Erfahrungsbericht über

Command & Conquer 1 (PC CD-ROM)

Gesamtbewertung (6): Gesamtbewertung Command & Conquer 1 (PC CD-ROM)

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C & C Thang

4  15.05.2007

Pro:
Das coolste Echtzeitstrategical wo damals gab, auch heute noch Spielspaß satt

Kontra:
Veraltete Grafik und KI

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Grafik

Sound

Multiplayer:

Bedienung

mehr


Dash_HB

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:218

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 71 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Befehlen und Erobern. Viel treffender kann der Titel eines Games dessen Inhalt nicht beschreiben.

Ich bin seit Wochen wieder im C&C-Fieber. Nicht der neueste Spross mit atemberaubender Grafik. Nein, der Urvater der Serie, der nichts von seiner Faszination verloren hat. Nachdem ich vor Monatsfrist tatsächlich von diesem Spiel geträumt habe musste ich feststellen, dass meine ganzen C&C-CD-ROMs verschwunden waren, weiß der Teufel wohin. Glücklicherweise gibt es das Auktionshaus mit den vier Buchstaben, wo ich die englische Originalversion inklusive Add On "The Covert Operations" für den Saftpreis von 1,99 EUR bekommen habe. Kaum zu glauben.
Man sollte tunlichst vermeiden, die eingedeutschte Version zu kaufen, da diese erstens entschärft ist. Man schickt hier keine menschlichen Soldaten in den Krieg, sondern "Bots", also Roboter, die beim Ableben auch kein rotes Blut hinterlassen, sondern eine schwarze "Cyborgflüssigkeit", wahrscheinlich Schmieröl. Absolut hirnrissig und sinnlos, aber egal. Zweitens geht durch die Synchronisierung ein wesentlicher Teil des Gameflairs verloren, und der Coolnessfaktor macht mindestens ein Drittel des gesamten Spielspaßes aus. Erläuterung folgt.

Vor den Spielspaß hat der liebe Kane jedoch Kompatibilitätsprobleme gesetzt, und selbst die auf SVGA-Grafik modernisierte "Windows 95"-Fassung des Spiels bekommt man nicht ohne Probleme auf XP-Plattformen zum Laufen. Nach einer knappen Stunde Tüftelei verrichtet es seinen Dienst jetzt aber fehlerfrei.

Wir befinden uns in einer nicht allzu fernen Zukunft. Aus dem Weltall gelangt ein mysteriöses Mineral namens Tiberium auf die Erde, welches dem Boden alle Nährstoffe entzieht und sich seuchenartig verbreitet. Aber trotzdem ist es in raffiniertem Zustand unverschämt wertvoll, weswegen es sich der glatzköpfige Terrorist Kane zur Aufgabe macht, mithilfe der uralten Sekte "The Brotherhood of Nod" mal eben die Welt zu erobern. Flugs wird eine globale Verteidigungsinitiative (GDI) auf die Beine gestellt, die sich Kane entgegenstellt.

Der Spieler hat somit die Wahl, entweder den Guten oder den Bösen zu spielen und muss eine Kampagne aus je 12 Missionen siegreich hinter sich bringen.
Das Spielprinzip begründete Mitte der Neunziger einen wahren Boom von sogenannten "Echtzeit"-Strategiespielen, von denen ganze Horden von Klonen auf den Markt geworfen wurden. Außer Blizzards "Starcraft" konnte jedoch niemand mit dem Original mithalten.
Auf dem Bildschirm hat man die Draufsicht einer Landschaft, auf der eine militärische Basis zu errichten und mobile Einheiten zu rekrutieren sind. Finanziert wird dies mithilfe des Tiberiums, welches von LKW-artigen Staubsaugern eingesammelt und zur Raffinierie gekarrt wird. Im weiteren Verlauf sind Kraftwerke, Baracken, Verteidigungsanlagen usw. zu errichten in der Absicht, alsbald eine schlagkräftige Armee unter seiner Fittiche zu haben, mit der der anwesende Feind zu vernichten ist. Öfter mal gibt es auch Missionen mit spezielleren Aufträgen, z.B. ein bestimmtes Gebäude einzunehmen oder einen Konvoi zu eskortieren.

