Camcordern - Tipps & Tricks

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... Leider bedeutet besser in diesem Falle auch aufwendiger und teurer, daher finden optische Systeme nur Einsatz in höherpreisigen Camcordern. Ein elektronisches System welches beinahe an die optischen Systeme herankommt ist das Super-Steady-Shot-System von Sony. - Zusätzlich zu den vorhandenen ... Bericht lesen





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Video goes digital
Erfahrungsbericht von Bookmaker über Camcordern - Tipps & Tricks
31.03.2001


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Bildqualität, Ausstattung, leichte Computerbearbeitung
Kontra: noch etwas teurer als analoge Camcorder

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Fotografieren ist schön. Man kann Ereignisse des eigenen Lebens und des Lebens der Familie im Bild festhalten. Urlaubserinnerungen werden erst durch Fotos richtig lebendig. Fotos sind tolle Beweise dafür wo man überall war, wen man alles getroffen hat.

Aber das läßt sich natürlich noch steigern. Noch viel schöner als Erinnerungen auf stehenden sind Erinnerungen in bewegten Bildern. Seit vielen Jahren ist dies auch dem ganz normalen Menschen nicht mehr verschlossen, preiswerte Camcorder machen es möglich. Ob Tante Frieda sich in die Torte setzt, der Nachwuchs die ersten Schritte tut oder der stolze Fußballer das entscheidende Tor im wichtigsten Spiel der Saison erzielt: all das kann für die Nachwelt verewigt und später den staunenden Zuschauern vorgeführt werden als wären sie live dabei.

Auf dem Camcorder-Markt tut sich zur Zeit einiges. Die althergebrachten Systeme VHS-C und Video 8 verschwinden immer mehr, auch die verbesserten Nachfolger SVHS-C und Hi8 kitzeln gerade noch das Letzte aus der verfügbaren Technik heraus. Die Wachablösung steht längst schon nicht mehr in den Startlöchern sondern hat diese bereits verlassen. Video goes digital - das ist die Zukunft. In Fragen der Bildqualität können die neuen digitalen Systeme um das gute alte VHS-C und Video 8 Kringel laufen, und auch SVHS-C und Hi8 werden oft genug blaß vor Neid - speziell dann wenn es um Bearbeitung und Kopieren geht. Wer sich heute also einen neuen Camcorder zulegt sollte sich sehr genau überlegen ob er nicht gleich in ein digitales System investiert. Die Preise sind mittlerweile in erträglichen Regionen angelangt, Sonderangebote für 1000 DM sind selten aber mit ein wenig Glück zu finden, normale Einsteigerpreise im Versandhandel beginnen bei Auslaufmodellen bei rund 1200 DM.

Zwei Systeme streiten sich um den digitalen Markt: das schon etwas länger verfügbare MiniDV-System und das erst seit etwa zwei Jahren erhältliche Digital-8-System. Die Namen zeigen schon an wo die beiden Konkurrenten ihre Wurzeln haben: MiniDV ist die camcordertaugliche Miniaturausgabe des DV-Systems, Digital 8 die digitale Weiterentwicklung von Video 8. Für welches soll man sich also entscheiden?

Beiden gemeinsam ist ersteinmal die hohe Bildqualität. Unterschiede gibt es da eher zwischen den verschiedenen Herstellern als zwischen den Systemen. In der Ausstattung sieht es genauso aus: vom etwas spärlich ausgestatteten Einsteigermodell bis zum mit Extras überschütteten Topmodell gibt es in beiden Welten Exemplare. (Zu ein paar einzelnen Ausstattungspunkten und deren Sinn komme ich später noch.)

MiniDV-Kassetten sind kleiner als Digital-8-Kassetten - letztere sind praktisch die gleichen Kasseten die schon für das angegraute Video-8- und Hi8-Format Verwendung finden. Zwar gibt es Extra-Kassetten für Digital 8, aber man kann auch die billigeren Normalausführungen verwenden. Aus der Größe der Kassetten ergibt sich zwangsläufig die Größe der Kameras: die kleinsten Digitalen Camcorder gibt es für das MiniDV-Format - allerdings stellt sich die Frage wie klein ein Camcorder eigentlich sein darf um noch gut nutzbar zu sein. Miniaturisierung hat immer dort Grenzen wo sie zu Lasten der Bedienbarkeit geht. Hier muß jeder selbst entscheiden wie klein es für ihn sein darf, je nach Handgröße und Verwendungszweck (eine größere und schwere Kamera sorgt meiner Meinung nach auch für bessere, wackelfreie Bilder). Wer jedoch die Jackentaschenkamera braucht kommt an MiniDV nicht vorbei. Andererseits sind gerade die MiniDV-Geräte feinmechanische Meisterwerke - und daher auch etwas anfälliger bezüglich der mechanischen Stabilität. Die Digital-8-Mechanik basiert auf dem jahrzehntelang bewährten Video-8-System - natürlich auf höchstem Standard. Wenn man natürlich auch keines der Geräte zu Falltests verwenden sollten so traue ich es dem Digital-8-System noch ein klein wenig eher zu einen kleinen Knuff vertragen zu können.

