Wenn man sich das erste mal mit dem Thema Car-Hifi beschäftigt ist man schnell überfordert: Wie sollen bloß die ganzen Kabel die da am Radio hängen richtig angeschlossen werden, ohne das die Funken fliegen ? Wo muss ich was einstellen und vor allem wie ?
Das Thema macht den Anschein als wäre es sehr komplex, aber das ist es gar nicht – wenn man sich einen Plan macht. Aber was stellt ihr überhaupt für Ansprüche an eure „neue“ Anlage ? Egal was ihr „erneuert“ meistens fängt es erst mal beim Radio an. Wie man jetzt das Radio wechselt würde wahrscheinlich den Rahmen des Berichtes sprengen . dazu würde ich euch lieber die Homepage www.chief-rocker.de empfehlen da diese einen Bericht über die Anschlussweise eines Radios genau beschrieben hat. Außerdem darf man hier pro Rubrik leider z.Zt. nur einen Bericht verfassen L
## Das Radio ##
Der Klang hängt nicht unbedingt vom Geldbeutel ab. Doch was gibt es zu beachten ? Man sollte sich schon Prioritäten setzen. Wer klanglich gesehen das Maximum bei minimalem Preis aus seiner Anlage herausholen will, der ist mit einem CD-Tuner (ab 400DM) für den Anfang gut bedient. Zwar sind die Geräte für 400DM keine Spitzenklasse Geräte, können aber durchaus mit den doppelt so teueren Varianten mithalten. Lediglich der Funktionsumfang ist bei den „kleineren“ auch geringer. Genau so gut aber etwas teuerer sind sogenannte „Wechsler-Kombis“. Diese bestehen aus Radio (meistens Kassette)+ CD-Wechsler. Diese Kombi´s gibt’s schon ab 600DM aufwärts. Außerdem spart man , im Paket teilweise bis zu 300,-DM (im vergleich dazu wenn man sich den CD-Wechsler später einzeln nachkauft). Außerdem sind bei den relativ neuen Autos die Werkslautsprecher gar nicht mal so schlecht – meistens liegt es am Radio selber das die Boxen nicht so „voll“ klingen. Ich hätte selber nie gedacht was man aus Serien-Anlagen herausholen kann – wenn man nur ein anderes Radioteil einbaut. Ich will hier noch ein kleines Beispiel einfügen : BMW 525i
Der Wagen von meinem Bekannten hat nur ein neues Radio (Kenwood) eingebaut bekommen und die Serien-Lautsprecher klingen um ein vielfaches Besser. Selbst ohne Loudness. Obwohl der nicht so der „Hifi-Freak“ ist , war er jedoch sehr begeistert nach dem tausch. Er meinte nur das wir im heimlich „neue“ boxen eingebaut hätten (ihr glaubt gar nicht wie schwer das war ihm das wieder auszureden) *g*
## Der Verstärker ##Erst mit dem Zukauf eines Verstärkers kann eine HiFi-Anlage über sich hinauswachsen. Jetzt steht ihr vor der nächsten Frage , was für einen soll ich mir denn nun kaufen ? Erst einmal sei gesagt das Watt nicht alles ist. Hierbei unterscheidet man in „Musikleistung“ , „RMS“ und „Sinus“ .
Lasst euch bitte nicht blenden wenn ihr ein Verkaufsschild (Saturn. etc.) seht ; 1000W
Meistens sind ist es eine 4-Kanal Endstufe – dann 4x250W Musikleistung (Sinus und RMS stehen meistens gar nicht aufgeschrieben)
Musikleistung ist das Maximum was die Anlage in Watt hergibt (kurz bevor diese „in rauch aufgeht“ (also nicht unbedingt ausschlaggebend)Sinusleistung ist die Leistung die schon interessanter ist , denn sie zeigt was die Anlage bei 1000hz eine Minute lang hergibt bzw. aushält
Am wichtigsten ist jedoch die RMS-Leistung , denn diese zeigt die Leistung, die die Endstufe bzw. der Verstärker immer unter Volllast bringt. Jetzt werdet ihr euch sicherlich erschrecken wenn ich sage das meine Endstufe (die Listenpreis immerhin 850DM Kostet (Next Audioemotions Q.55) nur angegeben mit 4x75RMS und 1x200RMS ist (sind eher nur 4x50 und 1x120 laut meinem Hifi-Händler) aber das reicht „dicke“.
## Lautsprecher ##Dazu kann ich euch nur ein paar Tipps geben, aber grundsätzlich kann ich nur sagen das „im laden hören bzw. Testen“ nichts bringt. Denn die Räumlichkeiten im Auto sind viel komplexer und die Boxen die ihr im Geschäft gehört habt – klingen garantiert nicht so im Auto. Aber ihr erkennt einen guten Händler daran wenn er euch die Boxen im Auto testen lässt. Ggf. sogar Probe Einbaut.
