City-Triathlon München

Mehr Bilder

City-Triathlon München

Gesamtbewertung City-Triathlon München 3 Erfahrungsberichte lesen | Erfahrungsbericht schreiben | Frage stellen | Produkt zur Liste hinzufügen

... Dann wagte ich mich auch an Kombinationen von 10km auf dem Rad und anschließendem 3km-Lauf, was erst mal unter Nichtberücksichtigung des Schwimmens etwa der halben Distanz beim City-Triathlon entsprechen würde. Zum Schluss trainierte ich zweimal ein 1000m-Schwimmen und die kombinierte Rad/Lauf-Strecke ... Bericht lesen





Bitte warten ....
Dieses Produkt bewerten:  
 

Das könnte Sie interessieren
40. Jubiläums Rennsteiglauf40. Jubiläums Rennsteiglauf

(+) Organisation, Zuschauer, alles
(-) kein warmer Tee an 2. Getränkestelle

 1 Testbericht

Jetzt kaufen

Köln, Ford Marathon

(+) Organisation,Stimmung, Marathonlaufen
(-) meine persönliche Aufgabe wegen Verletzung,

 12 Testberichte

Jetzt kaufen

Sommer-Cup

(+) die guten Spiele vom GAK
(-) Tirols Zittersiege seit Jogi da ist

 52 Testberichte

Jetzt kaufen

DFB-Hallenpokal

(+) einfache Regeln, großer Funfaktor für Spieler und Fans, gute Stimmung in den Hallen, Liveübertragung [wenn auch mit vieeel Werbung]
(-) hohe Verletzungsgefahr für Spieler, wenig Einnahmen für Vereine

 27 Testberichte

Jetzt kaufen

Berlin MarathonBerlin Marathon

(+) Eleganter, dynamischer und gelenkschonender Ausdauersport für alle Altersgruppen
(-) Verletzungsgefahr durch Stürze

 19 Testberichte

Jetzt kaufen

GutsMuths Rennsteiglauf

(+) Organisation, Streckenangebote, Stimmung, Landschaft, uvm
(-) absolut nichts

 4 Testberichte

Jetzt kaufen


 


   
Was geht noch, LosGatos?
Erfahrungsbericht von LosGatos über City-Triathlon München
24.05.2004


Produktbewertung des Autors:   


Pro: tolles Ereignis
Kontra: kleinere organisatorische Mängel

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Zwar gehen die Meinungen hinsichtlich der gesundheitsfördernden Wirkung von Sport gelegentlich etwas auseinander, zumal manche verlauten lassen, dass Sport Mord wäre oder sich dabei auf Churchill berufen („No Sports!“), doch wage ich zu behaupten, dass das nur eine plumpe Ausrede ist. Gerade bei einem Büromenschen und deutlich jenseits der 30 geht die Entwicklung des Körpergewichts meist nur in eine Richtung, wenn man nichts dagegen tut.

Grundsätzlich bin ich <LosGatos> sportlicher Betätigung gegenüber auch nicht abgeneigt, nur gilt es häufig, den inneren Schweinehund zu überwinden und sich selbst in den Hintern zu treten. Jeder, der Sport treibt, weiß, wie gut man sich hinterher fühlt, körperlich und mental in gleicher Weise. Um die psychologischen Barrieren leichter zu überwinden, ist es hilfreich, sich ein weiter gestecktes Ziel zu setzen, an dem es zu arbeiten gilt, anstatt nur ab und zu, wenn man gerade nichts besseres zu tun hat, zu sagen „Ich lauf mal kurz ne Runde!“ oder sich am Wochenende aufs Rad zu schwingen, weil das Wetter gerade danach ist.

Bereits im letzten Jahr fand in München ein sogenannter Volkstriathlon statt, also für Menschen wie Du und Ich. Mein Interesse daran wurde durch die im Internet veröffentlichten Beiträge von <stefbl> und <frank.nonnenmann> geweckt, die bereits letztes Jahr dabei waren. Schwimmen, Radfahren und Laufen – alles direkt nacheinander ohne Pause. Dazu wird pro Teilnehmer die Gesamtzeit ermittelt. Zu den bekanntesten Triathlon-Wettbewerben gehört der Ironman, der jährlich auf Hawaii ausgetragen wird. Nichts gegen Hawaii, aber ganz so weit wollte ich wegen einer Sportveranstaltung dann doch nicht reisen. Und zum Glück liegen bei Volks-Triathlon-Wettbewerben die Streckenlängen in moderaten Bereichen: 400m Schwimmen, ca. 20km auf dem Rad und 5000m zu Fuß wären zurückzulegen. Auch wenn ich noch nie ein besonders guter (schneller) Schwimmer war, dachte ich mir, 400m sind nicht allzu viel, Radfahren kann jeder und Joggen tue ich ohnehin am liebsten.

