Central, KV

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... Anmerkung zum Kommentar von "Lachtuete" Es gab bisher keine Probleme mit der Central, wenn es um Kosten der Chefarztbehandlung, der Klinik, der (immens teuren) Reha-Einrichtung, Arztrechnungen oder ähnlichem ging. In der Vergangenheit haben wir uns um ungerechtfertigte Chefarztrechnungen ... Bericht lesen





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1-6 von 50 Erfahrungsberichten    
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DRUM PRÜFE WER SICH EWIG BINDET
Erfahrungsbericht von big.bag über Central, KV
17.04.2004


Produktbewertung des Autors:   

Erreichbarkeit im Ernstfall: naja 
Zahlungsbereitschaft im Ernstfall: nach viel Murren 
Beitragshöhe / Leistungsverhältnis: sehr schlecht 
Allgemeine Kundenfreundlichkeit: geht so 

Pro: gute Versorgung für GESUNDE
Kontra: Miserable Versorgung für SCHWERKRANKE

Empfehlenswert? nein 

Kompletter Erfahrungsbericht

Liebe Leser,

ich bin eingentlich kein Mensch, der sein Schicksal und das seiner Familie medial aufbereitet. Allerdings hat die CENTRAL Köln den Bogen jetzt überspannt . Ich habe mit Klage und mit Öffentlichkeitsarbeit gedroht. Hat alles nichts geholfen. Man soll aber ja bekanntlich nicht mit etwas drohen, was man nicht auch ausführen wird. Deshalb hier mein Bericht:

Vor ca. 16 Jahren habe ich mich bei der CENTRAL KRANKENVERSICHERUNG AG in KÖLN = siehe auch: www.central.de) privat krankenversichert (als abhängig beschäftigter). Der erste Schock war der, daß die Kinder bei dem Höchstversicherten versichert werden müssen. Zu dem Zeitpunkt war das eine Tochter. Es wurde dann noch ein Sohn (heute 13 Jahre alt) geboren, der ebenfalls privat krankenversichert werden musste.
Für mich und meine Kinder schloss ich eine VOLLSTÄNDIGE Kostenübernahme (ohne Eigenbeteiligung) ab.
Zur Zeit = 2004 kostet diese Versicherung 1.100.- Euro / Monat (1 Erwachsener + 2 Kinder); =ohne Selbstbeteiligung =Zuschuss des Arbeitgebers = 250 Euro/Monat (Der Arbeitgeber zahlt grundsätzlich nur bis zur Hälfte des Höchstbeitrages einer gesetzlichen Krankenkasse)
Diesen Beitrag erhöht die CENTRAL z.Z. indirekt auf 1.400.- Euro/Monat.

Solange wir fleißige Zahler waren und die Kosten der Arzt- u. Medikamentenrechnungen unterhalt (meistens weit darunter) der eingezahlten Beiträge lag, war alles in Ordnung.
Nun passierte folgendes:
Unser Sohn hatte einen Hirntumor, der mit einer Chemotherapie behandelt wurde. Danach ging es ihm entsprechend gut und man riet uns, den Resttumor operativ entfernen zu lassen. Das haben wir getan. Es folgte:
8 Wochen Intensivstation = Wachkoma; dann
9 Monate REHA-Aufenthalt; Schwerstbehinderung; keine Kommunikation, Bewegungsunfähig, Blind; Inkontinent ect. (bis heute )
Bis dahin lief es auch mit der Krankenversicherung noch ohne Probleme.
DANN GING ES LOS:
Die Patienten in der Reha-Einrichtung (Kinder, die ein ähnliches Schicksal erlitten), waren überwiegend gesetzlich Krankenversichert.
Jetzt zu den Problemen:
Unser Sohn befand sich nach der Operation 8 Wochen in Intensiv, dann 9 Monate in der Reha. Meine Frau war täglich 8-10 Std. an seinem Bett. Das Personal auf der Intensivstation und auch das Personal in der REHA-Einrichtung setzen dies still voraus um die aufwendige Pflege in den Griff zu bekommen. Auf der Intensiv (zunächst waren wir ja Pflegelaien) bekam unser Sohn auch prompt einen Dekubitus am Hinterkopf, der bis heute Probleme bereitet. In der Reha-Einrichtung (25.000.- DM Kosten monatlich = Personalausstattung = 2 Patienten = 1 Schwester) war es zwar deutlich besser, aber auch dort war die tägliche Anwesenheit, aus dem bereits genannten Grund, doch sehr erforderlich. Und wehe dann einem schwerkranken und hilflosen Patienten, der in ein "normales" Krankenhaus muss. Zweimal haben wir das hinter uns. Die Schwestern waren fast durchweg entsetzt, dass meine Frau darauf bestand, abends nach Hause fahren zu wollen und nicht im Krankenzimmer übernachten wollte. Mit "Windelwechseln" waren einige Schwestern schon überfordert.

