EOS 10D - der Hammer...
20.09.2003 (09.10.2003)
Pro:
Multimedia - tauglich
Kontra:
optischer Verlängerungsfaktor
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Verarbeitung
Ausstattung
Bildqualität
Akkulaufzeit
Bedienung
mehr
 rpauli
Über sich:
Mitglied seit:04.08.2000
Erfahrungsberichte:22
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 34 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Canon EOS 10D – eine echte Alternative zu Kleinbild Die neue Canon EOS 10D ist eine digitale EOS-Spiegelreflexkamera für semiprofessionelle Fotografen bzw. ernsthafte Fotoamateure. So oder ähnlich war es in der Fachpresse mehrfach zu lesen. Ob dies zutrifft, möchte ich heute an Hand persönlicher Erfahrungen dokumentieren.
Da die neue EOS 10D den problemlosen Umstieg auf die digitale Fotografie mit allen Möglichkeiten des Canon EOS-Systems ermöglicht, hatte ich mich entschlossen, zum Digitallager zu wechseln. Entscheidend für mich war, dass ich all meine hochwertigen Canon EF-Objektive sowie das komplette Zubehör weiter nutzen kann. Das Magnesium-Gehäuse sorgt für Robustheit im täglichen Einsatz und liegt griffig in der Hand. Die Bedienung ist ebenfalls hervorragend. Ein kleines Drehrad befindet sich an der Kameraoberseite und ein großes Daumenrad (abschaltbar) auf der Rückseite der Kamera. Diese haben sich bereits bei meiner EOS 3 bestens bewährt. Gerade wenn’s mal schnell gehen muss und die Belichtungsdaten schnell der Situation angepasst werden müssen. Alle notwendigen Informationen befinden sich in einem großen, beleuchtbaren Display auf der Oberseite, ebenfalls wie gehabt. Die bernsteingelbe Beleuchtung gefällt hier besser, da besser ablesbar als das blassgrüne Display der EOS3. Zusätzlich gibt es auch eine Anzeige im direkt im Sucherdisplay mit den wichtigsten Belichtungsdaten.
Auf der Rückseite befindet sich ein 1.8" TFT – Display mit etwas dürftiger Auflösung, gerade kontrastreich genug, auch für den Einsatz bei Tage. Sehr schade finde ich, dass die Verwendung des Displays als „Sucher“ wie bei wesentlich einfacheren Modellen vor der eigentlichen Aufnahme nicht aktiviert ist. Es dient lediglich zur reinen Bildkontrolle nach der Aufnahme. Sieben AF-Felder, die man auch manuell anwählen kann, reichen nach meinen Erfahrungen völlig aus. Mit meiner EOS 3 mit Eye-Focus (Autofokusfelder mit dem Auge "auswählbar"), war ich in punkto Fokussierung nicht schneller, trotz ihrer 45 Messfelder. Kleiner Wermutstropfen: Der Autofocus arbeitete erst dann präzise, nachdem der freundliche Canon Kundendienst nachgebessert hatte.
Laut technischer Beschreibung hat die Kamera eine Auslöseverzögerung von nur ca. 80 Millisekunden und die Serienbildgeschwindigkeit von 3 Bildern/Sekunde. Für mich ausreichend, für reine Sportfotografen auf alle Fälle zu träge. Der Canon-Autofokus arbeitet mit meinen Ultrasonic-Objektiven gewohnt präzise, superschnell und auch bei schlechteren Lichtverhältnissen zuverlässig. Wie gehabt gibt die klassischen drei Canon AF-Funktionen, wie zum Beispiel: AI Servo AF, AI Focus AF und One Shot AF. Der leistungsfähige DIGIC-Prozessor sorgt im Zusammenspiel mit dem 6,3 Megapixel CMOS-Sensor für eine exzellente Bildqualität. Der CMOS-Sensor liefert 6,3 Megapixel Auflösung und ist die Grundlage für digitale Fotos, selbst im Format 18x24 und größer gedruckt werden können.
Die Brennweitenverlängerung von 1.6 ist gewöhnungsbedürftig. (so wird die 28mm Brennweite zu einer 45mm BW). Mein ganzer Stolz ein Canon EF 16-35 mm 1/2.8 L USM, dies sorgt normalerweise bei analogen Kameras für sensationelle Weitwinkelaufnahmen, mit der EOS 10D wird es fast zum normalen Weitwinkel „degradiert“. Neu ist die Bracketing-Funktion, welche für den korrekten Weißabgleich zuständig ist sowie die gleichzeitige Aufzeichnung in den Formaten JPEG und RAW. Damit kann man sich bewusst entscheiden zwischen dem reinen „Urlaubsfoto“ oder dem „professionellen Magazinfoto“. Mich störte dabei, dass sich der RAW-Modus generell nur bei Abschaltung der Vollautomatik zuschalten ließ. Bei Nutzung des RAW-Modus ist die anschließende Bildbearbeitung am PC Pflicht, was mir als ernsthafter Photoshop 6.0 Anwender entgegen kommt. Unter Parameter im Menü ist es sogar möglich, den Farbraum (sRGB) speziell auf Adobe abzustimmen.
