Längst nicht mehr die Nr.1
19.12.2009
Pro:
+ vielschichtige Themenbereiche + recht gute Strukturierung + zum Teil sehr professionelle Berichte
Kontra:
- manchmal zu sehr "massenkompatibel" - Werbeanteil
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Nützlichkeit der CD:
mehr
 Hollgo
Über sich:
★★★ Scribo, ergo lego - Ich schreibe, also lese ich... ★★★ ...
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"Früher", in den Pionierzeiten des (Heim)-Computerzeitalters setzte sie Maßstäbe, die Zeitschrift "Chip". Doch wie sieht es mehr als 30 Jahre nach der ersten Ausgabe dieser Zeitschrift aus ? Ist sie überhaupt noch für den gemeinen Computernutzer noch empfehlenswert oder hat sich die Redaktion dem "Druck des Volkes" gebeugt und sich eher Richtung "Boulevard" verabschiedet, den es mittlerweile auch unter den PC Zeitschriften schon verbreitet in Form von markigen Überschriften und halbseidenen bis fast ins illegale abdriftenden Themenkreisen gibt ?
Alte Zeiten - Die Chip der 70´er und 80´er JahreVor mehr als 30 Jahren, im September 1978, erschien mit der ersten Ausgabe der "Chip" die damals erste Computerzeitschrift überhaupt auf dem deutschen Markt, die sich aber damals eigentlich noch nicht als solche verstanden wissen wollte. "Damals" waren Computer immer noch meist sperrige und vor allem stromfressende und teure Kästen,die meist in den Zentralen von Firmen standen. So etwas wie Computer für das heimische Arbeitszimmer waren noch reine Illusion. Es gab allerdings durchaus schon programmierbare Taschenrechner und einige Freaks, die sich durchaus hobbymässig mit der Programmierung und Basteleien in den Bereich vorwagten, den man heute rückblickend als die ersten Schritte hin zum Heimcomputer bezeichnen könnte. Entsprechend wandte sich die "Chip" in ihren ersten Jahren vornehmlich an diese ,damals kleine, Zielgruppe von Freaks, Bastlern und Hobbyprogrammierern, berichtete parallel dazu immer auch von neuesten Entwicklungen im "Profi"-Computersektor. Diese Pionierleistung sicherte der Chip damals ein Renommee, welches sie dann im Zuge des immer weiter um sich greifenden Aufschwungs der Heimcomputerbranche trefflich nutzen konnte. Berichte in der Chip, besonders Tipps und Kniffe, machten sie im Bereich der Bastler und Hobbyprogrammierer zu einer beliebten Fachzeitschrift. Dabei blieb die Chip immer ein wenig auf Abstand zu den reinen Heimcomputern wie etwa dem VC 20, C64 oder später Amiga/Atari ST, sondern setzte schon früh auf die , besonders im eher professionellen Bereich angesiedelten,IBM-PCs. Diese waren damals allerdings fast ausschließlich im hochpreisigen Segment angesiedelt und für den "Normaluser" nahezu unbezahlbar. Aber der Kreis der "professionelleren" Heimanwender nahm trotz der in den 80´ern noch vorherrschenden Modelle im Heimbereich,wie dem C64, später Amiga, immer weiter zu. Auf diese Modelle hatten sich bereits andere Zeitschriften, zum einen die 64´er, später, zu Amiga-Zeiten der späteren 80´er, war es die Zeitschrift "Amiga", speziallisiert. Trotz des Erfolges dieser Heimcomputer blieb die Chip immer focussiert auf die Sparte IBM-PC. Der "Durchbruch" des PC als dominierende Plattform im Heimbereich sollte allerdings noch ein wenig auf sich warten lassen...
Die 90´er Jahre - Chip hurra Anfang der 90´er Jahre hatte sich der PC sukzessive auch bei den nicht professionellen Heimanwendern als Plattform durchgesetzt. Anno 1994 ging der letzte ernsthafte Konkurrent für HeimPC, die Firma Amiga, pleite. Lediglich Apple konnte sich damals bis heute noch eine gewisse Nische sichern - auf diesen Sektor konnte die Chip dann aber auch mehr oder weniger verzichten. Die Focussierung auf den PC als Heimcomputer hatte sich für die Chip also ausgezahlt. Durch die Pionierleistungen der späten 70´er/frühen 80´er war die Chip zu dieser Zeit die wohl unumschränkte Instanz unter den Computerzeitschriften geworden, jetzt sogar mit einer größeren Zahl von Interessenten als jemals zuvor.
