Erfahrungsbericht über

Citroën Xsara Picasso 1.6i Style

Gesamtbewertung (11): Gesamtbewertung Citroën Xsara Picasso 1.6i Style

 

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Wie werde ich den Wagen wieder los?

3  28.12.2008 (06.01.2010)

Pro:
Tolles Konzept, sehr günstiger Anschaffungspreis

Kontra:
nicht so doll umgesetzt und leider eher billig als günstig

Empfehlenswert: Nein 

nibbana

Über sich:

Mitglied seit:05.04.2005

Erfahrungsberichte:9

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 35 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Ich möchte hier über meine bisherigen Erfahrungen mit einem Citroen Xsara Picasso 1.6 Benziner Baujahr 2008 berichten. Den Wagen habe ich im August 2008 neu gekauft und zwischenzeitlich knapp 11.000km damit gefahren. Eigentlich halte ich normalerweise wenig davon, nach so kurzer Zeit bereits einen Erfahrungsbericht für ein Fahrzeug zu schreiben, in diesem Fall aber erscheint es mir angemessen.

Ein paar grundsätzliche Anmerkungen:
den Xsara Picasso gibt es zwischenzeitlich als Benziner nur noch in einer Version, nämlich mit dem 1.6er Motor und Handschaltung, der aber im Gegensatz zu früher 95 PS mittlerweile über 109 PS verfügt. Gegenwärtig wird er angeboten in den Ausstattungsvarianten Style, Confort und Tendance. Style stellt eine Art Basisversion dar, Confort hat einige sinnvolle Extras wie Mittelarmlehne, Nebelscheinwerfer, beheizbare Aussenspiegel, Klimaautomatik, elektrische Fensterheber vorne etc. Die Ausführung Tendance ist dann eher die Luxusvariante mit Tempomat, elektrisch einklappbaren Außenspiegeln, el. FH hinten, Einparksensoren etc.
Sicherheitszubehör wie ESP, ABS, Bremsassistent und 4 Airbags haben sie alle. Beim Crashtest erreicht der Picasso 4 Sterne, also relativ sicher, aber nicht ganz auf der Höhe der Zeit. Ich habe mich für die Variante Confort entschieden, die den sinnvollsten Kompromiss aus Zubehör und Aufpreis für mich darstellte.
Preislich steht der 1.6er Benziner in der Ausführung Confort mit etwas über 22.000,- Euro in der Liste, was man aber getrost als Mondpreis bezeichnen kann. Realistisch beim normalen Händler sind 16.000.- bis 18.000,- Euro - ich habe 13.000,- für ein deutsches Neufahrzeug einschließlich Metallic-Lackierung (auch um die 500,- Aufpreis) beim Citroen-Händler gezahlt. Zusätzlich ließ ich mir Einparksensoren einbauen, eine abnehmbare Anhängerkupplung und einen Satz Michelin-Winterreifen und lag dann insgesamt bei knapp 14.500,- Euro. Mir kam wohl damals zugute, dass ich den Wagen zu einer Zeit erwarb, als die Benzinpreise drastisch hoch waren und den Leuten die Lust am Autokauf vergangen war. Trotzdem sollte einem eine so erhebliche Differenz zwischen Listenpreis und realem Preis zu denken geben und es drängt sich die Frage auf, welcher Geist in einem Unternehmen schwebt, das so eklatante Unterschiede zulässt bzw. wohl auch bewusst einkalkuliert. Das hat was von einem Basar. Unweigerlich drängt sich beim Kauf dann auch das Gefühl auf, etwas gespart zu haben, was dann aber später doch in Frage gestellt werden muss.

Die Vorzüge dieses Wagens:
Will ich hier nur kurz abhandeln, diese sind in anderen Bewertungen bereits zur Genüge beschrieben und haben mich damals auch dazu verleitet, mir dieses Auto zu kaufen. Der Xsara Picasso ist ein, wenn man so will, friedliches Auto, das nicht zum Rasen verleitet, sondern eher zu einem vernünftigen und bedachten Fahrstil. Trotz der vergleichsweise geringen Außenmaße, die eher an einen Kleinwagen erinnern, bietet er innen erstaunlich viel Platz und durch einzeln herausnehmbare Sitze ein hohes Maß an Variabilität. Unsere Glanzleistung bislang war es nach einer zweiwöchigen Urlaubsfahrt zu viert mit Gepäck auf dem Rückweg noch ein Doppelbett zu verstauen und dabei noch die Heckklappe zu verschließen. Dies wurde u.a. dadurch ermöglicht, dass wir den mittleren Sitz hinten zu Haus ließen und der Xsara Picasso den Schalthebel vorne oben angebracht hat, so dass in der Mitte eine lange Durchreiche entstehen kann.

