Ein Juwel
27.02.2004 (28.02.2004)
Pro:
geringe Größe, Bildqualität, geniale Bedienung, schickes Design
Kontra:
nichts
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Verarbeitung
Ausstattung
Bildqualität
Akkulaufzeit
Bedienung
mehr
 Tintinfish
Über sich:
Ich bin Martin, 20 Jahre alt und wohne seit 9 Jahren in Finnland. Meine Interessen sind Musik (Gitar...
Mitglied seit:27.02.2004
Erfahrungsberichte:2
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 22 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Als unserer Familie vor etwa 4 Monaten klar wurde, dass unsere erste, kaum 7 Monate alte Digitalkamera (eine Konica 220Z mit 2 Megapixel) mehr Aufwand als Nutzen mit sich brachte – sie schaltete sich ständig ohne erkennbaren Grund ab, lieferte teilweise verstümmelte oder beschädigte Bilder und war für Schnappschüsse einfach viel zu langsam, von der schlechten Bildqualität ganz zu schweigen – da entschlossen wir uns zum Kauf der EX-Z4 aus der Exilim-Reihe von Casio - für damals 460 € in der Elektronikabteilung von Helsinkis größtem Warenhaus (wir leben in Finnland). Die durchweg positiven Testberichte sowie die Möglichkeit, unsere alten SD-Speicherkarten weiter zu verwenden, hatten uns überzeugt, und nachdem wir die ersten Bilder aus der Exilim betrachtet hatten, stellten wir fest, dass wir nicht enttäuscht worden waren – ein Eindruck, der sich nach nunmehr über 1000 Bildern noch verstärkt hat. Vieles, was uns an der Konica gestört hatte, war hier mustergültig gelöst, vom automatischen Einfahren des Objektivs im Bildbetrachtungsmodus über den schnellen Bilddurchlauf bis hin zur fantastischen Akkulaufzeit. Aufnahme Snapshot: Nach dem Einschalten ist die Kamera praktisch sofort einsatzbereit, so können auch „flüchtige“ Motive und Situationen eingefangen werden. Der bis zu 3fache optische Zoom erfolgt in 6 Stufen, so dass manchmal durch Korrigieren der Entfernung zum Objekt noch ein wenig „nachgebessert“ werden muss, um einen gewünschten Bildausschnitt zu erreichen. Dies ist allerdings in der Praxis selten nötig. Der 4fache Digitalzoom ist hingegen völlig überflüssig und kann ebenso gut nachträglich mit geeigneter Software erzielt werden. Er kann im Aufnahme-Menü der Exilim deaktiviert werden. Blitz und Fokus werden per Knopfdruck eingestellt (sehr bequem); es empfiehlt sich des Weiteren, auf die beiden frei belegbaren Tasten den Weißabgleich zu legen, da der automatische Abgleich in Einzelfällen nicht die optimale Leistung bringt. Das kürzlich auf der Exilim-Webpage veröffentlichte (kostenlose) Firmware-Update v1.02 schafft hier Abhilfe, es kann binnen einiger Minuten auf der Kamera installiert werden. Dennoch werden anspruchsvollere Anwender den Weißabgleich oft anpassen wollen. Die Tasten sind jedoch auch mit Helligkeit, Empfindlichkeit, Selbstauslöser- oder Aufnahmemodus belegbar. Als besonderes Extra gibt es noch ein Histogrammfenster, das die Helligkeit des anvisierten Ausschnitts anzeigt, welche per EV-Verschiebung direkt nachkorrigiert werden kann. Der Autofokus arbeitet tadellos und schnell, bei Bedarf kann der Fokusbereich erweitert werden (etwa für Gruppenfotos), die Kamera findet dann automatisch den optimalen Fokuspunkt. Außerdem stehen manueller, Panorama-, Unendlich- und Makrofokus zur Verfügung. Bestshot: Für bestimmte Motive (Landschaft, Portrait, Feuerwerk uvm.) stehen sogenannte Bestshot-Profile zur Verfügung. Sie enthalten oft Einstellungen (hohe Sättigung, lange Belichtungszeit etc.), die manuell nicht erreicht werden können. Manche dieser Profile entlocken der Kamera ungeahnte Fähigkeiten, allen voran das „Nachtszene“-Profil: Bei einer Belichtungszeit von bis zu 4 Sekunden können mittels Stativ tolle Dunkelaufnahmen etwa von einer Stadt oder dem gefärbten Abendhimmel gemacht werden. Auch „Feuerwerk“ liefert spektakuläre Bilder, ein Stativ darf hier allerdings nicht fehlen. Zu diesem Zweck besitzt die Kamera ein genormtes Stativgewinde. Übrigens: Die Profile können auch verändert werden und als benutzerdefinierte Profile in die Liste mit aufgenommen werden. Video & Ton: Der Videomodus ist gewohnt mager, die Auflösung lediglich 640*480 und die Dauer maximal 60 Sekunden. Immerhin können alle Fokusarten auch hier angewendet werden, man kann also auch im Makrofokus Ameisen filmen. Bei der Wiedergabe kann man dank eingebautem Lautsprecher sogar mithören, allerdings nimmt die Kamera das Rattern des ständig nachkorrigierenden Fokus natürlich mit auf, was etwas störend wirkt. Die Tonaufnahme ist wenig berauschend, dafür ziemlich rauschend, für Konzertmitschnitte o.ä. daher leider ungeeignet, als Diktiergerät brauchbar. Man kann auch Bilder aufnehmen und mit Ton versehen, etwa einem mündlichen Kommentar oder einfach der jeweiligen Geräuschkulisse.
