Crossfire zum Cuisen
06.12.2004 (07.12.2004)
Pro:
Toller Sound, bequeme Sitze, kräftiger Motor
Kontra:
Lahme Automatik, zu komfortabel für einen Sportwagen
Empfehlenswert:
Ja
 HerrWicke
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:8
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 32 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als weniger hilfreich bewertet
Vor ein paar Monaten bot Chrysler jedem Testfahrer, der bereitwillig einen Fragebogen zum getesteten Auto ausfüllte 25 Euro. Ich entschied mich dieses Angebot anzunehmen und eine Probefahrt mit dem Chrysler Crossfire Automatik zu machen. Da der Verkäufer sofort merkte, dass ich nur das Geld abgreifen wollte und kein ernsthaftes Kaufinteresse hatte, beschränkte sich die Einweisung für den Wagen auf einen Kontrollgang bezüglich vorheriger Schäden und der Schlüsselübergabe mit dem Kommentar: „Viel Spaß!“ Den sollte ich bekommen. Aber der Reihe nach. -Design-
Von Außen wirkt der Crossfire wie ein Relikt aus längst vergangenen Tagen. Hier hat es sich ein amerikanischer Hersteller mal getraut auf alte Designelemente zurückzugreifen. Ich betrachte den gedrungen, kauernden Sportwagen mit seinen ausladenden hinteren Kotflügeln und der nach Hinten schmaler werdenden Dachlinie. Die hat was von einem Schiffsbug. Der gut 4 Meter lange Kohlefaser-Body, besteht aus einer langen, mit Sieken versehenen Motorhaube und einem Passergierabteil, dass fließende in das kurze Heck, bzw. den Kofferraum Übergeht. 350 Liter Kofferraum verbergen sich unter der schiffsbug-mäßig gestylten Hecklappe. Aber wofür? Ich gehe nach vorne und öffne die schwere Tür. Die Fensterscheiben sind ohne Rahmen. Klasse, das hat Stil! Wie das gesamt Äußere. -Innenraum-
Ich lasse mich in den tiefliegenden Ledersitz fallen. Mein erster Eindruck ist, dass man das elektrisch einstellbare Gestühl recht weich gepolstert hatte. Es sich eignet auch nicht unbedingt dafür, mir bei den bevorstehenden Fahrmanövern ausreichend Seitenhalt zu geben. Aber: Ich sitze bequem und habe ausreichend Platz. Viel größer als 1.85 m dürfte ich aber nicht sein, den der Sitz stößt schon jetzt an die Rückwand des Innenraumes. Rundumsicht? Gleich null. Schon gar nicht durch die Schießlucke von Heckscheibe. Aber für dieses Design, nimmt man das gern in Kauf. Die Instrumente und Armaturen im Inneren wurden, wie vieles Anderes auch, fast 1 zu 1 aus dem alten SLK übernommen. Sie sehen immer noch genauso billig aus, wurden aber zu großen Teilen mit einen Aluminiumzitrat überzogen. Die Farbe ist so brüllend, dass man ihr ansieht Plaste verbergen zu wollen. Die Instrumentierung ist mit ihrer Skalierung in Meilen und Km/h ein wenig unübersichtlich geworden. Eine Einteilung hätte gereicht. Doch da, ein erster Lichtblick, das Infinity-Radio. 8 Boxen und ein toller Klang. Meine Hände umklammern das griffige Lenkrad. Jetzt kann die Fahrt losgehen. -Motor/Fahrverhalten-
Also, Fuß auf die Bremse, Automatik auf ’D’ und Zündung. Ein tiefes grummeln dringt aus den beiden mittig angeordneten Auspuffrohren. Hey! Das klingt ja vielversprechend! Ich nehme den rechten Fuß gaaaanz langsam vom Gas und ... ... und stelle fest, dass er sich völlig unspektakulär in Bewegung setzt. Na gut, rauf auf die leere Hauptstraße und Vollgas. Hm!?! Schon war sie da, die Enttäuschung. Die Automatik hatte es sich gewagt eine Gedenksekunde einzulegen, bevor sie meinen Befehl umsetzte. Sehr vehement wie ich hinzufügen möchte und auch mit einem tollen Klang untermalt, aber zu