Cradle of fear (Film)

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Cradle of fear (Film)

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1-6 von 11 Erfahrungsberichten    
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Cradle of Filth meets Amateursplatter
Erfahrungsbericht von Realjackass über Cradle of fear (Film)
09.12.2005


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Musikalische Untermalung von Cradle of Filth, die auch selbst in dem Film mitspielen, sehr gute Splattereffekte
Kontra: Mit 120 Minuten Laufzeit viel zu lang, nicht jede Episode ist gleich gut, eigentlich nur Fans von Cradle of Filth zu empfehlen

Empfehlenswert? nein 

Kompletter Erfahrungsbericht

Was würdet ihr tun, wenn ihr hört, dass sich eure Lieblingsband an einem Film beteiligt hat, der in eurem Lieblingsgenre beherbergt ist? Und wenn darauf noch auf vielen Internet-Plattformen umwerfende Kritiken zu lesen sind? Natürlich würde an dieser Stelle jeder sofort mit "Ansehen!!" antworten und das war auch meine Einstellung, als ich von dem Britischen Splatterfilm "Cradle of Fear" hörte, an dem sich die weltweit bekannte Black Metal Band Cradle of Filth beteiligte, deren Musik ich nun schon seit einiger Zeit höre. Wieso ich dann aber letztendlich doch etwas enttäuscht wurde, erfahrt ihr im folgenden Bericht. Viel Spaß.


Story
----------------------
"Cradle of Fear" setzt sich aus vier Kurzgeschichten zusammen, die allesamt in die Hauptgeschichte um den Serienkiller, Pädophilen und Kannibalen Kemper (David McEwen), der in einer Irrenanstalt sitzt und den mysteriösen, dämonischen "The Man" (Dani Filth) eingebettet sind.

Erste Episode:

Die beiden Gothicgirls Mel (Emily Booth) und ihre Freundin Nikki (Melissa Forti) besuchen eines Nachts eine Szenendisco, auf der Suche nach gutaussehenden Männern. Mel findet dort sofort ihren Traumtypen (Dani Filth), den sie auch abschleppt. Es ist klar, worauf es beide abgesehen haben und es geht auch schnell zur Sache. Ihre neue Eroberung scheint aber direkt aus der Hölle zu kommen, denn der Akt wird für Mel zum Alptraum, an den sie sich am nächsten Tag nur bruchstückhaft erinnern kann. Fortan sieht sie überall merkwürdige, dämonische Wesen, die versuchen, mit ihr Kontakt aufzunehmen. Halb wahnsinnig vor Angst begibt sie sich zu Nikki. In der darauf folgenden Nacht wird sie von grausamen Schmerzen geweckt, irgend etwas scheint sich in ihrem Bauch zu bewegen..

Zweite Episode:

Sophie (Rebecca Eden) und Emma (Emma Rice) sind knapp bei Kasse und steigen deshalb in das Haus eines alten Mannes ein, um diesen zu berauben. Laut Informationen ist der Mann nicht zuhause, weshalb das ganze wahrscheinlich ein Kinderspiel wird. Zuerst läuft auch alles wie geplant: Die beiden räumen die Wohnung aus, doch als sie gerade gehen wollen, steht der Alte vor ihnen. Sophie bringt ihn kalblütig um. Danach nehmen die beiden ein Bad, um sich vom Blut des Mannes abzuwischen. Als Sophie Emma immer mehr zu misstrauen beginnt, ermordet sie auch diese. Für Sophie kein Problem, so hat sie mehr der Beute für sich. Glücklich geht sie nach Hause - dort soll sie allerdings bald Besuch bekommen...

Dritte Episode:

Nick (Louie Brownsell) und seine Frau rasen, mit Drogen zugedröhnt, durch die Stadt, wobei es zu einem Unfall kommt: Sie überfahren versehntlich einen Mann. Dies kümmert die beiden allerdings weniger, ihre größte Sorge gilt der Stoßstange, die glücklicherweise keinen Schaden davon getragen hat. Einige Zeit später wollen die beiden miteinander schlafen, was aber an der Tatsache, dass Nick ein Bein fehlt, scheitert. Sein Arzt verspricht ihm, dass er dem Abhilfe schaffen könne, allerdings brauche Nick dafür einen "Spender". Daraufhin stattet Nick einem alten Freund einen Besuch ab, bringt diesen um und amputiert dessen Bein. Ein großer Fehler, denn etwas später rast Nick wieder zusammen mit seiner Frau durch die Stadt, als sein neues Bein plötzlich ein merkwürdiges Eigenleben entwickelt...

