Commodore 64 DTV 30Game Joystick

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Commodore 64 DTV 30Game Joystick

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ARD. ZDF. C-64.

3  22.11.2005

Pro:
30 Spiele inklusive Eingabegerät bzw .  Eingabegerät inklusive 30 Spiele für nur 25 Euro  -  gemessen an dem, was PC -  und Konsolenspiele sonst kosten, ist das natürlich sehr günstig

Kontra:
für meinen Geschmack zuviel (Renn - )Sport

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

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Wer die Bildersuche der Suchmaschine "Google" in diesen Tagen nach einer gewissen Jeri Ellsworth fahnden lässt, dessen Suche belohnt google mit einer Auswahl von Bildern einer jungen Frau, die eher noch etwas jünger wirkt als die 28 Jahre, die sie tatsächlich schon auf dem Buckel hat. Trotz ihres jugendlichen Alters und Aussehens ist Jeri Ellsworth in der Computerszene eine Berühmtheit: Schließlich hat die Garagenbastlerin dem legendären Heimcomputer Commodore 64 im Alleingang zu neuer Berühmtheit, ja sogar zu einer Wiederauferstehung verholfen.

Als der Commodore 64 seinen Siegeszug um die Welt antrat, war Ellsowrth gerade einmal sechs Jahre alt, und als der Bau des C-64 eingestellt wurde, war Ellsworth noch immer sechs Jahre vom Erreichen der Volljährigkeit entfernt. Trotzdem muss der laut Medienberichten von den Fans liebevoll als "Brotkasten" titulierte Rechner (komisch - ich erinnere mich zwar noch gut an den C-64, aber daran, dass irgendeiner von uns die Kiste so genannt hätte, erinnere ich mich nicht) auf die junge Jeni tiefen Eindruck gemacht haben.

Jedenfalls hat die Tüftlerin nicht geruht und gerastet, bis sie den laut Guinness-Buch der Rekorde meistverkauften Heimcomputer der Welt nachgebaut hatte. Und nun gibt's ihn wieder zu kaufen, den C-64 bzw. Ellsworths C-64-Klon - freilich nicht im Tastaturgehäuse, sondern, seiner wahren Natur entsprechend, im Inneren eines Joysticks. In dem soll allerdings wirklich und wahrhaftig das Innenleben eines voll funktionsfähigen C-64 hausen. Bastlern, die ähnlich begabt sind wie Ms. Ellsworth, wird ob dieser Botschaft wahrscheinlich das Herz aufgehen und der Lötkolben zu glühen beginnen.

Von technischem Sachverstand weitgehend unbeleckten Naturen wie mir bleibt, sich an dem zu freuen, womit der Commodore 64 auch in seiner quasi-autistischen Form ohne Schnittstelle zur Außenwelt aufwartet: Insgesamt 30 Spiele (angeblich sogar mehr, denn in dem unscheinbar wirkenden Gerät sollen sich auch noch ein paar so genannte "Easter Eggs" verbergen) hat man in Mister Joystick und Dr. Commodore untergebracht. Nachdem das Erscheinen einer PAL-tauglichen Variante zum Anschluss an deutsche TV-Endgeräte lange auf sich warten ließ, steht der "Commodore 64 DTV 30Game Joystick" nun endlich in den Läden; und dort harrt der C-64-Klon einer Kundschaft, die auf der Suche nach Gameplay aus zivilisierteren Tagen ist.

Seit dem letzten Wochenende steht das Wunderding auch bei mir zu Hause, und erste Tests hat es auch schon bestanden.