Der große Empfindlichkeitsbereich von ISO 100-3200 sorgt in jeder Situation für die passende Empfindlichkeit. Damit wird die EOS 10D unterschiedlichsten Anforderungen und fotografischen Situationen gerecht. Ein kleiner Blitz ist integriert. Aber bei ernsthaften Innenaufnahmen oder Portrait-Aufnahmen weicht man doch schnell auf einen guten externen Blitz aus. Die Ausleuchtung des internen Blitzes lässt doch zu wünschen übrig. Mein „gutes altes“ Canon-Blitzgerät EX 550 (E-TTL) wurde bisher immer meinen recht hohen Ansprüchen gerecht. Mit der EOS 10D stehen drei Messmodi zur Verfügung. Die Mehrfeldmessung, Selektivmessung und die mittenbetonte Integralmessung. Leider vermisse bei meiner Neuen die reine Spotmessung (2%), welche ich bei meiner EOS3 lieb gewonnen hatte.
Was sonst noch interessiert: Sehr gut finde ich das Menüprogramm Individualfunktionen, Hierzu möchte ich nicht näher eingehen, da es den Rahmen sprengen würde. Nur soviel sei gesagt, damit kann eine 0815 EOS zu (m)einem individuellen Arbeitsgerät getrimmt werden.
Die EOS 10D unterstützt als erste Canon EOS Digitalkamera die D-SLR Direct-Print-Funktion. Damit kann er seine Fotos ohne PC direkt auf einem Canon Fotodrucker ausgeben. Mit der beigelegten Software von Adobe (Photoshop Elements 2) lassen sich die Photos einiger Maßen anspruchsvoll weiterbearbeiten, bei mindestens 512 MB Arbeitsspeicher. Ansonsten sind Systemabstürze vorprogrammiert. Die EOS 10D verfügt auch über eine USB-Schnittstelle zur Datenübertragung zum PC. Hier hätte ich mir eine FireWire-Schnittstelle gewünscht, zwecks schnelleren Datentransfers. Diese ist leider nur am Profimodell zu finden. Warum eigentlich?
Ein nettes Features ist, dass wenn man beispielsweise im Hochformat fotografiert, sich das Bild „intelligent“ mit dreht. Genau so, wie es auch im Nachhinein möglich ist, per Menüsteuerung das Bild zu drehen. Im Lieferumfang befinden sich u.a ein Lithium-Ionen Akku, Ladegerät/Netzteil, USB-Kabel, Adobe Photoshop Elements, diverse Canon Software sowie ein ausführliches Handbuch. Eine Speicherkarte ist nicht mit dabei, schade eigentlich. Empfehlenswert für Berufsfotografen ist eine 1GB-CF-Speicherkarte. Die Preise liegen hiefür bei ca. 245,00 €. Die Kapazität bei höchster Auflösung beträgt hier 365 Bilder.
Ich habe den Wechsel zur Digitalfotografie als durchaus positiv empfunden, zumal ich meine gesamte Fotonachbearbeitung fast ausschließlich an den PC verlagert habe. Dank guter Nachbearbeitungsprogramme ein innovativer Fortschritt zu früher. Denke ich manchmal an meine Dunkelkammerzeiten zurück, bleibt eigentlich nur noch ein müdes Lächeln. Für einen Preis von nur 1368,00 € bekommt man also eine Menge geboten. Hier noch einmal kurz die Vor-und Nachteile der EOS 10D zur analogen Profikamera EOS3:
Vorteile: · Bei der digitalen Bildbearbeitung am PC hat man endlich selbst Einfluss auf das Endergebnis, so wie früher in der Dunkelkammer, nur eben viel komfortabler, · Keine Qualitätseinbusen bei den Farbvergrößerungen, · sehr schnell reagierender Autofokus, · neues Modus-Wählrad für diverse Grund–und Kreativprogramme, · endlich eine Dioptrieneinstellung an der Augenmuschel, · keine Abhängigkeit von Filmen mehr, · keine teuren Fotobatterien - Akku kann jederzeit in nur 90min. nachgeladen werden, · integriertes Blitzgerät für den Notfall vorhanden, · wesentlich einfacherer Zugriff auf die Einstellungen von Individualfunktionen über die Menüsteuerung im Display an der Rückseite. Nachteile: · bedeutend langsamere Serienbildfunktion, · verfügt nur über 3 Messmodi.- Es fehlt die reine Spotmessung (2%), wie sie bei der EOS3 zu finden war. · Belichtungsreihenautomatik ist m.E. etwas umständlich über das Menü zu aktivieren, . optischer Verlängerungsfaktor von 1,6
Ich würde den Kauf jederzeit wieder tätigen und kann die EOS10D auf alle Fälle weiterempfehlen.
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06.10.2003 21:41
Sehr hilfreich wäre jetzt noch gewesen zu erfahren, was diese Autofocus-Modi denn bewirken? "AI-Servo" etc.? Kennst Du einen Digi-SLR-Hersteller, der ein TFT-Display als Sucher verwendet? Der Aufwand wäre doch arg verschwenderisch, finde ich, ein Prisma, Schwingspiegel und dergl. mehr einzubauen und dann doch mit dem Display als Sucher zu arbeiten.
23.09.2003 01:23
wow ein bericht der ja super in die tiefe der kamera geht, sowas würde ich gerne öfter lesen
20.09.2003 21:43
Guter Bericht - aber leider nicht in meiner Preisklasse. Gruß Dotti