Commodore 64

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Commodore 64

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Eine unvergessene Computerlegende

5  13.09.2009

Pro:
Spielspass, für damals bahnbrechende technik, bedienung

Kontra:
commodore pleite

Empfehlenswert: Ja 

Kaucher01

Über sich:

Mitglied seit:21.06.2008

Erfahrungsberichte:23

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 28 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Eines Vorweg: PS3- und XBox-Jünger werden mir dieser Perle der Computergeschichte wohl wenig anfangen können, Veteranen schlägt bei diesem Gerät aber das Herz höher: Der Commodore 64 prägte eine ganze Heimcomputer-Ära.

Was findet man nicht so alles beim Kumpel auf dem Dachboden: Fotoalben aus vergangenen Tagen, den Rubikwürfel und die VHS-Kassetten mit sämtlichen Knight Rider-Folgen aus den 80ern - und einen C64 mit Dikettenlaufwerk und Quickjoy-Steuerknüppel. Na dann: Runter damit ins Wohnzimmer, an den Fernseher anschliessen und losgelegt. Wie? Anschliessen? Loslegen? Braucht man da nicht zig Computerkenntnisse wie heite mit Windows Vista?
Nein - es war damals tatsächlich so: In den 80er Jahren wurden wir noch nicht von Bluescreens erschlagen, das Internet wie wir es heute kennen, existierte damals noch nicht und der PC far hauptsächlich in Büros anzutreffen, für den Privatanwender viel zu teuer. Beim C64 genügte es, den Computer an den Fernseher anzuschliessen, dann Floppy und Joystick an die damals noch sehr wenigen passenden Buchsen anzustecken und einfach loszulegen. Selbst Einsteiger kamen damit schnell klar, ein umfangreicher Kurs war da nicht von nöten. Aber kommen wir zu den einzelnen Punkten des besagten Heimcomputers:

Vorweg gesagt: Ich vergleiche den C64 mit der Technik von damals, nicht von heute. Es wäre aufgrund der Technik, wo zwischen damals und heute Welten liegen, auch sehr unfair. Aber eines hat sich nicht geändert: Spiele müssen Spass machen, und das zählt.

Grafik und Sound:
Die Grafik war für die Damalige Zeit sehr gut, und konnte mit der damals Aktellen NES-Konsole locker mithalten, Konsolen wie der Atari VCS wurden locker übertroffen. Mit dem Sound ist es sogar noch besser: Der SID-Soundchip hatte damals so ziemlich alles übertroffen. Selbst verständliche Sprachausgabe existierte, man denke nur an "Impossible Mission" oder auch die rockigen Musikklänge bei damals erstklassigen Formel 1-Simulator "Grand Prix Circuit".

Bedienung:
Selbst moderne PCs können sich da eine Scheibe abschneiden: Keine ewigen Konfigurationen, kein ewiges geklicke - der C64 hatte nichtmal eine Maus.
Stattdessen wurde man mit einem Bildschirm und einem Cursor in Blautöenen begrüßt, und man konnte direkt loslegen: Dikette/Datasette rein, Load-Befehl eingetippt und er fing an zu laden. Und beim Laden war damals das größte Manko: Es dauerte oft eine Ewigkeit, bis die vergleichsweise wenigen Bytes geladen waren. Wer ein Datasette (ein LW dass mit handelsüblichenKassetten lief) sein eigen nannte, war besonders arm dran: Hier dauerte es noch länger. Bei den etwas schnelleren Diskettenlaufwerken gingen viele Programmierer einen anderen Weg: Sie entwickelten sogenannte "Schnelladeprogramme", die die Ladezeit auf ein erträgliches Maß verkürzten. Nachdem das laden Vorbei war, musste man Lediglich das wörtchen "Run" eintippen, und das Spiel/Programm startete. Machmal war nichtmal das nötig: Einige Spiele (z.B. Batman the Movie) starteten von alleine. Im Gegensatz zu heute konnte man allerdings (meistens) Spiele und Programme nicht einfach mit Klick auf "Exit" beenden, man musste den Computer Resetten oder ausschalten. Die Run-Stop-Taste wurde gerade in Spielen verhältnismäßig wenig genutzt, oft diente sie lediglich für Vituellen Suizid (z.B. Last Ninja).
Fazit: Das Gerät war sehr einstigerfreundlich, man benötigte keinen Monatelangen Kurs, um den Kasten zum laufen zu kriegen.