Bilder von Chip (Magazin)
Mit der Einführung des 486´er Intel Prozessors hatte sich der PC endlich bei der überwiegendenden Anzahl der Heimcomputerfans durchgesetzt, die Chip konnte hier auf eine lange Tradition und Erfahrung zurück blicken und so ihre Stellung zementieren. Im Laufe der Zeit bekam sie allerdings immer mehr Konkurrenz - der Markt für PC-Zeitschriften boomte, aber die Zahl der Zeitschriften stieg immer mehr an. Das Alleinstellungsmerkmal Chip=PC Zeitschrift galt nun nicht mehr. Die Chip hatte sich auch dem breiteren Publikum thematisch öffnen müssen. Nun lasen längst nicht nur IT-Profis und Selfmade-Programmierer mit Fachwissen en masse die Chip, es musste auch für die weniger erfahrenen Leser etwas passieren. Hier probierte die Chip allerhand aus. Teilweise wurde leider auch den konkurrierenden Zeitschriften nachgelaufen. Die Themen wurden immer banaler, das Niveau verflachte zusehends. Bald lass man teilweise auch in der Chip von angeblich verbotenen Tricks und beigelegte CDs und DVDs beinhalteten Tools, die angeblich nur bei der Chip erhältlich seien. Das Internet wurde, wie für jede Zeitung und Zeitschrift allgemein, ebenfalls zu einer weiteren Konkurrenz.
Chip von 2000 bis heute Multimedia wurde immer mehr zu dem Zauberwort. Galt der PC in den 80´ ern noch als reines Arbeitstier für jede Art von Büroanwendungen, wurde er dank immer schnellerer Grafikkarten, CD-ROM, später DVD-Rom und Bluray, immer mehr zu einer multifunktionialen Plattform. Auch auf diese Entwicklungen musste die Chip zwangsläufig reagieren. So wurden bald auch Multimediageräte bis hin zu Foto- und Videokameras zu Testobjekten innerhalb der Chip - sowas war früher einfach undenkbar. Durch die Gründung der Chip.online Redaktion reagierte die Chip auf den Aufschwung des Internets. Zudem wurde eine eigene Multimedia-Zeitschrift namens Chip AudioFotoVideo gegründet, die sich um den Bereich Multimedia an sich kümmert, hier besonders um digitale Foto- und Videographie und deren Anwendungen auf dem PC.
So ist die Chip jetzt aufgebaut
Nachdem es bei der Chip vor Jahren durchaus Phasen und Trends gab, wo man denken konnte: "die gibt es bald auch nicht mehr" scheint man sich innerhalb der Chip-Redaktion doch mal ein wenig über die Auswahl der Themen und Themenbereiche näher besonnen zu haben. Reißerische Artikel mit dem "Illegalitäts"-Charme anderer, aktuell erhältlicher, PC Zeitschriften findet man in den aktuellen Nummern der Chip nirgendwo mehr. Darüber hinaus wurde einiges positives in Sachen Layout und Übersichtlichkeit getan. So gibt sich die Titelseite durchaus angenehm aufgeräumt. In großen Lettern werden die Hauptthemen aufgelistet, die Interesse wecken und somit zum Kauf der Zeitschrift im Kiosk animieren sollen Im Vorwort grüßt entweder der Chefredakteur oder sein Stellvertreter mit Statements zu aktuellen, PC-bezogenen, Themen aus Politik oder Wirtschaft und fordert den Lesern zu Stellungnahmen per email auf. Die Inhaltsübersicht ist durchaus als übersichtlich zu bezeichnen. Themenschwerpunkte der Chip bilden in der Regel die Rubriken "Test & Technik", "Praxis" und "Aktuell". ==Rubrik Aktuell==
Die Rubrik "Aktuell" umfasst dabei immer verschiedene Bereiche rund um das Thema PC,Multimedia & Technik. So werden aktuell entweder Ausblicke auf technische Entwicklungen des nächsten Jahres gegeben, ein aktueller Artikel behandelt das Thema Online-Banking & Sicherheit, sicherlich im Hinblick auf den aktuellen Rückruf von Kreditkarten verschiedener Geldinstitute und auch das kürzlich gestartete Thema HD+ (Verschlüsseltes HD-Fernsehen der privaten Sender RTL & Co) findet Beachtung. Dazu findet man hier das Chip Preisbarometer, bei dem die Preisentwicklung immer wieder aktuell ausgewählter Produkte behandelt wird.
