Erfahrungsbericht über

Canon PowerShot A70

Gesamtbewertung (56): Gesamtbewertung Canon PowerShot A70

 

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Ich habe den Absprung geschafft!

4  07.06.2003 (24.11.2003)

Pro:
Kompakt .  Scharfe und farbenfrohe Bilder

Kontra:
Portraitkontrast zu schwach .  Schwerer als andere Kameras .  Innenraumaufnahmen mit Trick zu bewältigen .

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Verarbeitung

Ausstattung

Bildqualität

Akkulaufzeit

Bedienung

mehr


DottiGross

Über sich: Rechtsschreibfehler zu verschenken ;-)

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 154 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Lange Zeit quälte ich mich mit dem Gedanken, eine Digitalkamera zu kaufen. Ja, es war für mich eine Qual, denn ich bin leidenschaftliche Hobbyfotografin und für mich zählte nur meine liebgewonnene Spiegelreflexkamera. Die Zusatzausstattung hatte inzwischen ein Ausmaß angenommen, der den Wert der eigentlichen Kamera um ein vieles überstieg. So waren mehrere Objektive, zwei Stative, diverse Filter, ein Umkehrring und eine ganze Wagenladung an Filmmaterial in meinem Schrank verstaut. Ach, ich vergesse fast, die vielen Alben und die Kisten voll Fotoecken zu erwähnen...

Nun, und das war wohl auch der Grund, warum ich jetzt doch endlich beschloss, den Absprung zu schaffen, und mir eine Digitalkamera zu kaufen. Ich kam aus dem Mallorca-Urlaub zurück und musste 300 Bilder einkleben, beschriften und die Filme archivieren. Und zusätzlich bat mich mein Lebensabschnittsgefährte, seine vier Stunden Film zu schneiden. Das Maß war voll! Ich beschloss, wenigstens meine Arbeitszeit zu kürzen und nebenbei auch noch eine Menge Geld zu sparen: Ich kaufte mir eine Digitalkamera!


Kauferlebnis
++++++++++

Meine Spiegelreflexkamera ist eine EOS 500 von Canon. Also suchte ich in dem riesigen Wirrwarr an Digitalkameras nicht lange, sondern schaute mich gleich im Bereich der Firma Canon um. Dort peilte ich die Preislage zwischen 300.- und 450.- EUR an. Das war ich bereit auszugeben. Meine erste Wahl fiel auf die Canon Powershot A70 und ich fragte bei www.pixxass.de an, was man von dieser Kamera halten kann. Ich bekam zur Antwort, dass es sich hierbei um eine sehr zuverlässige Kamera handelt, die ein tolles Preis-Leistungsverhältnis hat. Bei Ciao wurde ich zwar nur begrenzt fündig (man glaubt gar nicht, wie nutzlos manche Berichte sein können, wenn man wirklich eine Entscheidungshilfe benötigt!!!), trotzdem wurde mein Entschluss durch das Lesen einiger Berichte bestärkt.

Ich ging also in ein Fotogeschäft und wollte mir dort die Kamera näher anschauen. Doch leider hatte der Besitzer keine vorrätig, führte mir jedoch die artverwandte Nikon 3100 vor. Nun, diese gefiel mir auch ganz gut, doch hatte ich mich irgendwie auf die Canon versteift. Um die Story abzukürzen (die ausführliche Version könnt ihr gerne in meinem pixxass.de-Bericht lesen): Ich bestellte die Canon Powershot A70 für 348.- EUR über Internet. Zusätzlich orderte ich noch eine 256-MB-Speicherkarte, da ich gehört hatte, dass mitgelieferte Speicherkarten grundsätzlich nicht ausreichen.


