Chrysler 300M 3.5

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Chrysler 300M 3.5

Gesamtbewertung (24): Gesamtbewertung Chrysler 300M 3.5

 

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FAHREN WIE J.R. EWING

3  16.10.2002

Pro:
angenehmer Cruiser

Kontra:
nur für gerade strassen gemacht, bergab unkontrollierbar

Empfehlenswert: Ja 

billigautos.de

Über sich: Mensch - war ich lange weg....

Mitglied seit:22.03.2001

Erfahrungsberichte:212

Vertrauende:39

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 52 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Geil schaut er aus - der 300M.
Fett auf der Strasse, alles für europäische Verhältnisse ein wenig zu satt dimensioniert, aber irgendwie mit erkennbaren Stil - das hat schon was.
Die meisten Leute halten ihn aus gutem Grund erst einmal für TEUER.
Das ist ja schon mal ganz nett - zumal der 300M 3.5, wie die meisten Chrysler, oder gar die meisten Amis, im Vergleich gar nicht teuer ist.
Der Wagen steht neu mit rund 35.000 Euro in der Liste, realistisch ruft der Händler maximal 32.000 auf, wenn man nach Liste bestellt - und faktisch hat der Händler stets zwei bis drei Vorführwagen im Regal - denn so werden auch in Deutschland amerikanische Autos verkauft - wenn eh alles drin ist, was soll man da lange über Ausstattungen reden und Sonderpreislisten wälzen?

Der 300M hat alles - fett und opulent gestaltete Ledersitze, die es bequem mit einem 7er BMW aufnehmen können, alles elektrisch, alles voll klimatisiert, einen ziemlichsatten 3.5er Motor, der ihn ohne jede Mühe auf 230 KM/H bringt - für amerikanische Verhältnisse natürlich blanker Unsinn.

Dennoch verkörpert er auf sehr angenehme Weise eine Mischung zwischen american way of drive und europäischen Ansprüchen an Strassenlage.
Ähnlich wie schon Cadillac mit dem STS ist chrysler hier neue Wege gegangen und hat sich nicht vor langen Tests auf europäischen Strassen gescheut - der 300M war sogar das erste Auto, dass nordische Klimatests bestehen musste - zuvor für einen amerikanischen Hersteller eigentlich ein Unding.

Schnell jedoch stellt man fest, dass viel von der Sorglosigkeit, mit der US-Autos konstruiert und gefertigt werden, in diesem Wagen erhalten geblieben ist.
Das soll nicht bedeuten, dass der Wagen schlecht verarbeitet ist - nur eben anders.
Piech-geprägte Spaltmassfanatiker etwa finden bei einem solchen Wagen nicht ihren persönlichen Traum - die rechte Tür unseres 300M ist deutlich weiter vom Armaturenträger entfernt als die linke.
Die Art, wie US-Amerikaner Teppiche in Kofferräumen verlegen, hat nichts mit dem Wort AUSKLEIDEN zu tun. Die Teppiche liegen herum - und nicht nur das: sie reißen auch schon mal ab, wenn man unerwarteter Weise dinge im Kofferraum mitnimmt.
Getränkekisten scheinen in Amerika auch nicht bekannt zu sein - lagert man eine solche im Kofferraum, sollte man den Wagen nicht bewegen - die Kisten verselbständigt sich auf dem rutschigen Veloursteppich, der darüber hinaus wie gesagt zu dünn ausgelegt ist, zu schlecht verklebt, Wellen schlägt oder gleich Risse davonträgt.

Ansonsten kann man mit dem Chrysler 300M jedoch seine Freude haben - die Sitze beispielweise sind ausgezeichnet, das Leder hervorragennd vernäht und von einer sehr angenehmen Qualität.
Unser Exemplar etwa hatte bereits beim Kauf 121.000 Kilometer auf dem Zähler, der übrigens sehr elegant mit einem weissen Zifferblatt hinterlegt ist, mittlerweile sind es an die 160.000 und die Sitze sind nach wie vor perfekt und auch bei weitem nicht mehr so weich oder so tief montiert wie in amerikanischen Autos vor 15 Jahren noch üblich.

