Niemal ohne ihr!
25.09.2007
Pro:
Fahrspass pur !
Kontra:
Gewöhnungsbedürftig !
Empfehlenswert:
Ja
 ente1983
Über sich:
Mitglied seit:24.09.2007
Erfahrungsberichte:2
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Ich liebe sie! So einfach kann ich die Beziehung zu meiner Ente beschreiben. Sie ist ein Familienmitglied und hat auch einen Namen. Wie bin ich dazu gekommen? Als ich 5 Jahre war, heiratete meine Mutter einen Entenfahrer. Damals bekam sie ihre 1. Ente. Einen rot-schwarzen Charly (Charleston). Für mich war dieses Auto das tollste weit und breit. Alles Sorgen, die man so als heranwachsendes Mäderl hat, konnte ich ihr erzählen. Nächte lang habe ich geweint, als sie verschrottet wurde. Meine Mutter ist nur damit gefahren und hat ihr nicht die Pflege gegeben, die sie gebraucht hatte. Es kamen aber immer wieder welche nach. Meist gab es mehrere auf einmal in unserer Familie.
Meine 1. eigene! Die bekam ich mit 18. Ich habe mir immer schon gewunschen, dass mein 1. Auto eine rot-schwarze Ente sein musste. Und zwar ein Modell, was es so nicht wirklich gab. Mit Chromscheinwerfertöpfen und Pepita-Sitzen. (Original gehörten zu den Chromtöpfen graue Sitze und zu den Pepita-Sitzen gab es lackierte Töpfe.) Natürlich habe ich sie bekommen. Leider konnte ich nur knapp ein Jahr mit ihr verbringen. Als Trost schenkte mir mein Mann meine jetzige Ente. Meine Tenere! Sie ist, wie der Name schon sagt, orange Tenere. Zu den technischen Daten gibt es hier schon genug Berichte. Ich möchte lieber so einiges von ihr erzählen.
Sie ist zuverlässig. Was hatte ich für Probleme mit ihr? Bin einmal ohne Öl etwa 30 km von daheim entfernt gestanden. Ein Scherzbold hatte die Ölablassschraube gelockert und die habe ich dann verloren. Die Ente kann da herzlichst wenig dafür. Bis ich es bemerkt hatte, hat der Motor schon geklingelt. (Die Öldrucklampe ist eine Motor-tot-Lampe. Wenn die aufleuchtet ist es schon zuspät.) Also heimgeschleppt, neue Schraube und frisches Öl rein und ganz vorsichtig wieder "eingefahren". Sie ist dann noch ein 3/4 Jahr ohne irgendwas gelaufen. Dann machte sich der Schaden leider doch bemerkbar und wir brauchten einen anderen Motor. (Gott sei Dank hatten wir den von meiner 1. Ente aufgehoben!) Was ich ihr zugute halten muss, sie hat mich bis heim gebracht. Gut 20 km wo sie geklappert und gescheppert hat, mit 30 im 3. Gang. Ja nicht stehen bleiben, aber wir haben es geschafft. Ein anderes Mal hatten wir in Italien am Welttreffen Kondensator und U-Kontakt getauscht. Keinerlei Leistung (max. 50 kmh), ruckeln und mehr hupfen als fahren. Bei Venedig haben wir wieder den alten Kondensator eingebaut und sie fuhr wieder normal. Sonst hatte ich keine wirklich nennenswerten Probleme mit ihr. Wenn mir danach ist, kann ich die hintere Sitzbank einfach rausnehmen und mein Bett hineingeben. Ich kann alleine sehr bequem drinn schlafen und hab alles mit, was ich brauche. (Unterm Bett habe ich eine "Schrankkonstruktion"!)
Zur Zeit steht mein Baby in der Garage und bekommt einen neuen Rahmen, neue Bodenbleche und noch ein paar Sachen mehr. Das darf jetzt mal fällig sein. Schließlich ist sie ja auch schon über 32 Jahre. Als Alltagsauto fahre ich einen 3er BMW. Aber auch nur deswegen, weil ich 1. zwei große Hunde habe und die im Kombikofferraum doch besser zu transportieren sind. 2. Fahre ich sie im Winter nicht. Bei uns wird so viel gesalzen, dass mir das Herz blutet. Sie ist ja nichtmehr die Jüngste! Und 3. genieße ich das Gefühl, wenn ich vom BMW in die Ente umsteige und auf einmal behandeln mich die anderen Autofahrer ganz anders. zB sperren mir LKW's die Überholspur damit ich rausfahren kann. Oder ich kann mich bergauf bei LKW's in den Windschatten hängen und mir wird dann beim anschließenden Überholen freundlich gewunken.
Noch kurz zum Thema Sicherheit: Es kommt darauf an, wie man erwischt wird, bei nem Unfall. Wenn direkt der Rahmen getroffen wird und dieser in Ordnung ist, wird man nur herumgeschupst. Der ist so stabil und steif, dass selten mehr passiert. Irgendwie seitlich möchte ich keinen Unfall haben. Da ist schon wenig für die Sicherheit vorhanden. Wenn ich zB ein Kind mithabe, sitzt dieses auch immer am Beifahrersitz. Dort denke ich ist es etwas sicherer für ein Kind. Hinten hat sie ja nur Beckengurte. (Wenn überhaupt!) Sogar mein Mann sitzt freiwillig hinten, damit ein Kind vorne sitzen kann. Ente-fahren ist eine Lebenseinstellung. Ich will niemals im Leben ohne einer Ente sein!
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26.09.2007 20:20
Das Auto war auch in meiner Jugendzeit absolut "in" und lieferte sich mit dem Renault R4 heiße Rennen. So lange ist das her... Nun ja, aber nach heutigen Erfahrungen kann man, denke ich, das Auto nur noch im Zustand verzückter Verliebtheit für gut befinden. Dazu muss man schon jede vernünftige Überlegung fahren lassen, denn ein Auto, das nach einem anständigen Unfall keinen Abschleppwagen mehr braucht, sondern nur noch eine Mülltonne, sollte eigentlich von Staats wegen zwangsverschrottet werden. Freundliche Grüße.
25.09.2007 13:04
Herzlich Willkommen bei Ciao.de.... Hihi..Klasse Erstbericht und so ein tolles Thema...Das war lang vor meiner Zeit...Schau mal in dein Gästebuch. LG Steffi
25.09.2007 12:45
Interessant fand' ich die Vorgaben bei der Konzeption, die darin bestanden, daß der Wagen zwei Bauern in ihren Arbeitsklamotten und einen 50 kg Sack mit Kartoffeln oder ein kleines Faß transportieren sollte. Außerdem mußte eine Höchstgeschwindigkeit von mindestens 60 km/h erreicht werden und dabei sollten nicht mehr als drei Liter auf 100 Kilometern verbraucht werden. Der Bauer mußte in der Lage sein, mit einem Korb voll Eiern über ein frisch gepflügtes Feld zu fahren, ohne daß am Ende der Fahrt ein Ei zerbrochen wäre. Darüber hinaus sollte das Auto wartungsfreundlich, kompfortabel und so einfach zu bedienen sein, daß auch die Bäuerin, wenn nötig, damit umgehen könnte. Das Aussehen war belanglos, aber der Preis sollte für jeden Bauern erschwinglich sein. Die Vorgaben, daß die Eier nicht zerbrachen, wurden bei der damaligen Ente meines Nachbars eingehalten - nur das Bodenblech war da etwas launischer ... ;-)