Wer sich für diesen Beruf entscheidet sollte vorher von FOLGENDEN Punkten eine klare Vorstellung haben:
Könnte ich auch studieren?
Möchte ich weisungsgebunden nach tariflicher Arbeitszeit arbeiten (Z. B.: wenn ich meine Prioritäten bei meiner Familie und nicht in meinem Job sehe.) ?
Möchte ich schon möglichst bald Geld verdienen und mich aber später weiterentwickeln ?
Wenn man den Chemielaboranten in die Chemieberufe einordnet kommt man etwa zu folgendem Bild:
Chemiker
Chemieingenieur
Chemotechniker / Chemisch Technischer Assistent
CHEMIELABORANT
.
Ohne ein Studium erreicht man die oberen beiden Berufe nicht, oder zumindest nur sehr schwer, wobei der Chemotechniker durch eine Weiterbildung in Abendschulkursen erreicht werden kann.
In kleineren Betrieben kann ein Chemotechniker oder guter Chemielaborant manchmal kleinere Gruppen leiten. In der Großchemie ist jedoch die Chance als Laborleiter eingesetzt zu werden verschwindend gering, selbst wenn man Chemotechniker ist.
Auch wenn ein Studium den Einstieg in die besser dotierten Chemiejobs mit guten Karrierechancen ermöglicht, muß man doch meißt mindestens 6 Jahre "darben" um endlich den ersehnten ERSTEN GEHALTSSCHECK als Chemiker in den Händen zu halten. Der Chemielaborant kann bereits nach dreieinhalb oder gar drei Jahren (verkürzte Ausbildung) eine kleine Familie ernähren, und hat selbst Jahre später noch finanziell die Nase vorn, wenn der Chemiker noch sein BAfög abstottert, besonders wenn er sich zum Chemotechniker weiterbildet.
SOWEIT zu den materiellen Dingen! WO bleibt jetzt der Spaß und WAS macht so ein Chemielaborant ?
Einen Chemiebetrieb kann man (grob) in Produktion, Entwicklung und Analytik teilen.
Wer sich mehr für den Produktionssektor interessiert, weil er gerne in Tonnenmaßstäben denkt, liest hier beim FALSCHEN Beruf und sollte sich die Meinungen zum Chemikanten und Chemiemeister ‚mal ansehen. Wer an der Entwicklung neuer Produkte mitarbeiten möchte, oder aber den Zusammensetzungen von Stoffen gerne analytisch "auf den Grund geht", ist beim Chemielaboranten genau an der Richtigen Stelle.
Bei (fast) allen Arbeiten des Chemielaboranten in der Analytik gilt es mittlerweile bestimmte Vorschriften und Weisungen ABZUARBEITEN, evtl. kann man bei der Erstellung der Vorschriften aktiv mitarbeiten, aber die meiste Arbeit ist Routine, womit der analytisch arbeitende Laborant dann aber auch Abends nach Hause geht OHNE Albträume von der Arbeit mitzunehmen ;-).
Auch der Laborant in der Entwicklung arbeitet meist nach Weisungen seines Laborleiters bestimmte Versuchsreihen ab, bei denen oftmals einige Handgriffe zur Routine werden können. Der interessierte Chemielaborant kann sich aber seinen Vorgesetzten häufig so "erziehen", daß er viel Gestaltungsspielraum bekommt und in manchen Labors gibt es auch bei jedem Versuch spannende oder frustrierende Ereignisse zu beobachten.
Wer MEHR Freiheiten möchte aber ein Studium scheut, sollte auf JEDEN FALL noch Chemotechniker und/oder technischer Betriebswirt werden, da sich häufig "Nieschen" finden lassen in denen ein Chemiker unterfordert und ein (normaler) Chemielaborant überfordert wäre, oder aber Bereiche in denen eine zusätzliche betriebswirtschaftliche Ausbildung erforderlich ist.
Im Moment kommen in vielen Firmen sogenannte Kombiausbildungen auf, da die Anforderungen an die Mitarbeiter wachsen und die einfache Ausbildung nicht mehr das Wissen vermittelt, was benötigt wird.
Diese "Paketausbildung" beinhaltet neben der klassischen Ausbildung ein Studium (o.ä.) und ist allerdings (bisher) eher im Informatikbereich und in den kaufmännischen Berufen zu finden, außerdem sind die Zusammenstellungen der verschiedenen Unternehmen auch sehr unterschiedlich und leider auch unterschiedlich gut.
Der Beruf des Laboranten ist als Handwerksberuf zu sehen, obwohl er NICHT zum Handwerk zählt, somit sind ein paar geschickte Hände und Spaß am praktischen Arbeiten die MINDESTVORAUSSETZUNG für diesen Beruf. Wer allerdings ungern Routinejobs erledigt läuft Gefahr sich in diesem Beruf zu langweilen und sollte sich eher einem "richtigen" Handwerksberuf zuwenden, oder aber einem Studium den Vorzug geben, es sei denn er/sie möchte oder muß von Anfang an "richtiges" Geld verdienen.
Wenn ich weniger auf die einzelnen Tätigkeiten und die genauen Gehälter eingegangen bin, so liegt das daran, daß es dazu bei der Berufsberatung des Arbeitsamtes die "Blätter zur Berufskunde" gibt, leider erfährt man dort wenig über firmenspezifische Angebote und wenn man sich für einen oder mehrere Berufe interessiert, sollte man in JEDEM FALL bei den in Frage kommenden Firmen nach zusätzlichem Informationsmaterial fragen und im Internet nach Alternativen suchen.
29.06.2003 17:43
an und für sich ist dein bericht okay! hast du den beruf gelernt? ich bin grad in der ausbildung zur chemielaborantin. ich hätte auch studieren gehen können direkt nach der schule, aber ich habe mich dann doch ersteimal für eine ausbildung entschieden. ich bin sehr zufrieden mit meiner ausbildung und ich habe keine langeweile. ich denke es kommt drauf an, in welcher firma die ausbildung gemacht wird. in einer großen firma hat man mehr chancen auf abwechslung, als in einem kleinen betrieb mit nur einem schwerpunktgebiet. aber nach meiner ausblildung werde ich auf alle fälle ein weiterbildung anstreben, ob zum chemotechniker oder chemiker, weiß ich noch nicht genau. höchstwahrschjeinlich zum zweitern. gruß nephele
21.12.2001 17:09
Ich finde Deinen Bericht etws übertrieben. So wenig Chancen haben Laboranten doch gar nicht!
09.05.2001 20:34
Ich hab nach der Schule auch verschiedene Bewerbungen als Chemielaborant abgegeben - verschiedene andere "Irrwege" sollten aber folgen. Hät mich SEHR interessiert, so panschen und schütten... Deinen Bericht zum Erfahrungsbonus wollt ich auch noch kommentieren (ging komischerweise nicht). 1. wiederum *lach*! 2. guter Bericht, weiter so, les doch auch mal meine 20 Meinungen pro Woche über 10 Handys und 4 Drucker...;-)