Und als ich hörte, dass man sich seit Anfang des Jahres anmelden konnte, habe ich das unter http://www.city-triathlon.de/ bald getan. Das hatte nicht nur den Vorteil, dass ich bei der Teilnahmegebühr ein paar Euro sparen würde, sondern auch, dass es dann kein Zurück mehr gab. Angemeldet ist angemeldet. Jetzt hieß es, den Termin 23.5.2004 freizuhalten und darauf hinzuarbeiten.

Für die Teilnahme musste ich als Frühanmelder 29 EUR entrichten. Bei Anmeldung nach dem 31.1.2004 stieg die Teilnahmegebühr sukzessive auf 34 EUR (Jugendliche erhielten jeweils 5 EUR Ermäßigung). Der Betrag wurde aber erst 1-2 Wochen vor dem sportlichen Ereignis von meinem Konto abgebucht.

Teilnehmen am Volkstriathlon durfte übrigens jeder, der nicht jünger als Jahrgang 1988 war, schwimmen kann, ein Fahrrad und einen Fahrradhelm sein eigen nennen darf.


DIE VORBEREITUNG

Auch wenn die meisten Menschen ja am liebsten als Sieger vom Platz gehen, stand meine Teilnahme von Anfang an unter dem Motto „Dabei sein ist alles“, Gesamtzeit und Platzierung würden dagegen zweit- und drittrangig sein. Es galt durchzuhalten, anzukommen und nach Möglichkeit nicht Letzter zu werden. Da ich zuvor ja noch nie an einem Triathlon oder irgendeinem Volkslauf teilgenommen hatte, empfand ich die ganze Angelegenheit schon als recht spannend, als einen neuen Meilenstein sozusagen. „Give me one moment in time, where I’m more than I thought I could be...“ Wer kennt Albert Hammond’s Olympia-Hymne nicht, bekannter in der Heulversion von Whitney Houston?! Zwar würde die Teilnahme mich nicht aus dem Tal der Bedeutungslosigkeit hochhieven, aber etwas Besonderes war das alles schon. Hoffentlich, so wahr ich durchhalten würde. Und das wollte ich um jeden Preis.

Als ich mein Vorhaben, an einem Triathlon teilzunehmen, kundtat, reagierte mein privates Umfeld leicht verhalten, um nicht zu sagen erschrocken. Von „Du bist doch auch nicht mehr der Jüngste“ bis „Du bist ja verrückt“ war alles dabei. Nun ja, vielleicht alles keine Unwahrheiten, aber für mich keinesfalls Hinderungsgründe.

Nach meiner Anmeldung im Januar hoffte ich, den Winter in den folgenden 6 Wochen mit regelmäßigen Besuchen im Fitnessstudio überbrücken zu können. Dann ging es 3 Wochen in Urlaub. Und Ende März sollte es endlich auch in Deutschland langsam Frühling werden. Dass man aber gerade hierzulande mit dem Wetter nicht kalkulieren kann, weiß ja ein jeder. Zunächst trainierte ich jedenfalls meist nur am Wochenende und an Feiertagen, bei schlechtem Wetter auch auf dem Hometrainer oder im Fitnessstudio. Dann wagte ich mich auch an Kombinationen von 10km auf dem Rad und anschließendem 3km-Lauf, was erst mal unter Nichtberücksichtigung des Schwimmens etwa der halben Distanz beim City-Triathlon entsprechen würde. Zum Schluss trainierte ich zweimal ein 1000m-Schwimmen und die kombinierte Rad/Lauf-Strecke über die volle Distanz. Damit bekam ich das Gefühl, dass ich auf den Tag X ausreichend vorbereitet war und dass ich den vollen Wettkampf durchhalten würde. Am Wettkampftag würde ich erfahren, dass es ratsam sei, mindestens jeden 2.Tag vorher zu trainieren und das monatelang. Nun ja, jeder muss natürlich für sich selbst entscheiden, ob er das als echten Wettkampf ansieht, an dem er eine möglichst gute Platzierung erreichen möchte, oder ob man das Ganze mehr als Möglichkeit ansieht, sich selbst etwas zu beweisen. Für mich stand die letztere Variante im Vordergrund, schließlich hatte ich so was bis dato noch nie gemacht. Aufgrund meiner Trainingsleistungen sollte ich für die 400m im Wasser etwa 12 Minuten benötigen, für die 20km auf dem Rad etwa 50 Minuten brauchen und die Laufstrecke von 5000m hoffentlich in 40 Minuten bewältigen können. Dazu kämen dann noch einige Minuten für die Wechsel. In der Summe würde ich also 1 Stunde und 45 Minuten kaum unterbieten können.