Vierte Episode:

Der Journalist Richard (Stuart Laing), der sich bei seinen Recherchen auf kranke Internetseiten spezialisiert hat und auch ansonsten einen kleinen Schaden hat, stößt eines Tages auf eine Webseite namens "Sick Room", die dem Interessierten Betrachter echten Snuff verspricht. Natürlich ist Richard sofort davon angetan und testet das ganze aus: Auf dem Bildschirm erscheint ein kleiner Raum, in den ein hilfloser, verwirrter Mann hineingestoßen wird. Nun hat Richard per Mausklick die Möglichkeit, diesen Mann, gegen Bezahlung, so umbringen zu lassen, wie er es möchte. Er lässt seiner perversen Fantasie freien Lauf und der unschuldige Mann muss eines grausamen Todes sterben. Tage später möchte Richard wieder zum "Sick Room", allerdings ist die Seite nicht mehr auffindbar, die Adresse scheint sich geändert zu haben. Von nun an verbringt der Mann Tage und Nächte damit, diese Seite zu suchen, verliert dadurch sogar seinen Job und sein Haus. Das ganze geht sogar so weit, dass er von nun an vor einem Internet-Cafe übernachtet. Die Mühe soll sich aber lohnen, denn Richard findet den "Sick Room" durch einen Zufall wieder; allerdings anders, als ihm lieb ist..

In der Zwischenzeit hat sich der Inspektor Neilson (Edmund Dehn) gewaltsam Zutritt zur Zelle des Irren Kemper verschafft - er möchte den Serienkiller töten, koste es, was es wolle. Allerdings hat "The Man" da auch noch ein Wörtchen mitzureden..


Schauspieler
--------------------------------
Dani Filth, Frontmann und Sänger der berühmten Black Metal Band "Cradle of Filth" spielt "The Man", ein dämonisches Wesen, das in allen vier Episoden, sowie in der Hauptstory seine Finger im Spiel hat. Ich muss sagen, dass ich Dani Filth bisher noch nicht so oft gesehen habe, von einigen CoF Livevideos mal abgesehen. Letztendlich muss ich aber sagen, dass ich ihn mir genau so vorgestellt hätte, wie er in "Cradle of Fear" zu sehen ist. Sein Make-Up entspricht dem, mit dem er auch Live bei CoF performt und mit dem er sich des öfteren ablichten lässt. Eigentlich nichts besonderes, obgleich sein äußeres dämonisch wirken soll, ist Dani den Fans mit diesem Aussehen bestens bekannt. Es ist allerdings auch nicht sein Aussehen, dass ihn von der Masse der Schauspieler in dem Film so herausstechen lässt, vielmehr ist es seine absolut kranke Art, "The Man" zu spielen. Man hat als Zuschauer das Gefühl, dass sich Dani sehr darüber freut, endlich mal Menschen abschlachten zu dürfen. Im Ernst: So und nicht anders kommt sein Schauspiel rüber, mit dem sicherlich nicht jeder etwas anfangen kann. Ich kann nur sagen, dass ich nichts gegen Dani einzuwenden habe, auch wenn sein eigentliches Talent als Akteur eher begrenzt ist.

Die restlichen Schauspieler in dem Film sind Amateure, die größtenteils bis dato noch nie vor einer Kamera gestanden haben, was man ihnen deutlich anmerkt. Viele von ihnen sind absolut nicht ernst zu nehmen, bei anderen wiederum kann man sich ein Lächeln einfach nicht verkneifen. Trotzdem kann man ihnen allen einen guten Willen gutschreiben, der eigentlich bei jedem vorhanden ist. Wer in einem Splatterfilm gute Schauspieler haben will, sollte "Cradle of Fear" also am Besten fern bleiben.


Daten zum Film
--------------------------------
Originaltitel: Cradle of Fear
Alternativtitel: -
Land: Großbritannien (2001)
Regie: Alex Chandon
Buch: Alex Chandon
Länge: ca. 120 Min.
Freigabe: ungeprüft
Indiziert: Nein
@ Realjackass


Die beste Version
-------------------------------------
In Deutschland ist im Mai dieses Jahres eine DVD des Labels Dragon erschienen, die den Film ungeschnitten und in akzeptabler Qualität bringt. Auch interessant sind die Extras, auf die man mal einen Blick werfen sollte.

Finger Weg hingegen von der I-ON New Media DVD, die ca. um 8 Minuten gekürzt ist!


