Wenn der Boogie mit dem Drucker...
23.06.2002
Pro:
Druckkosten, Preis, Qualität
Kontra:
wabbelige Tasten
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Druckqualität
Geschwindigkeit
Benutzerfreundlichkeit
Betriebskosten
Support/Service
mehr
 BoogieMan
Über sich:
Mitglied seit:04.01.2002
Erfahrungsberichte:23
Vertrauende:8
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 137 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
...druckte, dann mußte er sich bisher immer über seinen Lexmark 7000 ärgern (siehe den Bericht hierzu) oder für teures Geld Patronen von Hewlett-Packard kaufen. Und weil ich davon die Nase voll hatte, hab ich mich vor knapp 2 Monaten auf die Suche nach einem passenden Ersatz gemacht. DIN A4 sollte der zukünftige in Fotoqualität bedrucken können, günstig sollte er im Unterhalt – sprich den Patronenpreisen und dem Tintenverbrauch sein – einen USB Anschluß kann man allemal erwarten und natürlich will ich mich wegen einem neuen Drucker nicht an den Rand der Armutsgrenze katapultieren.
Alsdann, schonmal leichte Gedanken gemacht, HP = teure Patronen, Epson wollte ich nicht, weil ich damit nur schlechte Erfahrungen gemacht hab, Lexmark ? Um Gottes Willen... So war dann der Kreis der potentiellen Drucker schon mächtig geschrumpft, als ich mich mit technikbegeisterten Freunden traf, um einmal mehr eine „große Runde“ zu fahren. D. h., daß wir alle Elektronik- und Computergeschäfte der näheren und mittleren Umgebung abklappern, um „Kaufanregungen“ zu bekommen ;) Vor Ort kristallisierte sich zunehmend heraus, daß Canon offenbar das passende Produkt liefern könnte. Über Canon konnte ich qualitativ nichts schlechtes sagen, mein Vater besitzt seit Jahren einen kleinen BJC-240, ich selbst besitze einen Scanner, den N670U, von Canon und bin damit zufrieden.
So strahlte mich also in einem freundlich gestylten hellgrün-dunkelblau-roten Karton wenig später Zuhause ein Canon S 520 an. 199 €uro wollte die freundliche Dame an der Kasse haben, damit ich den Markt samt Drucker ohne Kaufhausdetektiv verlassen konnte. In dem Karton befand sich (oh Wunder) der Drucker, rechts und links in Styropor eingelegt, vier Tintenpatronen – halt falsch, das sind Tintentanks, gleich mehr dazu – ein in Folie eingeschweißtes etwas, das sich als Druckkopf entpuppt, 2 bläulich transparente Papierhalterungen, 2 CDs sowie ein Handbuch und ein paar lose Zettel. Ein Druckerkabel sucht man wie bei den meisten Druckern vergebens, also kommen noch 5 €uro für 3 Meter USB-Kabel hinzu, wenngleich man den Drucker auch althergebracht über die parallele Schnittstelle anbinden kann.
Neben den Styroporklötzen ist der Drucker – oder besser dessen bewegliche Teile - für den Transport noch mit Klebestreifen fixiert. Die lösen sich aber leicht und vor allem rückstandslos vom Drucker. Anschließend werden die Papierhalter am Drucker angehängt. Was ich zuerst als läppische Billiglösung verspottet habe, gefällt mir mittlerweile ganz gut, denn wenn auf dem Schreibtisch mal Platz gebraucht wird, klappt man die Teile hoch oder hängt sie einfach aus und schon ist der Drucker nur noch halb so tief. Ansonsten erfüllt das Plastik seinen Zweck und fängt brav die bedruckten Blätter auf. So steht er nun erstmal da, 43 cm breit, 29 cm tief und knapp 18 cm hoch. Farblich hebt er sich wie fast alle aktuellen Canon-Computerprodukte vom üblichen Einerlei ab, er ist eher bläulich gefärbt, die Klappe, die Zugang zu den Tintentanks verschafft, ist dunkelblau mit silbernen Sprenkeln und erinnert mit ihrer kleinen Einbuchtung an einen Ansaugschlitz an der Haube eines Autos – weshalb ich das Ding nur noch Motorhaube nenne. Die Papierhalter sind ebenfalls blau und leicht transparent. Alles in allem passt der S 520 gut zu meinem Scanner aus gleichem Hause.
