Erfahrungsbericht über

Canon PowerShot G6

Gesamtbewertung (9): Gesamtbewertung Canon PowerShot G6

 

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fast schon eine Spiegelrefelx

5  04.08.2005 (01.03.2006)

Pro:
Einstellmöglichkeiten, Bildqualität, RAW möglich

Kontra:
spezieller Akku

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Verarbeitung

Ausstattung

Bildqualität

Akkulaufzeit

Bedienung

mehr


blacky29

Über sich:

Mitglied seit:31.07.2005

Erfahrungsberichte:2

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 23 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Anfang des Jahres kamen meine Freundin und ich überein, dass es Zeit ist, das vorhandene Kamera-Equipement aufzurüsten. Nach umfangreicher Suchen im Web entschied ich mich für die Canon Powershot G6, die sehr gute Testberichte erhalten hatte, und die als Kompaktkamera für den ambitionierten Hobbyfotografen beschreiben wurde. Also suchte ich im Internet und konnte die Kamera ca 200 € unter Listenpreis erwerden.

Beim Auspacken fiel mir sofort auf, dass zwar eine Speicherkarte mitgeliefert wurde, dieser aber nur 32 MB Kapazität hatte - für eine Kamera mit einer Auflösung von 7,1 MPix wohl eher ein Witz. Dafür war die Ausstattung mit Kabeln sehr gut, auch wenn ich nur von dem USB-Kabel Gebrauch mache. Auch das mit über 200 Seiten recht umfangreiche Handbuch wurde wohlwollen zur Kenntnis genommen und in der Einarbeitungsphase auch häufig zu Rate gezogen - das Handbuch ist sicherlich lobend zu erwähnen.

Im Gegensatz zum allgemeinen Trend, der schickes Design an oberste Stelle setzt und Geräte so klein werden lässt, dass sie sich kaum noch bedienen lassen, kommt die G6 als das aus dem Karton, als was sie gebaut wurde: als Kamera. Die G6 liegt gut in der Hand. was auf die Größe und das für Rechtshänder sehr gut angepasste Batteriefach zurückzuführen ist. Die Bedienungsfunktionen sind gut erreichbar und logisch an Ober- und Rückseite angeordnet. Lediglich die Funktionen für Makro und manuellen Fokus lassen sich bei ausgeklapptem Display nicht mehr optimal erreichen.

Entsprechend der Eingruppierung in die gehobene Amateurklasse sind bei der Kamera ein paar Knöpfe mehr vorhanden, als bei den kleinen Modellen. Dadurch erhöht sich nicht nur der Einarbeitungsaufwand, sondern auch die Möglichkeit gute Bilder zu machen. So lässt sich mit beiden Geräte zwar auch einfach mit der Automatik-Funktion ein Foto knipsen, aber dafür schleppt man nicht unbedingt knapp 1/2 kg Kamera mit sich herum. So bietet die Kamera eine Zeit- und Blendenautomatik, d.h. man stellt Verschlusszeit oder Blende ein, den Rest erledigt die Kamera. Darüber hinaus kann allerdings auch in den manuellen Modus gewechselt werden, in dem sich beide Werte separat einstellen lassen. Dabei werden Werte, die zu "schlechten" Bildern führen würden, im Display in rot dargestellt; diese Werte können aber trotzdem verwendet werden, um besondere Effekte zu erhalten.
Gespeichert wird auf Compact Flash (CF) Speicherkarten des Typs I und II, so dass auch Microdrives mit hoher Speicherkapazität eingesetzt werden können. Die Kamera verfügt über zwei Serienbild-Funktionen (schnell und normal), die üblichen Programme für Portrait, Nacht- und Landschaftsaufnahmen und eine Video-Funktion mit Ton. Einzelbilder lassen sich mit einem gesprochenen Kommentar versehen und bereits in der Kamera zum Drucken und/der Speichern markieren lassen, so dass man nicht unbedingt einen Computer benötigt, um zu seinen Abzügen auf Papier zu kommen (DPOF). Die Kommentar-Funktion finde ich übrigens recht nützlich, da man dadurch das Notizen schreiben in der Wildnis vermeiden lässt. Das Speicherformat ist JPEG und Canon-RAW. Im JPEG-Format kann dabei die Kompressionsrate in 3 Stufen verändert werden.

