zum Golfschlägerbau verwendet wurde.

Driver: anderer Name für das Holz 1. Der Driver hat die geringste Schlagflächenneigung (zumeist 11°) und den längsten Schaft, weswegen man mit ihm am weitesten schlagen kann.

Eisen: Schlägergattung mit schmalem Schlägerblatt aus Stahl. Sie werden für kürzere Distanzen und vor allem das präzise Spiel in Richtung Fahne eingesetzt.

Callaway: Golfschläger-Hersteller aus Carlsbad (Kalifonien), dessen Big Bertha- und Big Bertha Warbird-Schläger in den 90ern zu Megasellern wurden.

Megaseller: etwas, dass sich seeeeeehr gut verkauft *g*

Range: Kurzform von Driving Range - die "Übungswiese" eines Golfclubs

Drive: der erste, lange Schlag an einem Loch

Fairway: die kurzgemähte Spielbahn zwischen Abschlag und Grün eines Lochs

Rough: längeres oder ungemähtes Gras neben den Fairways, erschwert das Spiel

Hook: Schlag, der nicht gerade, sondern in einer Kurve nach links fliegt

Slice: Schlag, der nicht gerade, sondern in einer Kurve nach rechts fliegt

Reminder: ein dezenter Längswulst an der Unterseite des Griffs, der helfen soll, den Schläger korrekt zu greifen

Schlagfläche geschlossen: Schlagfläche nach links verdreht

Schlagfläche offen: Schlagfläche nach rechts verdreht

Loft: die Neigung der Schlagfläche, die die Flugbahn und (neben der Schaftlänge) die Distanz bestimmt. 9° Loft bedeutet, dass die Schlagfläche um 9° aus der Senkrechten gekippt ist.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
sabo2706

sabo2706

22.09.2004 12:51

Der Bericht gefällt mir gut. Auch die Legende für "Nichtgolfer" finde ich sehr nützlich! Da ich gerade mit dem Golf spielen begonnen habe und mit einem Komplettset übe (auch von ebay) fehlt mir natürlich der Vergleich zu den grossen Marken.

corfue

corfue

25.11.2003 13:25

schöner Bericht, auch wenn ich lieber Badmintn spiel. LG Corfue

OllerTeddy

OllerTeddy

21.11.2003 00:34

Wirklich ne gute Idee mit dem Glossar - da hab ich doch wieder glatt was gelernt. Ich wusste doch immer: das Internet bildet ;-) Gruß Der Olle

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