Der Blitz ist natürlich recht schwach und reicht nur etwa 2 m weit, so dass Innenaufnahmen manchmal etwas zu dunkel werden. Dagegen macht der Rotaugenblitz seine Sache gut, nur selten treten rote Augen auf. Durchdacht auch die Selbstauslöser-Funktion: Neben dem gewohnten 10 Sekunden-Timer kann dieser auch für Gruppenfotos auf dreimaliges Auslösen im Sekundenabstand (nach Ablauf der 10 Sekunden) eingestellt werden. So erhält man fast immer wenigstens ein brauchbares Gruppenfoto ohne gähnende oder zwinkernde Leute. Schließlich gibt es auch noch einen 2 Sekunden-Timer; dieser ist vor allem für Stativfotografie praktisch, da man nicht durch Drücken des Auslösers das Bild verwackelt. Wiedergabe Durch Verschieben des REC/PLAY-Schalters erreicht man den Wiedergabemodus. Hier macht sich das große 2“-Display erst richtig bezahlt und es wird deutlich, dass die Casio-Entwickler mitgedacht haben:
+ von jedem Bild wird zunächst ein Vorschaubild in minderer Qualität geladen, welches nach ca. 1 Sekunde durch das echte Bild ersetzt wird. Dies macht sich lediglich in einer Schärfung der Konturen bemerkbar, ermöglicht jedoch in Kombination mit dem schnellen Prozessor der Kamera ein rasend schnelles „Spulen“ durch den Bildervorrat – genial! + jedes Bild kann noch auf der Kamera gedreht, zugeschnitten und in bis zu 4facher Vergrößerung betrachtet werden, außerdem kann eine Tonaufnahme „angehängt“ werden
+ es steht eine Bildübersicht (9 Bilder pro Bildschirm) sowie eine Kalenderansicht (jedes Tagesfeld enthält das erste an diesem Tag geschossene Bild – praktisch für lange Urlaube) zur Verfügung + die beim Aufnehmen verwendeten Einstellungen können angezeigt werden und werden auch an die Datei angehängt. So kann man auf dem PC seine Bilder „analysieren“ und die optimalen Einstellungen ermitteln.