Die Grafik war damals bahnbrechend (im Original wohlgemerkt noch in VGA-Grafik), heute ist die 2D-Optik natürlich veraltet. Aber alte Liebe rostet nicht.
Was damals wie heute noch immer der Hammer ist, das ist die akustische Untermalung. Einerseits die Musik, die in Digitalqualität daherkommt, aus rockig-technoiden Instrumentalen besteht, und total lässig wirkt. Die Musik war schnell Kult, und als ich nach Jahren bei der ersten GDI-Mission wieder "Act On Instinct" hörte, bekam ich sofort Gänsehaut. Stichwort Coolness, perfekt verklanglicht, genial. Eines der wenigen Spiele, die ich öfter mal ohne eigene Musik aus dem CD-Player spiele. Saugeil.
Auch das Bauen von Gebäuden wurde für damalige Verhältnisse grafisch sehr cool umgesetzt. Jedes Gebäude entsteht nach der Konstruktionszeit in Sekundenschnelle aus dem Boden und baut sich vor den Augen des Spielers aus seinen Elementen auf. Total bescheuert, dass so ein kleines Detail einen so großen Teil des Spielspaßes ausmacht, aber es ist so. Und wenn dann die ersten Panzer aus der Waffenfabrik rollen und bei Anklicken ihre Meldungen abgeben ("Ready and waiting"), da fühlt man sich sofort heimisch. Später schickt man ganze Heere aus kombinierten Streitkräften und Infanterie los, mit Helikopterunterstützung, Artillerie aus der zweiten Reihe usw.

Warum aber löste das Prinzip der "Echtzeitstrategie" diesen Boom aus? Weil es einfach eine kleine Revolution war. Vorher waren größtenteils rundenbasierte Strategiespiele gut gemacht und erfolgreich, wo man ganz in Ruhe seine Aktionen vorbereiten und ausführen konnte und dann die Reaktion des Gegners abwartete. Hier aber agieren beide Seiten simultan, in Echtzeit eben, es ist ständige Aufmerksamkeit erfordert, schnelles Reagieren, Entscheidungen sind in Sekundenschnelle zu treffen. Schaffen es meine Gun Turrets allein, den anrückenden Feind zu zerlegen oder ziehe ich Teile meiner Offensivkräfte ab und schicke sie zur Unterstützung zurück? Verdammt, da ist doch noch eine versteckte FLAK, die meine Helikopter beschießt. Lohnt sich der Verlust für die Zerstörung der gegnerischen Werkstatt oder pfeife ich sie zurück? Das unmittelbare Verhalten von Aktion und Reaktion wirkt hier und bei allen Nachfolgern so fesselnd.

Beim Kommandieren und Zusammenstellen der Armee ist dann erstmals wirkliches Geschick des Generals vonnöten, denn jede Einheit hat unterschiedliche Stärken und Schwächen, die berücksichtigt werden wollen. Wer einfach nur zwei Dutzend Rocket Launcher in Richtung gegenerische Basis schickt, der hat schnell verloren. Vielmehr muss man erst mit leichten Einheiten scouten, mit Scheinangriffen den Gegner ablenken, mit durchschlagenden, aber empfindlichen Einheiten aus der Ferne bombardieren und von stabilen Panzern decken lassen usw. Taktisches und strategisches Überlegen ist ebenso wichtig wie ein ökonomisches Einsetzen der knappen Ressourcen. Denn die beste Armee nutzt Dir nichts, wenn inzwischen ein kleiner Stoßtrupp des Feindes Deinen Bauhof plattmacht (der Super-GAU, denn ohne Bauhof lässt sich nichts mehr bauen). Man sollte also auch dafür sorgen, dass die eigene Basis nicht ganz wehrlos dasteht.

So wie sich die Einheiten einer Fraktion untereinander unterscheiden, so unterschiedlich sind auch die der beiden Seiten. Wo die GDI vornehmlich auf träge, aber stabile und durchschlagskräftige Soldaten und Gefährte setzt, so sind die Einheiten von Nod eher schnell und beweglich, dafür richten sie i.A. aber weniger Schaden an. Auch das muss berücksichtig werden und macht Spaß.
Das sogenannte Balancing ist für damalige Parameter sehr gut gelungen und wurde auch später meiner Erfahrung nach nur vom erwähten "Starcraft" übertroffen.