Kritik
------------------------
"Cradle of Fear" ist ein Splatterfilm auf Amateurniveau, soviel mal vorneweg. Wieso die Band Cradle of Filth an diesem Projekt mitwirkte, es musikalisch unterstützte und selbst mitspielte ist mir ein absolutes Rätsel, denn bei der Bekanntheit der Black-Metaler würde sie vermutlich jeder Horrorfilmregisseur dankend aufnehmen. Wie dem auch sei, meine Erwartungen an den Film waren sehr hoch, vor allem eben wegen Cradle of Filth, deren Musik ich schon seit langem höre und sehr mag. Vom Film selbst versprach ich mir einen Splatterstreifen erster Güte, vor allem aufgrund der zahlreichen positiven Meinungen einiger Kritiker bei ciao/yopi.

Nun, nachdem ich den Film aber gesehen habe, muss ich sagen, hätte ich auch nicht viel verpasst, wenn ich mein Geld anders investiert hätte. Während dem Betrachten des Films kam mir immer wieder der Name Olaf Ittenbach in den Sinn. Seine Filme, etwa "Premutos" oder "The Burning Moon", sind auch extrem billig und blutig, haben aber etwas zu bieten, was man "Unterhaltung" (ob freiwillig oder nicht sei dahingestellt) nennt. Die Bedeutung dieses Wortes scheint Alex Chandon leider nicht zu kennen. Sein "Cradle of Fear" ist zwar gut gemeint und dürfte für viele Cradle-Fans eine Offenbarung sein, aber mir war der Film schlicht und einfach zu zäh. Die Laufzeit dieses Machwerks beträgt volle 2 Stunden, was für einen Splatterfilm einfach viel zu viel ist. Nach einiger Zeit bin ich aufgrund dessen dann nur noch halbwegs interessiert vor dem Fernseher gesessen, gegen Ende war ich dann sogar froh, es endlich geschafft zu haben. So etwas darf eindeutig nicht sein.

Allerdings hätte aus "Cradle of Fear" ein richtig guter Film werden können, denn die Idee mit dem Serienkiller und mit Dani Filth, um die vier Kurzgeschichten gespinnt werden, ist alles andere als schlecht. Irgendwie hat jede der vier Episoden etwas mit den beiden genannten zu tun, gegen Ende gipfelt dann alles in einem blutigen Aufeinandertreffen, wo alle Fragen des Zuschauers geklärt werden. Meiner Meinung nach hätte es nicht geschadet, jede der vier Kurzstorys etwas zu kürzen, so dass der Film letztendlich 80, höchstens 90 Minuten läuft, das hätte voll und ganz gereicht.

Allerdings muss ich auch ein eindeutiges Lob aussprechen, dieses geht an die Splattereffekte. Diese sind zahlreich und weitgehend auch extrem hart. Zwar hat man alles aus "Cradle of Fear" irgendwo schonmal irgendwie gesehen, aber das macht nichts. Vor allem die ultra derbe Szene, als Mel´s Bauch in der ersten Geschichte aufplatzt, wird mir sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben. Im großen und ganzen ist der Film zwar nicht ganz so blutig, wie ich es aufgrund einiger Kritiken erwärtet hätte, aber das Gewaltniveau bewegt sich doch deutlich über dem, was man als Horrorfan ansonsten zu sehen bekommt.


Fazit
---------------------
"Cradle of Fear" ist leider nicht der von mir erwartete Kracher. Die musikalische Untermalung von Cradle of Filth aus dem Album "Midian" ist genial, ebenso ist es eine Wonne, Dani Filth zuschauen zu dürfen, aber ganz ehrlich: Ohne die Beteiligung der Black Metaller wäre der Film gänzlich uninteressant und vermutlich kurz nach seinem Erscheinen wieder in der Versenkung verschwunden. Ja, der Film bietet sehr derbe Effekte und die Episode mit dem "Sick Room" ist sehr gut umgesetzt, aber letztendlich ist die Laufzeit von 120 Minuten viel zu lang für einen Splatterfilm. So wird der Streifen sehr schnell langweilig und uninteressant, das hätte man auf jeden Fall anders machen sollen. Für Ottonormalverbraucher ist der Film, aber das muss ich vermutlich nicht erwähnen, schlichtweg ungenießbar und auch Horrorfans sollten aufpassen: "Cradle of Fear" ist ein viel zu langes Splatterfilmchen, das man vermutlich nur mögen wird, wenn man etwas mit Cradle of Filth anfangen kann.

Von mir gibt es 5 von 10 Punkten, allerdings hat es für eine Empfehlung nicht gereicht.

Mfg
Realjackass   

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