Colombo

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Erfahrungsbericht über "Colombo"

veröffentlicht 11.03.2016 | celles
Mitglied seit : 27.02.2011
Erfahrungsberichte : 2074
Vertrauende : 185
Über sich :
Sehr gut
Pro exotisch
Kontra chaotisch
besonders hilfreich
Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

"Colombo, der Inspektor Sri Lankas !"

Rathaus Colombo

Rathaus Colombo

Grüß Gott aus Wien !

Ende Dezember 2015 waren wir in Colombo. Die Hauptstadt Sri Lankas war der Ausgangspunkt einer Sri Lanka Rundreise bis Anfang 2016. Durch die schlechten Flugzeiten mit Qatar Airlines kamen wir zu Weihnachten um 3:40 morgens an.

Dies war noch nicht alles, denn wir mussten auch noch die Koffer holen und einreisen. Gelandet sind wir am Bandaranaike International Airport, der 35 km nördlich von Colombo liegt. Früher war es ein komplettes Unding, in die Hauptstadt zu kommen, aber jetzt mit der neuen Autobahn geht die innerhalb einer Stunde.


BANDARANAIKE INTERNATIONAL AIRPORT

Der internationale Flughafen sieht nicht sehr international aus, sondern im Eingangsbereich sehr landestypisch. Sehr lange, alte Gänge hin zur Einreise und trotz vorher verlangtem E-Visum (30 Euro) mussten wir fast 1 Stunde bei der Passbearbeitung warten.

Es ging alles sehr schleppend vor sich. Danach ging es zum Geldwechsel und Kofferholen. Der Geldwechsel geht ohne Kommission bei der Landung und alle Banken haben den gleich und sehr guten Kurs. Beim Abflug wird aber 20 % Kommission einbehalten.

Zu den Fluglinien, die nach Colombo fliegen gehören u.a. Air Arabia, Air China, Air India, Austrian Airlines, Emirates, Etihad Airways, flydubai, Kuwait Airways, LOT Polish Airlines, Malaysia Airlines, Oman Air, Qatar Airways, Singapore Airlines, Sri Lankan Airlines, Thai Airways und Turkish Airlines.

Der Bereich nach der Passkontrolle beim Abflug zeigt sich sehr modern mit vielen und sehr teuren Läden. Für eine Packung Pringles wollte man 7 USD für einen Kaffee 5 USD.

Dafür gibt es unter der Eingabe der eigenen Passdaten und Namen gratis WiFi und diese Infos werden aber alle 5 Minuten neu verlangt. Wer das nicht will, dann gibt es eigene kostenfreie Internet PCs. Zu den Läden zählen nicht wirklich große Namen, außer Burger King, sonst alles mehr einheimische Textil- und Souvenirverkäufer mit gesalzenen Preisen.

Vom Flughafen zum Galadari Hotel kamen wir mit dem Transfer der Rundreise und sonst muss man sich aber ein Taxi nehmen.


COLOMBO

Colombo ist nur de facto die Hauptstadt, weil die Regierung in Sri Jayewardenepura – Kotte ihren Sitz hat. Das kann man vergleichen mit Amsterdam und Den Haag in den Niederlanden. Colombo liegt an der Westküste der Insel am Indischen Ozean und macht sich schon seit dem 5.Jahrhundert als Handelsstadt einen Namen.

Mit der Unabhängigkeit 1948 von den Briten veränderte sich auch das neue Stadtbild der 750.000 Einwohner zählenden Stadt und die nicht zum Guten. Vorher waren auch die Portugiesen und Niederländer dort, was noch mancherorts zu sehen ist.

Colombo hat keine U-Bahn, die Züge sind veraltert und die neue gekauften Garnituren aus China passen nicht zum alten Gleiskörper. Das Sitzen am Zugdach ist übrigens in Sri Lanka verboten. Es kommt oft zu ausfällen. Es gibt gut nummerierte Busse, die aber sehr alt und dubios wirken und oft heillos überfüllt sind. Manche geben aber ganz gute Fotomotive ab.

