Der Sinn des Lebens...jeder sucht ihn und kaum einer findet ihn. Wir Menschen möchten in den meisten Fällen darüber erhaben sein, wie Tiere nur dem Instinkt nach zu handeln und suchen daher ein Ziel in unserem ständigen Umherirren.
Was aber wäre, wenn es gar keinen Sinn gibt und nur das Überleben zählt? Keine Antwort auf die allumfassende Frage nach dem "Warum?".
---DIE STORY------------------------------------------
WARNUNG: Ich verrate sehr viel von der Story!!!
DIE AUSGANGSSITUATION
Sie sind hier. Warum und weshalb gerade sie weiß keiner und es ist keiner da, der es ihnen erklärt. Männer, Frauen, Alter und Rasse, Beruf alles egal.
Schauplatz - ein Kubus. Das heißt ein Würfel...überdimensional mit einer maximalen Seitenlänge von 135 Metern und darin über 17.000 Räume, jeder einzelne von ihnen quadratisch und mit je einer Tür pro Seite - pro Raum sechs Türen.
Jede Tür führt wiederum in einen anderen Raum. Die Räume sind in verschiedenen Farben gehalten und mit einem Zahlencode gekennzeichnet. Manche Räume enthalten tödliche Fallen, manche nicht.
Das Ziel der hier Gestrandeten ist nur das nackte Überleben. Wer wird es schaffen?
DIE CHARAKTERE
LEAVEN
Sie ist dir größte Stütze für die Truppe. Die junge Frau, die noch bei ihren Eltern wohnt und ein gänzlich normales Leben führt, ist Mathematikerin. Mit ihrer Hilfe gewinnt die Truppe eine Einsicht in die Zahlencodierung.
WORTH
Worth ist sehr still und introvertiert. Wie die Truppe herausfindet, war er an einem Teil des Projekts beteiligt. Als Architekt hat er die Entwürfe für die Außenhülle des Kubus gemacht. Seit Monaten wußte er davon, dass man Menschen in dem Kubus gefangenhielt, aber es interessierten ihn nicht.
KAZAN
ist autistisch. Sehr hilfreich ist sein unglaubliches mathematisches Genie in Verbindung mit der klaren Logik Leavens.
QUENTIN
Sein vergrabenes aggressives Potential tritt erst recht spät zutage. Quentin ist Cop, geschieden und hat drei Söhne. Seine Todesangst treibt ihn zu schrecklichen Dingen an und entblößt sein sadistisches und tyrannisches Ego.
HOLLOWAY
Als Ärztin der Psychologie kann man sie ziemlich gut gebrauchen, obwohl sie sich sehr in einen hysterischen Zustand des Verfolgungswahns steigert, bis Kazan auf die Truppe trifft und sie sich des Autisten annimmt.
RED
Ausbrecherkönig und Verbrecher. Seine Überlebenstricks sichern der Truppe lange den Hintern.
DIE HANDLUNG
Die ganze Truppe bis auf Kazan wacht in einem Raum auf. Sie wissen nicht wie sie hierher gekommen sind und welchen Zweck ihr Aufenthalt hier hat.
Nach einer kurzen Kennenlernphase entscheidet die Gruppe den Ausgang zu suchen. Schon bald machen sie Bekanntschaft mit einer der zahllosen,einfallsreichen Fallen und Red muß dran glauben.
Nach dem Aufeinandertreffen mit Kazan folgt der erste psychische Kollapps. Langsam erkennen sie, dass alles völlig sinnfrei ist und es nicht auf das Warum ankommt sondern nur darauf, wer hier heile rauskommt.
Im Verlauf der Handlung kristallisier sich Quentin immer mehr zum Arschloch heraus, was in einerm massiven Streit mit Holloway endet. Bei der nächstbesten Gelegeneit revanchiert Quentin sich und die Truppe ist nur noch zu viert.
Kazans und Leavens Verständnis von Zahlen knackt den Code der Kuben. Die einzelen Räume bewegen sich noch zusätzlich und die Zahlencodes sind wie eine Koordinatenkarte. Nur ein spezieller Raum im ganzen Kubus bildet zu einer bestimmten Zeit die Verbindung zur Außenwelt...doch welcher und wer wird ihn heil erreichen?
---DIE HARTEN FAKTEN----------------------------------
Science-Fiction
Kan. 1997
Laufzeit: 90 Min.
FSK ab 16 Jahre
Regie: Vincenzo Natali
Darsteller: Nicole de Boer
Nicky Guadagni
David Hewlett
Andrew Miller
Julian Richings
---MEIN FAZIT-----------------------------------------
Faszinierend und schockierend in einem. Ein Film, der eine definitv lange im Gedächtnist bleiben wird.
