Deine Religion ist alles, du bist nichts!

1  06.06.2007 (08.06.2007)

Pro:
Wenn überhaupt, dann die Grundidee

Kontra:
Sehr viel

Empfehlenswert: Nein 

MetalAbu

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 19 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als hilfreich bewertet

So, da einige sehr unzufrieden mit meinem ursprünglichen Bericht waren, habe ich mich dazu entschlossen, das Christentum weniger aggressiv zu kritisieren und meine Argumente mehr auszuführen.

Die Geschichte des Christentums begann vor ein bisschen mehr als 2000 Jahren. Die Juden warteten damals auf einen Messias, der sie von der Unterdrückung befreite. Da kam ein junger Mann, der Sohn eines Zimmerers, und behauptete, der Sohn Gottes zu sein. Er predigte eine Lehre der Nächstenliebe und vollbrachte einige Wunder (wer's glaubt...). Er suchte sich auch 12 treue Mitstreiter, die sogenannten Apostel, die ihm bei der Verkündung seiner neuen Lehre halfen. Allerdings waren die konservativen Juden weniger begeistert von seiner Blasphemie, sich als Sohn Gottes zu bezeichnen. Auf deren drängen wurde der Nazarener dann wie ein gewöhnlicher Verbrecher gekreuzigt. Mit seinem Martyrium beeindruckte er ungemein und seine Anhänger verbreiteten seine Botschaft weiter und nahmen etliche Strapazen und Verfolgungen auf sich, nur um die Lehre des Jesus von Nazareth weiterzuverbreiten. Die Lehre der Nächstenliebe.
Durch diesen leidenschaftlichen Einsatz wurde das Christentum dann schnell zu einer sehr mächtigen Glaubensgemeinschaft, die sich aber seit dem auch immer mehr von der Nächstenliebe distanzierte.
Heilige Kriege (Kreuzzüge) wurden gegen die Moslems geführt. Heiden mussten ihren alten Glauben ablegen und Christen werden, oder wurden getötet. Die Christen fingen schon früh an, im Namen Gottes zu morden, vergewaltigen und auszurotten. Nächstenliebe galt nur noch für Christen. Alle anderen waren im Prinzip Untermenschen. Irgendwann kam dann die Inquisition, vor der wirklich niemand sicher war. Selbst die Templer, Verteidiger des christlichen Glaubens, wurden wegen nicht beweisbarer Beschuldigungen hingerichtet. Hunderttausende Frauen wurden als Hexen auf Scheiterhaufen verbrannt, ohne eine faire Gerichtsverhandlung. Und das alles im Namen ihres Gottes und ihres Herrn, Jesus Christus.
Auch später, als dann Amerika entdeckt wurde, verrichteten die heiligen Männer ihre blutige Missionierung. Die Naturvölker Südamerikas hatten die Wahl: Christen werden oder sterben.
Zudem war das Christentum zu diesem Zeitpunkt schon weit mehr als eine Religion. Es war gleichzeitig weltliche Staatsgewalt und eines der größten und mächtigsten Wirtschaftsunternehmen. Kriege wurden durch Kirchengelder finanziert. Die Kirchengelder stammten vornehmlich aus der Ausbeutung dummgläubiger Menschen, die für die Kirche Frohndienst verrichteten und sich den Sündenerlass erkauften.
Erst Anfang des 19. Jahrhunderts schrumpfte der Machteinfluss der Christen ein klein wenig, denn Napoleon säkularisierte den Staat. Das heißt, er trennte Staat und Kirche deutlich voneinander und entzog den Christen somit einen Teil ihrer Macht. Aber eben nur einen Teil. Die Menschen waren immer noch dumm genug, sich von dem immer größer werdenden Wirtschaftsimperium ausnehmen zu lassen.
Auch in heutiger Zeit hat sich nicht allzuviel geändert. Die Kirchen sammeln Spendengelder in Milliardenhöhe und verwenden diese für Missionierungszwecke. Zuerst hilft man den Leuten, aber nur, wenn diese auch Christen sind oder bereit sind, Christen zu werden. Weigern sie sich, Christen zu werden, gibt es auch keine christliche Hilfe mehr. So viel also wieder zum Thema Nächstenliebe. Der Rest der Spendengelder (und der vielen anderen Einnahmen) verprassen die Kirchenoberhäupter dann anderweitig. Zudem zwingt man Städte, Kirchen mit Steuergeldern in Stand zu halten. Bestes Beispiel hierfür ist der Regensburger Dom. Das Wahrzeichen kostet der Stadt jedes Jahr mehrere Millionen. Was zur Hölle aber hat die Stadt mit diesem Bauwerk zu tun? Ist es nun ein religiöses Bauwerk, oder eine normale Touristenattraktion? Der Vatikan hat doch deutlich mehr Geld, ist es aber gewohnt, die Menschen zu unterdrücken und deren Geld zu beanspruchen. Außerdem decken die christlichen Gemeinschaften Verbrecher. Man hört immer wieder davon, dass sich Priester an Kindern vergehen. Statt diese Kinderschänder angemessen zu bestrafen (wie wärs, wenn die Christen wieder den Scheiterhaufen einführen?), versetzt man sie einfach in eine andere Gemeinde und benutzt die riesige Rechtsabteilung der Kirchengemeinschaft dazu, den Kinderschänder vor einer Bestrafung zu schützen. Die Dunkelziffer der sexuellen Übergriffe durch Priester auf Kinder ist wahrscheinlich eh tausenmal höher als das, was überhaupt durchkommt. Aber die mächtigste Mafia der Welt, das Christentum, vertuscht solche Vorfälle natürlich bestmöglich.
Ach ja, da wäre noch was. Homosexuelle werden vom Christentum immer noch als geisteskranke und minderwertige Wesen dargestellt. Vor allem der Vorgänger von Papst Benedikt (Version XVI) war ein richtiger Schwulenhasser. Was bildete sich dieser alte Krüppel überhaupt ein, Homosexuelle als geisteskrank und Fehler der Natur zu bezeichnen? Dieser alte Trottel ernannte weltweit 30 000 Exorzisten (so viele, wie noch kein Papst zuzvor) und spricht dann bei Homosexuellen von Geisteskranken? Ein Mann, der total weltfremd war, nicht einmal mehr richtig sprechen und nicht mal selbst kacken gehen konnte? Einfach nur erbärmlich und sowas von nazistisch. Wahrscheinlich ist zuviel aus der NS Zeit hängen geblieben, als die Christenvertreter ihre Packte mit den Nazis schlossen.
Übrigens: Kriege werden immer noch im Namen des Christengottes geführt. Sehr aktuell ist ja der Irakkrieg, in dem es anscheinend darum geht, die Moslems im Namen Gottes auszurotten. Haben die christlichen Gemeinden schon das Wort erhoben, und gesagt, dass sie nicht wollen, dass ihr Gott da mitreingezogen wird? Das haben sie natürlich nicht, denn das Ziel der Christen ist seit mehreren Jahrhunderten die Vernichtung der Andersgläubigen.

