SCOTTY, BEAM MICH NACH FRANKREICH
10.05.2003
Pro:
sensationelle federung
Kontra:
zuverlässigkeit, Anfälligkeit . . .
Empfehlenswert:
Nein
 youngtimer-portal.de
Über sich:
HURRAY - 10.000 PUNKTE!!!!
Mitglied seit:06.04.2003
Erfahrungsberichte:16
Vertrauende:21
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 63 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hätten Mercedes, Audi oder BMW den CX gebaut, wäre er heute ohne Frage der begehrenswerteste Youngtimer der gehobenen automobilen Klasse – und vor allem gäbe es dann mehr von ihm, weil einfach mehr übrig geblieben wären. Tatsächlich ist dies kein Stammtisch-Vorurteil gegen französische Autos – zeitgenössischen TÜV-Berichte oder die Mängellisten des ADAC wiesen den CX bereits zu Lebzeiten als einen Wagen aus, der auch bei guter Gesundheit allenfalls die Zuverlässigkeit eines kranken Esels aufwies. Dabei war der CX fraglos eines der innovativsten Fahrzeuge, die es je gab – mit seinem hydropneumatischen Fahrwerk, einer Einheit aus sensationeller Federung, brachial zupackenden Bremsen, manuellem wie automatischen Niveaulift, garantierte der Wagen als einziges Fahrzeug der Welt schon 1975 eine Mischung aus Komfort und Sportlichkeit, wie sie 25 Jahre später noch unerreicht ist – ausser von den Nachfolgern des CX, wie dem XM. Diese Art des Komforts ist bis heute schwer zu beschreiben und muss „erfahren“ werden. Der CX bügelt - vorausgesetzt das Fahrwerk funktioniert gerade - selbst mit großer Geschwindigkeit genommene Bordsteine auf das Niveau einer auf der Strasse vergessenen Zigarette ohne Filter herab, dass man meint, die Grenzen der Physik seien in diesem Falle ausser Kraft gesetzt.
Das gilt zum Teil auch fürs Fahrverhalten: Der Wagen klebt - gemessen an seiner schier unfassbaren Größe - auf der Strasse, dass man beinahe geneigt ist, mal noch schneller in die Kurve zu gehen, um mal zu sehen, ob die Physik eigentlich noch ganz sauber tickt... Aber ACHTUNG! Irgendwann verlässt auch dieses Fahrzeugdie Grenzen des zumutbaren und dann ist er schon so weit im Grenzbereich, dass nur noch Ralleypiloten ihn mit der hydropneumatischen lenkung wieder einfach können.... ein Albtraum!
Die Bremsen führen bei erster zaghafter Betätigung zum quasi sofort eintretenden Stillstand [oder zum blockieren und anschließendem Bremsplatten...], sind zunächst schwer zu dosieren, nach einer Eingewöhnungsphase jedoch das Nonplusultra der 70er und 80er Jahre, mit dem kein zeitgenössisches Auto, mit Ausnahme des Porsche 911 mithalten konnte. Leider macht eine Schwalbe noch keinen Sommer… Die Sitze des CX etwa, die optisch den Eindruck von Gemütlichkeit aufkommen lassen, sind auf Dauer alles andere als Bequem – der CX, den ich in Berlin lange Zeit bewegt habe, hatte erst 100.000 Kilometer drauf und war auf dem Fahrersitz völlig durchgesessen, so dass man eher im Sitz hing, als dass man das Wort Sitzen dafür hätte verwenden wollen.
Aber auch die anderen Sitze, die kaum benutzt worden waren, waren eine echte Beleidigung, nämlich derartig weich, dass man Rückenschmerzen auch auf kürzeren Strecken riskierte. Speziell in Berlin erwiesen sich darüber hinaus auch noch ein paar andere Eigenarten des CX als Kritisch. Einerseits war da der riesige Wendekreis, der einem das Rangieren zum Teil unmöglich machte – Parkhäuser sind eine absolute Katastrophe gewesen mit diesem Wagen. Im Ernst – da kommt man sich vor wie der letzte Anfänger.
Witzig auch: wer Berlin kennt, erinnert sich an hohe Bordsteine – speziell in Gegenden wie dem Prenzlauer Berg und Mitte sehr verbreitet. Wer sich hier mit dem CX auch auf einen durchschnittlich hohen Bordstein traute, um mal kurz Briefe einzuwerfen oder ähnliches, muss leider erleben, dass das Wunderfahrwerk sich kurz nach verlassen des Fahrzeuges einfach unangekündigt absenkt – und zwar so sehr, dass man schon mal mit dem Mittelteil des Auspuffs aufsetzt oder ähnliche Spässe. …wer dennoch uneinsichtig auf das tolle Fahrgefühl schielt, sollte sich auf folgendes Vorbereiten: ROST wohin das Auge reicht, ist beim CX eher die Regel. An diesem Wagen rostet so ziemlich alles, nicht nur die üblichen Ecken der Radläufe. Schlimm betroffen sind auch die Türen, sowie die Schweissnähte zur Spritzwand hin. Letztere sind im Prinzip irreparabel, sofern man nicht noch einmal die komplette Kaufsumme und mehr oben drauflegen möchte.
Auch sonst ist der CX kein billiges Vergnügen. Ständig verschleissende Ersatzteile wie die Lagerungen der Federelemente oder gar diese selbst, kosten immer im vierstelligen Bereich (ich hatte ihn noch zu DM-Zeiten – die Aussage gilt jedoch heute umso mehr) Das schlimmste jedoch ist die brutale Unkenntnis aller nicht-citroen-Werkstätten über das Innenleben des Wagens.
Ein üblicher Berliner KFZ-Meister schaut, falls er durch die verqualmte Bude was sehen kann, maximal mit einem halben Auge aus dem Fenster und schüttelt den Kopf, um anschließend so was zu murmeln wie Machenwirnich
Oder Denaufkeinenfall
Und: Recht haben sie. Allein das seltsame Werkzeug, das man benötigt, kann man nicht immer voraussetzen – auch das gilt im wesentlichen für hydraulische Teile, fängt aber schon bei Standard-Spässen an. Schlimm ist nur, dass man die Mechaniker dauernd braucht, denn Hydraulik und Elektonik des Wagens sind mindestens einmal im Monat im Eimer - und wenn es nur eine Kleinigkeit ist... Tja, schade eigentlich, denn speziell der CX Turbodiesel, den wir hatten, war schon ein erstaunliches Auto – für einen damaligen Diesel ebenso unerhört und leise ,wie auch mit 7-8 Litern zufrieden, ganz gleich, was man aus ihm herauspresste.
Ja – wie gesagt: Hätte doch nur Mercedes den Wagen gebaut….
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30.05.2009 01:50
schönes und sehr kompfortables Auto . Schimanskis Dienstwagen
30.03.2007 13:40
In meinen Augen ist der CX ein wirklich fantastisches Auto: Groß, komfortabel und schick. Und das gibst Du in deinem Bericht auch sehr gut wieder. Von daher ein sh von mir :) c!AO jEREX
24.05.2006 15:32
Etwas oberflächtlich aber gut. Der CX ist einfach genial. Gruß M