Funktionalität trifft Leidenschaft
10.02.2007 (14.03.2007)
Pro:
rauscharmer Sensor, hohe Geschwindigkeit, Funktionsvielfalt, Bildqualität
Kontra:
- - - -
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Verarbeitung
Ausstattung
Bildqualität
Akkulaufzeit
Bedienung
mehr
 stefbl
Über sich:
Kaum schreibt man mal wieder Berichte, schon sind sie wieder da: Die unsäglichen Anfragen für Leseru...
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Vor etwas mehr als zwei Jahren sammelte ich mit der 300d von Canon die ersten Erfahrungen im Bereich der digitalen Spiegelreflexfotografie. Zwei Jahre lang war die Kamera meine treue Begleiterin - doch mit wachsenden Kenntnissen stiegen auch meine Ansprüche. Obwohl die 300d nach wie vor exzellente Bildergebnisse lieferte, stieß ich speziell in Punkto Detailausstattung und Schnelligkeit immer häufiger an ihre Grenzen. Das neue Objekt der Begierde war bereits im Frühsommer 2006 ausgemacht: Die 30d von Canon - DIE Kamera meiner Träume. Immer wieder drückte ich mir an den Vitrinen in den Fotogeschäften die Nase platt, immer neidischer blickte ich auf andere Fotografen, die das gute Stück bereits ihr Eigen nennen durften. Als im Dezember der Preis der Kamera endlich unter 1100 Euro sank und Canon noch dazu eine 150-Euro-Cashback-Aktion im Angebot hatte (man bekommt 150 Euro vom Kaufpreis über die Canon-Zentrale zurückerstattet, wenn man den Barcode der Verpackung und eine Rechnungskopie der Kamera einschickt), schritt ich zur Tat. Seit kurz vor Weihnachten befindet sich meine Traumkamera nun in meinem Besitz. Und heute, viele hundert Bilder später, habe ich sie mittlerweile so gut auf Herz und Nieren testen können, dass ich meine gemachten Erfahrungen nun in einem Bericht wiedergeben möchte. *** Der erste Eindruck: Liebe auf den ersten Blick ***
Schon der erste intensive Kontakt mit dem schwarzen Gehäuse, das ich aus dem typisch weiß-roten Canon-Karton packte, konnte mich in Begeisterung versetzen. In den Händen hielt ich einen schweren, soliden Canon-Body, der durch seine hochwertige Magnesiumlegierung meine alte 300d im direkten Vergleich zum Spielzeug degradierte. Mit einem Gewicht von 700 Gramm ohne Objektiv handelt es sich bei der 30d allerdings keineswegs um ein Leichtgewicht, so dass man beim Fotografieren je nach Objektiv auch mal gut und gerne ein ganzes Kilo oder mehr in den Händen hält. Für einige mag dies vielleicht bereits zu schwer sein. Ich hingegen bevorzuge eher schwere Kameras, weil ich erst dann das Gefühl habe, richtig etwas in der Hand zu haben und das Gerät bewusster steuern zu können. Neben einem Tragegurt, Schnittstellen- und Videokabel, Akku-Ladegerät und der Kamera-Software gehörte auch ein Lithium-Ionen Akku vom Typ BP-511A zum Lieferumfang, was für mich den Vorteil hatte, dass ich den für meine 300d gekauften Zweitakku auch in der 30d weiter verwenden konnte. Da ich von der Ankunft der Kamera wusste und letzteren bereits in weiser Voraussicht aufgeladen hatte, musste ich die schwarze Schönheit nur noch mit meiner Transcend 2GB Compactflash-Karte füttern und mein Tamron 17-50 Millimeter-Objektiv mit 2,8 Lichtstärke anschrauben, um gleich mit den ersten Fototests beginnen zu können. Wer noch nie vorher mit einer digitalen Canon-SLR gearbeitet hat, sollte vorab auf jeden Fall die übersichtlich gestaltete Anleitung lesen, um sich mit den Grundfunktionen der Kamera vertraut zu machen. Aufgrund meiner bereits zweijährigen Canon-Digital-Erfahrung erschloss sich mir ein Großteil der Bedienung jedoch - obwohl es zur 300d deutliche Unterschiede gibt - weitestgehend intuitiv.
