Citroën CX

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Citroën CX

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Sänfte mit Ladequalität

4  03.11.2002 (09.02.2008)

Pro:
Bequem, sicher, viel Platz, usw .

Kontra:
Rost, Verbrauch

Empfehlenswert: Ja 

autoklinik

Über sich: Uuups...2010 ging Ciao-mäßig ganz schön an mir vorbei. 2011 war es bislang nicht viel besser...jetzt...

Mitglied seit:10.10.2002

Erfahrungsberichte:95

Vertrauende:71

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 121 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Update vom 8.2.2008

Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht: Angeregt durch eine aktuelle 'h'-Bewertung dieses Uralt-Berichtes von mir (er zählt immerhin schon gute 5 Lenze), habe ich beschlossen diesen einer Frischzellenkur zu unterziehen. Ohnehin bin ich zur Zeit mal wieder im Oldie-Berichte-Fieber, da trifft es sich doppelt gut.

Einleitung

Seit Mitte der achtziger Jahre zählte immer mal wieder, seit 1996 ununterbrochen ein Citroen CX zu meinem Fuhrpark. Den letzten '86er Break habe ich nun nach sechs Jahren als Organspender für dessen Nachfolger (Bj. '87) mißbraucht. Bei Kilometerstand 300.000 war, neben massiven Durchrostungen, ausgeschlagenen Querlenkerlagern und defektem Heizungsstellmotor, der Defekt des Getriebes zu beklagen. Ein wesentlich besser erhaltenes Exemplar, noch dazu mit Zentralverriegelung und auch hinten elektrischen Fensterheben und nur 260.000 km auf der Uhr, allerdings mit Motorschaden kam mir da gerade recht. Natürlich sind auch hier die drei Klappen im Armaturenbrett kaputt (eine echte Serie 2-Krankheit) und nach kurzer Zeit blieb das Fenster der Fahrertür in der Versenkung hängen. Ansonsten war alles Paletti. Diesen CX fuhr ich noch einige Jahre weiter, bis jener XM-V6, der ebenfalls Gegenstand eines Ciao-Berichtes von mir wurde, das Ende einer bis dato glücklichen Beziehung mit sich brachte. Doch zunächst einige Informationen über dieses Modell im Allgemeinen:

Modellhistorie

In dieser Kategorie geht es ja um den CX im Allgemeinen, deshalb will ich mich nicht nur auf meinen Break (Kombi) beschränken.

Der CX wurde 1974 vorgestellt und wenn man sich die zeitlose Form ein wenig auf der optischen Zunge zergehen lässt, kann man kaum glauben, dass sie bereits 34 Jahre zählt! Zunächst löste die CX-Limousine die legendären D-Modelle (DS, ID, D-Super; auch hier gibts einen Bericht von mir ;-)) ab, während der Modellwechsel der Kombimodelle mit der Verzögerung eines guten Jahres vollzogen wurde.

Am CX schieden sich schnell die Geister, was sich auch in der Vergabe etwaiger Preise ausdrückte. So wurde dem CX (französich für "cw-Wert") auf der einen Seite der Titel "Auto des Jahres" verliehen, bekam aber postwendent vom ADAC die "silberne Zitrone" verliehen. Anfängliche Qualitätsprobleme sorgten darüber hinaus für eine nachhaltige Rufschädigung.

Nichts destotrotz dauerte es über zehn Jahre, bis eine gründliche Überarbeitung der Modellreihe für eine spürbare Verbesserung der diversen Gebrechen sorgte. Ab 1985 zierten zwar unschöne Kunststoffstoßfänger die ansonsten fast
Bilder von Citroën CX
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Citroën CX Bild 60112 tb
CX Sammlung 1
unveränderte Karosserie, dafür präsentierte sich der Innenraum komplett neu gestaltet.

Die zweite Serie wurde bis 1990 gebaut, die letzten Kombis verließen erst 1992 die Produktionsbänder. So wurde diese Baureihe immerhin 17 Jahre gebaut, in einer Zeit, in der die Modellperioden auf wenige Jahre zusammengeschrumpft sind.

Der CX Break

Die Kombiversion besticht durch eine immense Ladekapazität: Bei umgelegter Rückbank können 2,20 Meter lange Gegenstände verladen werden und immer noch die Heckklappe verschlossen werden. Bis zu 700 Kilo können ungestraft in den topfebenen Laderaum gewuchtet werden. Er ist darüberhinaus das ideale Zuggefährt: Aufgrund der hydropneumatischen Federung (die im übrigen längst nicht so kompliziert und anfällig ist, wie weithin angenommen wird) und dem daraus resultierenden automatischen Niveauausgleich an allen vier Rädern reagiert er immer noch gutmütig, wo Mercedes und BMW- Gespanne bereits im Graben liegen. Bis zu 1800 Kilo können an den Haken gehängt werden.

Wird der Platz nicht fürs Gepäck gebraucht können fünf Personen überaus kommod verreisen. Im Fond können normal gewachsene Erwachsene problemlos die Beine übereinander schlagen. Sitz man als Fondpassagier schon in den Limousinen sehr bequem, so profitieren Mitreisenden im Break von zusätzlichen 20cm Radstand. Alternativ zum Break gab es auch sogenannte Familiale-Versionen mit drei Sitzreihen mit 7 Sitzplätzen.

