Standheizung für Penner
08.03.2010
Pro:
mobil, daher in wechselnden Fahrzeugen verwendbar
Kontra:
war bei Auslieferung erst mal defekt
Empfehlenswert:
Ja
 BonzoSplitt
Über sich:
Mitglied seit:20.08.2009
Erfahrungsberichte:92
Vertrauende:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 75 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Liebe Leserinnen und Leser, liebe Ciao-Mitglieder und Freunde, noch immer haben wir tiefsten Winter und Wetterbesserung ist nicht in Sicht. Jeden Morgen das gleiche Dilemma: ein zugefrorenes Auto, dicker Eispanzer auf den Scheiben, alles andere als sofort startbereit. Wohldem, der da eine Standheizung hat. Nur: sowas ist teuer! Hunderte von Euro bis knapp an die 1000 sind für eine richtige Standheizung schon zu berappen. Könnte ich mir nicht leisten.
Umso froher war ich als ich da etwas endeckt habe, das ich die
Standheizung für Penner nenne. Sie ist zwar auch nicht gerade billig, wie die Preisnennung im Laufe dieses Berichtes zeigen wird, aber sie ist wenigstens noch (einigermaßen) erschwinglich.
Zum Vertrieb und Produkt
Erhältlich ist das Gerät bei Pearl und es nennt sich Automatische Kfz-Scheibenheizung mit Akku & LED-Anzeige, 120 Watt. Ich habe das Produkt im letzten Katalog schon gesehen, aber da hatte ich mich noch nicht zum Kauf entschließen können. Kürzlich bekam ich dann eine Werbe-E-Mail von Pearl (die erhalte ich ja fast täglich...), wo mir das Produkt erneut vorgestellt wurde. Ich habe mir jetzt nochmal alles genau durchgelesen, außerdem war ein Beratungsvideo mit dabei, das über den Windows Media Player abspielbar ist. Dieses habe ich mir angesehen und das hat mich dann endgültig zum Kauf überzeugt. Die Kosten belaufen sich für das hier genannte Modell auf 100 €.
Sicher, es gibt preisgünstigere externe Autoheizungen. Warum ich mich dennoch für diese teurere Variante entschieden habe, hat zwei entscheidende Gründe, auf die ich im Laufe dieses Berichtes noch konkret eingehen werden.
Verpackung und Lieferumfang Nicht immer ist Pearl gerade der schnellste Versender, aber diesmal hat er sich direkt selbst übertroffen. Ich habe um 2.30 Uhr morgens die Bestellung per E-Mail getätigt. Bereits am kommenden Abend, 16 Stunden später, hatte ich eine E-Mail im Fach, daß die Ware ausgeliefert worden ist. Und nach der beginnenen Nacht traf das Paket am nächsten Vormittag bei mir zu Hause ein.
Das Produkt wird in einem stabilen Karton angeliefert, es wiegt fast 2 Kilo. Ca. 1,7 kg bringt bereits das Produkt selbst auf die Waage, dazu ist im Karton noch eine buchdicke Gebrauchsanleitung, sowie ein Netzadapter für den Ladevorgang an der 230-Volt-Steckdose. Der Grund, weshalb das Gerät so schwer ist: es hat einen eingebauten Akku, der es vom Bordnetz des Autos unabhängig macht! Und das ist einer der beiden Gründe, warum ich mich für diese exclusive und damit teure Ausführung einer externen Autoheizung entschieden habe. Natürlich könnte auch dieses Gerät über den Zigarettenanzünder am 12-Volt-Bordnetz betrieben werden, aber das würde ich nie tun, gegen sowas habe ich eine Aversion. Zwar verfügt das Produkt über einen Batteriewächter, der es bei Erreichen von 10,8 Volt abschaltet. Wer einen Benziner hat, dem mag eine teilentladene Batterie dennoch ausreichen. Ich aber habe einen Diesel, und nochdazu einen reichlich bockigen. Der muß vorglühen und selbst mit einer 100%ig vollgeladenen Batterie orgelt, stottert und zickt er beim Kaltstart herum, bis er gnädigerweise dochmal anspringt. Leider hat das auch in 10 Jahren keine Werkstatt verbessern können. Hätte ich jetzt eine ausgelutschte Batterie, weiß ich von vorneherein, daß mich die Karre beim Kaltstart sitzen lassen würde. Und daher käme für mich nie eine externe Autoheizung in Frage, die vom Bordnetz abhängig ist.
