Crazy (Film)

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Sind wir nicht alle ein bißchen "crazy"?

5  06.10.2002

Pro:
Lernen, gegenüber Behinderten tolerant zu sein .

Kontra:
.  .  .

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Humor

Spannung

Anspruch

Action:

Romantik:

mehr


Sunny-2000

Über sich: Sorry, aber im Moment bin ich eher selten hier anzutreffen. Ich bin mit meiner Facharbeit gut ausgel...

Mitglied seit:04.11.2000

Erfahrungsberichte:49

Vertrauende:10

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 70 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Heute möchte ich Euch "Crazy" vorstellen. Ich habe damals von Benjamin gehört und ich fand seine Geschichte überaus interessant. Nicht, weil ein Behinderter etwas geschrieben hatte, sondern die Art und Weise des Schreibens.

Ich selbst habe als Kindergartenkind einen sogenannten Tagespapa gehabt. Dieser war nicht wie alle anderen, nein. Er hatte MS und saß ab dem Zeitpunkt schon im Rollstuhl. Vor ein paar Jahren habe ich diesen superlieben, charmanten Tagespapa verloren.

Ich weiß also, was es bedeutet, mit jemandem zu leben, der in welcher Form auch immer, behindert ist. Ich weiß auch, wie sich derjenige selbst fühlen muß. Er hat es zwar nie gezeigt, denn er war immer sehr optimistisch und lebensfroh. Aber tief in ihm drin, bedrückte ihn etwas. Komischerweise spüre ich sowas bei den Menschen, ich hab ein Gefühl für das.

Nun gut, ich möchte Euch also "Crazy" vorstellen. Der Film (2000 erschienen) wurde nach der Vorlage des Buches (von Benjamin Lebert) gedreht. Die Produktion haben Thomas Wöbke und Jakob Claussen in den Händen gehalten.

"Crazy" ist die Geschichte des 16-jährigen Benjamin (Benjamin Lebert gespielt von Robert Stadlober). Damit er im fünften Anlauf endlich die Schule schafft, bringen ihn seine Eltern auf das Internat Neuseelen. Aber die wesentlichen Lektionen lernt er nach dem Unterricht.

Benny soll also aus der 6 in Mathe eine 5 machen, damit er in die 9. Klasse versetzt werden kann. Außerdem sagt sein Vater Klaus (Burghart Klaußner), daß man ohne Abitur nichts sei. Und da wäre für Benny ein Hauptschulabschluß schon peinlich.

Seine Mutter Juliane (Dagmar Manzel) ist zwar für ihn immer da, aber mit seiner Schwester Paula (Mira Bartuschek) kann er über alles reden, selbst in Sachen Mädchen.

Als er sein Zimmer bezieht, trifft er zum ersten Mal auf seinen Klassenkameraden Janosch. Die erste Stunde für Benjamin ist Französisch und dort soll er sich vorstellen.

Mit den Worten, "Ich heiße Benjamin, bin 16 Jahre alt und ich bin ein Krüppel. Mein linkes Bein und mein linker Arm sind gelähmt. Nur damit ihr es wisst. Es ist vielleicht von beiderseitigem Interesse.", stellt er gleich alles klar und möchte nicht weiter deswegen behelligt werden.

Obwohl Benjamin halbseitig gelähmt ist, nimmt ihn die kleine Gruppe um seinen Zimmernachbarn Janosch schnell auf. Die neuen Freunde helfen ihm, mit Schuldruck, Heimweh und der kriselnden Ehe seiner Eltern zurechtzukommen.

Innerhalb des Sequenzen werden die einzelnen Freunde vorgestellt.

Janosch (Tom Schilling): Er hat einen seltsamen Humor und Benny hat seine Zeit gebraucht, um sich daran zu gewöhnen. Außerdem sagt er über ihn, daß Janosch wie ein kleiner Hund wäre, den man an der Autobahn ausgesetzt hätte und man nie weiß, wann er beißen wird. Janosch ist der "Anführer" der Internats-Clique.

Kugli (Christoph Ortmann): Der dicke Felix ist bester Kickerspieler und seinem Vater gehört eine komplette Kickermannschaft in Bochum.

Florian (Willy Rachow): Das "Mädchen", wie er von allen genannt wird, hat beide Eltern bei einem Autounfall verloren und seine Großmutter kümmert sich um ihn.

Der dünne Felix (Joseph Bolz): Ein Philosoph, der auf den Durchbruch als Musiker wartet. Bisher hat er noch keinen Auftritt mit seiner Band gehabt, weil sie sich nicht auf einen Namen einigen konnten.

Troy (Can Taylanlar): Ein Bettnässer, der länger auf dem Internat ist, als alle anderen. Oft spricht er tagelang kein Wort und niemand weiß, was in ihm vorgeht. Er ist der Einzige, der ein Einzelzimmer bewohnt. Wegen starker familiärer Probleme hätte er eine Ausnahme bekommen.

