Cruise als Fahrgast im Taxi - (Alb)Traum?
03.10.2004
Pro:
Spannung, bis zu einem gewissen Punkt die Story, Atmosphäre, Schauspieler, und und und . . .
Kontra:
z . T . der Inhalt und Ende
Empfehlenswert:
Ja
 Spitzensiedlerin
Über sich:
...C'est par le bien faire que se crée le bien-être....Demnächst wieder ein Bericht und mehr Aktivit...
Mitglied seit:13.11.2002
Erfahrungsberichte:171
Vertrauende:164
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 174 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Da ich gestern nach doch etwas größerer Pause mal wieder im Kino war und mir den Action- Thriller „Collateral“ angesehen habe, möchte ich dies als Gelegenheit nutzen und mal wieder einen Bericht schreiben. Ohne weitere Worte, möchte ich mit dem Bericht beginnen. Inhalt °*°*°* Max (Jamie Foxx), ein bekennender Taxifahrer seit 12Jahren, hat das Glück, eine nette Dame namens Annie (Jada Pinkett Smith) durch die Straßen L.A.'s zu fahren. Er ist entzückt von ihr und kann zumindest ihre Visitenkarte ergattern. Schon bald wird er sie anrufen, doch da ahnt er noch nicht, in welcher Gefahr sie steckt ...
...Kurze Zeit später wird Max ein verlockendes Angebot gemacht: Er soll den Geschäftsmann Vincent die ganze Nacht mit seinem Taxi begleiten, damit dieser pünktlich wieder aus der Stadt verschwinden kann. Wie er selbst sagt, muss er noch einige Freunde besuchen und Geschäfte erledigen. Zögernd, da es ihm verboten wird, die ganze Nacht jemanden zu chauffieren, kann er den 600$, die ihm geboten werden, nicht widerstehen. So führt sie der Weg zu seinem ersten vermeintlichen Freund, der plötzlich auf der Windschutzscheibe seines Autos landet. Max war sogleich klar, dass nur Vincent als Mörder in Frage käme. Er erzählt Max, dass es sein Beruf ist, Leute umzubringen, selbst wenn er sie nicht kennt. Max gerät in Panik, doch selbstverständlich sorgt Vincent dafür, dass Max weiterhin für ihn durch die Straßen L.A.’s fährt.
Als Vincent beim nächsten Halt sein Opfer sogar vor ihm erschießt, ist Max völlig fassungslos und plötzlich alles egal. Er ist bereit ihm sein Taxi zu überlassen, doch vergebens. Die Polizei bemerkt bald darauf den Mord und beginnt zu fahnden. Sie entkommen zudem einer Polizeikontrolle und der Entdeckung der Leiche, die sie im Kofferraum verstaut haben. Der Höhepunkt für Max ist erreicht, als er sich für Vincent ausgeben und sich vor seinem Boss präsentieren muss, damit Vincent selbst anonym bleibt. Dass das FBI durch Entdeckung auf Kameras nun davon ausgeht, dass Max der Massenmörder ist, beruhigt Vincent umso mehr. Dem FBI ist klar, dass nur Max in Frage kommt, da sein Taxi natürlich merkbare Beulen vorzuweisen hatte und nach einem Augenzeuge ein Taxi am ersten Tatort gesichtet wurde.
Max gerät immer mehr in den Wahnsinn und verwickelt beide in einen Autounfall. Vincent flüchtet und durch Zufall entdeckt Max, wer das nächste und letzte Opfer auf der Liste Vincents ist- Annie, die Frau, von der er so begeistert ist. Sie bearbeitet den Fall von Vincent und muss deshalb ebenfalls eliminiert werden. Für Max beginnt nun ein Wettlauf gegen die Zeit ... Wird er es schaffen, Vincent von seinem Vorhaben abzubringen und Annie zu retten? Zudem ist nur ein Polizist von seiner Unschuld überzeugt – Was, wenn er festgenommen wird und seine Entdeckung nicht ernst genommen wird? Max muss sich beeilen ...
