Umweltfreundlicher und preiswerter Autofahren
03.11.2004 (16.11.2004)
Pro:
Sehr umweltfreundlich und extrem preiswert
Kontra:
Zweitwagen für mittlere Distanzen
Empfehlenswert:
Ja
 Klaudia53227
Über sich:
Mitglied seit:31.01.2003
Erfahrungsberichte:33
Vertrauende:4
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 51 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Auf der Suche nach einem preiswerten und umweltfreundlicheren Auto haben wir uns vor einiger Zeit für das Elektromobil CityEL FactFour entschieden. Der CityEL wird in gleicher Form, jedoch mit mittlerweile sehr deutlich besserer Leistung bereits seit über 15 Jahren gebaut. Alle Kinderkrankheiten sind deshalb mittlerweile weitestgehend beseitigt. Insgesamt ist er über 5.500 Mal verkauft worden. Damit ist fast jedes zweite Elektroauto in Europa ein CityEL. FactFour beim Modell CityEL FactFour bedeutet - Verdreifachung der Batterie-Lebensdauer, - Verdoppelung der Leistung (Reichwerte und Ladegeschwindigkeit, +30% bei Beschleunigung) - bei Halbierung des Energieverbrauchs. Dies erreicht der FactFour auch gegenüber seinen Vorgängermodellen: Die Reichweite beträgt rund 100 km und der CityEL FactFour benötigt nur 3-5 kWh. Dies entspricht Treibstoffkosten von lächerlichen 0,45-0,7 Euro – je 100 km ! Möglich ist dies durch einen energiesparenden Scheibenläufermotor und wartungsfreiere Batterien. Die neuen Batterien halten auch gleich mehrfach länger (15-25.000 km), als bei den alten CityELs bzw. dem Vorgängermodell MiniEL.
Auch sonst ist das Auto im Unterhalt extrem preiswert: Steuern zahlt man keine und die Vollkasko (Haftpflicht + Fahrzeug) kostet uns (bei 80 %) lächerliche 195 Euro. Der CityEL hält wegen der Kunststoff-Karrosserie deutlich länger und hat deshalb weniger Wertverlust, als Benzinautos. Wir haben einmal mit Nachbarn mittels eines Autokosten-Softwareprogramms die Kosten für unseren CityEL mit einem SMART verglichen: Bei 5.000 km/p.a. kostet der Smart Zweisitzer ca. das Dreifache, bei höherer Fahrleistung immer noch mehr als das Doppelte. Dies liegt hauptsächlich an der deutlich teuren Versicherung (ca. das 4-5 fache), der höheren Steuer und dem Wertverlust.
Als äußerst preiswerter Zweitwagen ist der CityEL für ca. 40-60 km Tageskilometer Stadt-& Landstraße deshalb sehr gut geeignet. Zudem ist im Vergleich zu Benzinautos äußerst umweltfreundlich. Unseren CityEL nutzen wir vor allem für die Arbeits-, Kinder- und Einkaufsfahrten. Unsere benzinbetriebenen Kombi nehmen für Fahrten mit erhöhtem Platzbedarf und/oder längeren Strecken.
Das bringt mich auch zu den Nachteilen: Der CityEL ist ein klassischer Zweit- oder Singlewagen. Für Familien ist er als einziges Auto wegen der nur 1 ½ Sitze ungeeignet. Ein Kleinkind bis ca. 40 kg kann noch mitfahren, wegen des eingeschränkten Platzes jedoch kein zweiter Erwachsener. Mit dem CityEL muß man seine Mobilität planen, im Gegensatz zu den klassischen – aber deutlich teueren - anderen Zweitwagen. Autobahnfahrten sind zwar prinzipiell möglich, aber wegen der Höchstgeschwindigkeit von rd. 70 km definitiv nicht empfehlenswert. Bei Kurzstrecken ist der CityEL mit seinem strombetriebenem Motor um einiges besser geeignet und umweltfreundlicher, als Benzinfahrzeuge. Diese müssen erst warmlaufen, damit der KAT auf Betriebstemperatur ist.