*** Die Grundausstattung *** Ein echter Hingucker an der 30d ist der 2,5 Zoll große TFT-Monitor auf der Rückseite der Kamera, was einer Abmessung von 230.000 mal 180.000 Bildpunkten entspricht. Der Monitor meiner 300d war deutlich kleiner. Der Vorteil des größeren Monitors liegt klar auf der Hand: Er bietet nun bessere Möglichkeiten, die Bilder direkt im Anschluss an die Aufnahme zu kontrollieren und zumindest schon einmal einen groben Eindruck davon zu bekommen, ob das Motiv nun brauchbar oder doch eher für den virtuellen Papierkorb bestimmt ist. Die Helligkeit des Monitors lässt sich über das Kameramenü ganz einfach einstellen, ich war bereits mit der Standardeinstellung zufrieden.
Wichtiger als der Monitor ist jedoch der Sensor der Kamera: Hier wurde in der 30d der 8,2-Megapixel CMOS-Sensor verbaut, der nicht nur bereits seinen Platz in der 350d gefunden hatte, sondern auch in den Profi-Modellen wie zum Beispiel der EOS 1D Mark sitzt. Die Abbildung erfolgt mit einem Crop-Faktor von 1,6. Fotografiert werden kann mit EF und EF-S-Objektiven. Bei EF-S-Objektiven handelt es sich um Linsen, die speziell für den Betrieb an digitalen Kameras ausgelegt sind, reine EF-Objektive - hier befand sich zum Beispiel noch ein altes Teleobjektiv von meiner alten analogen Canon EOS 500 in meinem Besitz - können an der 30d jedoch nach wie vor verwendet werden.
Links oben auf der Kamera befindet sich das Programm-Wahlrad, mit dem man sich zwischen einem Vollautomatik-Betrieb, Motivprogrammen und Kreativ-Programmen unterscheiden kann. Darauf werde ich später noch genauer eingehen. Neben dem integrierten Ausklapp-Blitz befindet sich auf der rechten Seite ein kleines Display, der Schalter für das Display-Licht, eine Taste zur Wahl des Weißabgleichs und der Focus-Art, eine Taste zum Einstellen der ISO-Zahl sowie eine weitere Taste zur Auswahl von Messmodus und Belichtungskorrektur befindet. Wichtigstes Tool auf der Oberseite der Kamera ist jedoch neben dem Auslöser, der sich bequem mit dem rechten Zeigefinger bedienen lässt, das so genannte Haupt-Wahlrad, mit dem verschiedene aufnahmespezifische Einstellungen vorgenommen werden können - zum Beispiel die Wahl der richtigen Blende im Kreativprogramm AV.
Wichtigstes Bedienelement auf der Rückseite der Kamera rechts neben dem Monitor ist hingegen das Schnelleinstellrad. Mit ihm erfolgt die Navigation durch die verschiedenen Menü-Programme und seine Existenz stellt in der Bedienung den größten Unterschied gegenüber der 300d dar. In kürzester Zeit hat man sich jedoch daran gewöhnt. Etwas links daneben ist außerdem der so genannte Multicontroller angebracht. Dabei handelt es sich um eine Art Mini-Joystick, mit dem man u.a. ein AF-Messfeld auswählen kann. Ihn benutze ich jedoch eher selten. Ein Unterschied zur 300d ist auch die Positionierung des Anschaltknopfs, der sich nicht mehr oben neben dem Programmwahlrad, sondern rechts unten neben dem Display befindet. Neben den Einstellungen "On" und "Off" gibt es hier noch eine dritte Position, die das Schnelleinstellrad an der Rückseite freigibt. Dies ist zum Beispiel dann erforderlich, wenn man im komplett manuellen Modus arbeitet. Über das Schnelleinstellrad erfolgt dann beispielsweise die Auswahl der Blende.