Schauspieler °*°*°*°*°*°*°*°* Im Grunde sind nur 3Schauspieler in diesem Film relevant, weswegen ich es nur auf diese beschränken werde. Insgesamt jedoch kann man sagen, dass die Besetzung
Bilder von Collateral (2004)
recht gut kombiniert worden ist, was die Nebenrollen anbelangt. Aber kommen wir zu den drei anderen ...Vincent (Tom Cruise) °°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°° Tom Cruise spielt den vermeintlichen Geschäftsmann in diesem Film. Sein Beruf ist es, Leute umzubringen, die er nicht kennt, und die ein Hindernis für seinen Boss darzustellen scheinen. Man könnte denken, er ist auch leicht stolz auf seinen Beruf, denn er erklärt immer wieder selbstgefällig, dass es seine Arbeit ist und es doch nur ein Mensch ist, den sie beide nicht kennen und somit nicht von Bedeutung ist. Mit zunehmender Zuspitzung des Filmes scheint Tom Cruise dann immer aktiver zu werden und man nimmt ihm seine Rolle auch zu jeder Zeit ab.
Es ist wie so oft also eine hervorragende Leistung von Tom Cruise. Man möchte meinen, er ist wirklich nicht ganz gesund im Kopf, denn er spielt seine Rolle absolut überzeugend. Er wirkt beängstigend, verrückt, aber dennoch sehr ernst. Es zeigt sich also, dass Tom Cruise auch die Rollen eines Bösewichts allemal übernehmen kann, was allein schon sein Blick beweist. Er hat eine Art Anspannung, die den Film total spannend macht. Auch für einige gute Witze ist diese Rolle gut, was das ganze auf jeden Fall ein bisschen abrundet. Denn sonst denke ich schon, dass an einigen Stellen, der Film in jedem Fall an Niveau verloren hätte. Max (Jamie Foxx) °°°°°°°°°°°°°°°°°°°° Jamie, wenn auch nicht so sehr wie Cruise, hat mich ebenfalls überzeugt. Seine Angst vor Vincent konnte man ihm ohne Zögern abnehmen, denn auch er spielte überzeugend. Auch seine Panik, dass sie von der Polizei entdeckt werden, verhilft wiederum zu einigen amüsanten Situationen. Ein weiterer interessanter Part ist auch jener, wo er sich als Vincent ausgibt. Völlig unwissend folgt er dem Auftrag Vincents, sich als Vincent selbst auszugeben und mit seinem Arbeitgeber zu sprechen. Er weiß absolut nicht was Sache ist und ihm dabei zuzuschauen, ist schon sehr schön anzusehen.
Ich denke schon, dass diese Rolle anspruchsvoller war, als die von Tom Cruise. Er musste Mut beweisen, witzig wirken, panisch, ungeniert, begeistert, usw. Auf jeden Fall eine gute Leistung von Jamie Foxx, die er besonders beweisen konnte, als ihm klar wurde, dass Annie Nummer 5 auf der Liste ist. Ihre Wichtigkeit war merklich und seine Panik war richtig gut gespielt. Jada Pinkett Smith – Annie, die Anwältin °°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°° Annie ist die Anwältin, die für den Fall von Vincent zuständig ist. Sie scheint sich nicht wohl in ihrem aktuellen Fall zu fühlen, was sie auch Max gegenüber äußert. Doch eigentlich mag sie ihren Job und so kommen die beiden ins Gespräch. Sie wirkt selbstbewusst und auch begeistert von Max, was sichtlich auch auf Gegenseitigkeit beruht. Sie gibt ihm ihre Nummer und verschwindet auch erst einmal. Erst am Ende dieses Filmes kommt sie wieder ins Spiel, als Max bemerkt, dass sie Nummer 5 auf der Liste von Vincent ist. Hier kann sie dann ihre Fähigkeiten voll beweisen ...
