Commodore 64

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Der gute alte C64

4  07.09.2001

Pro:
Heute billig zu haben

Kontra:
Leider veraltet

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

oboersie

Über sich: Draussen wirds kälter und die Abende werden länger....Also viel Zeit fürs Internet und Ciao!

Mitglied seit:01.02.2000

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 75 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Vor etwa 17 Jahren bekam ich meinen allerersten Computer. Es handelte sich dabei um den Commodore 64. Es war die Version 1 dieses Computers, er wurde auch liebevoll "Brotkasten" wegen seines aussehens genannt.
Was waren das damals noch für Zeiten!
Die Ladezeiten dauerten mehrere Minuten, die Grafik war schlecht und trotzdem machte es riesigen Spaß mit dem C64 zu computern, wobei die meiste Zeit davon natürlich gespielt wurde, den Spiele gab es wie so um die 1000,denke ich.
Bis heute steht der C64 noch bei mir im Keller, ich hatte schon den Gedanken ihn bei ebay zu versteigern, mit Zubehör bekommt man immerhin noch so um die 50 DM, doch irgendwie will ich mich dann doch nicht so richtig vom dem Ding trennen.
Und so liegt er also weiter im Keller rum.

Der C64 selber
**************
Der C64 hatte sein gesamtes Innenleben unter seiner Tastatur. Dieses Innenleben bestand aus 64 kb Speicher, einem Prozessor mit einer Rechenleistung von knapp unter einem Hz!
Der Grafikchip konnte insgesamt nur 16 Farben darstellen, bei der höchsten Auflösung von 320x200 sogar nur 2 gleichzeitig auf einer Fläche von 8x8 Pixeln.
Bei einer Auflösung von 160x200 konnten dann alle Farben gleichzeitig dargestellt werden.
Der Soundchip war gar nicht mal so schlecht, immerhin 3 Stimmen standen zur Verfügung, damit konnte man schon richtig was anfangen.
Programmieren konnte man den C64 in Basic, was nicht allzu schwer war, jedenfalls kleinere Programme bekam fast jeder hin.

10 Print"Wie heisst Du?"
20 Input A$
30 Print"Hallo"A$

Das war z.B ein kleines Programm, welches einen nach dem Namen fragte. Gab man seinen Namen ein, erschien dann Hallo (Name)!
Toll nicht!
So einfach gehts heute nicht mehr.

Um aber mehr aus dem C64 rauszuholen, mußte in Assembler programmiert werden, die Maschinensprache, die der C64 sofort verstand, ohne Rechenleistung beim übersetzten zu vergeuden.
Nun, davon hatte ich leider null Ahnung.

Das Zubehör
*************
Als allererstes brauchte man natürlich ein Speichermedium. Für den schmalen Schülergeldbeutel bot sich da die kostengünstige DATASETTE an.
Das war ein einfacher Kassettenrecorder, der die Programme auf einfachen Audio-Kassetten speicherte.
Und das ging so:
Man musste "Load" eingeben.
Die Kassette fing an zu laufen.
Wurde ein Programm gefunden, erschien:
Found Programm
Nach einiger Zeit war das laden fertig.
Loading.
Nun noch "Run" eingeben, und das Programm lief.
Der nachteil war die furchtbar lange Ladezeit. Durch sogennante Turbo-Loader wurde das ganze ein wenig schneller, dauerte aber immer noch etwa 2 Minuten je Programm. Dazu kam noch mal ca. eine Minute, um den Turbo-Loader zu laden. Eine langwierige Angelegenheit. Auch funktionierten grössere Programme, die aufgrund der geringen Speicherkapazität des C64 nachladen mussten nicht mit der Datasette.

Deswegen gab es das Diskettenlaufwerk 1541
Damit konnten die Programme von 5 1/4 Zoll Disketten geladen und gespeichert werden.
Auf eine Diskette gingen immerhin 170 kb je Seite.
Wollte man wissen, was auf einer Diskette drauf war, so gab man ein:
Load"$",8
Dann erschien das Inhaltsverzeichnis, und man konnte ein Programm laden.
Auch mit dem Diskettenlaufwerk dauerte das laden immer noch bis zu 2 Minuten. Deshalb gab es auch für das 1541 Turbo-Loader.
Übrigens, gepackt wurden die Progamme auch damals schon, um Platz auf den Disketten zu sparen, und die Ladezeiten möglichst gering zu halten.

Drucker gab es natürlich auch, ich hatte aber leider nie einen.
Gedruckt wurde nur in Schwarzweis, und einen Krach machten die Dinger, das man am besten aus dem Zimmer ging, es dauerte sowieso mal wieder sehr lange bis der Ausdruck fertig war.
War wieder Ruhe, konnte man das Zimmer wieder betreten, der Ausdruck war fertig!

Enorm wichtig war natürlich ein Joystick!
Anschliessen konnte man derer 2, zum spielen dürfte der Joystick einfach nicht fehlen.
Einfach Stöpsel in den Joystick-Port, und los gings. Kein installieren wie heute!
Es funktionierte einfach.

Irgendwann gegen Ende der C64 Ära gab es sogar eine Art Windows namens "Geos"!
Dazu konnte man dann sogar eine Maus erwerben.
Geos und die Maus brauchte allerdings niemand wirklich.

Monitore gabs auch, es reichte aber aus, den C64 einfach an den heimischen TV-Apparat anzuschliessen.
Für die Auflösung von 320x200 reichten Fernseher vollkommen aus.