Fazit:
Das Christentum legte mit seiner Lehre die Grundlagen für unser heutiges gesellschaftliches Zusammenleben. Auch gegen die Grundidee kann man nichts sagen. Eine ganz einfache, monotheistische Religion eben. Allerdings rückte der Glaube durch die zunehmende Macht eher in den Hintergrund und das wirtschaftliche rückte in den Vordergrund. Zudem wurde der Grundsatz der Nächstenliebe für Andersgläubige aberkannt und die Gläubigen wurden ausgebeutet.
Eine elegante Variante wäre es doch, wenn man aus den christlichen Gemeinschaften austritt, aber dennoch seinen christlichen Glauben lebt. Auf seine eigene, individuelle Weise. Aber das muss jeder für sich entscheiden. Ich bin und bleibe Gegner des Christentums.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Wapu2002

Wapu2002

21.08.2007 09:50

...du schreibst mir aus der seele ...! lg walter

silbertanne3

silbertanne3

22.07.2007 16:49

Mit einigen Dingen gingst Du zu streng zu Gericht: a) Nationalsozialismus und Christentum: Das war ein Bluff von Herrn Hitler, seine eigene blutleere Lehre musste sich wegen mangelnder Substanz verstecken, natürlich wollte er die Konfessionellen ebenfalls als Anhänger und Wähler haben. Heute tritt das Logische offener zutage, d.h. die Verbindungen zwischen dem Satanismus und der Lebensfeindlichkeit des Nationalsoz. ...b) Missbrauch von Kindern und Jugendlichen ist ein häufiges Thema, natürlich gibt es sowas (wie jedes andere Delikt wie Mord etc.) auch vereinzelt bei Geistlichen. Vereinzelt. Doch der wirklich massive und organisierte Kindesmissbrauch ist rituell im Satanismus auftretend (siehe die Schriften Aleister Crowleys und seiner Anhänger, oder der Prozess von Michael Aquino). Satan versucht somit auf unfaire Art Anhänger zu bekommen, diese Logik steckt dahinter... . D.h. ein rituell missbrauchtes Kind (bewusst wird von nicht pädophil veranlagten Leuten etwas Negatives getan) wird als Erwachsener ("warum ich"?) sich wahrscheinlich gegen Gott wenden. Bei Seancen hatte ich den Eindruck gewonnen, daß Gott stärker ist. D.h. wenn ein Dämon nicht mal stark genug ist einem Heiligenbild auszuweichen oder einem zufällig befindlichem Kreut / Medaille, also mächtig erschien mir das nicht. Auf der anderen Seite ist nichts darüber bekannt, daß Gott Angst vor Satan und den gefallenen Engeln hätte. LG

silbertanne3

silbertanne3

22.07.2007 01:57

@der Mensch ist nichts, Gott ist alles@ na ja, ein wenig überdramatisch ausgedrückt, aber häufig gehört. Gott ist mächtiger als die Menschen (auch Satan und die Engel sind viefach intelligenter als die Menschen), aber diese Rolle soll er haben, ich habe damit keine Chef-Untergebenen Probleme. Gott schätzt die Menschen durchaus gemäß der Bibel, gemäß der Dogmen hat er die Welt in erster Linie wegen des Menschen erschaffen. Also daß der Mensch nichts sei, das verträgt sich nicht mit den Lehren des Neuen Testaments. Gott ist mehr als der Mensch, zugegeben. Aber der Mensch ist in seiner Würde und seinem freien Willen durchaus eine ganze Menge an Individualität, Kultur und interessantem Sein ... LG

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