Am Anfang des Filmes wirkte es leicht gekünstelt, wie sie sich gab und sprach und irgendwie wirkte sie für mich für die Rolle nicht passend. Am Ende jedoch konnte sie mich vom Gegenteil überzeugen, denn hier hatte sie Gelegenheit ihr Können zu beweisen. Ihre Angst, die in ihrer Situation dann vollends verständlich war, brachte sie direkt und spannend rüber, sodass ich auch mit ihrer Leistung zufrieden bin. Trotz Annie und Max, kam es jedoch zu keiner Liebesszene am Ende, wie man eventuell hätte vermuten können. Meine Meinung °*°*°*°*°*°*°*°*°* Wie also bereits schon mehrfach erwähnt, haben die Schauspieler ihre Sache sehr gut gemacht. Gerade Tom Cruise, der ja sonst den „Lieben“ spielt muss sein Können hier als Bösewicht rüberbringen. Doch auch bei Jamie Foxx ist es ähnlich, denn er spielt gewöhnlich in Komödien mit und hat hier nun den Part einer aufgebrachten, ernsten Person zu übernehmen. Ergo wurden musste jeder der beiden also genau den Teil übernehmen, mit welchen sie wohl noch nicht so vertraut sind. Eine ziemlich gute und vor allem aber auch gelungene Idee der Macher.
Die Story ist im Grunde recht interessant, zumindest am Anfang denkt man das. Im Verlauf des Filmes ähnelt sie sich aber immer mehr anderen Filmen aus diesem Genre, sodass die Spannung dadurch ein wenig verloren geht. So sind die Fliehenden in einen Zug geflüchtet und der Jäger hat sich hinten am Zug festgehalten ...Ich denke, die Szene ist absolut nichts Neues und was Interessanteres hätte man sicher finden können. So verhält es sich mit einigen anderen Szenen ebenfalls, aber auch ein paar neue Grundideen gibt es. Also wer nicht zu viel Wert auf Inhalt legt und sich den Film mehr zur Entspannung anschauen will, dem wird es womöglich reichen. Für mich jedenfalls war das vom Inhalt gebotene ein wenig rar. Von der Spannung her, hat mir der Film ebenfalls zugesagt. Am Anfang dauert es eine gewisse Zeit, bis diese so richtig aufkommt, aber spätestens in der Mitte des Filmes geht es los. Besonders aufgefallen ist mir dabei die Szene, als Annie von Vincent gesucht wird. Eine besonders für mich spannende und vielleicht auch beängstigende Szene, die es in sich hatte. Aber das ist nur ein Beispiel von einigen. Spannung ist durchgehend vorhanden, außer eben am Schluss schwächt sie aufgrund einer relativ bekannten Vorgehensweise ab. Besonders für die Spannung verantwortlich ist unter anderem Vincent, der wie schon erwähnt durch seine Blicke, etc. unheimlich wirkt und man natürlich wissen will, was er als nächstes vorhat. Gleiches gilt allerdings auch für Max.
Die Gespräche der beiden sind aber ebenso interessant. Hier wurde versucht ein wenig zu beleuchten, warum Vincent seine Arbeit tut und Menschen tötet, die er vorher noch nie gesehen hat. Die Gespräche der beiden sind wirklich interessant und gewähren schon gewisse Einblicke in solch einen „Beruf“. Zudem liefern sie und bestimme andere Szenen auch einen gewissen Spaß, durch einige recht gute Witze. Diese sind dann allerdings auch enorm wichtig für die Auflockerung des Filmes und auch, damit es für jene nicht langweilig wird, die von dem Inhalt nicht sonderlich begeistert sind. In unserem Kinosaal wurde jedenfalls oft gelacht, sodass es wohl nicht nur daran lag, dass ich und meine Freundin in „guter“ Stimmung waren ;) Der Film ist ab 16 und ich denke schon, dass man die Grenze da richtig festgelegt hat, obwohl ich denke, dass ich mit 14 auch nicht anders reagiert hätte. Es sind eben einige brutale Szenen dabei, wo Vincent schon mal eben sein Opfer direkt erschießt und die Leichen dann auch noch eine Weile gezeigt werden, was vielleicht sehr empfindlichen Mägen nicht gut tun könnte. Ich fand es jedenfalls okay so und auch nicht übertrieben.