Die Jungs verbringen fast jeden Nachmittag zusammen. Sie trinken Bier, spielen Fußball oder treffen sich im Wald zu einem seltsamen Ritual... Sie wichsen auf einen Keks. Wer nicht trifft, muss den Keks samt Belag essen. Und sie beobachten die Mädchen beim Turnen. Vor allem die schöne Malen (Oona-Devi Liebich) gefällt Benjamin, doch er traut sich nicht, es ihr zu sagen. Auch Janosch ist schon länger in Malen verliebt. Er ist sich sicher, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis er sie erobert hat. An einem warmen Sommernachmittag fasst sich Benjamin ein Herz und schwimmt zu Malen, die sich auf einer schwimmenden Insel im See sonnt. Die beiden unterhalten sich. Aber dann kommt Janosch geschwommen, zerrt Malen ins Wasser und zerstört diesen kurzen Moment, an dem sich Benjamin Malen so nahe gefühlt hat. Er sieht den beiden hinterher, wie sie um die Wette ans Ufer schwimmen.

Am Wochenende ist Benjamin bei seinen Eltern. In deren Ehe kriselt es schon lange. Die Spannungen zwischen den Eltern entladen sich beim Frühstück in einem heftigen Streit. Paula, Benjamins ältere Schwester, ist schon so genervt, dass sie ausziehen will. Benjamin hat Angst, dass sich seine Familie auflöst, während er im Internat ist und nichts dagegen tun kann.

Benjamin wird in Mathe immer schlechter. Janosch hat eine Idee, um ihn abzulenken: ein Besuch in einem Striplokal. Die Jungs hocken an der Bar und trinken Alkohol. Kugli lädt eine der Damen auf ein Glas Sekt ein und tanzt ausgelassen in dem Lokal. Als die Show beginnt, sind Benjamin und Janosch schon ziemlich betrunken. Benjamin fühlt sich großartig. Gemeinsam wagen sich die beiden Freunde bis an den Bühnenrand. Benjamin steckt der Tänzerin einen Geldschein in den Slip: Er hat eine Frau berührt. Zum ersten Mal.

Zurück auf Neuseelen wartet ein verschärfter Verweis auf die Jungs - und auf Benjamin seine entsetzte Mutter. Sie verdonnert ihn, Nachhilfestunden beim Mathelehrer Falkenstein (Jörg Gudzuhn) zu nehmen. Später gesteht Benjamin Janosch, dass er auch in Malen verliebt ist. Sie versprechen sich gegenseitig, nicht beleidigt zu sein, wenn Malen sich für den anderen entscheidet - ihre Freundschaft soll wichtiger sein.

Am Wochenende wartet Benjamin vergeblich darauf, dass sein Vater ihn abholt. Allein streift er durch das leere Internat. Er überrascht Troy, als der heimlich seine Matratze aus dem Zimmer schaffen will. Troy gesteht Benny, daß er Bettnässer ist. Sie unterhalten sich über das Leben und was sie sich darunter vorstellen. Schließlich kommt Benjamins Mutter, um ihn abzuholen. Gemeinsam gehen Benjamin, seine Schwester und seine Mutter zum Essen. Im Restaurant treffen sie ausgerechnet auf Benjamins Vater - der mit seiner jungen Praktikantin und Geliebten da ist. Es kommt zu einem weiteren Streit der Eltern.

Man schaut jetzt direkt in das Gesicht von Benny und kann erkennen, wie sehr ihn das ganze mitnimmt.

Im Internat steigt am Abend eine illegale Party im Mädchenzimmer. Endlich findet Benjamin den Mut, Malen, die von Janosch heftig umworben wird, sein Herz zu öffnen. Noch bevor Malen reagieren kann, stört Janosch die beiden. Später beobachtet Benjamin wie Janosch und Malen sich küssen. Enttäuscht fängt Benjamin einen heftigen Streit mit Janosch an.

Vor Wut und innerer Zerrissenheit läßt er Wachs auf seine gelähmte Hand laufen und verbrennt sich diese. Auf der Toilette, wo er sich diese kühlen will, wird er dann von Marie verführt.

Das Sommerfest ist für Benny gleichzeitig das Abschlußfest und dort sitzen die Jungs ein letztes Mal zusammen. Malen, Marie und Anna bringen Benny ein Ständchen zum Abschied und die Jungen stimmen dazu ein.

Ich finde, daß das Buch von Benjamin wunderbar umgesetzt wurde. Ich hätte es nicht besser machen können.

Wenn Ihr nun an diesem Film Interesse gefunden habt, dann kann ich Euch freudig mitteilen, daß dieser am 11.10.2002 im Fernsehen zu sehen ist.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Schauen und ein nettes Wochenende.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Franzi.Ska

Franzi.Ska

29.10.2004 00:28

Viele Infos doch ne unterteilung fehlt... dann wär alles übersichtlicher und so... naja..mfg

Trria

Trria

13.05.2004 18:48

Das ist eine prima Inhaltsangabe, aber mehr leider nicht. Ein paar mehr Zusatzinformationen und nicht nur ein, zwei Sätze bei den Charakterisierungen hätte ich gut gefunden. LG:)

Zanthia_15

Zanthia_15

06.10.2002 12:00

Ich habe den Film auch schon gesehen und fand ihn ganz gut :) Liebe Grüße, Zanthia

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