Ganz kurz zum Einbau: Die immer noch einfachste Variante ist der Austausch der Serienlautsprecher. Alte raus – neue rein ;-) bei eventuellen undichtigkeiten kann man mit dauerelastischem Silikon oder Karosserie-Dichtmasse diese „Lücken“ füllen. Etwas komplizierter aber auch Klangvoller sind so gennante Doorboards – da möchte ich euch lieber wiedereinmal die Homepage nahe legen die einen solchen Bericht verfasst hat : www.chief-rocker.de
## Subwoofer ##Evtl. muss auch noch ein Subwoofer herhalten ;-) Da gibt es auch die verschiedensten Varianten : Röhre, Geschlossenes Gehäuse, Bassreflex und Bandpass.
Bassröhre : Diese ist Rund (wie der Name schon sagt) und vom Volumen her gesehen mittelgroß. Hat aber nicht ganz so viel druck im vergleich zu den anderen Gehäusearten. Aber ist auch relativ „trocken“ vom Bass. (Ihr solltest nur auf das Material achten aus dem das Gehäuse ist. Viele sind aus „Pappe“ diese brummen dann eher unkontrolliert , besser wäre da spanplatte oder noch besser MDF)Bandpass : Das sind „Kisten“ wo man nicht sieht das es ein Subwoofer ist – da dieser komplett in der Kiste eingebaut ist und nur die Schwingungen durch eine Öffnung heraustreten und den Bass wiedergeben. Für kleine Verstärker ist dieses die beste Variante sein Auto in eine „Disco“ zu verwandeln, aber der Bass klingt eher „dröhnend“ als „Bassig“ – da hauptsächlich die Tieftöne nur verstärkt werden.
Bassreflex : dieses ist die Art mit dem kleinsten Gehäuse. Man könnte jetzt sagen eine Mischung aus Bandpass und geschlossenem Gehäuse. Aber das stimmt nicht zu 100% . Das ganze ist eher ein verkleinertes Geschlossenes Gehäuse in dem ein Rohr (in Länge und Durchmesser ausgerechnet) eingefügt ist wo der Subwoofer seinen „Druck“ auslässt. Ist etwas schwer zu beschreiben aber für jemand mit wenig platz im Kofferraum ist dieses die wohl beste Variante.Geschlossenes Gehäuse : Dieses ist die Variante mit dem größten Gehäuse (teilweise bis zu 50 Liter) siehe auch meinen Bericht : Platzsparende Subwooferlösung. Dieser hat einen sehr „trockenen“ und direkten/präzisen Bass , braucht aber auch enorm an Endstufenleistung. Klingt aber auch meiner Meinung nach am Besten da er am „verfälschungsärmsten“.
FreeAir : Diese einbauart ist so gesehen die "einfachste" bzw. preiswerteste aber ohne die entsprechende Chassis (Subwoofer) nicht zu empfehlen (gute FreeAir-Subwoofer sind nicht grad billig), da der Sub einfach ohne Gehäuse in das Auto eingebaut wird. z.B. im Kofferraum wird dieser meistens gegen die Rücksitze oder Skisacköffnung geschraubt; und der Kofferraum als Gehäuse "umfunktioniert" wird.
## Verkabelung ##
Hier wird im allgemeinen ganz gerne gespart. Daher habe ich dieses „Unterthema“ auch in zwei punkte unterteilt :a) Stromkabel :
Wie ich bei vielen meiner Bekannten gesehen habe. Ich selber will mich da auch nicht herausreden bei meiner ersten Anlage (bis mir beinahe das Kabel abgebrannt wäre). Generell verlege ich lieber ein zu dickes Kabel (35qmm) als ein zu dünnes. Hier eine Liste aufzuführen ist unmöglich. Da ich hier keine Tabelle zur Verfügung habe. Aber im Grunde genommen kann man sagen das ein Stromkabel in der Regel ca. 5-6 Meter lang ist. Rechnet als erstes eure ganzen Verbraucher zusammen die an dem Stromkabel angeschlossen werden. Meistens sind es aber nur die Endstufen (auch bei 4-kanal oder mehr -Kanal Endstufen die gesamten Sicherungen addieren)
Bis 20A -> mindestens 6qmm (würde aber lieber 10qmm nehmen kostet nicht viel mehr)
Ab 30A -> 10qmm
Ab 50A -> 16qmm
Ab 75A -> 25qmm
Ab 100A -> 35qmm
Ab 125A -> 53qmm
Ab 150A und darüber -> mindestens 70qmmMit 25-35qmm dicken Stromkabeln ist man aber eigentlich immer gut bedient.