Links neben dem Monitor sind schließlich die Tasten für die Bildwiedergabe und - ganz wichtig - die Menüanzeigetaste untergebracht. Hat man den Menü-Knopf gedrückt, wird selbiges auf dem Display angezeigt und man kann mit Hilfe des Schnelleinstellrades die Navigation durch die verschiedenen Unterpunkte vornehmen. Ein wesentlicher Menüpunkt befindet sich gleich an erster Stelle: Hier wird die Bildqualität bestimmt, zur Auswahl stehen die JPEG-Optionen L (3.504 x 2.336 Bildpunkte), M (2.544 x 1.696 Bildpunkte), S (1.728 x 1.152 Bildpunkte) sowie RAW (3.504 x 2.336 Bildpunkte) - auf Wunsch auch in unterschiedlichen Kombinationen und mit wahlweisen Abstufungen zwischen grob und fein. Die Auswahl eines Menü-Feldes wird durch einen Druck auf den Knopf in der Mitte des Schnelleinstellrades vorgenommen. Was sich aufgrund der Funktionsfülle hier jetzt nach einer komplizierten Bedienung anhört, ist im praktischen Einsatz der Kamera allerdings gar nicht so schwer, wenn man sich erst einmal damit auseinandergesetzt hat. Man darf bei der 30d auf keinen Fall vergessen, dass es sich hierbei nicht um eine Knips-und-Fertig-Anfängerkamera, sondern um ein Profi-Gerät handelt, die natürlich auch andere Bedürfnisse als einfache Schnappschuss-Knipser haben. Letztere werden sich jedoch sowieso eher für eine Kompaktkamera und nicht unbedingt für eine digitale SLR entscheiden. Dies ist jedoch Ansichtssache.
Eine komplette Übersicht über die gesamten Features der Kamera möchte ich an dieser Stelle nicht einstellen. Sie ist bestens aufgehoben auf der Canon-Seite und unter folgendem Link zu finden: http://www.canon.de/For_Home/Product_Finder/Cameras/Digital_SLR/EOS_30D/ind ex.asp?specs=1 *** Die Aufnahmeprogramme ***
Wichtig für die Art des zu fotografierenden Motivs ist die richtige Wahl eines Aufnahmeprogramms. Wie bereits oben erwähnt, erfolgt auch an der 30d die Auswahl eines Programms über das Programm-Wahlrad, das sich in nahezu gleicher Gestaltung bereits an analogen Canon-EOS-Programmen befand. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, kann sich hier natürlich für das grüne Kästchen und somit für die Vollautomatik entscheiden. Hier wählt die Kamera Blende und Belichtungszeit aus, entscheidet selbst, ob der interne Blitz ausgeklappt werden muss oder nicht - und wenn man ein Motiv fokussieren möchte, muss einfach der Auslöser halb durchgedrückt werden. Diese Art zu fotografieren ist natürlich die einfachste - allerdings auch die langweiligste. Wer sich mehr Kreativität bei der Bildgestaltung wünscht, sollte sich anfangs mit den Motivprogrammen und später - umso besser! - mit den Kreativprogrammen auseinandersetzen. Denn dann fängt Fotografie an, richtig Spaß zu machen. Als Motivprogramme stehen die Modi Portrait, Landschaft, Nahaufnahme, Sport und Nachtaufnahme zur Verfügung. Ferner gibt es ein Programm "Blitz aus", das den Blitz deaktiviert. In den anderen Programmen passt sich die Kamera automatisch an die eingestellte Aufnahmesituation an. So wird im Programm "Nahaufnahme" mit einer großen Blende gearbeitet, um den Hintergrund schön unscharf zu machen, das gleiche erfolgt im Modus "Portrait". Im Sport-Programm setzt die Kamera auf sehr kurze Belichtungszeiten, um die Bewegungen - beispielsweise von Fußballspielern - einzufrieren. Wer zum ersten Mal mit einer digitalen SLR arbeitet, ist mit diesen Programmen meiner Ansicht nach deutlich besser beraten, als einfach nur auf den grünen Vollautomatik-Klotz zu setzen. Mit ein bisschen Übung lassen sich hier in der Regel sehr gute Bilder erzielen und man spart sich die Entscheidung, welche Blende eigentlich die beste ist.
Richtig Spaß macht die digitale SLR-Fotografie hingegen erst mit den Kreativprogrammen. Sie haben den Vorteil, dass man nicht nur mehr Einfluss auf das Verhalten der Kamera nehmen kann - sie ermöglichen auch ein manuelles Einstellen der ISO-Empfindlichkeit. Im Gegensatz zur 300d bietet die 30d hier nicht nur Einstellmöglichkeiten im Bereich von 100 bis 1600 ISO - man kann darüber hinaus auch Drittelstufen (z.B. 125 ISO) wählen, was je nach Lichtstimmung und zur Vermeidung von Bildrauschen durchaus sehr praktisch sein kann. Wer mit den Kreativprogramm arbeiten, sich aber über die Themen Blende und Belichtungszeit noch nicht so ganz im klaren ist, findet im Programm P auch hier eine Art Vollautomatik. Im Gegensatz zur Vollautomatik mit dem grünen Kästchen hat diese jedoch den Vorteil, dass der Blitz nicht automatisch ausklappt, sondern dazugeschaltet werden kann und sich die Kombination von Blende und Belichtungszeit noch proportional beeinflussen lässt. Wählt die Kamera im Modus P beispielsweise Blende 8 und eine dem Lichtverhältnis angepasste Belichtungszeit aus, man möchte jedoch lieber mit Blende 4 arbeiten und so die Tiefenschärfe verringern, so kann man in diesem Fall das Haupt-Wahlrad drehen und Blende und Belichtungszeit gleichzeitig passend verringern. Damit unterscheidet sich der Modus P jedoch komplett vom Modus M, bei dem Blende und Belichtungszeit beide von Hand eingestellt werden.