Der Film spielt ausschließlich in der Nacht in L.A. Keine Seltenheit sind auch Luftaufnahmen der Stadt, die mir auch besonders gut gefallen haben und dem Film ein bisschen „Ruhe“ geben. Sie runden die Gespräche von Vincent und Max ab, die völlig andere Lebensweisen und Prinzipien haben. Während Vincent kaltblütig Leute erschießt und Geschichten erfindet, um an sein Ziel zu gelangen, so ist Max einer jener Menschen, die sich nicht unterkriegen lassen, weswegen Max auch mit zunehmender Handlung beginnt, sich zu wehren, wo er sich doch erst ziemlich beeinflussen hat lassen. Vincent macht ihn zudem lächerlich, dass er nicht den Mut aufbringen kann, Annie anzurufen und sich endlich selbstständig zu machen, nachdem Max ihm erzählte, dass er sich eine Limousine kaufen will. Doch selbst durch diese Sticheleien und völlig anderen Lebensansichten stimmt die Chemie zwischen den beiden und sie verstehen sich auf eine gewisse Art hervorragend. Erst am Ende trennen sich ihre Wege und sie werden zu Konkurrenten. Zu der Musik bleibt kurz noch zu sagen, dass sie recht passend gewählt wurde. Gerade im spannendsten Teil hat sie mich schon verrückt und neugierig gemacht, was als Nächstes passiert. Also kein Grund zur Bemängelung.
Infos °*°*°* Genre: Action-Thriller Regie: Michael Mann Drehbuch: Stuart Beattie Darsteller: Tom Cruise (Vincent), Jamie Foxx (Max), Jada Pinkett Smith (Annie), Mark Ruffalo (Fanning), Peter Berg (Richard Weidner), Bruce McGill (Pedrosa), Irma P. Hall (Ida), Barry Shabaka Henley (Daniel), Javier Bardem (Felix) Drehort: Los Angeles (2004) Dauer: ca. 120 Minuten Musik: James Newton Howard, Zachary Koretz, Antonio Pinto, Tom Rothrock, Thomas Schobel, Paul Oakenfold Director of Photography: Dion Beebe, Paul Cameron Schnitt: Jim Miller, Paul Rubell Produktionsdesign: David Wasco Homepage: http://www.collateral-themovie.com
Fazit °*°*° Nun, ich denke schon, dass es sich lohnt, sich diesen Film anzusehen. Denn ausgenommen die Handlung, die doch arg anderen Filmen gleichen mag, kann der Film mit vielen witzigen, spannenden und actionreichen Szenen aufwarten. Die Metamorphose von Vincent und Max, die in der Regel genau die Rollen des anderen übernehmen, ist als solches Experiment gut gelungen und in jedem Fall sehenswert. Obwohl das Ende und auch die Handlung sehr anderen Filmen aus diesem Genre gleicht, möchte ich allerdings dennoch keinen Punkt abziehen, denn dafür hat mir der Film und alles weitere zu gut gefallen. So verbleibe ich also mit 5 von 5möglichen Sternen und der Weiterempfehlung sich diesen Film anzuschauen. LG, Janin, Cottbus, den 03.10.2004
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Mehr über dieses Produkt lesen
Verwandte Tags für Collateral (2004)
|
|
19.12.2005 19:50
BH! Ein "Wahnsinns-Bericht". Satte Information und ein klasse Schreibstil. Das BH hast du dir wirklich verdient! LG Andy
22.03.2005 15:29
Hallo, echt super Bericht zu einem super Film, gefällt mir super. Gruß Sebastian
24.02.2005 11:45
..gelungener Bericht . LG