... DIE STORY
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Marokko, mitten im Zweiten Weltkrieg: Europa ist weitgehend durch Hitlers Wehrmacht besetzt, Casablanca einer der letzten Anlaufpunkte für Flüchtlinge aller Nationalitäten, um von dort aus in die USA zu gelangen. Hier betreibt der undurchsichtige, zynische Rick Blaine ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von Milsch über Casablanca (Film 1942 / 2002) 03.08.2006
Produktbewertung des Autors:
Humor
ziemlich humorvoll
Spannung
ziemlich spannend
Anspruch
geht so
Action:
wenig
Romantik:
sehr viel
Pro:
* * * Ein Meisterwerk * * *
Kontra:
-
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
"Here's looking at you, kid." -Rick Blaine
1. DIE STORY ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯ Marokko, mitten im Zweiten Weltkrieg: Europa ist weitgehend durch Hitlers Wehrmacht besetzt, Casablanca einer der letzten Anlaufpunkte für Flüchtlinge aller Nationalitäten, um von dort aus in die USA zu gelangen. Hier betreibt der undurchsichtige, zynische Rick Blaine sein Café Americain, einen gut besuchten Nachtclub.
Ausreisevisa zählen zu den begehrtesten Gütern in Casablanca, und so versetzt der Mord an zwei deutschen Kurieren samt des Diebstahls zweier unwiderruflicher Transitvisa Casablanca in Aufruhr. Allen voran den korrupten Polizeichef Renault, denn der legendäre Widerstandskämpfer Victor Laszlo ist in Casablanca und benötigt dringend Ausreisepapiere, weswegen die anwesenden deutschen Wehrmachtsoffiziere Renault zur schnellen Aufklärung des Falles drängen.
Ricks Interesse an der Sache ist zunächst rein sportlicher Natur. Das ändert sich, als Laszlo dessen Café besucht und Rick in Laszlos weiblicher Begleitung seine große Liebe Ilsa Lund wiedererkennt, die ihn einst ohne Angabe von Gründen in Paris verlassen hatte. Zwischen Laszlo und Blaine entbrennt ein Kampf um die lebenswichtigen Visa und gleichzeitig um Ilsa, die schon bald ebenso schicksalhaft in das Geschehen eingreift wie Renault. Es wird eine Geschichte um große Ideale und um die große Liebe, und am Ende wird es auch der Beginn einer wunderbaren Freundschaft…
2. DIE REGIE ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯ Der gebürtige Ungar Michael Curtiz hatte bereits 1912 in seiner Heimat als Schauspieler und Filmemacher angefangen. Später emigrierte er in die USA und produzierte dort vorrangig B-Movies. Auch für "Casablanca" standen nicht einmal 1 Mio. Dollar als Budget zur Verfügung, was selbst für damalige Verhältnisse bei einem solchen Projekt wenig war. Die Probleme mit dem Drehbuch (s.u.) und die mangelnde Unterstützung durch die Produktionsfirma trugen ebenfalls nicht gerade zu einer reibungslosen Regiearbeit bei.
So sieht man "Casablanca" die häufig im Studio gedrehten Aussenszenen und die schlechte Tricktechnik teilweise an, ausserdem enthält der Film zahlreiche Continuity-Fehler und ist historisch nicht immer authentisch, beispielsweise bei den Armeeuniformen und Abzeichen. Trotzdem erhielt Curtiz für seine aus Regiesicht eher durchwachsene Leistung später den Oscar als bester Regisseur.