Eine Zwischenlösung bieten die Modi TV (steht für time value = Zeitvorgabe) und AV (apertue value = Blendenvorgabe). Wie der Name schon sagt, wählt man im Modus TV die gewünschte Belichtungszeit aus (von 1/8000 Sekunde bis 30 Sekunden), während die Kamera die passende Blende dazu wählt. Im Modus AV ist das genau umgekehrt: Zur gewählten Blende passt die Kamera die Belichtungszeit an. Hier muss ich sagen, dass der AV-Modus eigentlich mein Lieblingsmodus ist. Rund 70 Prozent meiner Bilder entstehen in diesem Kreativprogramm, der Rest hauptsächlich im Programm M. Ein weiteres Kreativprogramm heißt A-DEP, wohinter sich die so genannte Tiefenschärfeautomatik verbirgt. In diesem Programm versucht die Kamera, eine möglichst große Schärfentiefe zu erzielen, was besonders bei Gruppen- und Landschaftsaufnahmen von großem Interesse ist. Eine Empfehlung, das eine oder andere Programm zu verwenden, möchte ich an dieser Stelle allerdings nicht geben. Hier hängt so viel vom persönlichen Fotografierverhalten und der Wahl der Motive ab, so dass ich kein Pauschalrezept empfehlen kann. Je länger man mit der Kamera arbeitet, umso mehr merkt man jedoch, welcher Modus für welche Bildart am geeignetsten ist. Hier sollte man auch durchaus einmal wild experimentieren - die Ergebnisse sind oft interessant und spannend.
*** Fokusauswahl, Belichtungsmessung und Individualstile *** Dass die 30d eine Kamera ist, die sich an ambitionierte Hobbyfotografen und Profis richtet, erkennt man unter anderem auch daran, dass sie in einigen Bereichen möglichst viele Eingriffs- und Auswahlmöglichkeiten gibt. Damit gibt sie dem Fotografen die Möglichkeit, so viel Einfluss auf sein Bild wie möglich zu nehmen und die Gestaltung nicht einfach der Kamera zu überlassen.
Einflussmöglichkeit besteht an der 30d beispielsweise bei der Wahl des Belichtungsverfahrens. Hier stehen eine Mehrfeldmessung, die mittelbetonte Integralmessung, eine Selektivmessung und eine Spotmessung zur Auswahl. Letztere ist im Vergleich zur 300d neu dazugekommen und bietet die Möglichkeit, die Belichtungsmessung auf ein bestimmtes Motivdetail zu beschränken - sehr praktisch unter anderem bei Gegenlichtaufnahmen. Standard ist hingegen die Mehrfeldmessung, hier erfolgt die Belichtungsmessung über das gesamte Messfeld. Auswahlmöglichkeiten bestehen jedoch auch beim AF-Modus. Hier bietet die Kamera die Einstellmöglichkeiten One Shot, AI Focus und AI Servo, wobei AF One Shot für statische Objekte und AF Servo für bewegliche Objekte gedacht ist. Hier führt die Kamera die Schärfe laufend nach. Im AI Focus-Modus nimmt einem die Kamera die Auswahl zwischen One Shot und Servo ab und schaltet automatisch von One Shot auf Servo um, wenn sich ein stehendes Objekt plötzlich bewegt. Da dies recht praktisch ist, ist AI Focus auch in der Regel meine Standardeinstellung.