Auf der Website vom City-Triathlon wurden stets die letzten News zur Veranstaltung veröffentlicht. Anfang Mai wurden sogar gegen Gebühr noch Seminare angeboten, die zur Vorbereitung dienen sollten. Es sollte auch nicht unerwähnt bleiben, dass neben dem Volkstriathlon am gleichen Tag am gleichen Ort auch Wettbewerbe für besonders Ambitionierte stattfanden, ein Sprinttriathlon und ein „Spieltag“ der Deutschen Triathlon-Liga. Die Länge der Strecken unterschieden sich dort unwesentlich vom Volkstriathlon. Nur die Zeiten würden in anderen Bereichen liegen.

Am Vorabend wurde noch zu einer Pasta-Party im Restaurant am Olympiaturm eingeladen mit anschließender Wettkampfbesprechung, woran die Teilnahme dringend empfohlen war. Pasta-Party, das klingt ein bisschen nach Nudeln bis zum Abwinken. Tatsächlich erhielt jeder Teilnehmer einen Gutschein im Werte von 7 EUR, für den es gerade mal eine Portion Pasta mit Tomaten- oder Fleischsoße sowie ein Getränk inklusive gab. Na ja, vor so einem Wettkampf war es sicher auch nicht ratsam, sich den Magen endlos voll zu schlagen.

Außerdem konnte man bereits am Vortag seine Teilnahme endgültig bestätigen und ein paar „Unterlagen“ abholen. Diese bestanden im wesentlichen aus ein paar Plastiktüten, die einer der Sponsoren, ein bekanntes, eigentlich nicht mehr eigenständig existierendes Warenhaus großzügig zur Verfügung gestellt hatte und die bereits mit der Startnummer versehen waren. Dazu die Startnummer, die während des Radfahrens und Laufens zu tragen war, und die auch am Fahrrad aufgeklebt wurde. Das Wichtigste war noch der Plastik-Chip für die Zeitmessung, für den vorab 25 EUR Pfand und 3 EUR Leihgebühr zu entrichten waren. Die Plastiktüten waren mit den Klamotten und Gegenständen zu bepacken, die man fürs Radfahren bzw. Laufen benötigte.

An der Wettkampfbesprechung muss ich allerdings heftige Kritik üben. Erst zog es sich über 1-2 Stunden hin, bis sich überhaupt einer der Organisatoren zu Wort meldete. Es war an diesem Abend nasskalt und viele Teilnehmer froren ratlos dahin und machten sich womöglich bald auf den Heimweg. Dann hieß es, es gäbe technische Probleme und die Lautsprecheranlage funktioniere nicht, was dann aber doch ging (manchmal reicht es ja schon aus, wenn man ein Mikrofon nur einschaltet). Der Organisator, der dann zu uns sprach, wirkte ziemlich inkompetent, ver- und widersprach sich dauernd und lieferte darüber hinaus noch verhängnisvolle Falschinformationen: als Startzeit für den Volkstriathlon gab er für Startnummern unter 1000 10Uhr10 und für Startnummern über 1000 12Uhr als Startzeit an. Dazwischen würde ca. 1 Stunde Pause liegen. Wer sich auf diese Angaben verließ und erst kurz vor 12 am folgenden Tag erschien, würde nur noch ein leeres Schwimmbecken vorfinden, wie LosGatos’ Freundin, die mein Begleitteam bildete, am nächsten Tag berichten konnte.