Colombo teilt sich in 15 Stadtviertel, wobei wir im Bezirk 1, Fort, unser Hotel hatten und das meiste dort sahen und dies zu Fuß. Zu den anderen Highlights wurden wir per Rundreisebus gebracht.

Auch bestehen sehr umstrittenen Pläne, auf Neuland vor dem Hafen ein ganz „Neu Colombo“ aufzuziehen. Dies wird wahrscheinlich trotz Widerstand passieren, denn der vormalige Präsident hat mit China darüber Verträge geschlossen, die angeblich nicht mehr rückgängig zu machen sind. Ich kann mir so ein Machwerk dort gar nicht vorstellen.


LAGE

Colombo liegt nahe 7°N und 80°Ost und hat einen Zeitunterschied zu MEZ von 3,5 Stunden (wie Indien). Auch fällt Colombo somit in die tropische Zone und ist auch vom Sommer- als auch Wintermonsun geprägt. Am heißesten ist es im Frühling und die meisten Niederschläge fallen von Mai bis November.

Auch hatten wir einen schön regnerischen Dezember und Jänner, was angeblich nicht sehr häufig wäre.

Die Luftfeuchte liegt fast immer (weit) über 80 % und dies macht mit Temperaturen jenseits der 30°Celsius schon zu schaffen und verbraucht auch mehr an T-Shirts, als sonst.


FORT

Der erste Bezirk heißt Fort, weil dort früher ein Fort aus frühen niederländischen Kolonialzeiten, aber die Mauern wurden von Briten 1870 abgerissen und dieses ist auch eigentlich überhaupt nicht mehr wahrzunehmen, nur fort-gehen kann man dort, weil es für mich der modernste und sauberste Bezirk von Colombo ist.


ALTES PARLAMENT

Im Fort Viertel ist auch das alte Parlament anzutreffen. Wir hatten es von unserem 5 Sterne Galadari Hotel weg direkt vor der Nase auf der anderen Straßenseite.

Dieses Gebäude im Neo-Barock Stil mit der sandfarbenen Optik sieht eigentlich von jeder Seite sehr gut aus.

Es wurde nach 53 Jahren 1983 vom neuen Parlament in Sri Jayewardenepura – Kotte abgelöst, ist aber noch immer von einem schwarzen Zaun umgeben und streng bewacht.

Es sieht nicht nur sandig aus auf seiner grünen Vorfläche, sondern wurde auch aus Sandstein errichtet und besticht durch viele Säulen und seine elegante Vortreppe hinauf zum Säuleneingang mit dem griechischen Kapitell.


WORLD TRADE CENTER

Das World Trade Center Colombo mit seinen 152 Metern ist von überall aus zu sehen und steht auch im Fort Bezirk gegenüber vom alten holländischen Spital. Es handelt sich um eckig und sehr weiß anmutende Twin Towers mit 40 Etagen und somit ist es auch das allerhöchste Gebäude in Colombo.

Auch die Bank of Ceylon ist unmittelbar ebendort beheimatet. Auch vom Galle Face Green aus kann man die Zwillingstürme sehr gut fotografieren.


HOLLÄNDISCHES SPITAL

Rund 10 Minuten von unserem Hotel Galadari entfernt gingen wir mit der Reisegruppe zum alten Holländischen Spital. Dort hat unser Rudi gleich einem Rickshaw Fahrer gedeutet, wie er eine falsch geparkte Rickshaw wegtauchen könnte.

Das Holländische Spital soll das älteste Gebäude von Colombo sein und eines der schönsten, denn es gibt kaum noch etwas Historisches und wenn ist es eher vernachlässigt. Es steht jetzt unter Schutz und ist ein Shoppingtempel mit Essmöglichkeiten.

Der Innenhof des sandfarbenen, ebenerdigen Komplexes mit eckigen Säulen und einem schrägen, roten Ziegeldach ist nicht so groß. Viel an Shopping ist in diesem Dutch-colonial-Gebäude aus dem 17.Jahrhundert nicht zu erwarten.

Dort waren ein großer Souvenirladen, ein kleinerer und auch paar Restaurants, mehr auch nicht. Praktisch waren die klotzigen Sitzgelegenheiten auf dem Steinboden, an denen auch einige Besucher des Hospitals speisten.