Das völlige Fehlen von Erklärungen macht mich ganz wahnsinnig. Bis zum Ende des Films erfahren die Leute nicht, wofür so viele ihrer unfreiwilligen Kameraden gestorben sind.
Man weiß nicht, was denjenigen erwartet, der den Kubus verläßt. Man weiß nicht, wer den Kubus gebaut hat und wofür. Wo man sich befindet und ob es jemals aufhören wird.
Auf der andern Seite ist gerade das etwas, was den Reiz des Films ausmacht. Kein erhobener Zeigefinger und die bösen Russen sind schuld. Keine Amis, die patriotisch ihr Weltpolizeigehabe darstellen - nichts!
Die Schauspieler waren mir alle völlig unbekannt und sehr überzeugend. Besonders hervorheben möchte ich hierbei den Charakter der Ärztin. Holloway ist diejenige, die sich allein ihres Berufes wegen schon ständig mit dem Tod auseinandersetzen muß. Ihre kaputten, sozialen Fähigkeiten versucht sie mit massivem Verfolgungswahn zu unterdrücken... ein Fall für den Psychiater, der sie selber ist...
Auch sehr überzeugend der Charakter von Worth, der mit seiner Schuld leben muß, dass er dieses Mörderding mitkonstruierte. Worth, der am Ende feststellt, dass er lieber im Kubus bleibt anstatt sich wieder dem alltäglichen menschlichen Wahnsinn zu stellen. Die ganze Zeit treibt ihn die Hoffnung auf den Ausgang weiter - bis ihm auffällt, dass er nichts hat, wofür es sich zu leben lohnt...
Die Charaktere führen kaum tiefschürfende Gespräche dennoch werden die Figuren sehr detailliert herausgearbeitet. Der ständige hoch verlaufende Spannungsbogen läßt den Zuschauer überhaupt nicht zur Ruhe kommen...ich hatte zum Teil richtig schweißnasse Hände.
Sehr angenehm habe ich empfunden, das dieser Film ohne das "Eine verhängnisvolle Affäre"-Klischee auskommt. Tote, die dann nochmal wieder auferstehen - und das meine ich nicht im Sinne von Zombies - sind unglaubwürdig. In diesem Film sind die Toten tot - Ende Gelände.
Schade dennoch, das der Film einen so bitteren Nachgeschmack hinterläßt. Man ist unzufrieden - denn obwohl einiges an der Handlung vorhersehbar war - man errät nicht, wer es schafft und wer nicht!!
So, nun mein endgültiges Fazit: Sehr spannender, innovativer Film mit guten, unbekannten Darstellern. Soweit ich beurteilen kann, gibt es keinen Soundtrack - außer der Stille, die immer wieder als Stilmittel eingesetzt wird. Die schauspielerischen Leistungen sind glaubhaft und gut ins Geschehen eingebunden. Der Film ist sehr empfehlenswert. Aufgrund einiger echt fieser Szenen und des psychischen Drucks würde ich die FSK-Freigabe ab 16 auch einhalten.
Eure Wiebke
14.06.2002 20:48
Guter Bericht! Der Film hat mich ebenfalls fasziniert. Das Ende fand ich jedoch nicht unbefriedigend sondern besonders klasse, weil es dem Hollywood-Happy-End einen Strich durch die Rechnung macht. Außerdem kann meiner Ansicht nach (aber wahrscheinlich nur jeder für sich selbst) am Schluß nur eine Antwort auf das Rätsel des Cubus die richtige sein! Der Film verfügt sehr wohl über einen Soundtrack, der vor allem dann einsetzt, wenn dialoglose Szenenfolgen mit dem reinen schrittweisen Vorwärtskommen der Gruppe gezeigt werden. Ein Element das übrigens den Verlust jeglichen Zeitgefühls wie es die Gruppe erleidet auch für den Zuschauer fühlbar macht. Der Soundtrack besteht aus einer coolen Colage von Zischlauten und percussiven Elementen (z.B. entstehend aus den autoagressiven Schlägen des Authisten) und (sei für (Film)Musik-Spezialisten angenmerkt) schebt tonal auf einem hermonischen Gebäude aus verminderten Akkorden, wodurch eine zentrale Tonalität nicht emüpfunden werden kann, auch das verstärkt unterbewußt das Gefühl der völligen Haltlosigkeit und das Fehlen des Zeitgefühls. Für mich ein Film zum immer wieder sehen! Liebe Grüße vom Janosch23
16.04.2002 12:34
Wirklich ein Low-Budget Film der superlative :-) Lieben Gruß kleineslicht
15.04.2002 12:02
Fand ich absolut g-e-n-i-a-l! Greetz vom seb