DER TAG X

Da ich normalerweise nicht zu denen gehöre, die immer auf den letzten Drücker kommen, und ich auch wegen einer doch etwas vorhandenen Aufregung ohnehin nicht hätte lange schlafen können, fuhren wir noch vor 9Uhr los, so dass wir gegen 9Uhr30 den Münchner Olympia-Park erreichten. Das Parken war an diesem Tage auf den Freiluftparkplätzen Nähe Sapporo-Bogen sogar kostenlos. Ich musste nur mein Rad vom Autodach hinunter und eine Treppe hinauf hieven. Bald erreichten wir den Check-In, wo ich auch einen ehemaligen jungen Kollegen traf, der auch mit von der Partie war. Als erstes wurde einem von einer jungen Dame die Startnummer mit wasserfestem Stift nochmals auf den Oberarm gemalt (fürs Schwimmen). Dann musste man zusehen, dass man noch ein Klettband ergatterte, mit dem man den Plastikchip am Knöchel befestigte. Dann wurde das Rad in einem der Startnummer entsprechenden Nummernbereich abgestellt. Bevor man dort Einlass erhielt, wurde noch kontrolliert, ob man auch einen funktionsfähigen Fahrradhelm dabei hatte. Die Tüten wurden in reservierten Bereichen so abgestellt, dass man nach dem Schwimmen schnell auf sie zugreifen konnte.

Vorab hatte ich aus der Anmeldungsliste entnommen, dass ich altersmäßig an die 20 Jahre über dem Schnitt lag und dass viele Teilnehmer in Sportvereinen organisiert waren, von denen viele auch als Gruppen antraten. Die meisten hatten regelrechte Rennmaschinen, so dass ich mit meinem schweren Treckingrad nicht gerade einen Materialvorteil hatte. Mit anderen Worten, es war für genügend Ausreden im Falle einer schlechten Platzierung meinerseits gesorgt.

Eine bis zum Schluss offene Frage war, wie heute das Wetter werden würde. Temperaturen um die 10 Grad und Regen waren vorhergesagt worden. Deshalb war ich auch bis zum Schluss unschlüssig, ob ich während des Radfahrens und Laufens eine kurze oder lange Hose tragen würde. Ich hatte für alle Möglichkeiten vorgesorgt und die Tüten entsprechend gepackt. Wichtig war noch die Frage, wo ich meine Brille hintun würde, ohne die ich eigentlich nicht Rad fahren wollte (sonst hätte ich unterwegs womöglich noch nach dem Weg fragen müssen). Ich packte sie in die Tüte, die Nummern darauf waren zum Glück so groß, dass ich sie ohne Brille lesen konnte. Ein anderer Teilnehmer mit Erfahrung für solche Wettbewerbe sagte mir, dass seine Frau, die auch mitmachen würde, z.B. ohne Brille ihr Fahrrad nicht mehr finden und deshalb die Brille auf einem Tisch im Schwimmbad ablegen würde.

JETZT GEHT’S LOS

Zwar begann der Volkstriathlon mit ca. 30 Minuten Verspätung. Da die Teilnehmer aber mit 5-10 Sekunden Abstand ins Wasser gelassen wurden und da zwischen den einzelnen Startgruppen doch keine Pause gemacht wurde, würde ich in der Tat ca. eine Stunde früher drankommen als zunächst vorgesehen.

Vor dem Schwimmbad entkleide ich mich bis auf die Badehose, packe meine Kleidung in eine Tasche, die LosGatos’ Freundin beaufsichtigt. Es reicht gerade noch, mich kurz vorher abzuduschen, dann reihe ich mich gemäß meiner Startnummer irgendwo ein, wobei gerade der Teilnehmer mit der Nummer nach mir eintaucht. Na ja, bei der schlechten Organisation kamen bei vielen die Startnummern durcheinander, was im Prinzip auch kein Problem ist, denn die Zeit wird ja aufgrund des Chips automatisch genommen.