Weitere Infos zum CityEL gibt’s unter http://www.cityel.de oder http://www.ralfwagner.de/mini.htm. Beim Lesen der Berichte sollte man aber bedenken, das sich diese fast immer auf die älteren Fahrzeug-Modelle beziehen, die aber deutlich - weniger Leistung (aktuell ca. 100 km) - langsamerer Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit - längere Ladedauer (aktuell ca. 2-4 h) aufweisen. Nachfolgend noch einmal die wichtigsten Punkte in Übersicht:
Umweltvorteile ~~~~~~~~~~~~~~ Der Energieverbrauch beträgt bei Stadtverkehr nur ca. 1/10 vom zweisitzigen SMART. Die Emissionen für die Stromerzeugung fallen zudem in den Kraftwerken (oder keine bei Wasserkraftwerk, Windkraft- oder Solaranlage) an. Da in Kraftwerken immer relativ konstante Erzeugungsbedingungen herrschen, funktioniert die Abgasreinigung deutlich besser, als bei Benzinautos mit permanenten Beschleunigen und Bremsen. Dies gilt umso mehr, als das Katalysatoren immer erst auf Betriebstemperatur kommen müssen. Der CityEL ist relativ klein, man spart Parkfläche. Parken ist nach unseren Erfahrungen überall möglich. Ein Knöllchen haben wir für Parken auf Fußwegen oder Mini-Restparkplätze noch nie erhalten. Im Biergarten kann man einfach bei den Fahrrädern parken. Parkplatzprobleme sind also für CityEL-Fahrer niemals ein Problem. Kosten ~~~~~~~~~~~~~~ Abschreibung: Ca. 7-8.000 Euro als Neufahrzeug, jedoch geringere Abschreibungskosten wegen längerer Lebensdauer. Steuern: Nur ca. 200 Euro Vollkasko (bei 80-100%) vs. 800-1000 bei SMART (jeweils mit geringer Eigenbeteiligung), keine Steuern. Sonstige: Deutlich weniger TÜV-, Werkstatt- und Reparaturkosten. Treibstoff: Ca. 0,5-0,7 Euro Stromkosten je 100 km, laden ist überall möglich. Aufgrund der niedrigen Fixkosten liegen die Gesamtkosten je Kilometer bei Benzinautos unter 10.000 km Jahresfahrleistung gleich um ein Mehrfaches höher. Bei über 10.000 km.pa. liegen sie immer noch ca. 40-80 % höher (nach ADAC-Untersuchung aus 1/2004)
Aussehen: ~~~~~~~~~ Man fällt mit dem Auto auf – der CityEL ist also nichts für Introvertierte. Über 90 Prozent finden das Auto interessant oder süss. Negative Meinungen haben wir noch nie gehört, positive Meinungen fast jeden Tag. Komfort: ~~~~~~~~ Es gibt keine Schaltung. Fahren ist also wie Automatik fahren, nur ohne jegliches minimale Schaltungs-Ruckeln. Die Fahrgeräusche sind deutlich geringer, als bei Benzinautos. Unangenehm sind nur extreme Hitze und Kälte, wegen der relativ großen Kunststoffflächen ohne dicke Isolierung. Kurzstrecken im Benzinautos bei großer Kälte sind aber ebenfalls unangenehm, da der Benzinmotor einige Minuten braucht, um warm zu werden. Bei Elektroautos ist das Gebläse hingegen sofort warm – und nicht erst nach Minuten, wie bei Benzinautos.
Stromaufladen: ~~~~~~~~~~~~~~~ An jeder normalen Steckdose kann man den CityEL aufladen, was neuerdings nur noch ca. 2-4 h dauert. Die gezogene Leistung liegt unter der eines Staubsaugers oder Fön – und ist zudem geräuschlos. Üblicherweise haben Elektroautofahrer häufig ein Stromkabel im Auto. Wenn die Batterie einmal unterwegs leer sein sollte, muß man nur einige Minute warten. Danach hat sich die Batterie ein wenig erholt und man kann zu einem Haus fahren, wo man Strom zapft. Ausser bei äußerst langen Touren kommt das jedoch kaum einmal vor. Reichweite: ~~~~~~~~~~~~~ Circa 100 km, bei Kälte und Berge ca. 80 km, bei Sonne und Ebene/Flachland ca. 120 km.