Rubrik Test & Technik Der - für mich jedenfalls - immer interessanteste Themenbereich dürfte sich in der Rubrik "Test & Technik" befinden. Hier werden, monatlich wechselnd, verschiedene Produkte aus immer wechselnden Produkt- und Warengruppen getestet. In der aktuellen Ausgabe 1/10 sind es gleich zwei Vergleichstests. Dabei befasst sich ein Vergleichstest mit Netbooks, ein anderer vergleicht mehrere SLR-Digitalkameras verschiedener Hersteller in vergleichbaren Preiskategorien. Darüber hinaus finden sich nicht zu kompliziert geschriebene und auch nicht allzu viel Fachwissen voraussetzende Berichte über die Technik von HD-Fernsehern, verbunden mit Verbrauchertipps, auf welche Kriterien man beim Kauf eines HD-Fernsehers achten sollte."Moment einmal.HD-Fernseher als Thema einer Computerzeitschrift ?" Tja, das ist mittlerweile bei der Chip scheinbar so üblich. Neben den klassischen Computerprodukten dringt der Wirkungskreis immer mehr in Produktgruppen vor, die früher einmal klassischen Fachzeitschriften für Unterhaltungselektronik vorbehalten waren. Gehen der Chip-Redaktion etwa die klassischen Computerthemen aus ? Man könnte fast den Eindruck haben. In "Test & technik" findet man außer der "Netbook Story" allerdings doch noch ein weiteres computerbasiertes Thema: ein nicht uninteressanter Vergleichstest von "klassischen" Festplatten mit den neuartigen, teureren, dafür aber erheblich schnelleren Solid State Disks (SSD-Drives). Dieser Bericht bietet dem Anwender immerhin eine gewisse Orientierungshilfe in Fragen der Erweiterung seines PC-Systems.Quintessenz: Festplatten haben immer noch ihre Berechtigung, da SSDs einfach noch zu teuer sind. Zur Abrundung dieser Rubrik findet man in der Chip die - monatlich angepassten - Bestenlisten von Produkten aus verschiedenen Bereichen rund ums Thema PC & Multimedia. So findet man verschiedene Bestenliste, z.B. die der 50 schnellsten Grafikkarten,sowie Top Tens von Notebooks verschiedener Displaygrößen, TFT-Monitore ,Motherboards (AMD & Intel) Videoplayer und dergleichen mehr. Zahlreiche, kurze Produkteinzeltests runden diesen Bereich ab.
Rubrik "Praxis"
Fester Bestandteil dieser Rubrik sind Tipps & Tricks rund um das Betriebssystem Windows (das kann XP, Vista oder 7 sein), sowie Hardware und Software.Anwendungen. Die Themen liegen dabei immer auf anderen Schwerpunkten. In der diesem Bericht zu Grunde liegenden Ausgabe 1/10 war es die Einrichtung eines Windows XP/Windows 7 Dual Bootsystems. Das ist auch für Fortgeschrittene nicht immer ein leichtes Thema.Die Chip behandelt diesen Tipp daher auch als "Profi Tipp". So behandelt der Tipp auch nur über eine DinA4-Seite lang das Thema. Hier wird auch das ein oder andere Tool von der beiliegenden HeftCD/DVD hingewiesen, welches man sich aber zur Not auch aus dem Internet laden könnte, so man eine Ausgabe ohne Datenträger erworben hat. Einigermassen mit dem Thema Befasste werden bestimmt etwas mit dem Tipp anfangen können, der Tipp ist relativ verständlich beschrieben. Andere Tipps wiederum behandeln da eher banalere Themen wie z.B überflüssige Einträge aus der Suchliste entfernen,störrische Anmeldung am Notebook überwinden und dergleichen mehr. Hier dürften auch Leute, die sich eher als "Nichtexperten" bezeichnen würden, ganz gut mit zu Rande kommen. Weiter werden in dieser Rubrik neue Freeware und Open Sourceprogramme vorgestellt, die teilweise auch auf der jeweiligen Heft-CD/DVD vertreten sind. Ein Artikel geht dabei immer auf Programme der HeftCD/DVD ein, wie in dieser Ausgabe z.B. auf das Programmpaket "UpdateStar" (s.u.).
Daneben wird in "Praxis" auch ein ,mittelbar am Thema HeimPC liegendes, Gebiet behandelt, in Ausgabe 1/10 ist es hier das Thema "digitaler Stromzähler". Eine kleine Rubrik, die ich persönlich immer gerne lese, ist hier der "Bug des Monats", in dem die Chip-Redakteure ärgerliche Fehler von verschiedenen Peripheriegeräten oder PC-Systemen von Lesern behandeln und idR. auch lösen.
Chip auf CD/DVD Die beiliegenden DVDs oder CDs beinhalten meist auch im Internet downloadbare Freewareprogramme, die die Chip dann z.B. als "Microsoft Plus Paket für jedes Windows" oder als "Updatestar Premium Pack" zusammenstellt, die es "nur bei und erstmals bei der Chip" gibt. Dazu finden sich,meist ein wenig ältere, Kaufprogramme, die deswegen aber nicht unbedingt schlecht sein müssen, mit auf der Zeitschriften-Beilage-. Dann und wann kaufe ich schonmal die Ausgabe mit DVD, in der Regel kann ich aber auch darauf verzichten.
