Charlie Chaplin - Moderne Zeiten (Film)

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Charlie Chaplin - Moderne Zeiten (Film)

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5  21.08.2007

Pro:
urkomischer Filme, ideenreich, schwarz - weiß, Charlie Chaplin

Kontra:
nichts

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Humor

Spannung

Anspruch

Action:

Romantik:

mehr


helden_gesucht

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:295

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 126 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Vorwort
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Filme sind heutzutage perfekt in Ton, Schnitt, Kameraeinstellung und Special Effects. Nichts wird dem Zufall überlassen. Ganz anders die Filme vor 70 Jahren als das Lichtspieltheater und die dazugehörige Produktion noch weit in den Kinderschuhen steckte. Ich glaube, so einen Film aus dieser Zeit sollte man einmal gesehen haben und somit war es keine Frage, ob ich mit meiner Freundin mir den technisch aufbereiteten Charlie-Chaplin-Film "Moderne Zeiten" im Kino ansehen würde, zumal unser Stammkino eines der wenigen ist, dass diese Film noch zeigen kann.

Die Story
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Mitte der 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts in einem Stahlkonzern in den USA. Der Fabrikarbeiter Charlie ist Fließbandarbeiter. Durch den immer höheren Akkorddruck wird Charlie verrückt und kommt in eine Nervenklinik. Nach seiner Entlassung aus der Nervenklinik gerät Charlie unverschuldet ins Gefängnis. Hier gefällt es ihm abseits der Arbeitslosigkeit, die nun um sich greift angesichts der Weltwirtschaftskrise. Nur widerstrebend wird er auch hier wieder entlassen und ist von nun an auf der Suche einen Weg zu finden, schnellstmöglich wieder ins Gefängnis zurückzukehren. Dabei läuft er der jungen, vor dem Jugendschutz flüchtenden Gamine über den Weg. Beide flüchten gemeinsam vor der Staatsmacht und träumen von einem gemeinsamen Zuhause. Nach mehreren glücklosen Anläufen einen Job zu finden, wird Gamine Sängerin und Tänzerin in einem Club. Auch Charlie bekommt eine Festanstellung als Sänger, nachdem er sich als Kellner weniger geeignet erwiesen hat. Doch die beiden müssen abermals flüchten und ziehen hinaus aufs Land, weg vom Schmutz und Dreck der Großstadt, von der Verfolgung durch die Staatsgewalt und der Arbeitslosigkeit.

Schauspieler/Sprecher, Regie & Fakten
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Charlie Chaplin - Arbeiter Charlie
Paulette Goddard - Gamine
Stanley S. Sanford - Big Bill
Chester Conklin - Mechaniker
Cecil Reynolds - Gefängnispfarrer
Henri Bergmann - Cafébesitzer
Louis Natheaux - Einbrecher
Allan Garcia - Chef des Stahlkonzerns