Zubehör
+++++++

Die Canon Powershot A70 wird mit einer 16-MB-Karte, einer Trageschlaufe, vier Batterien Typ AA, einem AV-Kabel AVC-DC100, einem Schnittstellenkabel IFC-300 PCU und einem kleinen, aber feinen Softwarepaket geliefert. Die Batterien legte ich gleich mal beiseite, weil ich von einem Kollegen zwei Packungen 1000er NiMh-Mignon-Akkus bekommen hatte. Außerdem wollte ich mir noch 2100-Akkus bei der Firma Reichelt.de bestellen (siehe separater Bericht) und landete schließlich bei eBay, wo ich mir zwei Tecxus-Sets ersteigerte. Sowohl mit den 1000er-Akkus als auch mit den 2100-Akkus funktioniert die Kamera einwandfrei. Unterschiede gibt es nur in der Ladezeit. Bei den höherwertigen Akkus reagiert die Kamera schneller auf Knopfdruck und - so hat man mir erzählt - sie würden länger halten. Nun, ich bin kein Elektriker, doch man hat mir jetzt schon mehrmals erzählt, dass ein 2100er Akku in einer Stunde 2100 Milliamper freisetzt oder - falls das Gerät weniger benötigt - in zwei Stunden 1050 Milliamper (die Hälfte). Sie würde somit länger halten. Wie gesagt, ich kenne mich damit nicht aus und habe nur die schnellere Reaktionszeit bemerkt.

Das AV-Kabel ist für den Fernseher bestimmt. Man kann die gemachten Fotos nämlich direkt am TV-Gerät anschauen, indem man die Kamera mit der AV-Buchse des Fernsehers verbindet. Ähnlich wie beim Video- oder DVD-Anschluss, schaut man sich dann die Bilder über den Video-Kanal an. Es funktioniert einwandfrei und sogar *frau* hat es ohne Bedienungsanleitung hingekriegt!!

Das Schnittstellenkabel kann ich direkt an der Tastatur meines PC’s anschließen und brauche nicht jedesmal unter den Tisch zu krauchen, wo mein Rechner steht. Einfach zwischen dem USB-Anschluss der Tastatur und an der Kamera anstöpseln und los geht’s. Die mitgelieferte Software ermöglicht es mir, eine deutliche Übersicht über die gemachten Bilder zu bekommen. So sehe ich die Fotos der Speicherkarte auf dem Bildschirm - noch bevor ich sie zum Computer rübergeladen habe. Also kann ich schon vorher auswählen, was ich von der Kamera übernehmen will und welche Bilder ich erst gar nicht auf dem PC speichere. Ich finde das sehr praktisch und die Software reicht sicherlich aus, um die Bilder zu transferieren und zu archivieren. Zur Bearbeitung empfehle ich jedoch ein besseres Programm (evtl. Photoshop o.Ä.), da die angebotenen Funktionen doch recht beschränkt sind. Man kann die Fotos zwar in Helligkeit, Kontrast und Farbe etwas bearbeiten, aber - wie ich finde - nicht ausführlich genug.
Ich habe mir auch vorgenommen, dass ich eine Art Dia-Show gestalten möchte. Dazu habe ich mir bei Amazon.de das *Magic Foto & DVD* für 19,98 EUR bestellt und hoffe, dass ich damit genauso gut zurecht komme, wie mit dem *Magic Video DeLuxe* für Video-Filme. Natürlich werde ich euch darüber auf dem Laufenden halten...


Die Kamera
++++++++++

So, jetzt aber zur Kamera. Die Canon Powershot A70 ist sehr kompakt und handlich. Sie ist zwar etwas schwerer als viele anderen Modelle, aber das liegt hauptsächlich an den vier Batterien, die für die Kamera benötigt werden. Als Rechtshänder kann man die ganze Hand bequem um das Gerät schließen. Als Linkshänder hätte ich - glaube ich - Probleme. Sie ist also sehr einseitig ausgelegt und wird auch viel mit der rechten Hand bedient.
Ich habe mir die Kamera unter anderem deshalb gekauft, weil ich viele Funktionen genau so einstellen kann, wie an meiner alten analogen EOS 500. So habe ich hier auch ein Auswahl-Rad an der Oberseite, mit dem ich insgesamt 12 Programm anwählen kann. Von *Automatik* über *Portrait*, *Panorama*, *Nacht*, *Sport* bis zu den manuellen Programmen, wie Blendenvorwahl und Zeitvorwahl - ich kann selbst einige Details verändern oder vorgegebene Einstellungen übernehmen. Ich finde, die Powershot A70 ist deshalb gerade für Leute geeignet, die sich etwas mit der Fotografie auskennen und ein wenig experimentieren wollen. Wer lieber nur draufdrückt und abknipst, dem wird eine einfachere Kamera sicherlich genügen. Ich möchte jedoch meine Ideen umsetzen und so ist es mir lieber, wenn ich an den Einstellungen etwas verändern kann.

