Chasing Amy

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Unzulänglichkeiten von Männern

5  06.12.2002

Pro:
Liebeskomödie mit gekonnten Dialogen und ohne Happy End

Kontra:
Kameraführung, aber die zählt nicht

Empfehlenswert: Ja 

Katia23

Über sich: Ich versuche Filmrezensionen zu schreiben. Alte Filme, neue Filme, lustige und traurige, schlechte u...

Mitglied seit:22.06.2000

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Vertrauende:85

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 37 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Wenn ich einmal angefangen habe zu schreiben, bin ich mal wieder nicht zu stoppen, also gibt es gleich wieder eine neue Rezension, einer der jüngst gesehenen cineastischen Höhepunkte meines Lebens.

Nach einer kurzen Begegnung mit Kevin Smith in "Dogma" war ich fasziniert, und so begann auch meine Liebäugelei mit "Chasing Amy" dem dritten Teil der New-Jersey-Serie. Konnte es doch nicht sein, dass meine an Filmen gänzlich uninteressierte Freundin diesen einen Film bereits gesehen hatte und ich nicht. Zwar erzählte sie mir fast alles, aber ich denke mal das Verständnis von Kevin Smith Filmen ist verschieden. Eigentlich konnte sie schon kaum etwas mit "Dogma" anfangen, wie soll es dann bei "Chasing Amy" klappen? Okay, genug palavert... ich sollte mal zum Film kommen.

Zuerst in alter Tradition, eine kurze Inhaltsangabe, die natürlich immer dann abbricht, wenn es spannend wird, denn ich möchte ja nicht zuviel verraten.

Story:

Holden McNeil (Ben Affleck) und Banky Edwards (Jason Lee) sind Freunde. Nicht irgendwelche Freunde, sie kennen sich von klein auf, haben dasselbe Faible für Comics und sind die Comic-Autoren von Bluntman & Chronic, einem Kultcomic der New Jerseyer Szene. Bei einem Comic-Event lernt Holden Alyssa (Joey Lauren Adams) kennen. Für ihn hat es mächtig gefunkt. Kein Zweifel, die beiden müssen zusammenkommen, wenn da nicht das kleine Problem wäre, dass Alyssa auf Frauen steht und zwar ausschließlich, wie sie sagt. Wie das Leben so spielt, werden die beiden Freunde und zwar richtig gute. Kurz darauf entwickelt sich aus dieser vorerst platonischen Freundschaft echte Liebe und dann fangen die Probleme erst richtig an. Holdens bester Freund Banky dreht ein wenig ab und verlangt mehr Aufmerksamkeit, außerdem erzählt er Holden ein paar pikante Details aus Alyssa´s sexuellen Vorleben, und ach ja... Holden kommt mit Alyssa´s früheren Ausschweifungen nicht wirklich klar. Schließlich hat sie im Bett ein bisschen mehr erlebt als er selbst. Sie streiten sich, versöhnen sich wieder, streiten wieder und dann findet Holden Abhilfe...

Details:

Wie schon erwähnt ist "Chasing Amy" der dritte Teil der New Jersey Triologie (Entschuldigt, meinen Ausdruck). Er kam am 31.07.1997 in unsere Kinos, ist also schon etwas älter. Regie führte Kevin Smith (Dogma, Clerks etc.), die Laufzeit beträgt ca. 114 Minuten. Leider ist dieser Film für alle unter 16 Jahren nicht geeignet, da es Dialogmäßig ziemlich hart zur Sache geht. *grins* Die Schauspieler sind mir eigentlich gut bekannt, aber für euch, zu jedem ein paar Anmerkungen. Beginnend mit Ben Affleck, für den ich ja nun schon öfter ein paar Wörtchen gefunden habe. Er spielte bereits in Dogma , Pearl Harbor (um mal einen bekannten Film zu nennen) und auch Good Will Hunting etc., Jason Lee (Dogma, Staatsfeind Nr.1, Almost Famous etc.) und auch Joey Lauren Adams ist eigentlich schauspielerisch gut unterwegs (Big Daddy, Michael, Sleep with me und ein paar Folgen bei den Bundys im TV). Selbstverständlich sind auch hier Jay und Silent Bob dabei, zwar nur in einer Szene, die wie man mir sagte fiktiv ist, aber sie sind dabei. Für alle Neulinge im Kevin Smith Fan-Himmel. Jay (Jason Mewes) und Silent Bob (Kevin Smith-> Der Regisseur) sind sozusagen der Running Gag in allen Kevin Smith Filmen.