Betriebsarten und Betriebsdauer
Wie bereits beschrieben, kann das Gerät auf zwei Arten betrieben werden. Über das 12-Volt-Bordnetz. Zu diesem Zweck hat es ein fest eingebautes massives Kabel von 1,5 m Länge mit fertiginstalliertem Stecker für den Zigarettenanzünder. In diesem Stecker ist auch eine 15-Ampere-Feinsicherung aus Glas eingbaut. Die Betriebsdauer über den Zigarettenanzünder beträgt laut Hersteller 50 bis 60 Minuten. Dann ist die Bordspannung so weit abgefallen, daß der Batteriewächter eingreift und eine Abschaltung vornimmt. Der Wiederaufladevorgang über den Zigarettenanzünder beträgt laut Hersteller 2 bis 3 Stunden.
Wird die Autoheizung mit dem integrierten Akku betrieben, beträgt die Betriebsdauer laut Hersteller 20 bis 30 Minuten. Ein Wiederaufladevorgang an der Steckdose mit Haushaltsstrom beträgt laut Hersteller 5 – 6 Stunden.
Design des Produktes Der Karton ist bunt bedruckt, Bilder des Gerätes sind darauf abgebildet und technische Hinweise in allen möglichen Sprachen. Das Gerät selbst, in Luftpolsterfolie verpackt, bestelt aus Metall und Kunststoff und ist vollkommen in den Farben schwarz und rot gehalten. Zu den Abmessungen:
Ein bißchen klobig sieht das Produkt aus. Es ist 35 cm lang, 15 cm breit, 7 cm hoch und wiegt satte 1,4 Kilogramm. Es ist der Akku, der es so schwer macht. Auf der leicht bedienbaren Oberfläche befinden sich drei gummierte Druckknöpfe, mit denen das Gerät zu programmieren ist. Dazu gibt es drei Leuchtdioden und ein beleuchtbares Display. Über die Drucktasten werden drei benötigte Uhrzeiten eingestellt. 1.Die aktuelle Uhrzeit, die gerade vorherrscht. 2.Die gewünschte Startzeit, wann die Heizung einschalten soll. 3.Die gewünschte Endzeit, wann die Heizung ausschalten soll. Leuchtdioden unterstützen den Betrieb der Maschine, das beleuchtete Display schaltet sich wieder ab, wenn länger als 15 Sekunden keine Eingabebefehle mehr erfolgt sind.
An der Rückseite ragt ein festeingebautes Kabel mit 12-Volt-Stecker aus dem Gehäuse. Dieses 1,4 m lange Kabel wird benötigt, wenn das Gerät über den Bordstrom des Autos betrieben werden soll. Neben dem Kabel ist die Anschlußbuchse für den mitgelieferten Trafo, wenn das Gerät am 230-Volt-Haushaltsstrom betrieben werden soll. Auch gibt es hier einen On/Off-Schalter. Sowohl für den Nutzbetrieb, als auch für den Ladevorgang muß dieser Hauptschalter auf ON gestellt werden. An der Vorderseite befindet sich das Luftaustrittsgitter. Die Maschine ist also entsprechend im Auto auf dem Armaturenbrett zu platzieren, daß der austretende warme Luftstrom die Innenseite der Frontscheibe trifft.
An der Unterseite ist ein verstellbarer Klappbügel angebracht. Damit kann die gewünschte Neigung des Heizers eingestellt werden, um die optimalste und effektivste Leistung im Einsatz zu erzielen. Normalerweise würde jetzt die praktische Anwendung kommen. Leider aber muß ich an dieser Stelle einen Zwischenbericht einfügen, der so nicht vorgesehen war.
Gerätedefekt
Schon beim ersten Auspacken des fabrikneuen Gerätes war im Innern des Gehäuses das Umherfliegen einer losen Schraube zu hören. Dennoch ließ sich das Produkt einschalten und da es mit vollem Akku geliefert wurde, funktionierte auch der Betrieb einwandfrei. In der Wohnung führte ich einen Testlauf durch. 39 Minuten arbeitete der Heizer, bis der eingebaute Akku leer war. Da der Hersteller von „20 bis 30 Minuten“ schreibt, war das mehr als ein Spitzenwert. Als Nächstes wollte ich den Akku über den mitgelieferten Trafo aufladen. Als der Strom floß, brannte die rote LED. Aber nur wenige Minuten. Dann schaltete sie auf grün um und der Ladevorgang war beendet. Allerdings war der Akku noch immer vollständig leer. Bei weiteren Versuchen gab es keine besseren Ergebnisse. Oft leuchtete nur wenige Sekunden rot, dann war schon wieder grün. Der Ladevorgang war „beendet“ und der Akku blieb leer...
