Crazy (Film)

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2  14.04.2001

Pro:
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Kontra:
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Empfehlenswert: Nein 

Details:

Humor

Spannung

Anspruch

Action:

Romantik:

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gellie

Über sich: Hi, nun bin ich auch hier bei Ciao schon etwas länger und habe mich auch richtig eingelebt. Es gefäl...

Mitglied seit:08.04.2001

Erfahrungsberichte:40

Vertrauende:5

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 39 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Gestern habe ich mir den Film Crazy bei Bekannten angeschaut. Viel gutes von dem Film gehört hatte ich auch schon und durch die Tatsache, dass der Film nach dem Autobiographischen Buch von Benjamin Lebert verfasst worden ist. Dies sorgte wohl auch in manchen TV Sendungen für Aufsehen und eine zeitlang war er dort viel zu sehen. Sein Buch und auch der nachfolgende Film wurden immer nur gelobt. Im Kino hatte ich den Film „Crazy“ leider verpasst und so freute ich mich wahnsinnig als Bekannte mich zum Videoabend einluden und ich nun den Film endlich sehen würde.

Inhalt:
Benjamin Lebert (Robert Stadlober), ein 16jähriger Junge der unter Halbseitenspasmus leidet. Er kann seinen linken Arm und sein linkes Bein nicht mehr bewegen. Da er schlecht in der Schule ist und andauernd sitzen bleibt, haben sich seine Eltern dazu entschlossen, Benjamin auf ein Internat zu schicken, damit aus dem Jungen auch was „richtiges wird“. Mittlerweile ist dies schon die fünfte Schule, die der 16jährige besucht. Natürlich hofft er das dies auch seine letzte wird und er hier nun sein Abitur absolvieren kann.
Doch an der Schule wird es ihm nicht leicht gemacht. Sein Zimmer muss er sich mit Janosch (Tom Schilling) teilen, der ihn aber anfangs gar nicht leiden kann. An seinem ersten Schultag stellt ihn die Französischlehrerin vor die ganze Klasse und er soll etwas über sich erzählen. Trotz seines Widerstandes muss er etwas sagen, das endet mit den Worten „.... und ich bin ein Krüppel.“ Benjamin kommt mit seiner Behinderung in keinster Weise zurecht und am meisten macht es ihm zu schaffen, dass er noch nie eine Freundin hatte. Janosch haut auch noch genau in diesen Schwachpunkt rein und quetscht ihn aus, ob er denn schon mal mit einem Mädchen geschlafen hätte.
Zur „Einweihung“ in die neue Schule, stellen Janosch und seine Kumpanen Benjamin erst einmal unter die kalte Dusche. Benjamin wollte das man ihn normal behandelt, doch das Janosch ihn unter die Dusche stellt, damit hätte er wohl auch nicht gerechnet. Nach diesem Vorfall ist Benjamin jedenfalls in die Clique aufgenommen. Ausser Janosch und Benjamin sind noch vier weitere pubertäre Jungs in dieser Clique: das Mädchen (sein Spitzname; eigentlich Florian), Troy, der Dicke und der dünne Felix.
Im Unterricht hat Benjamin jedoch weiterhin Probleme, weniger mit den Klassenkameraden, als mit dem Mathematikunterricht. Wieder schreibt er schlechte Noten und droht sitzen zu bleiben. Seine Mutter nimmt das Angebot von Benjamins Mathelehrer an, ihm nach der Schule separaten Nachhilfeunterricht zu erteilen.
An den Wochenenden, an denen Benjamin immer zu hause ist, spielen sich derweil Familiendramen ab. Sein Vater hat eine Geliebte und zofft sich nur mit seiner Mutter. Klar das die Mutter darunter leidet und dem Nervenzusammenbruch nahe ist. Die einzigste Vertraute ist nur seine Schwester, die jedoch genauso unter der (späteren) Trennung der Eltern leidet.
Auch wenn Benjamin nicht gerne im Internat ist, so ist es ihm doch lieber als Zuhause bei den streitenden Eltern. Mit seinen Freunden unternimmt er viel nach Schulschluss, oftmals jedoch nur sexuell orientierte Dinge, wie z.B. auf Kekse wichsen oder der Besuch in einem Striplokal. Schließlich verlieben sich Janosch und Benjamin in das gleiche Mädchen: Maleen, die ebenfalls das Internat besucht. Beide fangen an ihr zu imponieren und sie für sich zu gewinnen.
Das Ende bleibt dann (wie es auch zu erwarten war) offen.

Regie: Hans-Christian Schmid
Darsteller: Robert Stadlober, Tom Schilling, David Arrow, Julia Hummer u.a.
Land: Deutschland
Jahr: 2000
Dauer: ca. 93 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Fazit:
Leider erfüllte der Film nicht meine Erwartungen, bzw. ist überhaupt nicht mein Geschmack. Mag es daran liegen das es ein deutscher Film ist, oder daran, dass die Story keine „wirkliche“ Handlung hat. Worum dreht es sich denn wirklich in dem Film? Sicher, um Benjamin Lebert, seine Behinderung und um die Gedanken eines 16jährigen, doch der Film hat dies meiner Meinung nach nicht optimal eingefangen. Die ganze Story wirkt überdreht und einfach wie ein Ausschnitt seines Lebens – ohne wirklichen Anfang und ohne Ende, d.h. es wäre wohl kein Problem für den Regisseur einen Vorspann zu drehen, bzw. einen weiteren Film. Erinnert hat es mich an eine Daily Soap, bei dem leider (?) nur eine Folge gezeigt wurde. Sicher ist dies kein Film den man sich öfters als einmal ansehen kann und vielleicht auch sollte. Die Tatsache, das Benjamin Lebert schon mit 17 sein erstes autobiografisches Werk geschrieben hat, sollte man hoch anrechnen. Vielleicht gibt dieses Buch bzw. der Film anderen Jugendlichen, die eine Behinderung haben, auch ein wenig Mut bzw. zeigt ihnen das es auch andere in der gleichen Situation gibt. Für mich ist der Film nicht realistisch, jedoch bin ich natürlich auch nicht in der Situation Benjamins. Es ist meiner Meinung nach kein Unterhaltungsfilm, sondern eher ein künstlerisch angelegter Film.
Empfehlenswert auf jeden Fall an Leute, die das Buch gelesen haben und es klasse fanden. Allen anderen kann ich nur sagen: es muss nicht sein und wenn ihr ihn trotzdem ansehen wollt, dann steckt eure Erwartungen nicht zu hoch.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Cuchulainn1981

Cuchulainn1981

10.04.2003 23:13

Ein guter Bericht. Den Film wollte ich mir eigentlich mal ansehen, aber jetzt glaube ich, dass ich mir noch ruhig ein wenig Zeit lassen kann bis ich mal nichts zu tun habe :)

chwagner

chwagner

29.03.2003 15:11

Nun habe ich schon einige deiner Filmbeschreibungen durchgelesen, sie sind echt alle sehr gut! Ich kann mir den Film, sellbst wenn ich ihn noch nicht kenne, sehr gut vorstellen... Grüße chwagner

Margherita

Margherita

22.06.2001 14:35

So ähnlich ging es mir auch. Ich hab immer darauf gewartet, daß noch ein wirklicher Höhepunkt kommt. Aber war nich´. Genialer Bericht übrigens. Der deutsche Film muß sich noch ganz schön was einfallen lassen, wenn er´s international zu etwas bringen will. Grüße von Margherita

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  1. Bekayw1976
  2. Wolle0509
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