Wichtig war auch ein Reset-Schalter.
Stürzte der C64 ab, gab es keine andere Möglichkeit, als auszuschalten, ein Reset-Schalter löste dieses Problem, er kostete lediglich ca. 5 DM.

Es gab noch so viel mehr:
Scanner!!!!, Digitalisierer um Musik oder Töne einzuspielen, Schummel Module wie Action Replay, ja sogar Modems gab es schon, da wurde noch der Telefonhörer auf Modem gelegt!

Die Spiele
***********
Das wichtigste für mich waren damals aber die Spiele!
Hier mal eine kleine Auswahl der besten:
-Uridium
-Summer Games 2
-Winter Games
-Decathlon
-Raid over Moscow
-Pirates!
-M.U.L.E.
-Racing Destruction Set
-R-Type

Es gab einfach in jedem Genre viiiiieeeele Spiele, kein Mensch konnte alles spielen, obwohl die Spiele lange nicht so komplex wie heute waren.
Teilweise waren die Spiele sehr schnell durchgespielt.
Na und, es gab ja genug!
Nach der Schule wurden oft regelrechte Turniere bei Summer oder Wintergames ausgetragen da konnten bis zu 8 Spieler mitmischen. Teilweise sogar schon mit Splitscreen 2 Spieler gleichzeitig.
Diese Nachmittage werde ich niemals vergessen, es war einfach wunderbar, immer was los.
Alleine wurde dann trainiert, um ja beim nächesten Turnier gut auszusehen.
Sogar die Schwestern von meinen Freunden spielten immer begeistert mit!
Aber natürlich waren wir Jungs immer die besseren, logo, oder? ;-)

Die Cracker
************
Zu der Zeit des C64 gab es eine sehr ausgeprägte Raubkopierer-Szene. Da die Datenträger Diskette sowie Kassette sehr einfach zu kopieren waren, versuchten die Spielefirmen mit ihren Kopierschutzen den Crackern das Handwerk zu legen.
Dies gelang jedoch nie.
Zum Teil waren die Spiele schon gecrackt, bevor sie überhaupt in den Handel kamen.
Jeder Cracker setzte dann einen eigenen Vorspann vor das gecrackte Spiel.
Da gab es Namen wie Dynamic Duo, Firecracker, The Mule usw.
Diese Vorspänne waren teilweise wahre Demonstrationen des Programmierkönnens der Cracker.
Da wären viele besser als richtige Spieleprogrammierer aufgehoben gewesen.
Zu späteren Zeiten wurde das auch den Spielefirmen und cracker bewußt, so das einige der Cracker dann auf einmal Spiele programmierten!

Die Magazine
**************
Für den C64 gab es sogar ein eigenes Computermagazin namens 64´er.
Es erschien monatlich und beschäftigte sich ausschließlich mit Themen rund um den C64.
Darin wurden auch kleine Programme abgedruckt, die man dann mühselig abtippen konnte.
Wer zu faul war, bestellte sich die zugehörige Diskette, die aber immerhin 30 DM kostete.

Später gab es dann sogar 2 reine Diskettenmagazine.
-Magic Disk 64
Alle Themen rund um den C64 waren auf einer beidseitigen Diskette, auch der Text!
Ein Heft dazu gab es nicht.
- Game On!
Wie Magic Disk 64 nur eben alles rund um Spiele.

Dann gab es noch Input 64 auf Kassette, später glaube ich auch auf Diskette.
Dieses Magzin hat sich aber aufgrund des hohen Preises von 19,80 DM nie richtig durchsetzten können, obwohl es sehr gut war.

Fazit
*******
Es war eine wunderbare Zeit, damals mit dem C64!
Gegenüber heutigen Computern wirkt die Leistung zwar wie die von einem Taschenrechner oder einem Handy, trotzdem machte es unheimlich viel Spaß die pixeligen Grafiken der Spiele zu betrachten.
Im laufe der Jahre holten die Programmierer immmer mehr aus dem guten, alten C64 raus, es war sogar möglich durch Tricks 256 Farben darzustellen.
Weiterhin konnte der Soundchip auf einmal eine 4. Stimme erzeugen!
Diese war Digital, und wurde meistens für Drums und Samples verwendet. Damit wurde der Sound um Welten besser!
Chris Hülsbeck war damals dafür verantwortlich, er macht auch heute noch die Musik für eine vielzahl von Computerspielen!
Die Leute die den C64 jetzt mal kennen lernen möchten, brauchen keinen bei ebay zu ersteigern.
Im Internet kann man sich Emulatoren sowie fast alle Spiele, die es jemals gab runterladen.
Einfach bei einer Suchmaschine den Begriff "C64" eingeben, da müßte dan einiges dabeisein.
Das runterladen der Spiele geht heute selbst mit einem analogen Modem 10mal so schnell wie das laden damals!
Wahnsinn oder?
So, das ist jetzt glaube mein bisher längster Bericht geworden.
Ich hoffe, das lesen hat ein wenig Spaß gemacht. Danke dafür!
Gruß, Euer
oboersie
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Dr_Frantic

Dr_Frantic

28.05.2009 11:58

Ja das waren noch schöne Zeiten, am schönsten find ich das Herunterfahen des Computers ;-)

Corbeau

Corbeau

10.10.2004 23:15

Mann, waren das Zeiten!

Kittyluka

Kittyluka

08.10.2004 21:11

du hast maniac manson vergessen :) das hüpfende Kondom ausm schaufenster :) guter Bericht, er triffts genau, mein alter steht auch noch im keller :)

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