Kundenreklamation
Noch in der Nacht schickte ich Pearl eine E-Mail, in der ich den Sachverhalt schilderte. Ich bat um einen Retourenschein und um anschließenden Austausch des Gerätes. Das ging sehr schnell, schon am nächsten Abend war eine Antwort-E-Mail gekommen, daß der gewünschte Retourenschein unterwegs sei. Einen Tag darauf traf der dann auch bei mir ein und ich konnte das defekte Gerät zurückschicken.
Jetzt geht's nicht mehr so schnell
Fast drei Wochen vergingen, bis Pearl wieder etwas von sich hören ließ. Schon ärgerlich, wenn man bedenkt, daß genau in der Zeit strengster Winter mit starkem Frost war und ich gerade da das Gerät am Nötigsten hätte brauchen können. Ich bekam eine E-Mail, daß das Gerät kostenlos ausgetauscht wird. Die Zusendung des Austauschgerätes würde ebenfalls kostenfrei erfolgen. Bis es dann bei mir eintraf, verging nochmal eine halbe Woche.
Neuer Testlauf
Der Akku war bei Übernahme wieder voll, Schraube hat auch keine mehr geklackert. Beim ersten Testlauf in der Wohnung lief das Gerät wieder 39 Minuten. Dann war der Akku leer und er schaltete sich ab. Mit dem Trafo startete ich den Ladevorgang. Die rote LED brannte. Und das 5 Stunden und 45 Minuten. Dann wechselte sie auf grün. Aus Sicherheitsgründen führte ich in der gleichen Nacht noch einen 2. Testlauf durch. Diesmal arbeitete der Heizer 40 Minuten, bis der Akku erneut leer war. Der folgende Ladevorgang dauerte wieder 4 ¾ Stunden.
Erste praktische Anwendung
Diese verzögerte sich ein paar Tage, da wir zwar Frost hatten, aber keinen Niederschlag mehr und absolut trockene Luft, so daß keine Autoscheiben zufroren. Als das dann wieder der Fall war, stellte ich am Abend das programmierte Gerät ins Auto. Am nächsten Morgen schaltete es sich wie gewünscht um 6.20 Uhr ein. Vom Fenster aus konnte ich die rote LED leuchten sehen. Als ich um 6.55 Uhr runterkam, weil ich jetzt zum Zeitungholen in die hiesige Bäckerei fahren wollte, lief die Standheizung noch. Sie hatte gute Arbeit geleistet. In der Scheibe war ein unbeschlagenes und freigetautes Feld vion gut einem halben Meter Durchmesser. Auch war der Innenraum des Wagens spürbar um ein paar Grad wärmer geworden. Nach dem Motorstart hatte es jetzt die Bordlüftung viel leichter, an der Stelle weiterzumachen, wo die „Vorheizung“ aufgehört hatte.
Fazit Für 100 Euro kann man natürlich keine vollwertige Standheizung erwarten, die für 25 Grad Wärme im Innenraum sorgt. Aber das hier vorgestellte Gerät ist eine gute Alternative für Leute, die nicht das Zehnfache für eine richtige Standheizung ausgeben wollen oder können. Zumal das mobile Gerät den Vorteil hat, daß es, da ja nicht fest eingebaut, bei einem etwaigen Fahrzeugwechsel problemlos mitgenommen werden kann, was bei einer richtigen Standheizung nicht der Fall ist. Wäre nicht der Patzer mit dem defekten Gerät passiert, hätte ich hier die vollen 5 Sterne vergeben. So aber muß ich einen abziehen. Zumal Pearl mich fast 4 Wochen auf das Austauschgerät warten ließ und ich es nicht zu der Zeit nutzen konnte, für die es vorgesehen ist: während des Winters. Eine Kaufempfehlung kann ich aber dennoch aussprechen, und zwar aus zwei Gründen: 1.Das Austauschgerät arbeitet ja jetzt einwandfrei. 2.Der nächste Winter kommt bestimmt...
Ich bedanke mich für das Lesen, Bewerten und Kommentieren dieses Berichtes, Euer Bonzo Splitt exclusiv für Ciao im März 2010.
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16.04.2010 15:54
klasse bericht =)
14.03.2010 14:26
..laaange Wartebank aber nicht vergessen :o)CC
14.03.2010 00:12
Hmmm... Klingt interessant. Allerdings hätte ich jetzt mehr Effizienz von dem Gerät erwartet... Hmmm. Aber eine Alternative zu einer "echten" Standheizung ist es auf jeden Fall! Viele Grüße. andr