Kommen wir nun zu den technischen Werten:
dabei zunächst zum Verbrauch. Über eine Strecke von 3.000km habe ich einen Durchschnitt von 7,8 Litern Super ermittelt, wobei ich mich zwischen den Extremen Stadtfahrt und Autobahn bewegt habe. Die Durchschnittsgeschwindigkeit bei dieser Strecke lag bei 67km/h, was zeigt, dass der Autobahnanteil auf diesen 3.000km deutlich höher war, zumal ich selten schneller als 130km/h auf der Autobahn unterwegs war. Im Drittelmix liegt die durchschnittliche Geschwindigkeit normalerweise bei um die 50km/h. Reiner Stadtverkehr schlägt mit 8,5 bis 10,2 Litern zu Buche, wohlgemerkt ohne Raserei und Ampelsprints. Allerdings muss angemerkt werden, dass ich in einer Stadt lebe, in der grüne Welle ein Fremdwort ist und man eigentlich an jeder Ampel halten muss. Dies ist kein subjektiver Eindruck, sondern wurde auch schon vom ADAC bemängelt, aber die Stadt Halle sieht hier keinen ernsthaften Änderungsbedarf. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt hier dann auch nicht über 25km/h. Da man in anderen Städten i.d.R. auf um die 30 km/h im Schnitt kommt, denke ich der Verbrauch ließe sich sicherlich im reinen Stadtverkehr um gut 0,5 Liter senken. Landstraße fahre ich nur sehr selten, kann dazu also nichts valides berichten. Unter 7 Liter zu kommen ist bei diesem Auto kaum realistisch, probiert habe ich es, das geht nur im berg- und windlosen Dauergeschleiche um die 80 bis 90km/h. Im anderen Extrem habe ich den Wagen mal für gut 300km voll über die Autobahn getreten, da kam er auf 10,5 Liter. Insgesamt finde ich diesen Verbrauch, der sich je nach Einsatz realistischerweise zwischen 7,5 und 9,0 bewegt, etwas hoch, aber gerade noch akzeptabel. Wer will kann ja eine Gasanlage einbauen, bei Citroen verliert man dadurch nicht den Garantieanspruch, wenn man auf die hauseigene Anlage zurückgreift, die bei diesem Modell mit knapp 2.500,- zu Buche schlägt.
Als weiteren technischen Wert habe ich die maximale Höchstgeschwindigkeit mit 192km/h lt. Tacho ermittelt, was aber unrealistisch ist und einmalig war. Ab 170km/h wird es sehr zäh und dieser einmalige Spitzenwert war vielen günstigen Umständen wie Rückenwind, leichtes Gefälle und kilometerweit freier Bahn geschuldet. Ab 140km/h allerdings fühlt sich der Xsara Picasso nicht mehr wirklich sicher an und ich rate von solchen Exzessen (eigentlich grundsätzlich) eher ab. Aber man will halt mal wissen, was er so hergibt.