Doch schon nach wenigen Tagen, stieß ich an meine Grenzen. So setzt das *Portrait*-Programm seine Funktion nicht so um, wie ich es für ein *Portrait* erwarte. Ein Portrait ist ein Foto, dessen Vordergrund scharf und dessen Hintergrund unscharf ist. Die Voraussetzung hierfür ist, dass die Kamera eine große Blendenöffnung zulässt. Laut Display wird auch eine Blendenöffnung von 4.5 angegeben, wonach ich also diesen typischen Portrait-Effekt erreichen müsste. Das ist aber leider nicht der Fall. Der Vordergrund ist gestochen scharf - der Hintergrund nur unwesentlich unschärfer. Nicht genug, um mich zufrieden zu stellen. Auch der Trick mit dem ausgefahrenen Zoom funktioniert nur bedingt und schränkt mich in meiner Kreativität ziemlich ein.
Was in diesem Fall ärgerlich ist, ist in einem anderen Fall aber sehr erfreulich. So bin ich z.B. von der Gesamtschärfe begeistert. Möchte ich nämlich sowohl einen Vordergrund als auch einen Hintergrund scharf darstellen (also genau umgekehrt, als im vorigen Beispiel), dann habe ich an dieser Kamera meine wahre Freude!! Ich fotografierte mein Motorrad, das ungefähr einen Meter vor mir stand. Der Hintergrund - eine Pass-Straße in den schweizer Bergen - war aber auch gestochen scharf abgebildet. Mit einer Spiegelreflexkamera wäre ich jetzt evtl. an meine Grenzen gestoßen, weil ein Blendenwert von 22 und den gegebenen Lichtverhältnissen schwierig gewesen wären.
Fazit: Die Powershot A70 macht gestochen scharfe Bilder - vom Vordergrund bis weit in die Ferne.
Apropos: Falls ihr mit der Schärfe Probleme haben solltet, müsst ihr die Fokussierung umstellen. Das ist durchaus möglich und wird in der übersichtlichen Gebrauchsanweisung genau beschrieben.

Die Belichtungszeit beträgt übrigens von 1/2000 bis 15’’ und der Blendenwert von 2,8 bis 8,0, was nicht sehr vielversprechend klingt. Aber die Blendenöffnung reicht völlig aus. Ich verstehe nicht sehr viel vom Fotografieren und warum ich bei der Digitalkamera mit einer Blende von 8,0 auskomme, bei der Spiegelreflex aber manchmal mit einem 22er-Wert nicht mehr zurecht kam, ist mir ein Rätsel. Vielleicht finde ich mal einen Fachmann, der mir die Digitaltechnik erklärt...

Ich bin fasziniert von den Farben. Sie sind ungemein kräftig und brillant. Kein Film kann diese gigantischen Farben nachempfinden. Ja, manchmal fast zu übertrieben. So ist das Türkis meines Motorrades fast ein Knall-Blau und am Bildschirm meines PC scheint die Farbe fast unwirklich. Das würde bedeuten, dass die Kamera Farben verfälscht und das wäre wohl nicht der Sinn der Sache, oder? Es ist mir bis jetzt auch nur bei diesen Motorrad-Bildern aufgefallen und von allen anderen Fotos bin ich ganz begeistert. Das kräftige Grün der Wiesen, der Kontrast zum weißen Schnee auf den Bergen, mein roter Motorradhelm... ein gigantisches Farbenspiel!