Im Unterschied zu den Limousinen ist der Dachaufbau des Break ca. 10 cm erhöht, was wiederum dem Fassungsvermögen des Laderaums zu Gute kommt. Mit einer Außenlänge von fast 5 Metern (Limousine 4,68 m) ist man mit dem Break natürlich im Kampf um innerstädtische Parkplatzlücken klar im Hintertreffen.

Fahren im CX

Ich empfand die Reisen im CX immer als pure Entspannung. Sehr gute Sitze, ein durchzugsstarker Motor und das legendäre Fahrwerk sind ein Garant dafür. Durch die hydropneumatische Federung, die genauso, wie die sogenannte Diravi-Lenkung und die Hochdruckbremsanlage von einer zentralen Hochdruckpumpe mit Öldruch versorgt wird, besteht ein permanenter Niveauausgleich. Und das vorn und hinten. Dadurch hat der CX unabhängig von der Beladung oder Anhängerbetrieb stets eine extrem sichere Straßenlage. In schnell gefahrenen Kurven besteht freilich eine deutliche, aber leicht beherrschbare Neigung zum Untersteuern.

Die Bremsen packen kräftig zu und sind im Gegensatz zum DS sehr gut dosierbar. Dank der vorderen innenbelüfteten Scheibenbremse mit 4-Kolben-Festsattelbremse war Bremsfading für mich immer ein Fremdwort. Auch hinten sind Scheibenbremsen verbaut.

Eher gewöhnungsbedürftig ist da schon die Lenkung: Durch das hydraulisch unterstütze Rückstellmoment dreht die Lenkung sogar im Stand (freilich bei laufendem Motor) in Geradeausstellung zurück. Im Fahrbetrieb arbeitet die extrem direkte Lenkung geschwindigkeitsabhängig, das heißt je langsamer, desto leichtgängiger.

Von den Vorzügen der sehr bequemen Bestuhlung hatte ich ja schon geschwärmt. Das Finden einer passenden Sitzposition ist durch die vielen Verstellmöglichkeiten des Fahrersitzes ebenfalls kein Problem, allerdings gab es nie eine Verstellmöglichkeit für die Lenksäule.

Motorisierung und Fahrleistung

Im CX wurden zunächst alte Bekannte verbaut: Der aus dem DS bekannte Stoßstangenmotor wurde allerdings nun quer eingebaut, so dass im CX trotz geringerer Außenmaße mehr Platz im Innenraum zur Verfügung stand.

Der 2-Liter-Motor leistete 102 PS, der 2,2-Liter-Motor deren 112. Später wurde letzterer auf 2,4 Liter aufgebohrt, es resultierten 115 PS.
Im Laufe der Jahre kamen diverse Einspritzvarianten und sogar aufgeladene Versionen mit bis zu 168 PS zum Einsatz. Ab 1979 wurde die kleine Citroen-Maschine durch den sogenannten Euro-Motor ersetzt, der auch im Peugeot 505 oder Renault 20 Dienst tat. Die 2,4-Liter Motor wurde nochmals aufgebohrt und leistete bei 2,5 Liter Hubraum per L-Jetronic gefütterte 136 PS, der in der Katalysatorversion dann allerdings wieder 14P´S abhanden kamen. Beider Versionen bewegte ich jeweils mehrere Jahre. Während mit der 136PS-Maschine knapp 200 km/h erreichbar waren, war beim Nachfolger bereits bei 190 Schluss. Von der Beschleunigung und der Elastizität her nahmen sich die beiden nicht viel, ohnehin hatte ich derlei nie gemessen. Sagen wir es so: Es hat gereicht!

Mit dem CX kam aber auch das Dieselkonzept bei Citroen (PKW!) an: Nachdem sich der 2,2-Liter Stirnraddiesel der frühen Jahre als wenig standfest erwiesen hatte kam ein 2,5-Liter Aggregat mit 75 PS, welches biblische Laufleistungen erreicht(e). Später kamen noch zwei Turboversionen mit 95 und 120 Ps hinzu, wobei letztere durch gehäuftes Auftreten von Zylinderkop-/dichtungsschäden auffiel.

Preise, Wirtschaftlichkeit

Der für die Wagengröße gerade noch akzeptable Verbrauch trübt ein wenig das Bild: In der G-Kat Version mit 122 PS ist der Kombi kaum unter 11 Litern zu bewegen, die Katlose Variante mit 138 PS scheint mir etwas sparsamer zu sein. Mit Anhänger liefen schon mal 15 Liter durch die Einspritzventile...Nicht mehr ganz zeitgemäß, das gebe ich zu.

Für die Wagengröße erstaunlich sparsam sind die Dieselversionen: 7 Liter/100 Kilometer sind auch heute noch eine Ansage in dieser Wagengröße.