spät! Für einen Sportwagen ist mit das zu indirekt und langsam, auch bei nur einem Sekundenbruchteil Verzögerung. Mir wurde klar, dass dieses Auto mehr zum gemütlichen gleiten und repräsentieren da war. Auf meinem Weg zur Autobahn kann ich dies ausgiebigst tun. Ein Beispiel: Ich stehe als erster an einer Ampel und hinter mir ein VW Bus mit zwei Bauarbeitern, die damit beschäftigt sind das Heck des Crossfire zu bewundern. Um sie noch mehr zu erfreuen, bediene ich den Schalter mit dessen Hilfe man den Heckspoiler manuell ausfahren kann. Während die Beiden noch mit gucken und staunen beschäftigt sind, schaltet die Ampel auf grün und ich sause davon. Ein sehr erhebendes (wenn auch sehr machohaftes) Gefühl. Da ich aber extrem selten in diese Lage bin, genieße ich es in vollen Zügen. Dann kommt die Autobahn und ich beschließe die 218 PS und 3200 ccm³ Hubraum auszureizen. Die sind im Übrigen auch aus dem alten SLK übernommen. Auf dem Beschleunigungsstreifen angekommen, trete ich das Gaspedal voll durch. Die Automatik schaltet (nach einer Gedenksekunde) hektisch zwei Gänge zurück, der Motor röhrte auf und mich drücken 310 Nm in den Sitz. Tolles Gefühl. Allerdings, ab 190 geht es nur noch mäßig voran. Bei knapp 240 ist Schluss. Aber der Crossfire liegt auch bei diesem Tempo wie ein Brett auf der Straße. Sturer Gradeauslauf und eine immer noch komfortable Federung, machen diese Geschwindigkeiten zusätzlich angenehm. Mir ist der Wagen aber zu weich. Ich sitze doch schließlich in einem Sportwagen! Doch das Vergnügen ist nur kurz. Ich muss zurück. Runter von der Autobahn, rauf auf die Landstraße. Hier kann ich zweierlei feststellen. Der Crossfire hat Kraft, viel Kraft. Und die Hinterräder sind damit hoffnungslos überfordert. Bei jedem Gasgeben leuchtet die Traktionskontrolle auf und wenn ich in der Kurve stärker beschleunige macht das Heck schnell den Abgang. Ich muss dazu sagen, dass man es leicht wieder einfangen kann. Aber bricht es viel zu schnell aus. Erfreulicher weise hielt sich der Kraftstoffverbrauch trotz meiner Fahrweise mit 12 Litern in Grenzen. Aber wen interessiert’s? Zurück auf dem Hof des Autohändlers, steige ich aus und drehe noch eine letzte Runde um des Auto.
-Fazit- Würde ich dafür 45.000 Euro bezahlen, wenn ich könnte? Vielleicht, wenn ich einen komfortablen Sportwagen zum Cruisen suche, dessen Automatik ich eine Gedenksekunde verzeihe. Heute würde und kann ich ihn mir nicht kaufen, denn noch bin nicht reich und ich zu jung zum verzeihen.
PS: Wer sicht darüber ärgert, dass ich nichts zu den Unterhaltskosten geschrieben habe, sollte ernsthaft über ein anderes Auto nachdenken.
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07.12.2004 16:45
Hmm... auch die Unterhaltskosten bei einem Crossfire sind relevant, warum sollten sie das nicht sein? Jetzt fang nicht an "wer nach den Kosten fragt, kann ihn sich nicht leisten"... wir reden nicht von einem Bentley. ;-) Insgesamt finde ich den Bericht etwas oberflächlich. Sorry, Andreas
07.12.2004 12:34
Neee, nach Unterhaltskosten frage ich bei 'ner Testfahrt nicht. Kann jetzt aber auch nicht behaupten, dass Du einen besonders gelungenen "ersten Eindruck" vermittelt hättest. Dafür ist der Bericht zu unsachlich und - ich bitte um Entschuldigung - zu voll von spätpubertärem Vollgasgehabe. Gruß Thomas
07.12.2004 02:03
Schreibe doch über Autos, die Du besessen hast bzw. länger als eine Stunde gefahren bist. Es geht bei ciao um Erfahrungen mit einem Auto und nicht um den Ersteindruck! LG kayah