Chip im AboWer sich entschliessen will, die Chip regelmässig zu beziehen, kann auch erstmal ein Test-Abo abschliessen. Manchmal hat die Chip hier auch eine Aktion parat, bei der man neben einem Kurzabo über 3 Chip-Ausgaben mit DVD für 11,90€ auch einen USB-Speicherstick, einen USB-Hub oder ähnliches umsonst dazu bekommt. Wenn man in den 3 Monaten feststellt, dass man doch nicht dauerhaft abonnieren möchte, kann man noch bis 8 Tage nach Erhalt der 3. Abo-Ausgabe kündigen. Ich habe das schon gemacht, die Kündigung lief auch unkompliziert ab. Ein formloses Schreiben hat in meinem Fall gereicht, ich würde aber aus Sicherheitsgründen die Kündigung per Einschreiben mit Rückschein empfehlen -für den Fall der Fälle halt-. Als Jahresabo zahlt man übrigens 59,88 € (also 12x4,99€) für die Chip mit DVD-Ausgabe.
Werbeanteil in der Chip
Die Chip umfasst pro Ausgabe knapp 200 Seiten. Davon sind ca. 20% der Werbung vorbehalten, d.h. es sind knapp 40 Seiten Werbung in einer Ausgabe Chip verteilt. Wohltuend dabei ist, dass es kaum noch "zweifelhafte" Angebote sind, die man in früheren Ausgaben der Chip schonmal in den Kleinanzeigen finden konnte. Meist sind die Werbungen in der Chip eher großformatig und stammen meist auch von Anbietern aus dem Bereich Computertechnik, selten auch anderen Branchen wie Geldinstituten und dergleichen mehr...
PreiseDie Chip als Ausgabe ohne CD oder DVD kostet 1,99€, die Chip mit CD 3,99€ und die Chip mit DVD 4,99€ Erhältlich ist sie an nahezu jedem Zeitschriftenkiosk, vereinzelt auch im Buchhandel.
Wann erscheint die Chip am Kiosk?
In der Regel erscheint eine neue Ausgabe am 1. Freitag eines Monats. Fällt dieser Tag auf einen Feiertag, erscheint die neue Ausgabe am Freitag eine Woche danach. Die Ausgabe 2.2010 erscheint z.B. am 8.1.2010. Abonnenten erhalten ihre Abo-Ausgabe schon 3-4 Tage vor dem Erscheinungstermin am Kiosk.
FAZITDas Niveau der Chip bewegt sich im Rahmen von "Mainstream" und spricht dabei mit dem einen oder anderen Fachbericht durchaus auch schonmal ausgemachte User mit Expertenwissen an. Dabei nenne ich als Beispiel einen doch recht umfangreichen Bericht über die AVCHD-Codierung, die dort angewendeten Algorithmen und Techniken, der schon eher was für "Freaks" sein könnte. Ich fand diesen Bericht absolut stark. Leider sind die Berichte ansonsten doch eher Anwender orientiert, was ja auch gut so ist. Als "Fachmagazin" von Format wie in früheren Zeiten kann die Chip allerdings nicht mehr gelten. Hier gibt es einfach andere Magazine, die diese Themen ganz einfach häufiger und professioneller angehen, als Beispiel sei hier die Zeitschrift "C`T" genannt. Hier ist die Chip schon lange nicht mehr die Nr. 1. Dennoch ist die "Chip" dank ihrer umfangreichen und zahlreichen Produkttests und auch sachlichen Berichte durchaus - nach einer zwischenzeitlichen, jahrelangen Durststrecke - wieder auf einem recht ansprechenden Niveau angelangt und hat aus meiner Sicht schon einige Mitbewerber auf dem umkämpften PC Fachzeitschriftenmarkt hinter sich gelassen. Für ambitionierte Heimanwender, die nicht allzu viel an Profiwissen aus ihrer Zeitschrift erfahren möchten, ist die Mischung der Themen in der Chip gerade richtig, auch wenn immer mehr Themen behandelt werden, die streng genommen eigentlich gar nichts mit der PC-Technik zu tun haben, wie z.B. TV-Flatscreens oder digitale Fotoapparate.. Ich lese sie ab und an immer mal wieder gerne....
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04.12.2010 21:26
Wie immer einausgezeichnetes Bericht. LG
14.03.2010 15:54
sehr guter informativer Bericht.
10.02.2010 23:36
ab und an schau ich da auch noch rein, aber ich geb kein geld dafuer aus. biblio heisst das zauberwort. greetz from wallcity beartown