Umfang
Zu den Standard-Komponenten des C64 zählten neben dem Computer selber lediglich ein Joystick (überall günstig zu bekommen, ich denke da an die 10 DM-Joysticks) und ein Disk-oder Kassetten-Laufwerk. Und natürlich ein paar bespielte Disketten. Wer neben dem Spielen noch Arbeitete, hatte oft noch einen Nadeldrucker daneben stehen, der die Leute bei Bedarf mit laut Quietschenden Druckgeräuschen "unterhalten" hatte. Mit BTX gab es sogar eine Art Internet, allerdings Textbasierent statt hübschen Webseiten. Ich möchte auf dieses Netzwerk nicht genauer eingehen, da ich es kaum kenne. Neben den Standardkomponenten gab es noch jede Menge andere nützliche und weniger nützliche Dinge. So gab es für den C64 sogar eine Festplatte, die sich allerdings nicht durchsetzen konnte.
Fazit: Komponenten waren kostengünstig quasi an jeder Ecke zu haben.

Software/Spiele
Für den C64 gab es jede Menge Teils ausgefallene Programme und Spiele zu bewundern. So z.B. eine Art Windows, dass den Namen "Geos" trug, allerdings nicht wirklich ein Betriebssystem war - logisch, der Computer brauchte gar keines.
An Spielen hatte man auf dem C64 Auswahl satt: Von Geschicklichkeit über Sport bis zu Action gab es alles, was das Zockerherz begehrte. Bekannte Serien wie "Test Drive" nahmen hier ihren Anfang, Jahre vor "Need for Speed", auch Klassiker wie das Point & Click-Adventure "Maniac Mansion", dass mit viel rafik und toller Bedienung sowie klasse Geschichte Punktete, begannen hier ihre Reise in die Bücher der Spielegeschichte. Mit dem Spiel begann eine lange Ära der Point & Click-Adventures unter Lucas Arts (damals noch Lucasfilm Games), die solche Perlen wie Monkey Island oder Sam & Max hervorbrachten. Aber auch Shooter brauchten sich nicht zu verstecken: Bevor mit "Doom" die Ära der Ego-Shooter begann, waren die sogenannte Sidescroll-Shooter oder auch die Draufsicht-Shooter der Stand der Dinge. Mit Turrican, Commando oder auch R-Type konnte man Stunden verbringen. Auch die Prügelspiele konnten sich sehen lassen: Mit International Karate, der sogar mehrere Ableger hatte, gab es eine Astreine Karate-Simulation ohne Ecken und Kanten, wer Story, Abwechslung und gute Technik suchte, griff zur "Last Ninja"-Serie von System 3, bei dem nicht nur der Spielspass, sondern auch Grafik und besonders die erstklassige Musik zu gefallen wussten. Erwähnen muss ich unbedingt noch das Sportspielgenre. Klar, an ein FIFA kam ein Draufsicht-Fussballspiel wie Kick Off nicht heran, sorgte aber für langen Spielspass. Spielerisch auch heute noch mit vergleichbaren Simulationen mithalten können die Sportspielklassiker von Epix: Mit Spielen wie "Summer Games" und "Winter Games" wurde in Sachen Sportsimulation die Messlatte sehr hoch gelegt und zählt heute noch zu dem Besten was das Genre zu bieten hat. Gerade Leichtatletik-Disziplinen wie in Summer Games machen heutigen Spielen noch Konkurrenz. Neben "ernsten" Sportspielen gab es auch andere Wettspiele. So z.B. "California Games", bei dem man in Disziplinen wie Surfen antritt, oder Western Games, wo es solche Disziplinen wie Armdrücken gab. Sogar eine ausgefeilte Skateboard-Simulation, "Skate or Die", gab es - lange noch vor Tony Hawks Pro Skater. Man sieht also: für Abwechslung war gesorgt. Totalausfälle gab es aber leider schon damals: Das beste Beispiel war das unsägliche "Sex Games", für das schon damals kein normaler Mensch Geld auf den Ladentisch legte.
Fazit: Die Auswahl war Riesig, es war viel Abwechslung vorhanden, und einige Titel können in Sachen Gameplay noch heute mithalten. Zudem kosteten die Spiel nicht viel, und die meisten tauschten schon damals ihre Spiele dieber auf dem Schulhof.


Alles in allem war der C64 ein erstklassiger Computer, bei dem man nicht viel Zeit brauchte um damit zurechtzukommen. Klar, die Technik ist ergraut, aber den Spass stört es kaum.
Commodore ging im übrigen nach solchen Verkaufsflops wie dem "Amiga CD 32" 1994 Pleite, der C64 bleibt aber ein unvergessliches Spielspassgerät.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Silberglanz

Silberglanz

14.09.2009 20:47

Hehe, die Giana Sisters hab ich auf dem Amiga gespielt ^^ Den C64 hatte ich leider nie, aber dafür mein Bruder... Ich besaß mit 5 Jahren den Amiga 500 - was für coole Games... *schwärm* ^^

Magistix

Magistix

14.09.2009 16:21

Ich hänge in Gedanken den Giana Sisters nach ;)

Wachbergindianer

Wachbergindianer

13.09.2009 21:52

Hach... da kommt Nostalgie auf und mein Herz hüpft ein wenig in die Höhe! ;-) LG

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