Die G6 besitzt eine maximale Auflösung von 7,1 Megapixel (3072x2304 Bildpunkten) und einen 4fachen optischen Zoom, der überraschend leise funktioniert. Überhaupt ist die Kamera bei ausgeschalteten Tönen sehr leise. Das ausklappbare Display ist dreh und schwenkbar, wobei die Kamera so eingestellt werden kann, dass das Bild bei nach vorne gerichteten Display gespiegelt wird, und somit das Bild in der richtigen Orientierung erscheint. Die Diagonale des Bildschirm beträgt 2" (5 cm) und ist ausreichend groß, um das Motiv oder die gemachten Bilder zu begutachten. Auf dem Bildschirm werden die eingestellten Werte angezeigt, sowie das Kamera- und das Funktionsmenu angezeigt. Diese Anzeige kann ausgeschaltet werden oder das Display zum Stromsparen ganz ausgeschaltet werden. Im Sucher werden keinerlei Informationen angezeigt, aber auf der Oberseite ist neben dem Blitzschuh ein beleuchtbares, etwa briefmarkengroßes LED-Display angebracht, auf dem die wichtigsten Aufnahmeparameter angezeigt werden. Somit können auch bei eingeklapptem Display Aufnahmen gemacht und die eingestellten Werte kontrolliert werden.

Die möglichen Einstellungen sind vielfältig und reichen vom Einstellen der "Filmempfindlichkeit (ISO 50, 100, 200, 400, Automatik) bis zur Blitzstärke, Gegenlichtkorrektur und Weißabgleich. Hier wird eindeutig der ambitionierte Hobbyfotograf angesprochen. Dazu zählt auch die Möglichkeit das Autofokus-Messfeld individuell einzurichten und die Belichtungsmessung zentral oder diesem Messfeld zuzuordnen. Auch die Möglichkeit des AI (artificial intelligence) Autofokus mit bis zu 9 Meßpunkten soll nicht unerwähnt bleiben.
Weißabgleich und Gegenlichtkorrektur lassen sich direkt aufrufen und über ein Rändelrad neben dem Auslöser einstellen. Dazu ist noch ein Funktionsmenü aktivierbar, in dem Bildgröße und Format, Blitzstärke, "Bracketing" und Empfindlichkeit eingestellt werden können. Zum "Bracketing": darunter versteht man ein "Einklammern" der Belichtung indem zusätzlich zum normalen Bild je ein weiteres mit Über- und Unterbelichtung gemacht wird. Die G6 bietet nun die Möglichkeit die Stärke dieser Über- bzw. Unterbelichtung einzustellen. Zusätzlich lässt sich bei manueller Fokusierung ein Bracketing für den Fokus einstellen, bei dem ein Foto mit naher und eines mit weiter Entfernung, zusätzlich zum normalen Foto, gemacht wird.
Dazu gibt es noch ein Makrofunktion, die es erlaubt seinem Motiv bis zu 5cm auf die Pelle zu rücken und eine "SuperMakro" Funktion, die dann allerdings die Auflösung der Bilder herab setzt.

Die Serienbildfunktion kennt zwei Einstellungen: normal und schnell. In der der Standard-Einstellung werden ca 1,2 Bilder pro Sekunde, im schnellen Modus 2 Bilder pro Sekunde gemacht. Wie lange diese Geschwindigkeit gehalten wird, hängt stark von der verwendeten Speicherkarte und der Auflösung der Bilder ab. Mit einer CF-I Karte und höchster Auflösung erhöht sich der Bildabstand bereits nach 3 Aufnahmen merklich, bei einer CF-II Karte sind in höchster Auflösung immerhin ca 5-6 Aufnahmen in schneller Reihe möglich, bevor der Speicherprozess den Bildabstand deutlich erhöht.

Aber macht so ein Wunder der Technik auch gute Fotos? JA. Die Bilder sind brillant und weisen keine sichtbaren Farbstiche auf. Aber das sollte in dieser Kategorie eigentlich selbstverständlich sein.
Ach ja - zu der Kamera gibt es eine Fernbedienung. Zuerst dachte ich auch: überflüssig, aber für Aufnahmen mit dem Selbstauslöser oder "heimliche" Aufnahmen, ist dieses kleine Gerät doch recht nützlich. Außerdem erspart es einen Kabelauslöser bei Aufnahmen mit Stativ und längeren Belichtungszeiten. Jedenfalls erwies sich bei meinen Makroaufnahmen dieses anfangs belächelte "Spielzeug" schon als sehr nützlich.