Ich habe inzwischen meine Fotos bei einem ortsansässigen Fachgeschäft entwickeln lassen. Ganze fünf Minuten dauerte es, bis 56 Fotos entwickelt waren!!! Wahnsinn!! Und das Ergebnis? Gestochen scharfe und farbenprächtige Fotos, von denen ich restlos begeistert bin. Ich habe das Format 10x15 gewählt, wobei in der Länger rechts und links ein weißer Rand entsteht, da die Digitalkameras ein anderes Breiten-Längen-Verhältnis besitzen. Ich überlege noch, ob ich sie abschneiden soll oder ob ich den Rand dran lasse. Stören tut es mich jedenfalls nicht. Ach ja, nicht zu vergessen: Die entwickelten Fotos waren in der höchsten Auflösung und *superfein* aufgenommen worden.

Ups. Ich gerate ins Schwärmen. Nun, ich sollte vielleicht noch einige nüchterne Informationen liefern, oder? Ich kann die Auflösung der Bilder verändern (max. 3,2 Mio. Megapixel optisch!! - 35-105 mm). Von 2048x1536, 1600x1200, 1024x768 und 640x480 ist die Abstufung möglich. Ich persönlich habe bis jetzt immer die höchste Auflösung genommen, da ich noch nicht weiß, ob ich die Bilder regelmäßig in einem Labor belichten lassen möchte. Ich bekomme somit ca. 150-180 Bilder auf meine 256-MB-Speicherkarte, was mir durchaus reicht. Später werde ich mal eine kleinere Auflösung ausprobieren, damit mehr Urlaubsbilder auf die Karte passen. Das ist aber wirklich davon abhängig, was ich später mal damit machen möchte. Wenn es mir reicht, meine Bilder am PC zu betrachten, dann wird eine 1024x768-Auflösung (entspricht einem 17-Zoll-Monitor) durchaus genügen.

Ich kann auch die Lichtquelle *beeinflussen*. So verändere ich die Einstellung zum Beispiel bei einem bewölkten Himmel, weil dann das direkte Licht fehlt. Auch kann ich auf *künstliches Licht* umstellen, wenn ich mich in einem Raum befinde, in dem die Ausleuchtung durch Lampen anstatt durch Tageslicht geschieht. Diese Einstellungen nehme ich übrigens über das farbige (logisch!) Display und die gewöhnungsbedürftige Menüführung vor. Ich bin kein Freund von Gebrauchsanweisungen, aber hier musste ich sie leider in Kauf nehmen. Die Menüfunktionen sind wirklich sehr unübersichtlich und es bedarf einer Zeichenerklärung, um sie richtig bedienen zu können.

Den Blitz kann ich anschalten, ausschalten oder auf Automatik stellen. Ich benütze meist die Automatik, da der Fotoapparat wirklich sehr *intelligent* ist. Bis jetzt hat er schon eher gesehen, dass es zu dunkel ist, als ich selbst. Die Blitz ist sehr stark, was mich sehr erstaunt hat. Kann man doch normalerweise nicht viel von diesen kleinen Dingern erwarten. Doch dieser Blitz hat in unserem etwa sechs Meter langen Gang die komplette Wandlänge ausgeleuchtet. Erstaunlich!
Während meines Urlaubs in Sachsen habe ich verschiedene Motive innerhalb eines Gebäudes ohne den extrem starken Blitz machen wollen. Ich wollte nämlich die Originalfarben erhalten, die durch einen Blitz zerstört werden. Dies habe ich im Nachhinein aber bereut, da die Fotos durchweg unscharf wurden. Selber schuld, weil ich nicht auf die angezeigte Belichtungszeit von 1/30 geachtet hatte, die ich keinesfalls ohne Stativ ruhig halten konnte. In diesem Fall wäre es ratsam, die "Sport"-Funktion zu benützen, da sie eine kurze Belichtungszeit auswählt, die man dann eigenhändig nicht verwackeln kann. Das widerspricht zwar etwas dem Wissen, dass ich aus der analogen Fotografie kenne (= Sportprogramm nur benützen, wenn genug Licht vorhanden ist, bzw. mit einer größeren Blende korrigieren), aber bei der Digitalkamera funktioniert es meistens.