Inzwischen (wir schreiben das Jahr 2008) werden CXe von den Versicherungen gar nicht mal schlecht eingestuft: In der Haftpflicht tummeln sich Benziner in der Typklasse 16, bei Dieselfahrzeugen wird es naturgemäß teurer, hier wird die TK 21 zu Grunde gelegt.

Teuer dafür die Steuer...Je nach Modell müssen zwischen 300 und sage und schreibe 900 Euro berappt werden. Die Umrüstungsmöglichkeiten sind begrenzt und teilweise sehr teuer.

Solche Autos sind dann auch heute noch unter Umständen für ein paar Hundert Euro an Land zu ziehen. Die Instandsetzung kann aber schnell fünfstellige Beträge aus der Brieftasche reißen.

Deshalb besser gut erhaltene Exemplare suchen: Autos in technisch ordentlichem und rostfreiem Zustand werden inzwischen zu Preisen zwischen 5000 und 10000 Euro gehandelt. Billiger werden sie nicht mehr...

Restaurierungswürdige CX sind etwa ab 1500 Euro zu bekommen.

Die Ersatzteile werden bei Citroen langsam rar, zum Glück gibt es aber Spezialisten, wie die CX-Basis, die sich der Erhaltung der Art verschrieben haben.

Reparaturen am CX sind sicherlich nicht so hochkompliziert, wie immer wieder gern kolportiert wird. Selbstverständlich ist auch ein CX ein komplexes Automobil, aber Angst muss man vor ihm nicht haben.

Häufige Mängel

Der Zustand der Hydraulikleitungen sollte immer geprüft werden, wie auch die hinteren Schwingarmlager. Gerne sind auch die Kugelbolzen der Querlenker, sowie dei Lager des unteren Querlenkers ausgeschlagen. Das gleiche gilt für die obere Motoraufhängung (den sog. Turboknochen). Wenig Probleme hingegen gibt es bei adäquater Wartung mit der Mechanik incl. Hydrauliksystem.

Bei Fahrzeugen der ersten Serie sollte auf Vollständigkeit der Chrom-/Inox-Teile geachtet werden. Solche Teile sind kaum noch in gutem Zustand zu bekommen. Auch die Türverkleidungen sind sehr oft schon am zerbröseln, Ersatz ist praktisch nicht mehr zu bekommen. Gerne hängt auch der Dachhimmel herunter.

Bei Serie 2-CX (Plastikstoßfänger) sind zwar die Türverkleidungen und Sitzpolster sehr viel haltbarer, dafür brechen alle möglichen Plastikteile ab. Auf Vollständigkeit und einwandfreie Funktion sollte geachtet werden.

Wer einen CX besitzt und das auch langfristig sichern will sollte über eine gute Hohlraumkonservierung nachdenken. Das ist zwar einmal relativ teuer, aber wer weiß, dass trotz Rostschutzverbesserung bei der zweiten Serie (ab Bj. 85), die braune Pest dennoch zum ärgsten Feind aller CX zählt, wird erkennen, dass sich die Ausgabe lohnt. Wer einen CX kaufen will sollte unbedingt vorher die Unterseite inspizieren. Unter Umständen kann es sogar sinnvoll sein, die Kunststoffabdeckungen der Türschweller abzunehmen (Serie 2). Auch ist der Hilfsrahmen insbesondere im Hinterachsbereich gefährdet. Ansonsten gibt es kaum eine Stelle, die vor dem Rost sicher ist. Es gab' sogar CX, wo das Dach durchgerostet ist!

Typische Roststellen bei allen CX sind die Türunterkanten, die Kofferraumdeckel/Klappen, die vorderen Radkästen, die Türschweller von unten innen, die vorderen Bodenbleche, wo die Bleche überlappen, die komplette Heckschürze incl. Kofferraumbodenecken sowie der Hilfsrahmen im Bereich der Hinterachse.

Ohne Hebebühne kann ein CX nur sehr schwer eingeschätzt werden. Auch würde ich immer einen Fachmann zur Begutachtung mitnehmen.

Fazit

Meine CX bin ich immer sehr gern gefahren. Ich hatte im CX immer ein sehr souveränes Fahrgefühl, nicht zuletzt in Kenntnis der großen Unfallsicherheit. Der unzeitgemäße Benzinverbrauch wird durch große Bequemlichkeit, immensen Platz und narrensichere Fahreigenschaften wett gemacht.

Ich bin froh, dass noch ein CX 2500 i.E. automatic Break 1.Serie in meiner Halle schlummert. 2014 werde ich ihn wohl zum Leben erwecken...dann mit H-Nummer.

c) autoklinik 2002,2008
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
verbatim158

verbatim158

24.01.2009 10:33

Verstehe nicht, warum dein Bericht nur ein h wert sein solle?! LG Jasmin

Janny18

Janny18

30.04.2008 00:46

Wow! Was ein Schiff!

polarfuchs1010

polarfuchs1010

28.03.2008 01:25

Die Leiden sind seit dem DS bzw. ID über den CX bis zum XM immer die gleichen geblieben, wie ich leidenderweise selbst erleben mußte! Nur das verzinken der Karosse hat den Rost etwas verbannt! Aber einmal Citroen Fan, immer Citroen Fan.

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