Noch 5 Sekunden, der Chip löst bei der Zeitnahme ein Pfeifen aus und schon bin ich im Wasser. Seitlicher Einstieg von Bahn 1. Mit Kopfsprung ist nichts, denn das Wasser ist hier dafür zu flach. 8 Bahnen muss ich schwimmen, 8 mal 50m. Es gilt, möglichst rechts zu schwimmen, damit Überholen problemlos möglich ist. Aufgrund meiner Schwimmkünste gehe ich aber nicht davon aus, dass ich hier jemand überholen würde. Oder vielleicht doch? Mann, ist die Bahn schnell! Ich hatte ja vorher nur auf 25m-Bahnen trainiert. Die hier ist doppelt so lang und bald liegt die erste schon hinter mir! Kein Wunder, Mark Spitz hat die ja vor 32 Jahren schon für mich eingeschwommen. Hu, der erste Spitz ist mir schon im Nacken. Noch vor der ersten Wende werde ich überholt. Nein, es ist gar ein ganzes Rudel Spitze hinter mir her. An der Wende wechselt man jeweils in die nächste Bahn, so dass man das gesamte Becken im Zickzack-Kurs durchschwimmt. Die zweite Bahn scheint viel langsamer zu sein als die erste. Und es wird nicht besser. Puh, bin ich froh, wenn ich hier raus bin. D.h. das Wasser ist eigentlich schön warm. Wenn ich da draußen an die Kälte denke! Heute morgen waren bei uns auf dem Balkon 3°C. Na ja, nach spätestens 12 Minuten wird der Badespaß für mich vorbei sein. Wie viele Schwimmer mich auf den paar Bahnen überholt haben, habe ich nicht gezählt. Wenige waren es gewiss nicht. Und was die Anzahl der von mir Überholten angeht, stimmte meine Prognose.

Raus aus dem Nass. Wieder löse ich eine Piep-Show aus (Zeitnahme). Wetz, wetz! Auch wenn das Foto, wo ich barfuß in Richtung Wiese laufe, um meine Tüte zu schnappen, eher an „Ente“ Lippens erinnert (für Nichtfußball-Fans und die Jüngeren unter uns: Lippens war ein für seinen Watschelgang bekannter Fußballer, der vor 30-40 Jahren mal für Rot-Weiß Essen spielte).

Mit der Tüte sprinte ich nun in ein als Umkleidekabine dienendes Zelt. Badehose runter, kurz abtrocknen. Klamotten an (ich entscheide mich kurzfristig für kurze Radlerhose und T-Shirt, denn mittlerweile blitzt gelegentlich die Sonne durch), Brille auf, Fahrrad suchen. Suchen? Das bleibt mir wirklich erspart, denn in dem vorher mit Fahrrädern prall gefüllten Bereich meiner Nummerngruppe steht mein Fahrrad einsam und verlassen! Ich sagte ja bereits, die Spitze, muss ein riesiges Rudel gewesen sein. Egal, Helm auf und Rad noch ein paar Meter über den Rasen schieben, denn in der Wechselzone darf nicht geradelt werden. Und dann treten, was das Zeug hergibt und die Aufholjagd starten. Oder würden die Spitze auch alle Merckxe oder Ullrichs sein?