Ein richtiges Paradies an Bildgestaltungsmöglichkeiten offenbart sich außerdem durch die Menü-Funktionen "Bildstile" und "Individualfunktionen". Mit der Funktion "Bildstil" kann bewusst Einfluss auf bestimmte Bildeffekte genommen werden - so stehen Standard, Portrait, Landschaft, Neutral und Natürlich zur Auswahl. Außerdem gibt es den Bildstil "Schwarz-Weiß", der es - wie der Name schon sagt! - ermöglicht, Bilder direkt in schwarz weiß aufzunehmen. Auch die Standardeinstellungen in den Bildstilen können aber noch verändert werden bzw. es besteht die Möglichkeit, einzelne Bildstile zu definieren und zu speichern. Einstellungsmöglichkeiten bei den Bildstilen bestehen unter anderem in den Bereichen Schärfe, Kontrast, Farbsättigung und Farbton. Hier kann man der Kamera genau sagen, wie sie ein bestimmtes Bild aufzunehmen hat. Ich habe bis jetzt allerdings die besten Erfahrungen mit den Bildstilen Standard und Neutral gemacht, wobei letzterer die Motive wirklich komplett unverfälscht einfängt und man anschließend am PC noch reichlich Nachbearbeitungsmöglichkeiten offen hat. Eine Fülle von Möglichkeiten bieten auch die Individualfunktionen der Kamera. Insgesamt 19 Stück stehen davon zur Auswahl - unter anderem Spiegelvorauslösung (bei Langzeitbelichtungen u.U. wichtig!), Aktivierung oder Abschaltung des AF-Hilflichts oder Blitzzündung. Es würde an dieser Stelle zu weit führen, auf alle Individualfunktionen einzeln einzugehen, denn damit setzt man sich eh intensiv auseinander, wenn man denn einmal die Kamera in den Händen hält.
*** Im Einsatz *** Kommen wir nun zum wichtigsten Punkt dieses Testberichtes - zur Frage, wie sich die Kamera im alltäglichen Umgang damit bewährt. Hier ist es unschwer zu erraten, dass ich von dem guten Stück einfach mehr als begeistert bin.
Ein richtig dickes Plus an der 30d, womit sie nicht nur meine alte 300d, sondern auch ihren Nachfolger, die 350d, deutlich in den Schatten stellt, ist ihre Geschwindigkeit. Kaum hat man den Einschalt-Knopf auf "On" gestellt, ist die Kamera betriebsbereit - laut einer Angabe, die ich in einem Fachbuch gefunden habe, nach nur 0,15 Sekunden. Dies ist schon einmal ein riesiger Vorteil, wenn es einmal ganz schnell gehen muss. Die Geschwindigkeit zeigt sich jedoch nicht nur beim Einschalten, sondern auch beim Aufnehmen von Reihenaufnahmen. Hier ermöglicht es die 30d, bis zu fünf Bilder in der Sekunde aufzunehmen - wobei dies auch von der verwendeten Speicherkarte abhängt. All diese technische Vielfalt würde jedoch nichts nützen, wenn nicht auch die Bildergebnisse entsprechend herausragend wären. Hier muss ich sagen, dass ich von den Ergebnissen auf der ganzen Linie begeistert bin. Nicht nur die Farbwiedergabe erfolgt gut und realistisch - die 30d beeindruckt auch durch ihr exzellentes Rauschverhalten bei hohen ISO-Zahlen. Wurde es bei der 300d ab ISO 400 manchmal schon kritisch, produziert die 30d Bilder, die auch bei ISO 800 noch tadellos sind und nur in den seltensten Fällen einer Nachbearbeitung mittels Entrauschung am PC bedürfen.
Ein weiterer Grund, der für die 30d spricht, ist der in ihr verbaute Verschluss. Hier hat Canon ein echtes Profi-Bauteil spendiert, denn der Verschluss in der 30d soll auf mindestens 100.000 Auslösungen ausgelegt sein. Kein Vergleich zur 300d oder 350d, bei der der Verschluss nicht selten nach 15.000 oder 20.000 Auslösungen den Geist ausgibt und die Kamera sich einer kostspieligen Reparatur unterziehen muss. Dies rechtfertigt u.a. auch die höheren Anschaffungskosten. Natürlich macht eine gute Kamera alleine noch keine guten Bilder - sie verlangt auch nach guten Objektiven! So stellte sich heraus, dass sie hervorragend mit meinem im Sommer angeschafften Tamrom 17-50 Millimeter mit durchgängiger 2.8er-Lichtstärke harmoniert und auch mit meinem Canon 60mm-Makro echte Wunder vollbringt. Schon an der 300d war ich mit den Leistungen dieser Objektive mehr als zufrieden. An der 30d offenbaren sie jedoch erst wirklich das große Potential, das in ihnen steckt.
