EIN GIGANTISCHES EINKAUFSERLEBNIS!
01.11.2003
Pro:
riesiges Sortiment, vergleichsweise preiswerte Waren, Sauberkeit, Übersichtlichkeit
Kontra:
EDV - Artikel sind etwas teurer als in Deutschland
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Qualität der Frischware:
Wartezeit an der Kasse zu Stoßzeiten:
Parkmöglichkeiten zu Stoßzeiten:
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 vellocet
Über sich:
Mitglied seit:14.10.2003
Erfahrungsberichte:50
Vertrauende:5
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 31 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Ohne Supermarkt geht selbst im Pauschalurlaub ja gar nichts - ob Zahnbürste, Kamm oder gleich die ganze Kulturtasche – irgend etwas ist immer daheim geblieben und spätestens nachdem das Flugzeug abgehoben hat, wird klar: Ersatz muss her. Wohl dem, der gut zu Fuß ist oder einen Leihwagen hat, denn die dem Hotel oder der Anlage angegliederten Läden haben ein Preisniveau, das deutschen Apotheken in nichts nachsteht.
So war es dann auch auf Gran Canaria erforderlich, allein schon der unglaublich schlechten Kost im Hotel wegen noch essenzielle Grundnahrungsmittel nebenher zu kaufen. Glücklicherweise besaßen wir einen Leihwagen und entdeckten gleich am Anreisetag auf der Fahrt vom Flughafen zum Hotel ein großes Einkaufzentrum (Centro Commercial Atlantico) in Vecindario, direkt an der Autobahn gelegen. Beim Betreten des Komplexes mussten wir unsere räumlichen Vorstellungen von groß nach riesig korrigieren, waren wir doch in einem Hypermercado (der Name sagt eigentlich alles) der Carrefour-Kette gelandet. Hinzu gesellten sich noch zahlreiche großräumige Geschäfte mit einer zum Teil sehr interessanten Angebotspalette. So gab es dort mindestens vier oder fünf große Modeboutiquen, einen riesigen Toys'r'us, mehrere Elektronik– und Telekommunikationsgeschäfte, eine Zoofachhandlung, Fastfoodrestaurants, Kinos und ein richtig gutes Sportfachgeschäft der Firma Burjita.
Wenn man den Carrefour von der falschen Seite her betritt, muss man etwa 80 Meter in die korrekte Richtung laufen, um dort dann die elektrischen Schwingtüren passieren zu können. Dies geschieht unter den wachsamen Augen von Sicherheitsleuten oder dem Personal des nahegelegenen Service- und Reklamationsschalters. Eventuell mitgebrachte Taschen oder andere Einkäufe muss man dann in dafür vorgesehene Tüten einschweißen (richtig gelesen!). Diese kann man dann in den Laden mitnehmen. Ich war schon öfter in Frankreich, Belgien, dem spanischen Festland sowie auf Mallorca in Carrefourmärkten, doch diese Dimensionen ließen mich dann doch mit offenem Mund herumlaufen. So ist der Markt sicherlich so groß wie ein Fußballfeld und etwa 20 Meter hoch. Das daraus resultierende Angebot an Waren jeglicher Art ist einfach gigantisch. Was es dort nicht gab, gab es dann auf der ganzen Insel nicht. Die Warenpalette reichte vom DVD-Player über das Motoröl, neue Badelatschen, Sofas, Fahrräder, komplette Tintenfische, Muscheln und Krabben hin bis zum zwanzig Jahre alten Wein - es wäre aussichtslos, auch nur ansatzweise die Warenhauptgruppen aufzählen zu wollen. Die XXL-Bauweise ließ dann auch in den jeweiligen Gängen zwischen den Regalen viel Platz, so das Zusammenstöße mit anderen Kunden ausblieben (wie sehr nervt es mich doch in Deutschland, mit drei anderen Kunden und deren Einkaufswagen vor ein und dem selben Artikel zu stehen!). Das komplette Gebäude war zu allem Überfluss dann auch vollklimatisiert (welch Energieverbrauch!) und wenn man es irgendwann einmal verlassen musste, prallte man regelrecht gegen die mittägliche Hitze.
Ganz besonders angetan hatte es mir die Fischabteilung, wurde dort doch alles, was im Atlantik kriecht, schwebt und schwimmt angeboten. So lag dann alles auf einer etwa 20cm Schicht aus zerstoßenem Eis, welches regelmäßig erneuert wurde. Dies natürlich über mehreren Verkaufsstände verteilt, die zusammen sicherlich 15 Meter lang waren. Ferner waren die Kräfte ständig dabei, den Fisch und die weiteren Meeresfrüchte mittels eines feinen Wasserstrahls vor dem Trocknen zu bewahren. Aufgrund des großen Kundenandranges musste man sich eine nummerierte Marke ziehen und wurde von den sehr freundlichen Kräften geduldig und zuvorkommend bedient. Selbst sprachliche Barrieren stellten kein Problem dar. Wir habe uns beinahe jeden Tag gekochte Riesengarnelen gekauft, die zusammen mit Weißbrot, Tomaten, Ajoli und Rotwein eine leckere Vorspeise ergaben. Die Obst und Gemüseabteilung ließ auch keine Wünsche offen – bei der Größe einer ganzen Lidl- oder Aldi-Filiale ja auch kein Wunder... Ob Mangos, Papayas, Artischocken, mir unbekannte Wurzeln oder importierte Pilze – alles war frisch und lud hinsichtlich der Präsentation zum Mitnehmen geradezu ein.