Wir wohnen in Bremerhaven und somit musste meine Frau täglich 150 km mit dem Wagen zurücklegen. Bei den gesetzlich Versichterten + entprechender Bescheinigung des Krankenhauses oder der Reha-Einrichtung, daß die Anwesenheit eines Angehörigen dringend erforderlich wäre, wurden diese Fahrkosten (Benzinkosten) erstattet. = ca. 5500 Liter Benzin = ca. 6.000.- Euro Benzinkosten. Die private Krankenversicherung sieht solche Kostenerstattung nicht vor.
PFLEGEROLLSTUHL:
alle Patienten in der Reha erhielten gegen Ende des Aufenthaltes einen indiviuell gefertigten Rollstuhl (Kosten ca. 8.000.- Euro)
Die Central bot zunächst an, einen Standartrollstuhl für 750.- Euro zu übernehmen.
Es folge: Schriftverkehr, Beschwerde; Vorstandsbeschwerde; Erhöhung des Angebotes der Central auf 3.000.- Euro; Weiterer Schriftverkehr bis dann nach langem Kampf nur noch ein Eingenanteil in Höhe von 1.500 Euro von uns geleistet werden musste.
Um unseren Sohn zu Hause pflegen zu können, haben wir unser altes Haus verkaufen müssen und neu gebaut. Der von der Central beauftragte Gutachter äußerte zunächst Zweifel, ob die Kasse den üblichen Zuschuss von 5.000.- DM. zahlen würde. Dies sei ja für Umbauten des vorhandenen Wohnraumes gedacht und nicht für einen Neubau. Es gab dann aber doch ohne Probleme einen Zuschuss der Pflegeversicherung (auch Central) von 5.000.- Euro. Die Mehrkosten unseres behindertengerechten Neubaus (ebenerdig, breitere Flure, breitere Türen, großes Bad waren natürlich erheblich höher.
2. Duschliege
Eine gute Duschliege kostet 6.000.- Euro; der Gutachter wollte uns einen Plastikstuhl anbieten, der aber nicht geeignet war, da er eine gewisse Mobilität des Nutzenden voraussetzt. Um die Duschliege zu bekommen, die wir uns vorgestellt hatten, habe ich diese bei ebay für 250 Euro ersteigert und in Fulda mit dem Anhänger abgeholt. Diese Kosten wurden von der Central erstattet.
3. Freihstehbarren
Ein Freistehbarren, dient dazu, Menschen, die nicht selbständig in eine stehende Position gelangen können, durch elektromechanische Unterstützung und einem Gurtsystem zu fixieren. Dies dient dem gesamten Kreislauf, der Verdauung, der Entwicklung der Beinmuskulatur, der Entgegenwirkung eines Spitzfußes. Kosten = 6.000.- Euro; wurde nach langem Kampf & ärztlicher Stellungnahme nach zähem Ringen übernommen (1.000.- Euro Eigenbeteiligung).