Gekostet hat mich der Spaß knappe 25 Euro - wohlgemerkt: exklusive der vier Batterien vom Typ "AA", die der Betrieb des Joysticks erfordert. Das ist um einiges teurer als die Alternative, sich irgendwo eine so genannte Emulator-Software und die "ROM" genannten Spiele für den C-64 zu besorgen. Dabei ist es aber auch um einniges einfacher: Batteriefach aufschrauvben, Batterien einlegen, Batteriefach zuschrauben, das Cinch-Kabel des Joysticks mit den entsprechenden Eingängen am Fernseher oder Videorecorder verbinden - schon kann's losgehen. Wer je mit den Tücken eines der gängigen Emulatoren gekämpft hat, wird das zu schätzen wissen: Hier darf man das Wort vom "plug'n play" wirklich mal getrost im Munde führen. Die Bedienungsanleitung, ein reines Augenpulver in serifenloser 4pt-Schrift, muss ich dafür zum Glück nicht ein einziges Mal bemühen: Tatsächlich hat mir die Erstinstallation und Inbetriebnahme des Gerätchens selbst im Zustand fortgeschrittener Trunkenheit weniger Mühe bereitet als der erst nach heftigem Ziehen, Zerren und Herumsäbeln mit Schere und Messer von Erfolg gekrönte Versuch, den Plastikknüppel aus seiner reichlich extravaganten Verpackung zu befreien.

Und wie geht's nun weiter?

Nachdem der Non-USB-Stick an den Fernseher (jawoll, auch der neue C-64 benötigt natürlich keinen Monitor, sondern versteht sich ganz ausgezeichnet mit dem Fernseher) angeschlossen ist, gilt's erstmal den kleinen Schalter an der Front des Joysticks-Gehäsus aus der Position "off" in die Position "on" zu bewegen. Nachdem eine kleine rote LED den Erfolg der Aktion durch Dauerglühen bekundet, sieht sich der erwartungsvolle C-64-Nostalgiker zunächst mit einer Abfolge verschiedener Standbilder mit den unvermeidlichen Angaben zum Copyright konfrontiert. Glücklicherweise dauert die Rechtsbelehrung nicht annähernd so lange, wie das bei manchen DVDs der Fall ist.

Im Anschluss geht's dann wirklich los: Vor schwarzem Hintergrund und zu brodelnder, dreistimmiger Midi-Sound-Kulisse erscheint eine Liste mit den Titeln der Spiele, die ihren Weg in die Kombination aus Computer, Datenträger und Spieleingabegerät gefunden haben. Womit wir übrigens auch schon beim Wermutstropfen angelangt sind: Wenn mich der famose Stick der Jery Ellsworth letztlich doch nicht so begeistert, wie er's potenziell könnte, dann liegt das vor allem an der Auswahl der Spiele. Die scheinen mehrheitlich aus einer Zeit zu stammen, in der ich dem C-64 schon wieder entwachsen war, udn so fehlen mir einige meiner persönlichen Favoriten. Eigentlich fehlen fast alle, und im Umkehrschluss heißt das leider nicht nur, dass das Gros der vorhandenen Spiele nicht zu meinen Lieblingen gehört: Viele der Titel sagen mir schlicht und ergreifend nichts. Das wusste ich zwar schon vor dem Kauf, aber trotzdem habe ich mich nicht abschrecken lassen: Die Aussicht darauf, mal wieder eine Runde "Jumpman Junior" spielen zu können, ohne mich über irgendwelche Bugs in der Emulator-Programmierung zu ärgern (oder darüber, dass ich keinen Joystick besitze und die Spiele aus der Kreidezeit der Konsolen per Tastatur spielen muss), war verlockend genug.

Ansonsten bietet mir der Stick, wie gesagt, nicht viel, was ich kenne. leider ist mir die Auswahl auch einigermaßen schleierhaft: Liegt das daran, dass die meisetn Spiele jüngeren Datums sind als "meine" Klassiker? Oder spiegelt die Auswahl vielleicht doch eher landestypische Präferenzen wieder - und nicht so sehr deutsche, die sich vielleicht wirklich von den Geschmäckern in anderen Ländern unterscheiden ... ?

