Hamburg, 02.03.2004
Hallo liebe Leser,
erneut bekam ich von einem Digitalkamerahersteller eine Kamera für meine Fotocommunity, um diese zu testen. Den Test stelle ich gleich auf meine Homepage, hier vorab für euch. Falls weitere Fragen bestehen, wendet euch gerne an mich.
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+ Lieferumfang +
Im Lieferumfang sind folgende Gegenstände enthalten:
· Exilim EX-Z4 Kamera
· NP-20-Akku
· Bedienungsanleitung
· Ladegerät
· USB-Anschlusskabel
· Docking Station
· Trageschlaufe
· Bildbearbeitungssoftware „Photohands“
Leider fehlt hier eine Speicherkarte sowie eine Schutztasche. Dafür ist die Dockingstation zum laden und zum übertragen von Bildern bereits vorhanden.
Punkte: 7 von 10
+ Preis +
Der Preis liegt online bei etwa 340 Euro. Der Preis scheint auf den ersten Blick okay für eine extrem kleine und flache Kamera mit 4 Megapixel und 3fach optischen Zoom.
Punkte: 8 von 10
+ Aussehen +
Dass die Kamera mit Gardemaßen von 87 mm x 57 mm x 22 mm extrem klein ausfällt (bei 145 Gramm), fällt natürlich sofort auf. Sie ist schön kompakt und passt in jede Hemdtasche – aber ist das auch gut für die Bedienung? Das wird sich zeigen – in unserem Bericht. Zu erwähnen ist noch, dass die Kamera vollständig aus einem Aluminiumgehäuse besteht.
** Vorne:
Vorne befindet sich das eingefahrene Objektiv, die Vorderseite ist also komplett flach. Man findet hier noch 3 kleine Löcher, das Mikrofon. Zudem der „Ausgang“ vom optischen Sucher und den recht klein geratenen Blitz.
** Hinten:
Nach dem Motto „Auch ein schöner Rücken kann entzücken“ waren wir sofort von der Rückseite der Exilim Z4 begeistert. Ein riesiges 2 Zoll TFT-Display sprang uns förmlich entgegen, daneben findet man, sauber angeordnet, Knöpfe für Menü und Display sowie einen Knopf, mit dem man in alle 4 Himmelsrichtungen navigieren kann (für Menünavigation, Einstellungen vor dem Fotografieren usw.). Natürlich befindet sich hinten auf die Zoom-Wippe, mit dem das 3fach optische Objektiv ausgefahren wird. Etwas über dem TFT befindet sich eine Schiebeschalter, mit dem man zwischen Bildaufnahme und Wiedergabe hin und her schalten kann.
Der optische Sucher, welcher hier vorhanden ist, fällt schon extrem klein aus, sodass er im Prinzip nur äußerst selten benutzt wird. Ein nettes Gimmick, aber wir haben uns da dann doch eher auf das TFT verlassen.
** Oben:
Auf der Kamera befindet sich lediglich ein kleiner Knopf zum an- und ausschalten sowie der Auslöser.
** Unten:
Unten befindet sich ein Stativgewinde, welches leider nicht mittig sitzt, sondern stark nach links versetzt. Daneben ist der Anschluss für die Dockingstation, daneben dann wiederum die Klappe, hinter der sich Akku und Speicherkarte verstecken.
** Links:
Links befindet sich nichts.
** Rechts:
Zur rechten findet man lediglich eine Öse vor, durch die die Trageschlaufe gezogen werden kann.
Punkte: 9 von 10
+ Technische Details +
Technische Details entnehmen Sie bitte direkt vom Hersteller.
+ Allgemeiner Eindruck +
Der erste Eindruck ist ja eigentlich immer der entscheidende – man kann sich aber auch täuschen. Die Z4 besticht eindeutig durch ihr Design, wird dadurch auf jeden Fall zur absoluten Szene-Kamera, welche auch noch, wie die Pentax Optio S4, stolze 4 Megapixel mit einem 3fach optischen Zoom leistet. Jedoch hat die Kamera auch Schwächen, wobei die Stärken deutlich überwiegen.