Mehraufwendungen für Demenzerkrankte
Der Gesetzgeber hat die Möglichkeit geschaffen, für Demenzerkranke oder geistig Erkrankte bei der Pflegekasse einmal im Jahr 460.- Euro für erhöhten Pflegeaufwand geltend zu machen.
Wir haben dieses Geld beantragt, da wir jemanden eingesezt hatten, der uns (meine Frau und mich) Stundenweise entlastet hat. = Zahlung wurde abgelehnt = darf angeblich nur gezahlt werden, wenn eine Profit-Organisation dies mit Rechnung übernommen hätte. Bedenken Sie dabei, daß eine Stunden durch einen Anbieter häuslicher Krankenpflege zwischen 32.- und 40.- Euro kostet.

INKONTINENZARTIKEL
Unser Sohn benötigt, bedingt durch den Hirntumor (Diabetis insipidus = Erkrankung mit erhöhter Wasserausscheidung) täglich bis zu 10 Windeln + Vorlagen. Die Kosten dafür betragen monatlich ca. 350.- Euro. Zwei Jahre wurden diese Artikel von der CENTRAL erstattet. Kaufmännisch betrachtet sind wir allerdings für die CENTRAL inzwischen ein Zuschussgeschäft geworden. 1.100.- Euro Einnahmen/Monat = ca. 1.500.- Euro Kosten/Monat nur für Medikamente + Inkontinezartikel. Dazu die Arztrechnungen + Krankengymnastik.

Da muss man (Central) doch was machen können??!!
Ab sofort sollen diese Kosten nicht mehr übernommen werden. Großzügig wird eine Pauschale (freiwillige Kostenübernahme) von 50.- Euro angeboten. Schlusssatz des letzten Schreibens der Central:
"Wir würden uns freuen, wenn die gesamte Angelegenheit einen positiven Verlauf nimmt und Sie sich bei der CENTRAL wieder in guten Händen fühlen".
Sehr nett sind auch immer die Hinweise auf die sog. "gültigen Allgemeinen Versicherungs bedingungen", nach denen auch die bisherigen Leistungen oft mit dem Vermerk versehen waren, das es sich freiwillige Leistungen der Central handelt bzw. gehandelt hat.

Steckt vielleicht ein System hinter dieser Vorgehensweise?
Überlegt man vielleicht folgendermaßen?
1. Dieser Versicherte befindet sich ohnehin schon in einer seelischen Stressituation
2. Erhöhen wir diesen Druck auf ihn dermaßen, daß er dazu auch noch physich krank wird.
3. Er ist noch keine 55 Jahre alt, vielleicht werden wir ihn ja noch vorher los.

Weiterer Werdegang dieser Geschichte!!??
Eventuell = Einschaltung des Ombudsmannes der privat Krankenversicherten
Klage gegen private KV= muss selber finanziert werden; geschätzte Kosten einer Klage im Falle der Inkontinezartikel 2.500.- Euro für die erste Instanz = gegen Entscheidungen der gesetzlichen Krankenkasse kann man kostenlos klagen.

Sollten Sie lieber Leser sich derzeit überlegen, in die private Krankenversicherung zu wechseln, beachten Sie das gelesene. Auch Alleinverdiener können einen Unfall haben oder schwer erkranken und auf Hilfsmittel angewiesen sein.

Einen Spareffekt haben wir durch die zu versichernden Kinder nie gehabt. Dass die sog. CHEFARZTBEHANDLUNG von Vorteil ist,könnte ich Ihnen jederzeit widerlegen. Behandlung bei normalen Ärzten = ist besser, zumindest was Termine und Wartezeiten betrifft, besonders nach der Gesundheitsreform.