Die Radstrecke besteht aus 3 Runden á 6km, so dass die Gesamtdistanz nur 18 statt 20km beträgt. Es geht am Olympiaturm vorbei und dann in der Nähe des Mittleren Ringes um das Olympia-Stadion herum. So ein schönes Stadion, aber für den FC Hollywood ja nicht mehr gut genug! Ich schalte hin- und her, mal rauf, mal runter, 21 Gänge stehen schließlich auch mir zur Verfügung, von denen ich aber kaum mehr als 5 benutze. Dafür schießen die Rennmaschinen an mir vorbei. Aber mehr PS haben die auch nicht, sogar treten müssen die selber! Ich werde doch mal andere Fahrer überholen können! Da vorne, 2 Frauen, die knöpfe ich mir gleich mal vor. Jawoll, geschafft. Es wird übrigens nur auf befestigten Wegen gefahren, sonst würden die Rennmaschinen ja auch dauernd „pfft pfft“ machen. Irgendwann geht es auf eine Straße, die heute für den öffentlichen Verkehr gesperrt ist. Und immer wieder der eisige Fahrtwind! Aber ich sollte mir ein Beispiel nehmen an den richtigen Iron-Männern, die ich vorher sehen konnte, die springen aus dem Wasser direkt aufs Rad, ohne sich umzuziehen. Abtrocknen tun nur Weicheier, egal, ob’s stürmt oder schneit. Am Ende der Straße muss gewendet werden. Die Zeitnahme heult wieder auf. Von einem Plakat lacht mir Angela Merkel entgegen. Wenn das keine Motivation ist, die zusätzliche Kräfte frei setzt! Aber dein Bundespräsident interessiert mich heute nicht, Angie. Habe schließlich andere Sorgen. Meine Güte, geht das zäh! Habe ich etwa falsch gewachst? Und sie schießen immer wieder an mir vorbei, die Rennmaschinen. Warum müssen da auch nur solche Cracks mitmachen? Wären Leute wie <Sandwarrior> dabei, hätte auch ich eine faire Chance. Aber so, aussichtslos. Immerhin habe ich mittlerweile die dritte Frau erledigt, Angie nicht mitgerechnet. Und dann geht es endlich wieder in den Olympia-Park. Vorbei am Olympia-See, eine malerische Kulisse, zumal auch das Wetter mitspielt. Nun gut, 5 Grad mehr hätten wirklich nicht geschadet. Im Geiste höre ich die Reportage „Wir melden uns aus dem Münchner Olympia-Park. LosGatos fährt soeben ein. Bald liegt die erste Runde auf dem Drahtesel hinter ihm.“ Tja, ein Rennpferd wäre mir jetzt schon lieber als mein Esel. Eine sportliche Dame im roten Anorak betätigt sich als Claqueuse und feuert mich an. Irgendwann schließt sich der Kreis. Noch zwei Runden. Das Spiel beginnt von neuem. Zählen muss ich übrigens selber. Aber zum Glück gehöre ich nicht zu den Leuten, die nicht bis 3 zählen können. Wieso muss der Saubeutel mich jetzt rechts überholen?! Darf der das? Gibt es hier kein QM, wo ich den melden kann? Ich sehe eine Gruppe von etwa 10 Radfahrern vor mir. Wenn ich die jetzt in einem Rutsch alle überhole, gibt mir das einen gewaltigen Motivationsschub. Als ich wieder aufwache, hat sich die Gruppe irgendwie in Luft aufgelöst. Etwa eine Fata Morgana? Dafür ist es eigentlich heute nicht heiß genug. Auf einmal befinde ich mich so ziemlich alleine auf weiter Flur. Ich denke an Ulrich Roski, den leider viel zu früh verstorbenen Liedermacher: „I’m a lonesome Rider (and it’s hard to be a hard man like me)“. Auf der gesperrten Straße wurde leider der eisige Wind nicht mit ausgesperrt. Wenn die Sonne nicht gerade ein paar Strahlen spendet, ist es echt unangenehm. Und dann wieder die Wende und Zwischenzeitnahme. Ich freue mich regelrecht auf das „Piep Piep“. Noch nie bin ich so gerne durch eine Radarkontrolle gefahren. Und dann wieder dasselbe Bild: Angela Merkel. Angie, ich finde, du hattest schon mal einen schlechteren Fotografen. Aber ich glaube kaum, dass wir zwei mal zusammen kommen werden, weder so noch so, nicht mit Herz und nicht mit Seele. Aber heute wirkst du auf jeden Fall schon mal viel sympathischer als das Bild mit dem CSU-Typen drauf, das ein paar 100m Meter nach dir kommt. Ich freue mich schon auf den Olympia-Park. Der passt doch viel besser zum olympischen Gedanken. Und der rote Anorak gibt wieder Vollgas. Der müssen heute Abend die Hände weher tun als mir die Beine. Irgendwie bringe ich auch die dritte Runde hinter mich. Und zum letzten Mal flehe ich „Angie, hilf mir, gib mir noch etwas Kraft! Du musst wissen, ich muss gleich noch 5km laufen.“

3 Runden sind rum. Ich bin erlöst vom Fahrradsattel. Im Wechselbereich muss ich wieder schieben und stelle mein Fahrrad irgendwo ab. Umziehen fällt flach dieses Mal. Ich entledige mich nur des Helmes und drehe die Startnummer nach vorne.