Inzwischen habe ich ca 8.000 Bilder gemacht und bin mit der Kamera und ihren Möglichkeiten vollauf zufrieden. Daher habe ich sie inzwischen auch mit der Nahlinse 250D aufgerüstet, die die Makrofähigkeit der Kamera nochmals erweitert. Ein Tele- und ein Weitwinkelkonverter sind ebenfalls erhältlich.

Gibt es auch Negatives? Ja.
Die G6 braucht für die Stromversorgung einen spezifischen Akku, so dass man im Notfall nicht auf handelsübliche AA-Batterien zurückgreifen kann. Der mitgelieferte Akku (BP511) mit 1390 mAh reicht laut Handbuch für ca. 300 Bilder (bei eingeschaltetem Display), was nach meiner Erfahrung meist übertroffen wird. Dabei spielt natürlich die Nutzung von Blitz und Display eine große Rolle. Die Akku-Laufzeit kann merklich verlängert werden, wenn man den permanenten Autofokus ausschaltet. Die Fokusierung auf das Motiv dauert dann zwar etwas länger, aber bei vielen Situationen genügt dieser Einstellung. Reserve-Akkus gibt's bei "sace-it-smart.de" für knappe 6 €/Stk.

Bei schlechten Lichtverhältnissen und kontrastarmen Motiven hat die Kamera Probleme mit der Fokussierung, so dass man hier öfter nachregeln muss. Da hilft auch das (blaue und abschaltbare) Hilfslicht nicht.
Ein Netzgerät ist nicht im Lieferumfang enthalten und die mitgelieferte 32 MB CF-Karte ist bei einer Kamera mit dieser Auflösung und entsprechendem Speicherhunger in meinen Augen eine Frechheit.

Wer sich ein eigenes Bild von den Fotos machen möchte, kann sich eine Reihe davon in der fotocommunity unter meiner user-id ansehen. Leider darf ich hier keinen link setzen! Aber in der fotocommunity kann man nach dem Fotogragen Schwarzkopf suchen, dann findet man auch meine Bilder ;-)

Fazit: die G6 kann eine Spiegelreflex sicherlich nicht ersetzen. Aber mit ein bisschen Einarbeitung gelingen schnell sehr gute Aufnahmen, und es entfällt das Mitschleppen der ganzen Wechselobjektive. Außerdem liegt der Preis für eine komplette Kamera erheblich unter dem, den man nur für das Gehäuse einer anständigen digitalen SLR-Kamera ausgeben muss. Wer nicht unbedingt auf die Möglichkeiten einer Spiegelreflex angewiesen ist, ist meines Erachtens mit der G6 hervorragend bedient.
---------------
Zusatz am 01/03/2006
Nachdem sich meine Partnerin jetzt eine Panasonic FZ30 zugelegt hat, muss ich diesen Bericht noch um einen Punkt ergänzen, bzw. einen Punkt hervorheben: die Bedienung und Handhabung der G6 ist einfach überragend. Alle wichtigen Funktionen sind schnell einstellbar, weitere Funktionen übersichtlich und in logischer Struktur erreichbar. Hier kann sich zumindest Panasonic ein dicke Scheibe abschneiden! Ein Testbericht der FZ30 wird folgen.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
riederwald

riederwald

05.08.2005 13:28

Super Erstbericht. So viel. Ich habe noch als Zweitgerät eine alte Canon Power Shot Pro 70 mit gerade 2,5 Megapixeln. Die nehme ich gerne wegen des guten Objektives. Mensch, 7 Megapixel? Da kann man evtl. vom Mond aus die Erde fotografieren und sich ranzoomen, bis man einen Hund auf dem Kurfürstendamm in Berlin gestochen scharf aufs Bild kriegt? Viel Spaß hier bei Ciao

Flo_Grundmann

Flo_Grundmann

04.08.2005 14:30

Klasse Erstbericht. Vielleicht noch ein paar Überschriften einbauen aber ansonsten gut. Willkommen bei ciao. mfG FLO

Fackel78

Fackel78

04.08.2005 13:20

oOO Sehr schöner Erstbericht. Weiter so! LG Fackel OOo

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