Ich habe das Gefühl, das die Powershot A70 nicht sehr viel Strom verbraucht. Natürlich ist das von vielen Faktoren abhängig, die ich unmöglich alle berücksichtigen kann. Entschuldigt also bitte, dass ich hier keine genaueren Daten abgeben kann. Ich brauche zum Beispiel weniger Strom, wenn ich das Display ausschalte und nur den Sucher benütze. Benötige ich den Blitz öfter, sind die Akkus natürlich auch schneller leer. Bis jetzt habe ich sowohl mit meinen 1000er als auch mit meinen 2100er Akkus sehr lange fotografieren können und sollte mit jeweils zwei Akkussets (also vier Sets insgesamt) über den ganzen Urlaub kommen. Zum Aufladen der Akkus empiehlt der Fachhandel jedoch ein separates fototechnisches Akkuladegerät. Ich besitze jedoch ein professionelles ELV-Ladegerät ALC 100 Expert, dass die Akkus entlädt, bevor es sie wieder auflädt oder auch nach Bedarf auffrischt. Es ist jedoch sehr groß und sperrig und ich möchte es nicht mit in den Urlaub nehmen müssen.

Die Kamera bietet übrigens auch die Möglichkeit, Kurzfilme aufzunehmen. Diese Funktion habe ich inzwischen ausprobiert und halte sie für überflüssig. Da wir außerdem eine Canon MV 530i besitzen, interessiert mich dieser Schnick-Schnack auch nicht weiter. Auch über die Spielereien wie Tastentöne, Roteaugenlicht und Selbstauslöser und solche Dinge möchte ich mich nicht weiter auslassen. Sie sind Standard und nicht von Bedeutung.

Was mir im Vergleich zu anderen Kameras noch aufgefallen ist, ist das sehr helle und deutliche Display. Bei der Nikon 3100 musste man das Display schon öfter schräg halten oder mit der Hand abdecken, damit man etwas erkennen konnte. Bei meiner Powershot A70 ist das nur im Extremfall nötig, wenn direktes Licht von hinten einfällt. Aber dann sieht man wirklich nichts mehr und es ist sinnvoller, den Sucher zu benützen. Ein Manko hat das Display jedoch: die Darstellung der Schärfe ist nicht originalgetreu. Fotografiere ich zum Beispiel ohne Blitz in einem Raum, sieht das Bild auf dem Display scharf aus. Ich freue mich, dass ich die Kamera so ruhig gehalten habe und spiele das Foto auf meinen PC. Doch was muss ich dort sehen? Das Foto ist in Wirklichkeit doch unscharf geworden.
Den Sucher finde ich übrigens schrecklich und ich benütze ihn nur im Notfall. Schaut man nämlich durch ihn durch, fokussiert das Motiv und drückt ab, kann es sein, dass das eigentliche Objekt überhaupt nicht auf dem Foto zu sehen ist. So habe ich z.B. mit dem Sucher auf einen Schmetterling in etwa 30 cm Entfernung *gezielt* und dann abgedrückt. Auf dem fertigen Foto war der Schmetterling jedoch am oberen Bildschirmrand - halb abgeschnitten - abgebildet. Hätte ich aber das Bild über das Display betrachtet, hätte ich den Schmetterling sicherlich *getroffen*. Mein Resultat: Der Sucher ist absolut indiskutabel!