Mit dem300M kann man sich somit auch auf deutsche Autobahnen wagen...
...zumindest, solange man die 230KM/H nicht wirklich ausfahren will - hier kann man sich Schweissausbrüche nicht verkneifen, sofern die Strasse oberhalb von 150 mal nicht mehr topfeben ist.
Der 300M wird dabei nie gefährlich - die Strassenlage ist eigentlich sogar ausgezeichnet - nur: man ist sich dessen einfach nicht sicher, da der Wagen aufgrund seines bemerkenswerten Giermomentes nie das Gefühl vermittelt, lange in die eingeschlagene Richtung fahren zu wollen.
Die serienmässigen Reifen singen zudem sehr schnell sehr laut - ganz so, wie man das noch aus "Die Strassen von San Francisco" in Erinnerung hat.
Aber - wie gesagt: die Strassenlage ist eigentlich perfekt, erinnert in der Mischung aus Komfort und Haftung ein wenig an die Mercedes E-Klasse [den 210er wohlgemerkt].
Die butterweich und berechenbar schaltende Automatik unterstützt diesen Eindruck leider auch nur dann, wenn man nicht bergab fährt - dann kommt man nämlich schnell ins schalten - was jedoch dann erstaunlich unsanft verläuft und wirklich keinen Spass macht - auch der Eingriff der Cruise Control, wie man ihn von Mercedes kennt, bringt hier nichts.
Wer in bergigen Regionen wohnt, sollte daher vom Chrysler absehen... wer jedoch einen typischen Autobahpendler repräsentiert, wird mit dem Crysler eine Menge Spass haben - zumal dieser wirtschaftlich wirklich Sinn macht.

Je nach Versicherungsunternehmen ist der Wagen wirklich sehr günstig zu versichern, deutlich billiger als ein 5er, eine E-Klasse oder gar der Versicherungskiller A6.

Der Verbrauch hält sich bei gescheitem Fahrverhalten deutlich unterhalb der 10-Litergrenze - für einen Wagen dieser Größe ein ausgezeichneter Wert [der übrigens in den Bergen RuckZuck auf 15 Liter klettert - der Wagen ist wirklich mehr was zum Geradeausfahren].
Günstig ist der Wagen auch im Einkauf - mit 50.000 auf der Uhr ist er für rund 13.000 Euro zu haben - ein Geschenk, gemessen an dem, was noch für die Mitbewerber aufgerufen wird. Die Inspektionskosten kann man mit rund 400.- veranschlagen, mit Bremsen eher mit 900.
Auch hier gilt: in den Bergen ist der schwere Wagen ein echter BremsenFresser....
Und: Wo findet man in den Bergen eine Chrysler-Niederlassung?
Von denen gibt es ganz einfach deutlich zu wenige...

Unterm Strich: der Chrysler ist vor allem auch durch sein geringer Innengeräusch Niveau ein empfehlenswertes Auto für Autobahnfahrer. Darüber hinaus auch für heimliche Protzer - man erntet die FETTE BRIEFTASCHE-Blicke bei jeder Gelegenheit und das ist schon ziemlich cool für die meisten.

Wer den Fahrstil mag und auf die neidischen Blicke weniger Wert legt, wird jedoch mit Hyundai XG 30 und Sonate deutlich glücklicher werden - die sind noch billiger, europäischer und mittlerweile auch besser verarbeitet - den Motor des Chryslers bekommt man zwar nicht kaputt - für die Inneneinrichtung gilt dies, wie gesagt, nicht :-(
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
AchtungHuPe

AchtungHuPe

09.12.2005 13:12

Falls Du das Auto nach dem Bericht noch länger hattest: Wie wäre es mit einem Update zur Haltbarkeit (Klima, Getriebe, elektrische Teile, ....) und ev. noch ein paar Preisdetails im Zuge der Reparaturen? Habe den 300M in die engere Wahl gezogen (gebrauchte 300c sind leider noch zu teuer).

olmow

olmow

26.01.2003 00:44

Guter Bericht, aber tut es nicht auch der kleine Motor ?

Zerni

Zerni

29.10.2002 16:23

Hi there ! Glückwunsch zum Kauf des 300er, habe selbst lange überlegt, ob ich mir das Dickschiff zulegen soll. Letztendlich bin ich vom Daimler aber ein Verarbeitungsniveau gewöhnt, wo der Ami nicht mithalten kann...obwohl...geil schaut er schon aus ;-))) Viele Grüße und Gute Fahrt, Zerni

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