Zu bemängeln gibt es nach heutigen Maßstäben natürlich auch was. Die KI des Gegners ist eigentlich zu schwach. So kann es vorkommen dass sich zwei entgegenkommende Einheiten auf einer Brücke gegenseitig den Weg versperren, sodass beide stehen bleiben, und nichts passiert weiter, für den Rest der Mission (es sei denn, man greift ein und an). Auch ist es total schwachsinnig, dass der Gegner seine jeweilige Smartbomb (entweder eine Atombombe oder eine Ionenkanone, jeweils ungeheuer zerstörerisch, aber sehr selten einsetzbar) verschwendet, indem er einen lumpigen Geschützturm damit plattmacht. Sehr effektiv ist es auch, den Mammoth Tank der GDI mit einem Recon Bike kurz zu beschießen und dann zur eigenen Basis zu flüchten. Der Tank fährt brav hinterher, wehrt sich aber nicht gegen das ihn empfangende Sperrfeuer, weil der Befehl ja lautet, das Bike zu bekämpfen. Und schlussendlich sind auch die Harvester sehr beliebt, die sich ständig gegenseitig im Weg stehen. Die schwache KI ist ein echter Kontrapunkt, wenn nicht der entscheidende.

Auch die Steuerung ist aus heutiger Sicht eher umständlich. Will man eine Kompanie Schützen rekrutieren, dann muss man wirklich zehn Mal den entsprechenden Bauauftrag geben. Warteschlangen, wie sie heute üblich sind, gibt es noch nicht. Auch das Pathfinding der eigenen Einheiten ist noch sehr naiv gestrickt. Wird ein Engpass für kurze Zeit von einer anderen Einheit blockiert, sucht sich die KI den nächsten Weg, der mitunter einmal die ganze Map umrunden würde. Nerv.

Schade ist das Handling des Schwierigkeitsgrades. Während die ersten 24 Missionen für beide Seiten mit etwas Geduld eher einfach zu bewältigen sind, haut das Add On (jeweils acht neue Missionen) richtig rein und sind teils unverschämt schwierig. Beispielsweise schloss ich das letzte Nod-Kapitel des Urspiels in etwa dreieinhalb Stunden und ohne größere Schweißausbrüche ab, während ich momentan noch an der zweiten Bonusmission zu knabbern habe, und das schon seit geschätzte vier Stunden Nettospielzeit. Das steht eigentlich in keinem Verhältnis. So entsteht schonmal leichter Frust, wenn Welle um Welle von schwersten GDI-Einheiten anrollen während man noch dabei ist, die Basiskomponenten seines HQ zusammenzubasteln. Da braucht es einiges an Timing und Erfahrung, um da nicht vorzeitig das Handtuch zu werfen.
Kleinere Schwächen in der Menüführung gehen unter und haben für mich keine echte Relevanz.


Die Minuspunkte werden jedoch bei weitem ausgeglichen. Das Kommandieren macht einfach absolut süchtig, ich bin stundenlang wie gefesselt vom Hin- und Hertaktieren, Ausspähen der gegnerischen Basis, eine möglichst effektive Verteidgung zu entwickeln, mit getarnten Einheiten zu infiltrieren, detaillierte Schlachtpläne auszubaldowern und auch noch zu sehen wie sie funktionieren (meistens) und so fort. Manchmal sitze ich vier bis fünf Stunden vor dem Bildschirm und merke erst nach dem kompletten Vernichten des Gegners, dass ich schon längst mal aufs Klo muss, mein Fuß eingeschlafen ist, ich einen Mordshunger habe und vor allem in der ganzen Zeit nicht eine Kippe geraucht habe. Die typischen Suchterscheinungen eben. Ein Kriegsspielzeug für große Kinder.
Der größte Trumpf des Gameplay ist und bleibt einfach diese absolute Coolness, die ausgestrahlt wird. Dazu tragen auch die damals revolutionären Zwischensequenzen bei (in der deutschen Fassung teilweise geschnitten), und allein die Punktewertung nach einer Mission ist ein Erlebnis für sich.


Ein betagtes Stück Geschichte der Unterhaltungssoftware also, die es immer noch in sich hat. Ich bin begeistert und vergebe aufgrund der Alterserscheinungen vier Punkte.


PS: Natürlich gibt es auch eine Multiplayerfunktion, die ich aber mangels Erfahrung nicht bewerten kann. TIOLI.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
X2005

X2005

09.02.2008 21:16

bin grad wieder am installieren! ;) gruß X

XoceansoulX

XoceansoulX

31.08.2007 11:57

C&C hab ich damals nur am Nintendo 64 gezockt...muss auch schon eine Weile hersein

Thor1983

Thor1983

28.08.2007 23:46

Oh ja, das waren noch Zeiten ^^ Schöner Bericht, den liest man gerne. Btw, es heißt Nod nicht NOD. Nod ist nämlich keine Abkürzung wie GDI sondern ein direkter Name, als Anlehnung an das Land Nod, in das Kain (engl. Kane) ins Exil gegangen ist, nachdem er seinen Bruder Abel erschlagen hat.

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