Ich habe auch schon Makroaufnahmen mit der Kamera versucht, die recht gut gelungen sind. Ich kann mit dem Objektiv etwa fünf Zentimenter an das Objekt rangehen und erhalte gute Ergebnisse. Leider ist auf die Entfernung eine Verwackelung vorprogrammiert und so ist es sinnvoller hierzu ein Stativ zu benützen. Da ich für die Powershot A70 jedoch keinen Fernauslöser habe, muss ich schon einige Versuche machen, bis ich ein perfektes Bild bekomme. Ich kann natürlich auch den Zeitauslöser einsetzen und hoffen, dass z.B. ein Schmetterling geduldig ist und so lange sitzen bleibt. ;-)

Die Canon A70 bietet noch einige Effekte an, z.B. schwarz-weiß, Konturen schärfen und Farben intensivieren oder auch Sepia (dabei wird das Foto in Brauntöne umgewandelt). Diese Spielereien benütze ich jedoch nicht, weil ich diese Korrekturen am PC präziser durchführen kann.

Den Digitalzoom habe ich auch inzwischen ausprobiert und finde ihn recht gut. Dadurch, dass ich meine Fotos in der höchsten Auflösung aufnehme, kann ich die entstehende Unschärfe im Nachhinein am PC korrigieren, indem ich das Foto auf 1600 x 1200 px runterrechnen und die Konturen schärfen lasse. Bilder die mit geringerer Auflösung aufgenommen werden, werden durch den Digitalzoom jedoch sehr unscharf und man hat sogar am Bildschirm keine Freude mehr daran.


Technische Daten
++++++++++++++

Hier einige trockene technische Daten, da es immer wieder Leute gibt, die wert auf solche *Berichterstattung* legen:

Auflösung: 3.2 Mio. Pixel
Objektiv:3-fach Zoom 35 bis 105 mm (entsprechend 35-mm-Kleinbildformat)
Speichermedium:Compactflash Typ I
Besonderheiten:Metallgehäuse, 5 Punkt-AiAF-Autofokus Nahaufnahmen/Makro ab 5 cm,
Panoramaunterstützung, manueller Weißabgleich, Serienbildfunktion bis 2,2 Bilder pro Sekunde

Lieferumfang:
PowerShot A70 Kamera
Standardbatterien
16 MByte Wechselspeicherkarte
USB-Anschlusskabel
Audio/Video-Kabel
Tragegurt
Bildbearbeitungssoftware ArcSoft PhotoImpression 4.0 für Windows (98/2000/Me/XP) und für Macintosh (System 9.0/X)
Moviesoftware ArcSoft VideoImpression 1.6/1.7 für Windows (98/2000/Me/XP) und für Macintosh (System 9.0/X)
Kamerasoftware ZoomBrowser EX 4.1 / Image Browser 3.0 für Windows (98/2000/Me/XP) und für Macintosh (System 9.0/X)
Kamerasoftware Photo Stitch 3.1 für Windows (98/2000/Me/XP) und für Macintosh (System 9.0/X)
Twain Treiber (98/2000)
Kamerasoftware Photo Record 1.6 für Windows (98/2000/Me/XP)
Kamerasoftware File Viewer Utility 1.2 für Windows (98/2000/Me/XP) und Macintosh (OS 9.0-9.2/X/10.1/10.2)
Fernsteuerungssoftware Remote Capture 2.7 für Windows (98/2000/Me/XP) und Macintosh (OS 9.0-9.2/X/10.1/10.2)
Apple QuickTime für Windows (98/2000/Me/XP)
USB WIA-Treiber 6.0 für Windows (Me/XP)


Zusammenfassung - kurz und bündig
+++++++++++++++++++++++++++++

VORTEILE:
- Extrem gute Schärfe von Vorder- bis Hintergrund
- Kräftige und wunderschöne Farben
- Handlich
- Viele Einstellungsmöglichkeiten und sehr flexibel
- Einfache Handhabung
- Sehr gutes Display
- Wenig Stromverbrauch (hängt wahrscheinlich größtenteils von den Akkus ab)

NACHTEILE:
- Schwerer als andere Digitalkameras (liegt an den vier Akkus)
- Unzureichender Portrait-Funktion
- schlechte Innenraumaufnahmen
- langsame Reaktionszeit (keine unbemerkten Schnappschüsse) trotz sehr guten Akkus
- Digitalkameras (im allgemeinen) "ticken" irgendwie anders als analoge Kameras.


