Chasing Amy
17.11.1999
Pro:
Kontra:
Empfehlenswert:
Nein
 jwi
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:400
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 10 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als weniger hilfreich bewertet
Für Comiczeichner Holden (Ben Affleck) ist es Liebe auf den ersten Blick, als er seiner Kollegin Alyssa (Joey Lauren Adams) vorgestellt wird. Daß seine amourösen Ambitionen indes wenig Erfolg zeigen, will er auch dann nicht wahrhaben, als er erfährt, daß Alyssa bekennende Lesbe und als solche auch nicht sonderlich wählerisch ist. Holden bleibt hartnäckig, und es gelingt ihm sogar, eine sexuelle Beziehung zu Alyssa aufzubauen. Doch er fällt aus allen Wolken, als er erfährt, daß die Gute vor ihm auch schon Männer gehabt hat (man soll es nicht für möglich halten...) und auch dabei eher Quantität denn Qualität bevorzugte. Und das muß natürlich ausgiebigst beredet werden. Vor gut zwei Jahren gelang Nachwuchsfilmer Kevin Smith mit seinem superbillig gedrehten Kinodebüt 'Clerks - Die Ladenhüter' ein echter Volltreffer. Das war freches, ungeschliffenes und witziges Dialogkino mit guten Typen. Doch was machen Filmemacher, wenn sie ihr Pulver verschossen haben? Das Handtuch werfen? Mitnichten! Heutzutage empfiehlt es sich, denselben Film mit geringen Abänderungen dreimal hintereinander zu drehen und das dann höchstkünstlerisch als Trilogie zu titulieren. Schon Smiths zweiter Beitrag zu seiner 'New Jersey'-Trilogie, 'Mallrats', kam hierzulande gar nicht erst in die Kinos, und dieses Schicksal wäre auch für den Abschluß der Trilogie nicht unverdient gewesen.
'Chasing Amy' gehört zu jenen Filmen, die man getrost auch im Radio ausstrahlen könnte, anders übrigens als der durch seine rauhe Schwarzweißästhetik auch optisch interessante 'Clerks'. Und anders als in 'Clerks' nimmt sich Smith inzwischen offenbar furchtbar wichtig, zieht seinen Film als vermeintlich tiefschürfende Analyse verkorkster zwischenmenschlicher Beziehungen auf. Doch, mit Verlaub, da muß Mr. Smith schon anderes bringen als die umwerfend neue Feststellung, daß Sex nicht gleich Liebe und Liebe nicht gleich Sex ist. So läuft das letzten Endes auf endloses, oftmals gequält zotiges Dauer-Blabla hinaus, filmisch unattraktiv, formal belanglos und inhaltlich abgelutscht bis zum Gehtnichtmehr. Nur Joey Lauren Adams' zunehmend hysterischer werdendes Gekreisch hindert den Zuschauer da am Einschlafen.
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21.08.2002 17:46
Sehr guter Bericht, gefällt mir! lg Star16
21.08.2002 17:46
Du schreibst wirklich gut! lg Star16
04.09.2001 17:55
Kann deine Meinung absolut nicht teilen, auch wenn der Artikel gut geschrieben ist. Meiner Meinung nach ist der Film endlich mal eine gute Alternative zum Popcornkino, wo es alle drei Minuten kracht. Und ihn als Laberfilm abzutun, wird der Sache, glaube ich, nicht gerecht!