FORTSETZUNG
Wohl aufgrund meiner Bescherden besuchte mich doch tatsächlich ein Gebietsbeauftragter Central-Vertreter (habe bis heute nicht gewusst, das es so etwas gibt). Er bot uns neue Tarife an:
Für mich:
statt wie bisher 649,00 Euro /Monat (alles 100 % Tarife mit Einbett + Chefarzt) = Angebot
mit 250.- Euro jährlicher Selbstkostenübernahme, ansonsten gleicher Tarif = 419,00 Euro/Monat
Für meine Tocher (20 Jahre alt, noch Schülerin),
statt wie bisher 198,00 Euro (alles 100 %; Tarif mit Zweibettzimmer + Chefarzt) = Angebot mit 250 Euro jährlicher Selbstkostenübernahme, ansonsten gleicher Tarif = 119,00 Euro
Für unseren Schwerkranken Sohn (13 Jahre alt) statt wie bisher 165,00 Euro (alles 100 % Tarif; Einbettzimmer; Chefarztbehandlung) = Angebot mit 250 Euro jährlicher Selbstkostenübernahme, ansonsten gleicher Tarif = 135,00 Euro
Wenn ich diese Tarife annehme (zumindest für mich und meine Tochter) ergibt dies eine Kosteneinsparung von ca. 280,00 Euro/Monat.
Meine Tips für den Abschluss einer privaten Krankenversicherung:
In den Werbeprospekten steht sicher nicht nur bei der Central: Übernahme von Hilfsmitteln zu 100 %
Fragen Sie bzw. lassen Sie sich schriftlich bestätigen, ob die werbende Kasse alle (natürlich ärztlich verordneten, natürlich mit Hilfsmittelnummer ausgestatteten) Hilfsmittel und Pflegemittel (z.B. Krankenbett) voll übernimmt. Lassen Sie sich da, möglichst detailliert schriftlich bestätigen. Wir haben nur das notwendigste, Bett, Freistehbarren, Duchliege. Fragen Sie welche regelmäßigen therapeutischen Maßnahmen erstattet werden (auch nach einer Reha, wie z.B. Logopädie, Krankengymnastik u.ä.). Fragen Sie, welche Zuzahlungen (Brillengestell = bis 120.- Euro und Zuzahlungen zum Zahnersatz waren die einzig mir bekannten Zuzahlungen) in einem schweren Ernstfall von Ihnen erwartet werden. Wir mussten sehr darum kämpfen, dass unser Sohn regelmäßig seine Krankengymnastik bekommt.
Im Antwortschreiben auf meine Vorstandsbeschwerde, die ich an die Central geschickt hatte steht zu lesen:
"Bitte erlauben Sie uns den Hinweis, dass die gesetzlichen Krankenkassen in einzelnen Teilbereichen bessere Leistungen erbringen, als es die vertraglichen Grundlagen eines privaten Krankenversicherungsschutzes zulassen".
Diesen Satz hören sie nicht im Gespräch mit dem Vertreter, sie lesen es nicht in den Werbeunterlagen und in den Tarifbeschreigungen habe ich es auch noch nicht finden können.


Anmerkung zum Kommentar von "Lachtuete"
Es gab bisher keine Probleme mit der Central, wenn es um Kosten der Chefarztbehandlung, der Klinik, der (immens teuren) Reha-Einrichtung, Arztrechnungen oder ähnlichem ging. In der Vergangenheit haben wir uns um ungerechtfertigte Chefarztrechnungen gekümmert und gestritten, wir haben Wünsche von Chefärzten abgelehnt, unseren Sohn lange unter dem einen oder anderen Grund im Krankenhaus zu behalten (Beispiel: Orthesenanpassung, Beispiel Einstellung eines Medikamentes (Krampfmittel); Beispiel: Entfernung von Warzen, die er sich wahrscheinlich in einem Bad in der Reha geholt hat = Krankenhaus = Hautklinik, war nicht in der Lage einen Patienten wie unseren Sohn zu behandeln, man wollte ihn in "Vollnarkose" versetzen, um ein paar kleine Gesichtswarzen zu behandeln = behandeln und entfernen wir inzwischen selber). Als ich den Vertreter fragte, der mir den von Ihnen genannten Tarif anbot, was er denn unter 100 % Kostenübernahme von Hilfsmitteln verstehe, war dieser auch der Meinung, dass die von mir geleisteten Zuzahlungen für ebendiese "Hilfsmittel" nicht von der CENTRAL hätten erhoben werden dürfen. Was nützt mir die Übernahme teurer Chefarztleistungen und teurer Krankenhausrechnungen, wenn in meine finanziellen Möglichkeiten durch Erstattungsverweigerung für monatlich erforderliche Hilfsmittel so drastisch eingegriffen wird?   

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