Auf geht’s! Jetzt kommt meine Spezialdisziplin. Bloß, wenn man vorher 18km im Sattel gesessen ist, läuft man wie auf Eiern. Es dauert etwas, bis man in einen vernünftigen Laufrhythmus kommt. Helfer weisen mir den Weg. Die Laufstrecke ist kein richtiger Rundkurs. Eher eine mehr oder weniger gerade Strecke, wo man irgendwann umkehren muss. Das Ganze wieder dreimal. Es geht direkt durchs Olympia-Gelände auf Asphaltstrecke, über den Coubertin-Platz und zwischen Stadion und Olympia-See hindurch. An einem Hünen bin ich vorbei. Ich will dich nicht mehr wiedersehen. Ich nehme mir noch ein paar Frauen vor. Schon beeindruckend, wo diese drahtigen Typen ihre Energie hernehmen. Am Wendepunkt wieder das geile Piepen von der Zeitnahme. Und was sehe ich da? Der rote Anarok klatscht jetzt an der Laufstrecke. Am Ende der ersten Runde steht LosGatos’ Freundin und schießt hoffentlich ein paar nette Fotos. Nach der ersten Runde nehme ich erstmals einen kleinen Becher Wasser zu mir. Aufgrund der mäßigen Temperaturen hält sich mein Durst in Grenzen. Die letzten 2-3 km sollten jetzt kein Problem mehr sein. Und wenn die Sonne scheint wie jetzt, macht es richtig Spaß. Herrlich die lilafarbene Blüte im Olympiapark! Einige wenige Läufer machen etwas schlapp und legen Gehpausen ein. Bloß nicht von so etwas anstecken lassen! An der Laufstrecke sind viele Zuschauer postiert, die die Sportler anfeuern. Danke! Als ich zum letzten Mal beim roten Anorak vorbeikomme, bedanke ich mich und sage ihr, sie könne jetzt mit klatschen aufhören, weil ich nicht mehr vorbeikommen würde. Ich darf in den Zieleinlauf. Ich werde immer schneller. Kurz vorm Ziel erkenne ich <stefbl> und <frank.nonnenmann>, die mir zujubeln. Ich überquere die Ziellinie. Piep Piep. Klick. LosGatos’ Freundin macht das Zielfoto. One Moment in Time? Oh yeah. Was für einer!

Am Ziel gibt es kostenlos Erdinger Weißbier alkoholfrei. Ich hätte nie gedacht, dass alkoholfreies Bier so gut schmecken kann! Außerdem ein T-Shirt als Erinnerungspreis. Es ist wirklich ein schönes Gefühl, durchgekommen zu sein. Und ich frage mich spontan, ob ich nächstes Jahr wieder dabei sein werde.

Ich gebe den Chip zurück und erhalte die 25 EUR Pfand bar erstattet. Professionelle Fotografen haben auch alle Teilnehmer fotografiert. Die Bilder kann man ein paar Tage später im Internet ansehen und bestellen. Dann hole ich mein Fahrrad und die deponierten Plastikbeutel. Alles ist da. Alles hat im Großen und Ganzen gut geklappt. Danke an die Organisatoren und zahlreichen Helfer. Vielleicht bis zum nächsten Jahr.


ERGEBNIS UND FAZIT

Meine Gesamtzeit erfahre ich am nächsten Tag aus dem Internet. Ich habe für die Gesamtstrecke inklusive der Wechselzeiten 1:40:38 gebraucht. In Anbetracht der Tatsache, dass die Fahrradstrecke 2km kürzer war als angenommen, was bei mir 5 Minuten ausmacht, habe ich damit genau die Zeit erreicht, die ich aufgrund meiner Trainingsergebnisse als unterste Grenze für möglich angesehen hatte. D.h. etwa 12 Minuten fürs Schwimmen, 45 Minuten auf dem Rad, 40 Minuten zu Fuß und ein paar Minuten zum Wechseln. Von insgesamt 407 gewerteten männlichen Teilnehmern beim Volkstriathlon habe ich Platz 401 belegt. Rechnet man Männer und Frauen zusammen, war ich auf Platz 541 von 557. Damit habe ich alle meine Ziele erreicht: Ich habe durchgehalten, habe die Summe meiner Trainingszeiten bestätigt und ich bin nicht Letzter geworden!

Die Teilnahme am Münchner City-Triathlon war für mich somit ein tolles Ereignis, für das sich der Aufwand gelohnt hat. Ich bin um eine neue Erfahrung reicher. Und vielleicht mache ich ja nächstes Jahr wieder mit.


Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 24.5.2004
Veröffentlicht außer bei Ciao derzeit nur noch bei Yopi
   
weitere Erfahrungsberichte
I DID IT!
Bewertung für City-Triathlon München von stefbl

Pro: gute Organisation, riesiger Spaß, tolle Atmosphäre
Kontra: winzige Unklarheiten, Schmerzen und Muskelkater ...