Bildqualität Die Exilim Z4 liefert durchweg sehr gute Bilder, die denen einer Spiegelreflex-Kamera in nichts nachstehen. Lediglich die durch die kompakte Optik bedingt recht hohe „barrel distortion“ (gerade Linien erscheinen am Bildrand gebogen) stört bei Aufnahmen, die z.B. Säulen oder Türrahmen am Bildrand enthalten. Lästig, aber nicht die Welt: Für Software wie Photoshop sind kostenlose Plugins erhältlich, die das Bild in weniger als einer Minute von jeglicher Verzerrung befreien. Bei den allermeisten Bildern ist dies überhaupt nicht nötig, da der Effekt nur unter bestimmten Perspektiven auftritt und bei Motiven ohne schnurgerade Linien überhaupt nicht auffällt. Die Schärfe der Bilder nimmt zu den Ecken hin leicht ab, bleibt aber im guten Bereich. Phänomenal: Nahaufnahmen mit der Exilim – hier triumphiert die Kamera durch unglaubliche Schärfe und Detailreichtum, bei einem Mindestabstand von sagenhaften 4 cm zum Objekt. Aber auch Portraits und Landschaftsbilder gelingen mühelos und in toller Qualität. Sonstiges Auch an zusätzlichen Extras wurde bei der Exilim Z4 nicht gespart. Der schon erwähnte Lautsprecher kann neben der konventionellen Wiedergabe auch für lustige Geräuscheffekte genutzt werden (Froschquaken beim Fokussieren, echter Spiegelreflex-Sound beim Auslösen etc.), es steht eine Weltzeituhr zur Verfügung (wichtig für die korrekte Datierung der Bilder) und man kann mit der Kamera geschossene Bilder als Begrüßungsbildschirm einstellen. Zu erwähnen sei hier außerdem noch das geniale Design der Kamera – sie sieht einfach absolut edel aus, alle Tasten sind bequem zu erreichen und das riesige Display wirkt an der kleinen Kamera noch größer. Wichtig: Bei der Benutzung sollte man stets den beigelegten Handriemen anwenden, da die Kamera leicht aus den Fingern rutschen könnte.
Kamera & PC Das Zusammenspiel mit dem PC klappt einwandfrei: Einfach in die beigelegte, ebenfalls sehr edel aussehende USB-Cradle einlegen und auf Knopfdruck erscheint die Kamera als Laufwerk im Arbeitsplatz. Das Kopieren erfolgt leider nicht allzu schnell, aber mit akzeptabler Geschwindigkeit. Ist die Kamera nicht im Laufwerk-Modus, wird sie automatisch aufgeladen und hört dank Überladeschutz auch rechtzeitig damit auf. Nervig: Die Kamera kann nur in der Cradle aufgeladen werden, welche also bei längeren Reisen mit in die Reisetasche muss. Zum Glück ist die Cradle weder schwer noch übermäßig groß, außerdem kann man dann auch gleich noch das USB-Kabel einpacken und die Bilder im Urlaub auf den Laptop kopieren (spart Speicherplatz). Tipps zum Zubehör: Eine ausreichend große Speicherkarte (mindestens 256 MB, entspricht bei höchster Auflösung etwa 130 Bildern) lohnt sich, anders als unsere alte Konica kann die Exilim auch mit Hunderten von Bildern hervorragend umgehen… Eine gute Tragetasche ist unerlässlich, um das edle Teil vor höherer Gewalt zu schützen; aufgrund der steigenden Popularität von Kleinformat-Digicams gibt es mittlerweile ein recht großes Angebot passender Taschen. Für die besonders Eifrigen lohnt sich sicher auch ein Ersatzakku; wer die Cradle nicht in jeden Urlaub mitnehmen will, kann sich auch ein Reiseladegerät zulegen.
Fazit: Auch hier gilt: So klein kann groß sein! Tolle Bilder, durchdachte Bedienung und geniale Funktionen im Taschenformat. Wer in der Digitalfotografie seine ersten Schritte macht oder aber bereits künstlerische Ambitionen hat, ist mit dieser Kamera bestens beraten. Vollprofis werden einige wichtige Einstellmöglichkeiten vermissen, die den Hobby-Anwender jedoch nur verwirren würden und daher bewusst weggelassen bzw. in übersichtliche Profile integriert wurden. Somit ist die Exilim EX-Z4 für alle Amateurfotografen äußerst empfehlenswert, die die Möglichkeiten der Digitalfotografie optimal ausschöpfen wollen. Einmal angeschafft, legt man diese Kamera nicht mehr aus der Hand!
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15.03.2004 01:04
Alles, was man zur Kaufentscheidung sucht und wissen möchte wird im Bericht ausführlich angesprochen. Zudem stimmt's genau, weil ich die Z4 selbst habe und ebenfalls begeistert von ihr bin! MfG Werner
01.03.2004 17:50
Die DigiCam ist echt genial! Ich habe sie zwar erst seit einer Woche, aber ich bin hellauf begeistert!!! Ciao T_Goose
27.02.2004 20:05
klasse erstling weiter so! der bericht ist sehr ausführlich und informativ, auch wenn ich mir die ni holen werde( da ich schon ne andre hab ;) ). mfg jan