Mit der Getränkeabteilung verhielt es sich ähnlich: egal ob Sekt, Champagner, Rot- oder Weißweinflaschen - waren diese doch auf etwa drei mindestens zehn Meter lange Regale verteilt – ich habe noch nie so viele verschieden Sorten auf einmal gesehen! Neben diversen wirklich teuren (aber guten) Weinen gab es eine Fülle günstiger Angebote, wobei man aber leicht den Überblick verlieren konnte. Genug der Schilderungen aus dem Schlaraffenland – irgendwann kommt der Moment, an dem das im Einkaufswagen befindliche bezahlt werden muss. Bei etwa 20 – 30 Kassen (nach menschlichem Ermessen) eigentlich kein Problem, auf Gran Canaria schon. So unglaublich es klingen mag, aber es hat an all den Tagen zu keinem Zeitpunkt eine Kasse gegeben, an der wenig losgewesen wäre. Wenn dann mal nur ein oder zwei Kunden vor einem waren, hatten diese einen Einkaufswagen (der von seiner Bauweise her deutlich größer war, als sein deutsches Pendant), dessen Inhalt wahrlich beeindruckte. In einem Gespräch mit einer Kassiererin erfuhren wir dann, dass viele Einheimische die Fahrt (auch aus zum Teil entlegenen Regionen) zum Carrefourmarkt dazu nutzten, ihren Wocheneinkauf für die ganze Familie zu machen. Die Kassiererinnen und Kassierer waren schnell und halfen sogar noch dabei, den Einkauf in kostenlos erhältlichen Tüten zu verstauen – in Deutschland undenkbar! Zudem wurden neben Bargeld alle gängigen Kreditkarten akzeptiert.
Hinsichtlich der Warenpreise (die durch die Euroumstellung nun besser zu vergleichen sind) gibt es nichts auszusetzen. Viele Artikel (insbesondere Lebensmittel) erscheinen durchweg günstig, wobei der Bereich Unterhaltungselektronik und EDV etwas bis deutlich teurer ist (irgendwie hat sich das mit "Projekt 2003" und "Geiz ist geil" noch nicht bis nach Spanien herumgesprochen...). Mir scheint Spanien dahingehend auch noch einen ganz erheblichen Nachholbedarf zu haben, der die Preise dann aber deutlich drücken würde. Zudem bietet Carrefour Kunden, die Lebensmittel in größeren Mengen erstehen, zusätzlichen Rabatt (z.B. drei Flaschen Wein zum Preis von zweien etc.). Die Produkte der "Hausmarke" waren durchweg annehmbar, so haben wir kiloweise Kaffeebohnen gekauft und nach Deutschland mitgenommen. Erwähnenswert ist auf jeden Fall noch der tadellose Zustand aller Waren sowie deren Frische und die Sauberkeit dieses riesigen Ladens an sich – vielleicht sollten sich die Kräfte meines "Pennys um die Ecke" dort mal umsehen und versuchen, ihre Filiale meinetwegen nur halb so sauber und ordentlich zu führen, wie eben jenes Geschäft ... Obwohl dort immer Rush hour herrschte, waren alle Regale ordentlich sortiert, lag kein Blatt auf dem Boden der Gemüseabteilung und von zu Bruch gegangenen Gläsern und Flaschen war einfach nichts zu sehen.
Der kontinuierlich Kundenandrang (gerade in den frühen Abendstunden war es wirklich extrem!) wirkte sich dann auch auf die Zufahrtsstrassen aus – ging doch auf den nahe gelegen Kreiseln nichts mehr. Die Planer des Kundenparkplatzes hingegen hatten offensichtlich mit einem derart immensen Ansturm gerechnet und unter dem weitläufigen Parkplatz eine ebenso groß dimensionierte Tiefgarage entworfen, von der aus man über Fahrstühle in das Centro Commercial gelangen konnte. Auf dem Parkplatz gab es dann ein oder zwei motorisierte Wächter, die für Ordnung sorgten. So gab es auch mit auf Behindertenparkplätzen fälschlicherweise parkenden Autos keine Gnade. Die sanitären Anlagen waren nicht so leicht zu finden und vergleichsweise klein (aber sauber). In den zahlreichen Geschäften und Restaurants innerhalb dieses Komplexes gab es jedoch zusätzliche Möglichkeiten auszutreten.
Idealerweise gibt es in der Nähe des Kundenparkplatzes noch eine Tankstelle, die ein wenig günstiger ist, als die in der Umgebung befindlichen. Fazit: egal ob man viel, wenig oder gar nichts kaufen möchte: ein Besuch des Centro Commercial ist keine Zeitverschwendung - und es mag ja vermessen oder übertrieben klingen, doch eigentlich müsste dieser Konsumtempel in den Reiseführern erwähnt werden. Angesichts der moderaten Preise sowie des allumfassenden Angebots bereitet das Einkaufen in diesem Konsum der Superlative Spaß statt Streß!
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10.09.2004 22:25
Wir waren kürzlich im Carrefour in Las Palmas, mit 64 Kassen ein Freizeitpark für mich! So große Fisch, Schinken, Käseräder... mann, wäre so ein Ding mal hier in der Nähe, ich würde da glatt einziehen! gruß kikilotta
18.02.2004 08:43
Ich stimme dir in allen Punkten zu! Es grenzt an Reizüberflutung :-O
10.11.2003 19:54
Carrefour kenne ich nur aus Frankreich...da könnte ich ganze Tage verbringen....LG, Majali