3. DIE SCHAUSPIELER ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯ Einen nicht unerheblichen Anteil am Erfolg hatten sicherlich die Hauptdarsteller. Humphrey Bogart war in Hollywood kein Unbekannter, v.a. als Sam Spade in "The Maltese Falcon" hatte er bereits einen großen Erfolg verbucht, doch erst "Casablanca" begründete bei ihm definitiv den Status eines Kultstars und brachte ihm übrigens auch die erste Oscar-Nominierung. Der Zynismus, die scheinbare Teilnahmslosigkeit, hinter der sich doch ein beherzter, idealistischer Mensch verbirgt, diese Eigenschaften lagen Bogart wohl im Blut. Er nuschelt und nörgelt sich durch sein Café, dass es eine Freude ist, und wirkt doch auf der Stelle wie ausgewechselt, sobald Ingrid Bergman die Szene betritt.
Bergman war in Schweden bereits ein Star, doch erst seit 1939 in den USA zu sehen. Für sie bedeutete der Film den internationalen Durchbruch. Sie gibt "Casablanca" die großen Emotionen, den notwendigen Gegenpart zu Bogarts hölzernem Spiel. Die beiden ergänzen sich perfekt, vor allem, weil sie so grundverschieden sind und sich doch magisch anzuziehen scheinen. Die Diskussion über Ilsas wahre Motive und Gefühle hat Generationen von Cineasten beschäftigt.
Alle anderen, durchaus auch bekannteren Namen wie etwa Claude Rains müssen im Glanz dieser beiden Akteure deutlich zurückstehen. Erwähnenswert ist aber auf jeden Fall noch der linkische, fast schon schmierige Auftritt des Schwarzhändlers Ugarte, herrlich gespielt von Peter Lorre.
4. DAS BUCH ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯ Das Drehbuch basiert auf dem Theaterstück "Everybody Comes To Rick's" von Murray Burnett und Joan Alison. Die Umsetzung in ein Drehbuch geriet dann zur unendlichen Geschichte: die Gebrüder Epstein konnten das Skript nicht rechtzeitig fertigstellen. Casey Robinson arbeitete am Buch weiter, sein Anteil wird aber heute meist unterschlagen und sein Name nur selten genannt. Howard Koch schloss die Arbeit schliesslich ab, als der Film schon fast fertig war - man drehte also lange Zeit, ohne das Ende zu kennen.
5. DIE MUSIK ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯ Legendär wurde natürlich das melancholische "As Time Goes By", jener Song, der Rick und Ilsa noch aus ihrer Zeit in Paris verbindet. Das Lied wurde bereits 1931 von Herman Hupfeld geschrieben und wird im Film vom Schauspieler Dooley Wilson gesungen, der den Bar-Pianisten Sam spielt. Die für damalige Hollywood-Streifen übliche Orchestermusik steuerte der umtriebige Max Steiner bei, der allein im Jahr 1942 nicht weniger als 19 Filme vertonte.
"Casablanca" war eigentlich kein vielversprechendes Projekt. Das Studio hatte wenig Interesse an dem Film und glaubte nicht an einen kommerziellen Erfolg, investierte dann auch relativ wenig Geld in die Dreharbeiten und zögerte letztlich sogar den Kinostart hinaus. Die Autoren wechselten mehrfach, der Ausgang der Geschichte war lange Zeit unklar. Dennoch ist hier ein Meisterwerk entstanden, zugleich ein grandioses Dokument seiner Zeit und doch ein zeitloser Klassiker. Ein Feuerwerk an schauspielerischem Glanz und eine Goldgrube bekannter Bilder und Zitate.
Es sind wohl verschiedene Aspekte, die seinerzeit den Erfolg von "Casablanca" begründeten und dem Film später zum Kultstatus verhalfen. Da sind natürlich die Schauspieler, allen voran Bogart, der als Person unter den frühen Hollywoodstars selbst einen Kultstatus hat, der vielleicht nur von James Dean übertroffen wird. Und da ist natürlich dieses Lied, "As Time Goes By", unzählige Male gespielt und gecovert, und in dem Zusammenhang der Satz "Spiel's noch einmal, Sam", der auf irgendeinem Weg so berühmt und bekannt wurde, obwohl er tatsächlich im Film so nie gesagt wird.