"Pit Stop", "Pit Stop II", "Summer Games" und "Winter Games" sind vertreten - immerhin, die kenne ich nicht nur dem Namen nach; zu meinen Favoriten haben die aber schon damals nicht gehört. Was ist mit "Pole Position", "Aztec Challenge", "Donkey Kong", "Moon Patrol", "Frogger", "Q-Bert", "Pac-Man", "Zaxxon" ... ? Zugegeben - das waren vielleicht Arcaden-Spiele, die "nur" für den C-64 lizenziert, nicht aber eigens für den C-64 geschrieben worden waren; trotzdem haben sie sich meines Wissens auch bei der Commodore-Gemeinde großer Beliebtheit erfreut. Ich vermisse sie trotzdem - genauso wie "Blue Max", "Gridrunner", "Skramble", das berühmt-berüchtigte "Raid over Moscow", "Ghostbusters", "B.C.'s Quest for Fire", "Hunchback", "Galaga", "Soccer II", "One on One", "Sex Maniacs on Dope" und eine ganze Reihe anderer persönlicher Lieblinge. Ok, zugegeben - einen der vorgenannten Titel habe ich erfunden.

Mit "Zynaps" hat zwar wenigstens eine "Skramble"-Variante in den Stick gefunden, aber es ist bei weitem nicht die beste, die ich kenne.


R e s ü m e e

Dementsprechend schreibe ich mein Fazit mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Die technische Leistung, die hinter dem Produkt steckt, können andere besser beurteilen als ich - offenbar aber hat Jeri Ellsworth mit ihrer Miniaturisierung eines legendären Computers aus den 80er Jahren da ganze Arbeit geleistet. Die Verarbeitung des Joysticks ist, so jedenfalls mein Eindruck, solide: Früher, als alles noch genauso war wie's heute nicht mehr ist, habe ich mal einen Joystick mit der Bezeichnung "Quickshot" besessen. Der war insofern ziemlich teuer, als er damals in etwa soviel kostete, wie das stabilere "Competition Pro"-Modell heute inklusive Software kostet. Zudem hielt der Joystick etwas robusterer Beanspruchung nicht lange stand; es war nur eine Frage der Zeit, bis das Dingen nicht mehr oder nur noch eingeschränkt funktionierte - und die Zeit, bis es soweit war, dauerte nicht sehr lang.

Da ist das neue Modell inklusive seiner 30 Spiele (komplette Listen sind z.B. bei amazon einzusehen; ich bitte um Nachsicht, wenn ich meiner Abneigung gegens Listenschreiben auch in diesem Fall nachgebe) schon von anderem Holz: wenigstens ind punkto Dauerhaftigkeit scheint dieses Modell durchaus sein Geld wert zu sein, Sollte ich den Spaß daran verlieren, bevor die Technik schlapp macht, liegt das sicherlich nicht am mechanischen Verschleiß: "Jumpman Junior" wird mich bestimmt noch eine Weile begleiten, sicherlich werde ich im Laufe der Zeit auch noch das eine oder andere Spiel für mich entdecken. Was mir allerdings weitgehend fehlt, ist der Reiz des nostalgischen "Weißt-du-noch", den mir vertrautere Spieleklassiker für mich haben - und der ist schließlich das Wesentliche bei einem Retroprodukt.

Mithin: sechs Punkte für die Pionierleistung von Garagenbastlerin Jeri Ellsworth, fünf Punkte für die Verarbeitung der Hardware - aber leider nur drei Punkte von mir für die etwas enttäuschende Auswahl der Software.



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hundeliebe02

hundeliebe02

08.01.2007 00:15

Ein toller Bericht. Liebe Grüße Edith und Claus

Tut_Ench_Amun

Tut_Ench_Amun

26.11.2005 00:45

Hieß das Teil nicht "B.C's Quest for Tires?" ... naja, ich vermisse da auch noch Dambusters, A.C.E, Raid over Bunglin' Bay, G.I. Joe, Paradroid, Boulder Dash und so einige andere - etwa R-Type oder Katakis. Ach ja: International Karate oder Way of the exploding Fist und Bruce Lee als Uhrahnen heutiger Prügelspiele... ich hör jetzt lieber auf, sonst brech ich noch in nostalgische Tränen aus ;-)

MedienPanther

MedienPanther

24.11.2005 16:56

Klasse Bericht. Das Teil muß ich mir auch mal anschauen, vor allem die Liste der Titel. Vielleicht ist das was für mich. Hätte zwar den Amiga früher, abner oft bei Freunden auf dem C64 mitgespielt. LG Markus

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