Denkt nur daran, das wie viele Sagen , Strom „fließen“ muss. Also nehmt für die Masseleitung genau die selbe Kabeldicke.
WICHTIG ! Innerhalb der ersten 30cm nach der Batterie MUSS eine SICHERUNG geschaltet sein , denn wenn euch das Kabel durch einen Kurzschluss abbrennt zahlt die Versicherung keinen Pfennig. Außerdem schützt es eure Verbraucher
b) Lautsprecherkabel:
Hier würde ich für Subwoofer mindest 4qmm dickes Kabel nehmen.
Für alles andere ( Mitteltöner / Tieftöner / Hochtöner / Kickbässe, etc. ) sind mindestens 2,5qmm zu verwenden.Weichenverkabelung :
Die weiche so nah wie möglich an der Endstufe anschließen und von dort aus auf das 2/3 Wege-System verteilen. An der Verkabelung sollte man da lieber nicht sparen – denn dort spart man am falschen Ende. Macht sich klang mäßig auch noch mal Bemerkbar.
## Stabilisatoren ##Ab etwa 500W sollte man sich generell einen Stabilisator zulegen (Diese Kosten ca. 200-300DM) gerade was denn Bass angeht braucht dieser die meiste Leistung.
Das merkt man daran wenn die Drehzahl im Standgas schwankt oder das Licht anfängt zu flackern. Denn dann ist die Licht maschine überfordert und der Bass fängt auch an unkontrolliert zu schwingen (ist nicht so toll für die Schwingspule) Mit „Stabi“ klingts auch dann noch mal etwas besser. Der Anschluss ist auch recht Simpel , so nah wie möglich parallel an die Endstufe dazwischen schalten.
## Aktivweichen + Equalizer + Laufzeitkorrektur ##Das sind Komponeten die man sich im Laufe der Zeit aneignen kann , aber für den Anfang nicht unbedingt notwendig sind. Da diese nur das „finish“ sind um evtl. Trennfrequenzen zu Optimieren, wobei bei der Aktivweiche eher der Hochtöner optimal eingepegelt wird bzw. abgetrennt wird. Und beim Equalizer eher die Frequenzen geordnet bzw. gerichtet werden.
Man hat immer Frequenzganz- überhöhungen oder –einbrüche. Wer sich jedoch einen Equalizer zulegt dem würde ich einen Vollparametrischen z.B. (Alpine PXA inkl. Laufzeitkorrektur) oder empfehlen da dieser das gesamte Spektrum an Bändern beherrscht und individuell an das Auto angepasst werden kann (sollte jedoch vom Profi vermessen und eingestellt werden – außer man ist selber einer ;-) Es verbessert das Klangbild um ein Vielfaches. Ich spreche da aus Erfahrung.
## FAZIT ##Im Grunde genommen kann eine zusammengestellte preiswerte Anlage manch einer wahllos kombinierten teuren Anlage klanglich locker den Rang ablaufen. Aber lasst euch nicht unbedingt bei „Schmuddelmärkten“ wie S*turn oder M***a Markt beraten – sucht euch am Besten einen Car- HiFi- Händler eures Vertrauens der euch dann auch vernünftig berät. Denn dieser kann euch auch Individuell auf euer Auto abgestimmte Anlagen erläutern, da er das Hintergrundwissen mitbringt. Und euch auch sachlich Beraten kann, und nicht einfach nur sein „Zeug“ verkaufen.
Grüße
Björn
27.09.2001 17:21
Bis auf die Charakterisierung der unterschiedlichen Subwoofer ein sehr gelungener Bericht.
28.07.2001 18:18
Ein echt gelungener Bericht, dem noch an Aufzählungen ein Free Air Bass fehlt. Modifikation der Impedanz, der Frequenz und der Kabellänge tun auch noch ihr bestes zum Klang dazu. Dazu kommt noch, das dieses beschriebene Hin und Her Schwingen der Schwingspule eine Rechteckspannung verursacht, welche sich unter der Frequenz durch Kabel in den Verstärker einspeist. Dieser kann daurch zu Schaden kommen. Es gibt leider noch nicht genug MöglichKeiten Leute vor einem "nackten Kauf eines C-H-Endgerätes bei diversen Großmärkten zu warnen, wo sie dann nicht mit dem Einbau Klarkommen und nichts zu einander passt. Viele Grüße, Brooklyn Kid
26.07.2001 18:36
Klasse Bericht, wirklich. Das steht ab dem nächsten Monat bei mir an und du bist mir eine echte Hilfe, denn ich hab davon keine Ahnung und du gibst mir den Einblick! Vielen Dank, MfG Mjussel! :-)