Doch man darf bei "Casablanca" nicht nur auf diese Einzelheiten schauen. Es sind diese grandios überzeichneten Emotionen, die den Zuschauer unweigerlich schon durch die Übertreibung in ihren Bann ziehen. Mal ehrlich: die bedingungslose Liebe zum geknechteten Vaterland in Kombination mit der verzehrenden Liebe zu einer Frau, bisweilen wortwörtlich triefend inszeniert im strömenden Regen oder zu den pathetischen Klängen der Marseillaise - dieser Druckbetankung an großen Gefühlen kann sich kaum jemand entziehen. Die bisweilen auch kitschigen Momente werden aber gekonnt ausbalanciert durch eine gehörige Portion Situationskomik, für die vor allem der staubtrockene Humor des Humphrey Bogart sorgt, und die nicht zu leugnende propagandistische Funktion, die "Casablanca" zweifellos hatte.
Und eines darf man nicht vergessen: die Art und Weise, wie hier aus dem Blickwinkel der damaligen Zeit das Dritte Reich und der Zweite Weltkrieg dargestellt werden, ist ziemlich einzigartig. Dieser polemische, bissige, aber auch unverkrampfte Humor, mit dem die Nazis hier gezeigt werden, konnte eigentlich nur in dieser Phase des Krieges so gedreht werden (bezeichnenderweise stammt die wunderbare Komödie "To Be Or Not To Be" von Ernst Lubitsch aus demselben Jahr). Nach Stalingrad hätte man das so wohl nicht mehr sehen wollen, nach 1945 gingen komödiantische Facetten in Verbindung mit dem Dritten Reich jahrzehntelang gar nicht, und später konnte sich kaum jemand, der es wagte, sich auf diesem Weg dem Thema zu nähern, freimachen von dem inzwischen erworbenen Wissen darüber.
Deswegen wie gesagt: ein grandioses Zeitdokument und doch auch zeitlos. Ein Unikat eben. Oder, wie man so gerne und hier völlig zurecht sagt: ganz großes Kino.
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> Facts And Figures
Originaltitel: Casablanca Deutscher Titel: Casablanca Länge: 104 min Veröffentlicht: USA 1942 FSK: 6 Regie: Michael Curtiz Buch: Julius J. & Philip G. Epstein, Howard Koch, Casey Robinson Darsteller: Humphrey Bogart, Ingrid Bergman, Peter Lorre, Claude Rains u.a.
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Die Serie 20 BIG MOVIES informiert in kompakter und standardisierter Form über herausragende Werke der Filmgeschichte. Bisher erschienen:
[05] THE GODFATHER (28.07.2004) http://www.ciao.de/Pate_1_Der__Test_2843445
[04] ONE FLEW OVER THE CUCKOO'S NEST (27.07.2004) http://www.ciao.de/Einer_flog_uber_das_Kuckucksnest__Test_2843089
[03] TWELVE ANGRY MEN (26.07.2004) http://www.ciao.de/Zwolf_Geschworenen_Die_1957__Test_2842660
[02] FULL METAL JACKET (25.07.2004) http://www.ciao.de/Full_Metal_Jacket_USA_1987__Test_2842252
[01] HIGH NOON (24.07.2004) http://www.ciao.de/12_Uhr_Mittags__Test_2842009
Es ist merkwürdig. Man wird als Frau oft ins Kino oder zu Videoabenden eingeladen und natürlich habe ich dadurch auch schon viele gute Filme gesehen. Also, ich meine „Lost Highway“, „Fight Club“ oder „Snatch“ – alle drei waren Date-Filme bei mir. Und dafü ...
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Pro: Gute Schauspielerleistung, tolle Story, guter Preis Kontra: gibt es nicht
Zitate wie "Ich seh Dir in die Augen, Kleines", oder das weltberühmte "As time goes bye", vorgespielt durch Sam den Pianisten sind wohl jeden von uns schon irgendwann in der frühsten Kindheit begegnet. Doch wie viele haben sich wirklich einmal die Mühe ge ...