Lebensdauer der Batterie: ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Ca. 15-25.000 km. Der Preisverfall bei Hochleistungsbatterien ist sehr stark. Wahrscheinlich ist die nächste Batterie in 3-4 Jahren dann bereits ein Hochleistungs-Lithiumakku. Nach einem Praxistest der Zeitschrift Photon verlängert diese die Reichweite auf 300 km (!) und die Akkulebensdauer auf 100.000 km. Beschleunigung: ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Bis 55 km/h beschleunige ich schneller, als die meisten Benzinautos.
Tipp ~~~~~~~~~~~~~~ Unser CityEL FactFour hätte nach Listenpreis ca. 7899 Euro gekostet. Als Neu-Aktionäre des Unternehmens haben wir aber einen Preisnachlaß von rd. 8 Prozent bekommen, so dass wir rd. 7180 Euro bezahlt haben (Billig-SMART: ca. 9.500 Euro !). Ein Aktienkauf kann sich also schon alleine deshalb lohnen. Da das Unternehmen wegen der steigenden Benzinpreise boomt, empfehle ich, sich die Aktienbeteiligung an dem Unternehmen im Falle eines CityEL-Kaufs zu überlegen. Auch sonst kann eine Beteiligung interessant sein, da kleinere Elektromobile boomen und der CityEL Marktführer ist. Fazit ~~~~~~~~~~~~~~ Der CityEL ist wegen niedriger Abschreibungen, Versicherungs- und Betriebskosten die deutlich günstigere und sehr viel umweltfreundlichere Alternative zu einem benzinbetriebenen Zweitwagen. Er ist keine Alternative zu einemFamilienwagen. 3/4 aller Fahrten lassen sich mit ihm aber gut fahren.
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05.06.2011 22:17
Hallo, fahrt Ihr das Fahrzeug noch? Wie sind Eure Langzeiterfahrungen? Ich habe vor einigen Jahren mal einen MiniEL gefahren (und hier einen Bericht geschrieben :-) und bin von den Dingern begeistert und enttäusch zu gleich gewesen. Zu einem Nachbarort geht es ca. 2km und 250 Höhenmeter rauf. Das bin ich mit meinen zwei Zentner + X mal hochgefahren! Wenn ich vom Gas gegangen wäre, wäre ich nicht mehr weitergekommen und als ich oben war waren die Batterien quasi leer. Anderes Beispiel, die Federung. Ich habe anfangs ernsthaft nachgesehen ob der EL überhaupt Federn und Dämpfer besitzt! Auf holprigen Strecken konnte man daran zweifeln. Eure Berichte klingen alle immer nur toll ... kann das sein? Schön wärs ja! R.Schreck
14.08.2007 20:42
Das Wort "wartungsfreiere" muss erst noch ins Wörterbuch aufgenommen werden. ;-) Das könntest vielleicht noch etwas genauer erklären, was das heißt. Ansonsten vermisse ich nichts in deinem Bericht! Gruß, Mario
15.03.2006 19:38
Ich habe mir einen CityEL bestellt und werde ihn um Ostern herrum erhalten. --freude -Dein Bericht hat mich positiv beinflusst. Danke ! Im Januar bin ich mit einem geliehenen CityEL 2 Tage zur Arbeit gefahren ( 40km einfache Strecke ) dort wieder 8 Stunden am Netz ( 50 cent ) . Ich habe vor ca. 20.000 km/Jahr zu fahren. Kennst du jemanden mit ähnlicher Laufleistung im Jahr ? - zum Erfahrungsaustausch ? Gruß Oliver