Sonstige Erfahrungen mit dem Fahrzeug:
Da sind zum einen einmal kleinere Ärgernisse, die einen aber dauerhaft begleiten. Zum Beispiel verfügt der Xsara Picasso zwar über viele (versteckte) Ablagemöglichkeiten, die beim Händler zuerst mal imponieren. Wenn man aber wirklich relevante Dinge unterbringen will, stößt man auf Schwierigkeiten. Zum Beispiel kann man als Fahrer nirgends ein Getränk halbwegs sicher abstellen. Die Ausbuchtung in der Tür ist reine Show, fast jede Flasche/Thermoskanne verklemmt sich beim Versuch sie einzuschieben. Weiterhin ist durch die Anbringung des Reserverads unter dem Auto unter dem Boden des Kofferraums kein Fach/Platz, so dass man einen Verbandskasten mit Warndreieck auch nirgends gut unterbringen kann. Er würde ständig im Kofferraum im Weg sein oder rumrutschen. Wir haben ihn mit Klettverschluss zwischen den beiden vorderen Sitzen befestigt, was funktional, aber nicht gerade schön ist.
Ein absoluter Minuspunkt ist die eingebaute Stereoanlage. Diese hat einen lausigen Klang, so dass hier zumindest die Lautsprecher gewechselt werden müssen, was ich auch tat. Was Citroen da eingebaut hat ist absolut lächerlich: Mini-Lautsprechermagnete, der Lautsprecherkäfig aus Plastik, unterschiedliche Hersteller, teilweise made in China - billiger geht's absolut nicht (Listenpreis 22.000,- ?????). Wer hier Abhilfe schaffen will, muss je nach handwerklichem Talent und Ansprüchen weitere Kosten von min. 100,- bis 500,- einkalkulieren und auch dann scheppert es noch hie und da in der Innenverkleidung, weil der Wagen von der Innenraumakustik her nicht ausgereift ist. Ich selbst habe für 100,- JBL-Lautsprecher vorne und hinten eingebaut, den Tausch des Radios musste die Fachwerkstatt machen, da der eine Änderung der Fahrzeug-Software erfordert, sonst hat man ständige Fehlermeldungen. Reine Einbaukosten 60,- plus das Gerät.
Zwischenzeitlich hatte ich auch bereits mehrere Elektronikpannen und damit verbunden auch Kontakt zur Citroen-Hotline. Einmal fiel der Blinker links hinten aus, der Versuch die Birne zu tauschen schlug fehl, trotz Vorgehen nach Anleitung. Auf dem Weg zum Händler hat er dann wieder funktioniert. Weiterhin funktionierte die Einschaltautomatik des Abblendlichtes anfangs nicht, war nicht richtig eingestellt, wurde zwischenzeitlich zwei mal nachgestellt, funktioniert nun zufriedenstellend. Eine Feinjustage durch den Fahrer wäre hier wünschenswert, anstatt immer wieder zum Händler zu müssen.
Der schlimmste Defekt zwischenzeitlich war ein Totalausfall mit nicht startendem, nur unrund anlaufendem und wieder ausgehendem Motor und immer wieder der Meldung im Display: Fehler - Motorsteuerung defekt. Mehrere Versuche schlugen fehl. 15 Minuten später startete der Motor als ob nichts gewesen wäre. Nachfragen beim Händler und bei der Hotline ergaben nur, dass man sich das auch nicht erklären könne. Außerdem wurde mir an der Hotline gleich mitgeteilt, dass ich, wenn ich jetzt trotzdem fahre, meinen Garantieanspruch verliere und mir etwaige Abschleppkosten in Rechnung gestellt würden. Überhaupt sei der mit der Garantie verbundene Anspruch nur der, bis zur nächsten Werkstatt geschleppt zu werden. Ob und wie es dann weitergeht scheint Citroen nicht zu interessieren, wie es sich bei Nacht verhält habe ich vergessen zu fragen. Hintergrund war der Umstand, dass der Defekt just einen Tag vor einer längeren Fahrt auftrat, die ich nicht verschieben konnte und der Händler an diesem Tag gerade keine Zeit hatte. Wollte einfach von Citroen wissen, worauf ich mich einstellen kann, oder ob ich nicht doch lieber die Bahn nehmen soll. Ich hab´s dann trotzdem riskiert, der Fehler ist bislang nicht wieder aufgetreten. Aber als Folge hatte ich gute zwei Wochen lang jedes Mal die bange Frage im Kopf: springt er heute an oder nicht? Wohlgemerkt bei einem Auto das kein halbes Jahr alt ist. Zwischenzeitlich tat er es immer, mein Vertrauen in das Fahrzeug und die Marke ist aber dahin, eine Überprüfung durch den Händler habe ich Mangels Zeit noch nicht vornehmen lassen. Dieser sagte aber, man würde halt einfach die Software neu aufspielen, da man auch nicht genau wisse, um was es sich dabei handle. Toll! Ich zwinge mich, nicht daran zu denken, dass ESP und die anderen Sicherheitsfeatures von der gleichen Elektronik betrieben werden. Fast hätte ich es vergessen: des öfteren ist die Klimaautomatik beim Starten ganz anders eingestellt, als es beim Ausschalten des Autos der Fall war. Dieser Fehler tritt mit nicht erkennbarer Regelmäßigkeit unregelmäßig auf.

Mein Fazit:
Ich würde den Wagen nicht wieder kaufen, lieber einen gebrauchten Japaner zum gleichen Preis. Mit denen hatte ich über 20 Jahre lang nur beste Erfahrungen gemacht. Und wenn die Händler nun sagen - wie sie es gerne tun - die neuen Japaner hätten ähnliche Probleme, so kann ich das nicht bestätigen, mein letzter war ein 2006er Toyota Avensis, von dem ich mich leider unfallbedingt trennen musste. Ich hatte in den 39.000km die ich ihn bis zum Kilometerstand von 48.000km fuhr keinen einzigen Defekt oder irgendeine Ungereimtheit und erfreute mich eines ausgezeichneten Services.