Interessanter war vielleicht das Teak Holz das teils in die 50 cm dicken Wände eingelassen wurde. Das Gebäude wurde so konstruiert, dass es Hitze und Luftfeuchte außen vor hielt.

Die Gemälde sollen aus den 1770er Jahren stammen und ein kurzer Besuch dort lohnt schon, mehr auch nicht. Nett war zu Weihnachten auch der riesige Weihnachtsbaum vor dem Hospital und dies in einem islamisch-buddhistischem Land.


MAIN STREET

Die Main Street ist noch das koloniale Highlight und dort darf man sich aber auch keine architektonischen Wunderwerke erwarten. Am besten sah noch das weiße The Steuart mit seinen britischen Fahnen und Balkonen aus. Die Central Bank in der Nähe macht auch einen alten Eindruck und am besten gefiel der etwas abseits stehen Uhrturm.

Dieser war zumeist hellgrau mit einem bordeaux-ziegeligem Fundament mit einer bogenförmigen Durchfahrt. Die Uhr oberhalb der beiden schmalen Doppelfenster sah eher klein aus, dafür war die goldene Kuppel mit dem Glasbereich viel interessanter.


CARGILLS BUILDING

Das Cargills mit seinem violett-roten Exteriör mutete auch noch ziemlich intakt und die abgegitterten rot-weiß-roten Bogengänge zeigten aber schon ganz schöne 'Abnützungserscheinungen.

Dies galt auch für den dort befindlichen, lokal schmeckenden KFC und die düstere Food City mit mehr Angestellten als Kunden.

Besonders sehenswert waren die weißen Ornamente knapp unterhalb am Dach des 1844 in Betrieb genommenen Gebäudes, das früher ein großes Warenhaus war. Cargill‘s, die auch eine Supermarktkette in vielen Städten Sri Lankas betreibt, sitzt nach wie vor in diesem Gebäude.


GRAND HOTEL

In diesem waren wir kurz im Café vorne, das eher nicht nach Grand aussah und in der Lobby muss man auch viel Fantasie für die Glanzzeiten dieses Hotels aufbringen. Ich finde nicht, dass sich dort ein Besuch lohnt.


PLANTATION HOUSE

Dieses sah für mich fast am Besten aus, denn es sah aus wie eine Mischung aus Pseudo-Fachwerk gepaart mit indisch-britischer Architektur


MARKT

Der Markt ebendort ist eine chaotische Ansammlung von slumähnlichen Buden mit Produkten für den lokalen Käufer. Auch fand ich dort nichts Sehenswertes, es sei denn man interessiert sich für Plastikschultaschen


ALTES VIERTEL

Im alten Viertel geht es hektisch, chaotisch und anarchistisch zu. Dies ist in vielen Metropolen Asiens gleich und außer der schönen, roten Moschee, ist dort außer Menschenmassen, engen Gassen, durch welche laufend Autos, Mopeds und Lastenträger nicht viel zu holen. Schön für Fotos ist dieser schier undurchdringliche Schilderwald. Ich war schon froh, als wir dort wieder draußen waren.


GANGARAMAYA TEMPLE

Der Gangaramaya Temple soll sehr sehenswert sein, weil er sich wunderschön im Beira See befindet und auch Moderne und Antike verbinden soll aus auch Elemente von Sri Lanka, Thailand, Indien und China miteinander verbindet.

Für mich sah er aus wie ein schwimmender japanischer Tempelkomplex, der mit einem Holzsteg zum Festland hin verbunden war und eigentlich 08/15 war und eben mal ein Foto wert.


RATHAUS

Das weiße Rathaus liegt im Stadtteil Cinnamon Gardens und dieses haben wir per Bus angefahren. Es sieht nicht so aus wie das Capitol, sondern wurde 1946 dem Capitol in Washington nachempfunden. Dieses ist zwei Stockwerke hoch, hat einen viersäuligen Mittelbau und wird von einer runden Kuppel abgeschlossen. Davor ist eine Grünfläche und der Victoria Park


VICTORIA PARK

Im Park verläuft auch eine Miniaturbahn und es sind viele junge und verliebte Menschen anzutreffen. Auch sind dort viele Banyanbäume heimisch, alte Mauern zu sehen und ein schönes Brunnenspiel am Weg mit einem großen, goldenen Buddha auf einem runden Fundament. Dahinter befinden sich noch einige Teiche.