Fazit
++++

Natürlich kann ich in diesem Bericht nicht alle Funktionen niederschreiben. Das würde den Rahmen sprengen. Trotzdem hoffe ich, dass ich euch einen Einblick bieten und meine Begeisterung für diese tolle Kamera ausdrücken konnte. Ich empfehle die Canon Powershot A70 für Hobbyfotografen, die einen Einstieg in die digitale Fotografie suchen. Sie ist leicht zu bedienen, lässt aber für Experimente genug Spielraum. Sie ist - bedingt durch die Akkus - etwas schwerer als andere Kameras, was ich aber nicht als Nachteil sehe, weil sie angenehm in der Hand liegt.


In diesem Sinne... alles bleibt anders... Eure Dotti


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
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OggOgg

02.10.2004 20:02

Naja es geht halt technnisch garnicht, dass der Sucher bei Makroaufnahmen den richtigen Bildausschnitt anzeigt. Sonst müsste er ja um die Ecke kucken. Aber Portraits macht man doch eigentlich immer mit 100er Zoom?! Naja das Problem bei nem scharfen Hintergund ist ja, dass es vom Motiv ablenkt. Und wenn man halt einen gleichmässigen Hintergrund wählt wäre es hat nicht so auffällig, weil ob der Himmer oder die Nacht scharf oder unscharf ist sieht man ja eh kaum. Das es keine Ideallösung ist ist schon klar. Aber ich will halt auch Portraits machen und irgendwie muss man ja versuchen das Problem in den Griff zu kriegen. Man könnte auch nen Televorsatz KAUFEN und dann noch stärker zoomen, aber was das wieder kostet, dann kann man auch gleich ne teurere Kamera kaufen. Man könnte den Hintergrund auch im Grafikprogramm weichzeichnen, aber die feine englische Art ist das natürlich auch nicht.

DottiGross

DottiGross

02.10.2004 11:46

@OggOgg: Hallo, danke für deinen Kommentar zu meiner A70. Leider verstehe ich ihn nicht ganz. Warum soll ich etwas rauslöschen? Ich habe den Absatz zum Thema "Sucher" nochmals durchgelesen und finde daran nichts Falsches. Was geht technisch gar nicht???? - - - Eine Lösung für das die Portrait-Schärfe habe ich noch nicht gefunden. Wie ich in meinem Bericht schreibe, behelfe ich mich meist mit dem Zoom. Ich gehe also von meinem Motiv einige Meter weiter weg und zoome es mir dann wieder ran. Dadurch entsteht eine gewisse unschärfe des Hintergrundes, die aber - wie ich finde - nicht unbedingt die Optimallösung ist. Bei einer Spiegelkamera - so schreibe ich ja auch - ist das wesentlich besser. Naja, man kann eben nicht alles haben. Die Digitalkamera kommt bei weitem nicht an meine analoge Spiegelreflex ran. Die Lösung, die du vorschlägst (einen hellen Hintergrund) verstehe ich nicht. Wie bekomme ich dadurch eine Unschärfe des Hintergrunds hin??? Außerdem fände ich das schon ziemlich langweilig - immer weißer Hintergrund. Ich will ja auch in der freien Natur Portrait-Fotos machen.Mmmmmh?? Gruß Dotti

OggOgg

OggOgg

02.10.2004 06:52

Hallo! Naja das mit dem Sucher bei Makroaufnahmen könntest Du aus Deinem Bericht ruhig mal rausnehmen. Ich hab noch keine Sucher-Kamera (ausser natürlich bei Spiegelreflexkamers) gesehen, wo das gegangen wäre. Das geht doch schon rein technisch garnicht. Wundert mich echt, dass Dir das als Hobbyfotografin nicht aufgefallen ist. Noch eine Frage: Hast Du für das Protraitproblem zwischenzeitlich eine Lösung gefunden? Das einzige was mir so auf Anhieb einfällt ist halt einen leinwandähnlichen Hintergrund zu wählen, oder einen nicht vorhandenen, sprich Himmel oder Dunkelheit. Naja falls Du die Kamera überhaupt noch hast.

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