Wer sich für den Xsara Picasso interessiert, der sollte ihn gebraucht für 4.000,- bis 6.000,- kaufen, eventuell als Zweitwagen, wo es nicht so schlimm ist wenn er mal liegen bleibt. Ansonsten rate ich, sich mal bei der Konkurrenz umzusehen, z.B. der Honda Jazz - ähnliches Konzept bei Japanischer Zuverlässigkeit und 1 bis 2 Liter weniger Verbrauch. In der neuen Version eine wirklich attraktive Alternative. Ich werde mich von meinem Xsara Picasso wohl spätestens nach Ende der "Garantie" trennen. Bin gespannt was das "22.000,- Euro-Auto" dann noch abwirft. Schade eigentlich, denn Citroen baut Autos, die auf den ersten Blick interessant und innovativ erscheinen. Gut aussehen tun sie häufig auch noch. Wirklich schade.

Update April 2009 und zwischenzeitlich 17.300km:
Der Defekt "Motorsteuerung Defekt" in Kombination mit dem nicht mehr anspringenden Motor ist nicht mehr aufgetreten, diverse kleinere Ungereimtheiten aber blieben, weshalb ich vergangene Woche eine veränderte Software aufspielen ließ, seitdem herrscht erst mal Ruhe und das Auto verrichtet seinen Dienst bei durchschnittlich 8,3 Litern Verbrauch. Bei der Gelegenheit interessierte ich mich für einen Honda, den der Händler auch verkauft und fragte was ich für den Citroen bekäme. Immerhin noch satte 9.000,- Euro nach 8 Monaten Nutzung. Macht gemessen an dem Preis den ich tatsächlich gezahlt habe noch 62% Restwert. Orientiert am Listenpreis in Höhe von insgesamt 24.035,- (der sich zusammensetzt aus 22.190,- für das Auto + 440,- Metallic + 420,- Überführung + 600,- AHK + 450,- Winterräder + 375,- Einparkhilfe) verbleibt somit ein Restwert von 37,44%. Naja, das ist ja ganz im Trend der Zeit, der durchschnittliche Verlust an den Aktienmärkten liegt gegenwärtig ja auch bei um die 40%. Ich denke ich werde mich gezwungenermaßen zunächst noch weiter mit dem Auto arrangieren, begeistert bin ich nicht.

Update November 2009 und 27.000km:
Zwischenzeitlich ist der Wagen 15 Monate alt und ich kann die Überschrift dieses Erfahrungsberichts beantworten: durch Inzahlungnahme. Die Angebote die mir offeriert wurden lagen, angeblich alles nach Liste bewertet, zwischen 7.100,- und 9.000,- Euro. Hier lohnt also der Vergleich. Nach Liste ist wohl nur so ein Verkäuferspruch. Interessanterweise war das höchste Angebot auch mit dem attraktivsten Auto, einem Avensis BJ 2007, verbunden den ich Ende nächster Woche abholen werde.
Die letzten Monate mit dem Xsara Picasso waren klaglos, bis der Wagen letzte Woche anfing eigenständig los zu hupen. Mit Unterbrechungen zwar, aber am laufenden Band, die ganze Stadt hindurch, einfach nur peinlich. Später hat er dann noch weiter gehupt, auch als niemand mehr im Wagen drin war. Vielleicht hat er gemerkt, dass er weg soll und hat nun protestiert. Tut mir ja fast leid. Der Citroen-Händler wusste sich auch nicht zu helfen und hat die Hupe erst mal abgeklemmt. Er will den Wagen nächste Woche mal den ganzen Tag. Man stelle sich mal vor, was das ohne Garantie kosten würde....
A propos Garantie - um einen Ersatzwagen muss ich jedes Mal betteln und dann auch noch dafür blechen. Auch das war bei Toyota anders. Vielleicht bin ich ja auch einfach zu ansprüchlich und jammere hier auf hohem Niveau, man sollte froh sein, dass die Kiste überhaupt irgendwie läuft. Aber irgendwie beschleicht mich das Gefühl noch mal davongekommen zu sein, wenn ich die Kiste nächste Woche abgebe.

Abschluss Dezember 2009 und 28.300 km:
Das Dauerhupen konnte behoben werden, ich musste dafür drei Mal zum Händler. Beim ersten Mal Hupe generell abschalten, beim zweiten Mal Fehlersuche und Teilebestellung, beim dritten Mal dann Reparatur. Für mich waren das gute 5 Stunden Zeit, die ich einschließlich Fahrt zum Händler investierte, Ersatzwagen trotz Garantiefall natürlich zu meinen Lasten.
Ich wein(t)e dem Wagen keine Sekunde nach.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
sandieheinrich

sandieheinrich

06.10.2010 14:21

Grüßle aus der Hauptstadt

Magistix

Magistix

28.12.2008 21:40

Überaus hilfreich und von mir ein Krönchen dafür!

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