Packen wir mal den Rest aus dem Karton aus... Da haben wir den Druckkopf. Hier ist beim Auspacken Vorsicht gefragt, denn man darf mit den Händen nicht auf die Kontakte kommen. Der Druckkopf wird in die Halterung eingesetzt, die beim Öffnen der Motorhaube automatisch in Position fährt. Über einen großen Kipphebel wird er dann arretiert. Im nächsten Schritt habe ich dann die Tintentanks – Tanks eben deshalb, weil der Druckkopf ja ein einzelnes Teil ist – ausgepackt und eingesetzt. Die Tanks sind einzeln eingeschweißt und die Öffnung an der Unterseite ist nochmal mit einer Plastikabdeckung geschützt. Die kann man mit einem leichten Ruck durch Drehen entfernen – und wenn man nicht aufpasst, hat man dann ganz schnell einen runden Farbtupfer an der Hand und kann sich wie in meinem Fall am Waschbecken von der Wasserfestigkeit der Farbe überzeugen. Dann kommt das Übliche, Rechner einschalten wenn alles verkabelt ist, das Betriebssystem will dann die Treiber haben, also CD einlegen und warten. Je nach Betriebssystem variiert die Installation ein wenig, Probleme sollte es da aber nirgends geben. Neben den Windows-Versionen der letzten 6 Jahre werden übrigens auch alle Mac-OS ab Version 8.6 unterstützt.
Nun ist der Aufbau – der in der Realität übrigens gerade mal 10 Minuten dauert – vollendet und die Praxis möge ihren Lauf nehmen. Das erste, was der stolze Besitzer mit seinem neuen Canon S 520 drucken wird, ist sicherlich das Düsenausrichtungsmuster. Das geht flott und mit ein paar Mausklicks hat man alles eingestellt. Mein nächster Blick galt dann unter „Start – Einstellungen – Drucker“ den Optionen des Druckertreibers. Unter dem Menüpunkt „Wartung“ finden sich da einige nützliche Möglichkeiten, z.B. die Reinigung der Düsen (wenn sie mal verstopft sind), die Intensivreinigung (wenn sie mal sehr verstopft sind), ein Düsentestmuster, die Möglichkeit, die Düsen erneut auszurichten (wenn mans bei der Installation versemmelt hat) und man kann unter „Eigene Einstellungen“ die Trocknungszeit der Tinte festlegen. Ganz wichtig und praktisch sind noch die beiden Punkte „Ausschalten“, um den Drucker über die Software abzuschalten und „Automatisches Ausschalten“. Hier gibt man an, nach wieviel Minuten der Drucker sich automatisch abschaltet – denn sowas vergisst man ja gern mal...
Machen wir mal einen Sprung in die Gegenwart. Seit knapp 2 Monaten gehört er nun mir und ich habe einiges gedruckt. Canon selbst gibt bei einer Deckung von 5% 14 Seiten pro Minute Druckgeschwindigkeit im schwarz-weiß-Modus an. Hm, es fällt mir schwer, eine 5%ige Deckung auf einem A4 Blatt abzuschätzen, langsam ist der Drucker auch keineswegs, aber 14 Seiten erreiche ich in den meisten Fällen nicht. Auch die 10 Seiten im Farbmodus sind kaum praxisrelevant, denn wenn ich farbig drucke, ist es meist ein Foto in höchster Auflösung – und das dauert dann auch mal 2 Minuten, das hängt dann hauptsächlich von der Qualität und Bildgröße der Vorlage ab. Das Druckbild des S 520 ist einwandfrei, selbst im Normalmodus auf standard-80g/m² Kopierpapier ist der Ausdruck auf den ersten Blick kaum von einem Laserdrucker zu unterscheiden. Bei genauerem betrachten sieht man natürlich minimale Verläufe der Tinte, dennoch gehört das Druckbild zum besten, was ich in dieser Preisklasse bei einem Tintenstrahler bisher gesehen habe. Apropos Preis. Der wurde kürzlich von 199 auf 179 €uro gesenkt... Beim Drucken meldet sich immer das Canon-Statusfenster und gibt Informationen über Tintenfüllstand und aktuellen Druckauftrag preis.