Ein dickes Lob spreche ich auch für die Akkuleistung aus: Selbst unter extremen Bedingungen (Kälte) verbraucht die Kamera sehr wenig Energie, so dass ich oft einige hundert Aufnahmen machen kann, ohne den Akku zu wechseln. Ist er dann doch einmal leer, kommt das mitgelieferte Ladegerät zum Einsatz. Nach maximal zwei Stunden ist der Akku dann wieder voll und das Fotografieren kann weitergehen. Ein kleiner Nachteil an der 30d ist lediglich, dass sie beizeiten nach kostspieligem Zubehör verlangt. So konnte ich meinen alten Fernauslöser, den ich bereits an der 300d in Verwendung hatte, nicht mehr an der 30d verwenden, da diese dafür einen anderen Anschluss hat. Hatte ich für den Canon-Fernauslöser für die 300d gerade einmal 15 Euro bezahlt, schlug der Fernauslöser für die 30d gleich einmal mit stolzen 49 Euro zu Buche! Mit so einem großen Preisunterschied hätte ich nicht gerechnet. Bedenken sollte man auch, dass mit einer besseren Kamera auch die Bedürfnisse wachsen! So gibt es auf dem Markt einige interessante Objektive, die wunderbar zu meiner 30d passen würden. Allerdings sind viele davon so teuer, dass ich von einer Anschaffung leider bis auf weiteres absehen werde. Auch bei der Speicherkarte sollte man nicht sparen, sondern in eine gute, große und schnelle Karte investieren. Hier kann ich die Transcend 2GB CompactFlash 120 empfehlen, die nicht nur viel Speicherplatz bietet (über 550 JPEG-Bilder in höchster Auflösung)
Keine Angaben kann ich dazu machen, wie sich die Kamera bei der Bildübertragung per USB-Kabel auf den PC verhält, denn davon mache ich keinen Gebrauch. Ich habe stattdessen den einfachen Weg gewählt und lese die Speicherkarte einfach immer über einen ganz normalen Kartenleser aus. Auch die mitgelieferte Software (ZoomBrowser EX, Digital Photo Professional etc.) habe ich nicht installiert, da ich sie bislang noch nicht gebraucht habe. Ich finde den direkten Zugriff über die Speicherkarte und die anschließende Bearbeitung in Photoshop nämlich praktischer. *** Zusammenfassung und Fazit ***
Ich kann es zum Abschluss nur noch einmal betonen: Die Canon 30d ist eine absolute Traumkamera, die die Bedürfnisse von leidenschaftlichen Fotografen auf der ganzen Linie erfüllt. Obwohl der Anschaffungspreis mit derzeit rund 1.100 Euro nach wie vor hoch ist und die Kamera deswegen weniger für Spaß-Knipser als für ambitionierte Hobby-Fotografen, Semi-Profis und Profis interessant ist, so ist der gebotene Leistungsumfang, die Geschwindigkeit und die erreichbare Bildqualität meiner Ansicht nach jeden Euro wert! Das "Profi-Handbuch zur Canon EOS 30d", das man in der Buchhandlung kaufen kann und die einzelnen Funktionsmöglichkeiten der Kamera noch viel detaillierter als die Gebrauchsanweisung erläutert, bezeichnet die 30d als "Mercedes-Benz unter den digitalen Spiegelreflexkameras auf noch bezahlbarem Preisniveau", mit der man die "Bundesliga der Fotografie" betritt. Und dem habe ich einfach nichts mehr hinzuzufügen. stefbl, 10. Februar 2007
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01.05.2009 21:11
hast du eigentlich schonmal die 40D in der hand gehabt? ich grübele grade ein bisschen...die sind ja schon SCHWER die zweistelligen...aber ich hab meine auch schon fast 4 jahre, bin eh grad gefrustet, weil ich was aufm sensor hab (und auf spiegel/sucher-mattscheibe) ;-) ausserdem hatte ich grad einen praktischen bargeld-zustrom in zusammenhang mit der knipserei...all das macht ja schon nachdenklich :-)
11.12.2007 16:20
Klares "bh", sehr ausführlich und mit einem guten Schuss Faszination beschrieben... dazu tolle Beispielbilder! LG, Andreas
09.08.2007 18:57
absolut top. weniger als bh geht nicht. gruß X