Ein weiterer Vorteil des Digital-8-Systems welcher besonders Umsteigern Rechnung trägt ist, daß die meisten (nicht alle!) Geräte auch die Aufnahme der älteren 8mm-Systeme abspielen können.

Preislich sind Digital-8-Kameras noch etwas niedriger angesiedelt als MiniDV-Kameras - und auch die Kassetten sind billiger. Hier ist auch der erfreulichste Einfluß des Digital-8-Erscheinens auf dem Markt zu sehen - dieses preiswerte System hat die Preise des gesamten digitalen Camcordermarktes in eine Abwärtsbewegung gebracht.

Noch ein paar Punkte zu Ausstattungsdetails die man haben muß oder eher nicht braucht - diese Punkte beziehen sich auf beide Systeme:

- Ein schöner, großer Zoom ist eine feine Sache. Mindestens 10fach ist Standard, 16fach guter Durchschnitt, 20- bis 25fach die Königsklasse. Wobei hier ausschließlich vom optischen Zoom die Rede ist! Viele Hersteller werben mit enormen Zoomwerten, die allerdings immer durch Digitalzoom erreicht werden. 100fach, 400fach, 560fach - wers glaubt wird seelig. Mit einem "echten" Zoom hat das nichts zu tun, diese Vergrößerungen werden rein elektronisch zusammengerechnet, die Ergebnisse haben dann mit der Realität nur noch wenig zu tun.

- Zu einem großen Zoom gehört - damit er auch nutzbar ist - ein Bildstabilisator. Jeder der schon einmal mit hohen Zoomwerten gefilmt hat kennt das Problem: 4fach, 5fach bringt noch erträgliche Resultate, je höher man aber geht umso mehr machen sich die unvermeidbaren Wackler der Hand bemerkbar bis man bei einem Stilleben glaubt ein Bild von hoher See bei Windstärke 12 vor sich zu haben. Zwei Systeme streiten auch hier um die Gunst der Käufer: optisch und elektronisch. Wie beim Zoom selbst gilt hier: optisch ist besser. Der optische Stabilisator arbeitet mit verschiebbaren Linsen im Objektiv und läßt die Elektronik (die sich die Realität gerne so zurechtbiegt wie es ihr in den Kram paßt) außen vor. Ein elektronischer Stabilisator nutz Reserveflächen auf dem Aufzeichnungschip aus um das "Bild" entgegen dem Wackeln des Nutzers auf dem Chip hin- und herzuschieben. Leider bedeutet besser in diesem Falle auch aufwendiger und teurer, daher finden optische Systeme nur Einsatz in höherpreisigen Camcordern. Ein elektronisches System welches beinahe an die optischen Systeme herankommt ist das Super-Steady-Shot-System von Sony.

- Zusätzlich zu den vorhandenen Automatiken für Weißabgleich, Schärfe usw. usf. wird sich der engagierte Filmer über manuelle Kontrollmöglichkeiten, über Motivprogramme und Bild-/Trickeffekte freuen.

- Preiswerte Camcorder verzichten auf einen LCD-Monitor und bieten nur den altbekannten Sucher - mal in schwarzweiß, mal in Farbe. Ein LCD-Monitor, auch wenn er klein ist, eröffnet ganz neue Filmwelten und erlaubt auch die Aufnahme in Situationen in denen man per Sucher aufgeschmissen wäre.

- Besonders erfreut den Filmer die einfache Möglichkeit digitale Videos per Computer zu bearbeiten. Die in allen Apple-Rechnern serienmäßige und in anderen Rechnern nachrüstbare Firewire-Schnittstelle (auch iLink genannt) sorgt für problemlose Verbindung zwischen Camcorder und Rechner. Bei preiswerten Camcordern funktioniert die "DV-Buchse" nur als Ausgang zum Rechner (DV-Out), bearbeitete Filme können nicht zurück in den Camcorder überspielt und dort auf Band aufgenommen werden (DV-In). Von vielen Modellen gibt es Modelle mit und ohne DV-In (z.B. Canon MV300 und MV300i), bei vielen Modellen ohne DV-In kann dies nachträglich per Software oder Zusatzteil freigeschaltet werden.

- Die Standardakkus sind meist recht klein dimensionert, teilweise ist der Kauf eines Zusatzakkus zwingend erforderlich. Beste Laufzeiten bieten hier die von Sony verwendete Stamina-Akkus.

- Viele Camcorder werben auch mit einer Fotofunktion für Standbilder. Das ist durchaus eine nette Zugabe, kann jedoch mit den Ergebnissen "echter" digitaler Fotoapparate nicht konkurrieren.

- Gleiches gilt für Nachtaufnahme- oder 0-Lux-Funktion. Eine nette Zugabe, mehr aber auch nicht.

So, und jetzt reichts ;-) Ich habe garantiert vieles vergessen, aber ich hoffe daß dieser Roman doch einigen bei der Entscheidungsfindung hilft.   
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Bewertung für Camcordern - Tipps & Tricks von falkD

Pro: A
Kontra: D

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