Aufgenommen wird mit vollen 4 Millionen Pixel, bis zu 105 mm kann man mit dem 3fach optischen Zoom Motive heranzoomen, zuschaltbar ist noch der 4fach digitale Zoom, welcher von uns aber nie benutzt wird. Die Kamera schafft folgende Bildauflösungen:
2.304 x 1.728 Pixel
1.600 x 1.200 Pixel
1.280 x 960 Pixel
640 x 480 Pixel
Somit sind Ausdrucke im A4-Format durchaus möglich. Der interne Speicher beträgt 10 Megabyte und ist mit SD Karten sowie mit Multimedia-Karten aufrüstbar. Wir konnten dies mit einer 256 MB SD Karte testen, diese wurde problemlos von der Kamera erkannt.
Schade: Zur anschließenden Bildübertragung steht lediglich USB 1.1 zur Verfügung, auf USB 2.0 wurde hier verzichtet. Der Akku leistet 680 mAh, dazu aber später mehr.
Die Scharfstellung erfolgt über Autofokus oder manuellen Fokus, der Schärfebereich liegt beo 40 cm bis unendlich. Nahaufnahmen im Makromodus sind zwischen 6 cm bis 50 cm möglich. Die Lichtempfindlichkeit / ISO liegt bei 50/100/200, auf ISO 400 wurde hier verzichtet, was bei Aufnahmen mit sehr schwachem Licht oder bei Nacht durchaus schmerzen kann. Die Belichtungssteuerung erfolgt durch die Programmautomatik. Die Belichtungszeiten liegen zwischen 1 s bis 1/2.000 s, was Nachtaufnahmen erst recht zunichte machen könnte, da man hier auf eine Langzeitbelichtung verzichten muss. Man darf aber auch nicht vergessen, dass es sich hier eher um eine Partykamera handelt und nicht um eine Kamera, mit der man ernsthaft sehr starke Bilder knipsen möchte.
Die Anfangslichtstärke der Blende liegt bei F2.6 im Weitwinkelbereich und F4.8 im Telebereich. Eine manuelle Belichtungskorrektur ist möglich.
Das 2 Zoll TFT Display arbeitet lediglich mit 84960 Bildpunkten, was für ein 2 Zoll Display doch schon recht wenig ist. Dies sorgt für ein leichtes Rauschen auf dem TFT, einem Kriseln, welches mit der Zeit doch recht störend wirkt, wenn das Licht schlechter wird.
Der eingebaute Blitz schafft etwa 2 Meter Reichweite, ist also wirklich eher für die Party geeignet als für ernst gemeinte Aufnahmen mit einem Blitzeffekt.
Der Selbstauslöser lässt 2 und 10 Sekunden zu.
Punkte: 8 von 10
+ Fotos +
Fotos haben wir bei Tag und bei Dämmerung gemacht. Was von vornherein gesagt werden muss: Da die Kamera so extrem klein ist, ist ein gutes Handling für Menschen mit größeren Händen nur schwer machbar. Unsere Testbilder verwackelten daher häufig und konnten auch mittels EBV nicht weiter verbessert werden. Jedoch sind die voreingestellten Motivprogramme sehr reichlich. So findet man voreingestellte Programme für Feuerwerk, Porträt in der Nacht oder am Tag oder auch ganz normale Landschaftsaufnahmen. Besonders Einsteiger, die gerne mit 4 Megapixel anfangen wollen, werden diese Szene-Kamera lieb gewinnen.
Die Bilder sind, sofern sie nicht verwackeln, extrem farbgetreu und klar, selten haben wir ein Bildrauschen festgestellt. Die Kanten sind scharf, die Linien eben, gerade. Ein Stativ kann man anschließen, um ein verwackeln zu vermeiden (wir müssen nicht erwähnen, dass ein 1,60 Meter Stativ bei einer so kleinen Kamera geringfügig „komisch“ aussieht...).