...Vier Leute, ein Biergartenbesuch. Der Gerstensaft fließt in Strömen – und plötzlich kommt sie auf, die Idee – Teilnahme am 1. City-Triathlon in München des MRRC München am 13. Juli 2003. Während sich in meinem Kopf noch unendlich viele Argumente sammeln, ... Bericht lesen

Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
sehr hilfreich

14.07.2003
(08.03.2004)
Einmal Hölle und zurück
Bewertung für City-Triathlon München von frank.nonnenmann

Pro: viel Spaß, tolles Gefühl beim Zieleinlauf, sportliches miteinander
Kontra: die Schmerzen

...Während einer Sitzung in einem Biergarten wurde über meinen Kopf hinweg kurzerhand beschlossen, dass auch ich an dem ersten City-Triathlon in München teilnehmen werde. Ehrlich gesagt hatte ich mich auch nicht sehr dagegen gewehrt, denn der Gedanke, einen ... Bericht lesen

Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
sehr hilfreich

24.07.2003

Berichte die interessant sein könnten für City-Triathlon München    
Schwebende Bahnen interessieren hier nicht!
Bewertung für München Triathlon ...der Stadt-Triathlon im Grünen von  stefbl

Pro: tolle Organisation, schöne Strecke, klasse Stimmung, hat Spaß gemacht
Kontra: nichts, was richtig ins Gewicht fällt

...Heute möchte ich über ein Ereignis berichten, das nun schon einige Wochen zurückliegt. Denn am 31. Juli 2005 fand zum ersten Mal der so genannte "München Triathlon" statt - ein riesiges Sport-Event auf dem Gelände der Bundesgartenschau 2005. Die Stadt München (nicht das Umland, denn da gibt es noch mehr Triathlons) hat somit nun zwei Triathlon-Veranstaltungen - den City-Triathlon, der in diesem Jahr schon zum dritten Mal im Mai auf dem Olympiagelände ausgetragen wurde - und nun auch den München Triathlon, der nach aktuellen Plänen auch im nächsten Jahr, wenn die BUGA wieder vorbei ist, wieder auf dem Gelände stattfinden soll. Als ich vom neuen Triathlon, dem München Triathlon erfuhr, war ich bereits zweimal beim City-Triathlon am Start gewesen und hatte diesen auch eigentlich für 2005 wieder eingeplant. Doch als bereits im Februar 2005... Bericht lesen

Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich

sehr hilfreich
01.01.1970
Wenn Arbeitnehmer rennen ...
Bewertung für Firmenlauf München von  stefbl

Pro: tolle Idee, gute Stimmung, schöne Strecke, riesige Resonanz
Kontra: fehlende Kilometerbeschilderung, hässliche Finisher-Shirts, kaum Getränke im Ziel

...Firmenläufe sind in einigen großen Städten schon lange eine Tradition. Ob Frankfurt, Hamburg oder Berlin ? einmal im Jahr machen sich hier Teams der verschiedensten Unternehmen auf den Weg, um ihr läuferisches Können unter Beweis zu stellen. Nur in München ? da gab es so einen Firmenlauf bislang noch nicht. Entsprechend war ich durchaus immer ein bisschen neidisch, wenn unser Firmen-Intranet über die läuferischen Erfolge der Kollegen aus Berlin beim dortigen Firmenlauf berichtete ? und ich war mir immer sicher: Die würden bestimmt eine Menge Spaß gehabt haben. Umso erfreuter war ich also, als ich im Rahmen des diesjährigen Münchner Citiy-Triathlons erfuhr, dass die gleiche Firma, die auch den Münchner City-Triathlon veranstaltet hatte (die Active Concepts Sport & Event GmbH aus der Nähe von München), für Juli einen ersten Münchner... Bericht lesen

Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich

sehr hilfreich
01.01.1970


Firmenlauf München

Haupteigenschaften

Sportart: Triathlon

mehr ...

Vergleichen Sie City-Triathlon München mit anderen ähnlichen National

ähnlich nach Sportart
(Triathlon)
ähnlich
()
  • Klagenfurter Beachturnier
    (-) s.o. (+) s.o. (*)
  • Gutenberg-Marathon (Mainz)
    (-) - (+) das tolle Mainzer Publikum (*)
  • Dienstag: Hockenheimring
    (-) teilweise schlechter Belag (+) Spaß (*)
  • Agility
    (-) (Hund und Halter sollten keine gesundheitlichen Einschränkungen haben), schlechtes Wetter (+) Fördert die Beziehung zwischen Hund und Halter, hält Fit, schafft Vertrauen und Teamgeist, macht Spaß (*)
  • Sommer-Cup
    (-) Keine Konstanz? (+) Gutes Spiel, hoffentlich bleibt es so (*)
(*) Meinungen von Ciao Mitgliedern