Kritik:

Beginnt der Film anfangs etwas zäh und man lehnt sich gelangweilt zurück und sagt sich. "Oh gähn noch so ein Streifen der Generation-X (Was zum Teufel soll eigentlich die Generation X sein? Meinen die mich?) á la "Reality Bites" oder "Singles". Aber nein. Da widerspreche ich. Zwar haben die Hauptdarsteller einen coolen Job und sind auch sonst so in Clubszene unterwegs, aber die Story reißt es raus. Hinzuweisen sei auf den Dialog über mögliche Unfälle beim Oralsex zwischen Banky und Alyssa, sehr interessant und lehrreich, aber nur rein rhetorisch. Puhhh... hab ich das gerade geschrieben? Oder ist aber die Art in der uns Kevin Smith weiß machen möchte, dass Liebe weh tut? Oh je, dat wusste ich aber schon...
Jedenfalls ist daraus zu schließen, dass uns der Regisseur etwas aufzeigen möchte und zwar nicht, dass uns der Sex das Leben schwer macht, sondern die emotionale Nähe zu anderen Menschen. Kennt ihr bestimmt auch, es gibt immer jemanden der auf eine unaufdringliche, coole Art mehr erlebt hat als man selbst, man würde zwar nicht zugeben, dass man sich unzulänglich vorkommt, aber man fühlt es. Na ja, vielleicht geht es auch nur mir so. Zurück zum Film.

Die Kameraführung im Film ist nicht sonderlich berauschend, die Inszenierungen sind schwach, aber die Dialoge reißen es raus. Diskussionen über Gott und die Welt, über Sex und über Eifersucht und Freundschaft. Pathetisch, ja klar, aber mit einem Ende, dass vielleicht nur für Kevin Smith Kenner vorhersehbar ist. Aber dafür ist es eine Low-Budget Produktion. Und Joey Lauren Adams in einer starken Rolle, vielleicht ab und an etwas zu hysterisch aber sie überzeugt perfekt. Aber auch das ist eine kleine Eigenheit von Kevin Smith, die ich bereits in Dogma bewundert habe, Frauen sind in seinen Filmen einfach stark und beeindruckend. Vielleicht kommt daher meine Vorliebe für ihn...

Kurzkritik:

Ansehenswert. Unbedingt. Aber der Film verlangt ein gewisses Maß an Abgeklärtheit. Die Protagonisten nehmen kein Blatt vor den Mund und wer sich mit so etwas nicht anfreunden kann, der wird auch diesen Film nicht gut finden. Eine neue Story und ein bitteres Ende. Aber wie heißt es so schön. Das Scheitern einer Liebe kann einem das Herz zerreißen. Ein wundervoller Film.

Zusatz: Jetzt habe ich bestimmt die Hälfte vergessen zu erwähnen, habe die grandios kitschige Versöhnungsszene im Regen unerwähnt gelassen, die Mini-Rolle von Matt Damon und der geniale Auftritt von Dwight Ewell als schwarzer Comic-Held-Zeichner und militanter Schwuler. Ach ja... das sind so Erinnerungen, wahrscheinlich sollte ich mir den Film einfach noch einmal anschauen.

Bis demnächst, ihr Lieben. Es lebe das moderne Kino.
Katia
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
chuckyboychuck

chuckyboychuck

24.09.2004 15:00

Ein knaller!!!! Da wird der doch glatt am 06.12.04 in D-land veröffentlicht.

Nuki-ashi

Nuki-ashi

10.03.2003 19:36

Ich kenn bis jetzt nur Dogma. Wusste ja gar nicht, dass es noch mehr "Teile" gibt. Werd aber mal Ausschau halten! Gruß nuki

HansGruber

HansGruber

11.12.2002 12:45

jetzt liebe ich dich! ich habe mich eben gerade in dich verliebt!!! schreibt die frau schon so alle nase lang grandiose filmberichte, und jetzt kommt noch die sympathie für einen kevin-smith-film durch. besser geht es nicht. meiner ansicht nach sein bester film, auch wenn "clerks" sicherlich kaum nachsteht. gruß ingo

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