Nachtaufnahmen werden dahingehend schwierig, da das TFT sich nicht selbst aufhellt oder gar eine „Nachtsicht-Funktion“ besitzt. Wenn man sich hier auf den sehr kleinen optischen Sucher verlässt, kann man schnell die Fotos vergessen.
Die 4 Megapixel reichen später locker für einen Ausdruck im A4-format, dafür ist die Bildqualität dann wirklich gut genug. Man sollte auf jeden Fall mit dem Weißabgleich spielen, da dieser wirklich gut justierbar ist und Bilder oft vor Rotstichen retten kann. Ansonsten kann man sich auf die ISO- und Programmautomatik verlassen, was vor allem Anfänger oft zu guten Bilder verhelfen kann.
Punkte: 7 von 10
+ Videos +
Videoaufnahmen gelingen sehr gut, werden aber leider nur maximal 30 Sekunden lang. Dafür kann man mehrere Videos hintereinander erstellen. Die Auflösung beträgt hier 320 x 240 Pixel bei 12 Bildern pro Sekunde. Gespeichert wird im AVI-Format.
Punkte: 8 von 10
+ Bildübertragung +
Die Übertragung mittels USB 1.1 ist natürlich deutlich langsamer als mit USB 2.0, aber auch das ist zu meistern.
Die Übertragung mittels Dockingstation klappte reibungslos und ist äußerst komfortabel; allerdings wird der Akku sofort mitgeladen, was bei Li-Ionen Akkus auch auf Dauer einen Schaden hervorrufen kann.
Punkte: 8 von 10
+ Akku +
Der 680 mAh Akku hält für etwa 200 Bilder, stromfressend sind sicher das große TFT-Display und die Menü-Funktionen, durch die man sich erst einmal navigieren muss, um alle Einstellungen so hinzubekommen, dass ein perfektes Foto entstehen kann.
Der Akku wird entweder über die Dockingstation geladen oder aber über ein mitgeliefertes Ladegerät. Die Ladedauer beträgt etwa 2 Stunden-
Punkte: 8 von 10
+ Software +
Die Softwareausstattung fällt leider etwas mager aus, dafür ist das mitgelieferte Photohand aber leicht zu bedienen.
Punkte: 7 von 10
+ Bedienungsanleitung +
Die Bedienungsanleitung ist sehr knapp ausgefallen, was jedoch nicht weiter schlimm ist, denn das Menü ist sehr einfach zu verstehen, die Einstellungen werden einem meist von voreingestellten Motivprogrammen abgenommen.
Punkte: 7 von 10
+++++ FAZIT +++++
Die EX-Z4 von Casio ist eindeutig in den Szene-Bereich zuzuordnen. Wer gerne Partybilder schießt oder eine Kamera haben will, die immer mit dabei ist, der ist mit der Z4 sicher gut bedient, zumal die 4 Millionen Pixel hochwertige Ausdrucke garantieren. Schade ist, dass die Handhabung aufgrund der geringen Größe doch leidet, wer sich als Semi-Profi versteht, wird von der Z4 eher enttäuscht sein.
Sagen wir es mal so: 4 Megapixel sind Luxus, wer aufs Geld achten muss, wird wohl eher bei der EX-Z3 von Casio oder der Pentax Optio S landen.
Gesamtpunktestand: 77 von 100
30.03.2004 14:16
bin gerade am überlegen ob ich mir die casio oder eine ixus 400 von canon kaufen soll - dein bericht war mir in jedem fall eine große hilfe. gibt es denn keine andere möglichkeit, als die akkus über die docking station aufzuladen? (ganz normales netzkabel?) - stelle mir das im urlaub etwas umständlich vor... gruß
04.03.2004 13:03
Ich hab eine Digicam von Traveller (Aldi) und obwohl ich zufrieden damit bin, würde ich als nächstes ein Markenprodukt (Sony oder Nikon) bevorzugen!
04.03.2004 00:04
Sehr guter Bericht, nur kann ich nicht nachvollziehen warum ein nicht mittig angeordnetes Stativgewinde negativ ist? LG Thomas