Der Park ist auch schön gepflegt und seit 1951 öffentlich zugänglich.

Vor dem Park zeigte sich auch ein Kobrabeschwörer, der um Fotos mit ihm gegen Geld warb und den die Kobra auch ganz schön angezischt hat.


NATIONALMUSEUM

Das Nationalmuseum ist ein angebliches Highlight der Stadt. Nur ist dieses unter Dauerrenovierung und für 6 Euro !!! Eintritt (nur Ausländer) bekommt man auch ein paar wenige Räume zur Geschichte Sri Lankas zu sehen.

Will man fotografieren, muss man nochmals 2 Euro ablegen. Die Räume waren komplett überheiß und stickig und der Übergang an der frischen Luft sehr erfrischend.

Desweiteren gibt es auf dem Gelände einen Hof, in dem sich neben einem Café mit X Angestellten auch eine Reihe alter Kanonen befindet. Ich kann auf das Museum ehrlich gesagt verzichten.


INDEPENDENCE MEMORIAL HALL

Die Independence Memorial Hall befindet sich am Torrington Square und wurde nach 5jähriger Bauzeit 1953.

Es erinnert an die Unabhängigkeit von Ceylon 1948 und besteht aus einer Stiegenreihe und vielen Bestien als steinernen Wächter.

Die Säulen sind gekonnt gemacht und durch viele schöne Ornamente gekennzeichnet. Auch das rote Giebeldach passt herrlich zu diesem Ensemble auf der großen Grünfläche mit Palmen.


GALLE FACE

Das Galle Face Green ist eine langgezogene Rasenanlage entlang des Indischen Ozeans, die auch mittlerweile einen betonierten Weg hat.

Dort lassen viele Einheimische gerne ihre Drachen steigen und dort kann man auch einen herrlichen Sonnenuntergang, am besten vom südlich gelegenen kolonialen Galle Face Hotel aus dem Jahre 1864 beobachten. Dieses ist schneeweiß und im viktorianischen Stil erbaut worden.

Auch ein Pier ist vorhanden und ein Strand, mehr für einheimische, die gerne in der ganzen Montur dort einsteigen und knapp daneben herrscht Badeverbot. Ist man mal hungrig, verkaufen fliegende Händler Obst in Plastikssackerl, für meine Begriffe zu unhygienisch.

Der grüne Eiswagen sah dafür nicht schlecht aus und unser Rudi hat sich dort auch ein Eis geholt und genüsslich verzehrt.


GALLE ROAD

Die Galle Road ist die Haupteinkaufsstraße der Hauptstadt und das modernste, was Colombo zu bieten hat. Wenig verwunderlich ist auch, dass der Verkehr dort gerne ein Chaos anrichtet.

Aber die Geschäfte haben in der allgemein gesehen unschönen Stadt dennoch einen sauberen und modernen Charakter. Auch findet man dort Bürogebäude und Restaurants und mehrere moderne Einkaufszentren vor, die man woanders
vergeblich sucht.


FAZIT

Colombo hätte ich mir schlimmer vorgestellt und in einigen Vierteln konnte man sich sehr gut bewegen, was ich in Indien vermisste, wo ich selten einen Gehsteig sah. Auch waren manche Bereiche nicht zu überfüllt.

Die alten Gebäude sind sehenswert und können auch einen ganzen Tag füllen und sehen meistens wirklich gut aus, aber das dazwischen sind eher Bausünden, wenn auch nicht so schlimm wie in Rangun oder Taipeh.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • hochsauerlaender veröffentlicht 20.07.2016
    bh
  • Modelunatic veröffentlicht 03.04.2016
    BH & liebe Grüße
  • happy150748 veröffentlicht 23.03.2016
    Wir haben leider Colombo nur auf der Durchreise kennengelernt.
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Produktbeschreibung des Herstellers

Haupteigenschaften

Kontinent: Asien

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