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Pro: sehr schöner Film, der ohne Special Effects auskommt / sehr gute Schauspieler / alles wirkt rund / schönes Ambiente Kontra: kein Kontra vorhanden
~Prolog~
Wenn Kritiker behaupten, ein Film gehöre zu den besten aller Zeiten, so ist dies zweifelhaft und muss nicht immer stimmen, schließlich sind Geschmäcker absolut verschieden, was man in den Meinungsforen immer wieder schön betrachten kann. Nur b ...
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»You just remember this, a kiss is still a kiss,
A sigh is just a sigh, the fundamental things apply,
As time goes by.
And when two lovers woo, they still say ›I love you‹,
On that you can rely, no matter what the future brings,
As time goes by. ...
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Das Prädikat des Filmklassikers wird in der heutigen Zeit ebenso schnell vergeben, wie die Bezeichnung des Kultfilms, obwohl diese vorschnellen Jubelarien viel zu oft lediglich dazu dienen aus der kurzzeitig entflammten Hysterie möglichst großen Profit zu ...
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...Figures
Originaltitel: Finding Nemo
Deutscher Titel: Findet Nemo
Länge: 100 min
Veröffentlicht: USA 2003
FSK: o.A.
Regie: Andrew Stanton, Lee Unkrich
Buch: Andrew Stanton
Sprecher (deutsch): Domenic Redl, Christian Tramitz, Anke Engelke u.a.
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Die Serie 20 BIG MOVIES informiert in kompakter und standardisierter Form über herausragende Werke der Filmgeschichte. Bisher erschienen:
[09] 1984 (24.08.2006)
http://www.ciao.de/1984FilmTest3123966
[08] WHO'S AFRAID OF VIRGINIA WOOLF? (19.08.2006)
http://www.ciao.de/WerhatAngstvorVirginiaWoolfTest3122063
[07] ANGEL HEART (12.08.2006)
http://www.ciao.de/AngelHeartTest3119849
[06] CASABLANCA (03.08.2006)
http://www.ciao.de/CasablancaFilm19422002Test3116875
[05] THE GODFATHER (28.07.2004)
http://www.ciao.de/Pate1DerTest2843445...
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...auch die vage Aussicht auf einen Neubeginn. Im wahren Leben lief es für die Hauptdarsteller ähnlich schlecht: ihre Ehe wurde nach zehn Jahren geschieden.
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> Facts And Figures
Originaltitel: Who's Afraid Of Virginia Woolf?
Deutscher Titel: Wer hat Angst vor Virginia Woolf?
Länge: 131 min
Veröffentlicht: USA 1966
FSK: 16
Regie: Mike Nichols
Buch: Edward Albee, Ernest Lehman
Darsteller: Liz Taylor, Richard Burton, George Segal, Sandy Dennis
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[07] ANGEL HEART (12.08.2006)
http://www.ciao.de/AngelHeartTest3119849
[06] CASABLANCA (03.08.2006)
http://www.ciao.de/CasablancaFilm19422002Test3116875
[05] THE GODFATHER (28.07.2004)
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Radford hatte wohl die gleiche Wahrnehmung: "1984" wurde post mortem Richard Burton gewidmet.
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> Facts And Figures
Originaltitel: 1984
Deutscher Titel: 1984
Länge: 113 min
Veröffentlicht: GB 1984
FSK: 16
Regie: Michael Radford
Buch: Michael Radford, George Orwell
Darsteller: Richard Burton, John Hurt u.a.
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[08] WHO'S AFRAID OF VIRGINIA WOOLF? (19.08.2006)
http://www.ciao.de/WerhatAngstvorVirginiaWoolfTest3122063
[07] ANGEL HEART (12.08.2006)
http://www.ciao.de/AngelHeartTest3119849
[06] CASABLANCA (03.08.2006)
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[05] THE GODFATHER (28.07.2004)
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