Regie & Drehbuch - Charles Chaplin

Genre: Komödie
Erscheinungsjahr: 1936

Film, Kritik & Fazit
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Wie bereits erwähnt, hatten wir vor wenigen Tagen die überarbeitet Version zu sehen bekommen, wobei diese Überarbeitung sich lediglich auf die Tonspur bezieht. Es war nicht mein erster Charlie-Chaplin-Film, aber der letzte liegt nun lang genug zurück und somit habe auch ich den Film wie meinen ersten Stummfilm empfunden. Die große Schwierigkeit eines wortlosen Films ist es, die Emotionen zum Zuschauer rüberzubringen und obwohl der Film schon 71 Jahre alt ist, hat er fast jeden im Kino zum Lachen gebracht. Schon der Anfang mit dem bildlichen Vergleich von einer Herde Schafe und den zur Fabrik strömenden Arbeitern strahlt eine vielleicht ungewollte Komik aus. Die ersten Lachattacken muss man spätestens über sich ergehen lassen, wenn Arbeiter Charlie am Fließband gezeigt wird mit seinen Nacharbeitern. Durch kleine Unachtsamkeiten gerät er immer wieder in Rückstand und muss diese dann mit noch mehr Tempo wieder aufholen. Zur Pinkelpause machen sich dann auch schon die geschädigten Nerven bemerkbar - Charlie kann fast nicht mit seiner monotonen Arbeit aufhören und will nun auch ohne Werkzeug noch Schrauben festziehen. So rückt er auch der Sekretärin zu Leibe und zieht die Knöpfe ihrer Bluse an. Später setzt sich das Schauspiel mit einer vollbusigen Passantin auf der Straße fort, die Charlie wie ein Irrer mit seinen Festziehwerkzeugen verfolgt. Auch witzig die Verfolgungsjagd in der Fabrik in der Charlie immer von einem Ende des Fließbandes zum anderen rennt, die Verfolger auf der gegenüberliegenden Seite das gleiche tun, jedoch Charlie immer wieder das Fließband anstellt. Daraufhin kehren die Arbeiter sofort an ihre Arbeit zurück, damit die Produktion nicht stillsteht.
Manche Situationen sind auch nur deswegen komisch, weil Charlie gar nichts dafür kann, dass er wieder Ärger bekommt. Als er beispielsweise aus der Nervenklinik kommt, sieht er, wie von einem LKW einen Signalfahne herunterfällt. Er hebt sie auf und wedelt dem LKW hinterher, damit der Fahrer ihn bemerkt und anhält. Doch im nächsten Augenblick erscheint ein langer Zug demonstrierender Arbeiter aus der Seitenstraße und Charlie wird als vermeintlicher Streikführer verhaftet. Oder eine andere Szene als Charlie aus der Fabrik kommt. Die Arbeiter streiken abermals, er will sich aber ungesehen von den Polizisten verdrücken. Prompt tritt er auf eine Holzbohle auf der ein Stein liegt. Der Stein fliegt durch die Luft und trifft einen Polizisten - Charlie wandert sofort wieder ins Gefängnis.
Teilweise hat der Film jedoch auch tragisch-traurige Momente. Gamine verliert ihren Vater, der von Polizisten erschossen wird und soll dann ins Heim. Jetzt ist sie heim- und mittellose. Doch zum Glück trifft sie Charlie und die beiden finden immer einen Weg zur Flucht.
Bei aller Komik bedauert man die beiden aber auch etwas, denn sie werden immer und überall gejagt und haben einfach kein Glück. So findet Charlie einen Job als Werftarbeiter und soll Holz sammeln. Dummerweise erwischt er ein Stück, das ein halbfertiges Schiff hält und sofort untergeht. Oder der Job als Nachtwächter in einem Kaufhaus. Gamine und Charlie fühlen sich wie im 7. Himmel, fahren Rollschuh durch das ganze Kaufhaus und Gamine schläft schließlich glücklich in der Schlafzimmerabteilung ein. Doch ausgerechnet in dieser Nacht müssen Einbrecher im Kaufhaus auftauchen. Zufällig ist ein ehemaliger Arbeitskollege von Charlie dabei und die 4 plündern erst einmal die Schnapsabteilung. Resultat: Charlie landet wieder im Kittchen.
Gamine will die Zwischenzeit nutzen und hat den beiden ein "Heim" gesucht. Es ist eine windschiefe Hütte in einem Industriegebiet, aber an einem Gewässer. Charlie öffnet die Tür und tritt ein - prompt fällt ihm ein Balken auf den Kopf. Dann stürzt der Tisch zusammen und der Besen in der Ecke hält eigentlich das Dach. Doch die beiden sind glücklich. Am Morgen will Charlie ein Bad nehmen und springt in den Teich. Er schlägt jedoch früher auf als erwartet, denn das Gewässer scheint nicht besonders tief zu sein. Als dann noch der Stuhl beim Frühstück durch den Boden bricht, kann man sich vor lachen kaum noch im Kinosessel halten. Nächster großer Lacher: Die Neuanstellung als Helfer für den Mechaniker in der Fabrik. Erst plättet Charlie die Ölkanne, danach Jacke und Familienerbstück des Mechanikers mit der Hydraulikpresse.
Wie man sieht, es ist schon eine Komödie erster Güteklasse und man muss bedenken, wie alt der Film bereits ist. Und dieses Alter hat seinen ganz eigenen Charme. Die schwarz-weiße Bilderfolge, die alte Filmmusik, welche sehr blechblaslastige ist und die Untertitel, die man zweifelsohne braucht, denn anfangs ist es schwer, die wenigen englischen Wörter, die trotzdem gesprochen werden, zu verstehen.
Für mich war der Filmabend gelungen, denn es war mal ein ganz neues Erlebnis Kino und die 87 Minuten Geflimmer waren im Nu vorbei. Wer die Chance hat, sollte sich diesen Film auf jeden Fall einmal anschauen.
Bilder von Charlie Chaplin - Moderne Zeiten (Film)
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Charlie bei der Arbeit
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
t.schlumpf

t.schlumpf

25.08.2007 01:34

Für mich einer der genialsten Filme aller Zeiten, lg schlumpf

jr4478

jr4478

23.08.2007 18:02

Immer wieder gut. Der Charly! Dein Bericht ebenfalls . Gute Besserung, jens

SunshineEva

SunshineEva

22.08.2007 20:18

Nicht ganz meine Welt, aber toller Bericht :) LG Eva

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