Und auch die Materialkosten sind erfreulich niedrig. Ganz davon abgesehn, daß der Drucker mit der Tinte extrem sparsam umgeht, kostet ein kompatibler Tintentank gerade mal 6 – 7 €uro, die Originale natürlich etwas mehr. Der Druckkopf muß irgendwann auch mal gewechselt werden, je nach Einsatzart früher oder später, aber auch recht selten. Das der Druckkopf fällig ist, merkt man, wenn der Druck überall ausfranst und die Farben verlaufen. Neu kostet ein solcher (glaube ich) um die 30 €uro, aber ich brauche – obwohl ich recht viel drucke – anscheinend noch lange keinen. Farbfotos in höchster Qualität – also mit 2400 x 1200 dpi - sehen mit dem S 520 ausgedruckt schlichtweg brilliant aus. So hatte ich z.B. einige Bilder einer Hochzeit im Bekanntenpreis mit einer Nikon Coolpix 995 gemacht und ausgedruckt. In Verbindung mit einigen Optionen des Canon-Druckertreibers, z.B. „Vivid Photo“ und dem „Image Optimizer“ muß man Fotos hier nicht einmal nachbearbeiten um perfekte Ergebnisse zu bekommen. Die beiden genannten Optionen sorgen nämlich für eine Bildaufhellung und Kantenglättung, außerdem kann man einen Monochrome-Effekt oder eine Illustration simulieren. Weitere Gimmicks sind Zoomdruck, Broschürendruck, Posterdruck, Stempel- und Wasserzeichenfunktionen, so kann man z.B. Dokumente mit einem Hintergrund oder dem Vermerk „Muster“ (oder einem eigenen Text) versehen.
Natürlich benötigt man für optimale Bildergebnisse entsprechendes Fotopapier, ich verwende hier Kodak Premium Picture Paper. Auf original Canon Fotopapier gibt Canon übrigens eine Garantie von 25 Jahren Farbechtheit wenn ich recht informiert bin. Der Support des Druckers durch Canon ist gut, gerade als ich diesen Bericht schreibe, lade ich einen neuen Treiber herunter :) Und wo ich eben schon von Fotopapier redete: Der S 520 bedruckt alle möglichen Formate bis A4 – und was ich fast vergessen hätte, A4 bedruckt er auf Wunsch randlos. Jawohl, kein Rand, das ganze Blatt ist voll mit dem Bild seiner Wahl. Meine Befürchtungen, daß sich der Drucker dabei im Inneren selbst mit Tinte versaut haben sich übrigens zerschlagen ;)
Auf der zweiten mitgelieferten CD befinden sich noch die Programme "ZoomBrowser EX", "Photorecord", "ImageBrowser" und "Photostitch". Zu denen kann ich aber nicht viel sagen, da ich softwaremässig anderweitig ausgestattet bin. Ausgehend von der Software, die Canon mit meinem Scanner ausgeliefert hat, gehe ich aber davon aus, daß die Software funktionell und gut ist. Zum (fast) Abschluß des Berichtes noch ein kleiner Kritikpunkt: Der Ein/Aus Schalter am Drucker wirkt ein wenig wackelig und kann mit dem hohen Druckniveau nicht ganz mithalten.
Aber trotzdem empfehle ich den Drucker uneingeschränkt wegen der günstigen Unterhaltskosten, den separaten Tintentanks, der gebotenen Druckqualität, der Erweiterbarkeit (man kann den Drucker durch ein Modul netzwerkfähig machen) und dem insgesamt hohen Gegenwert für sein Geld.
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12.06.2005 20:33
Ja ein Laser druckt preiswerter, aber erst ab einer bestimmten Anzahl der Drucke!
12.09.2002 01:30
Den hab ich auch und ich bin voll zufriden!!Zwar kein Laser aber sonst echt gut
07.09.2002 20:52
Hallo Boogie, prima Bericht mit eigenen Erfahrungen. Ich bin momentan auf der Suche für einen Nachfolger für meinen Canon BJC620. Dabei sind Berichte wie deiner sehr wertvoll. viele Grüsse verve88